Dr. med. Zaher Halwani ist ein anerkannter Spezialist für gynäkologische Onkologie und Endometriose am Vivantes Humboldt-Klinikum in Berlin. Als Leiter des zertifizierten Gynäkologischen Krebszentrums widmet er sich insbesondere der Diagnostik und Therapie von Eierstock-, Bauchfell- und Gebärmutterkrebs sowie weiteren gynäkologischen Tumorerkrankungen.
Mit mehr als 1000 durchgeführten operativen Eingriffen verfügt Dr. Halwani über umfassende Erfahrung, insbesondere in der minimal-invasiven Chirurgie und Roboter-assistierten Verfahren wie der da Vinci-Technologie, die besonders schonende und präzise Eingriffe ermöglichen. Seine Expertise erstreckt sich über die radikale chirurgische Behandlung von Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs bis hin zur spezialisierten Therapie von Vulva- und Vaginalkarzinomen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Behandlung der Endometriose, einer oft komplexen Erkrankung, die er mithilfe modernster chirurgischer Techniken behandelt.
Patientinnen profitieren dabei nicht nur von hochspezialisierten operativen Verfahren, sondern auch von umfassenden Beratungsangeboten, einschließlich Zweitmeinungen und individuell abgestimmten Therapieplänen. Neben seiner klinischen Tätigkeit engagiert sich Dr. Halwani aktiv in der medizinischen Forschung, hält Vorträge auf nationalen und internationalen Fachkongressen und organisiert wissenschaftliche Veranstaltungen. Seine enge Anbindung an die universitäre Forschung und die kontinuierliche Weiterentwicklung seiner Behandlungsmethoden gewährleisten eine Therapie nach neuesten medizinischen Erkenntnissen.
Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht stets das Wohl der Patientinnen. Neben seiner hohen fachlichen Kompetenz legt Dr. Halwani großen Wert auf eine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung und eine einfühlsame Begleitung während der gesamten Behandlung. Durch seine langjährige Erfahrung, sein technisches Know-how und sein Engagement für innovative Therapieansätze bietet er Patientinnen eine erstklassige medizinische Versorgung auf höchstem Niveau.

Die Roboterchirurgie ist eine moderne Weiterentwicklung der minimal-invasiven Chirurgie, die höchste Präzision und schonende Eingriffe ermöglicht. Mithilfe eines robotergestützten Systems, wie dem da Vinci-Roboter, kann der Operateur feinste Bewegungen mit hoher Genauigkeit ausführen, wodurch das umliegende Gewebe bestmöglich geschont wird. Diese Technologie bietet zahlreiche Vorteile, darunter kleinere Schnitte, weniger Schmerzen und eine schnellere Erholung für die Patienten. Besonders in komplexen Eingriffen, etwa in der Urologie, der Herzchirurgie und der Viszeralchirurgie, hat sich die Roboterchirurgie bewährt. Auch in der gynäkologischen Onkologie spielt sie eine zunehmend wichtige Rolle, insbesondere bei der Behandlung von Gebärmutter- und Eierstockkrebs, wo sie präzise und effektive Therapieoptionen ermöglicht.
Die Roboterchirurgie hat sich in der gynäkologischen Onkologie als eine bedeutende Weiterentwicklung der minimal-invasiven Chirurgie etabliert und bietet gegenüber konventionellen laparoskopischen Verfahren eine Reihe spezifischer Vorteile.
Ein entscheidender Aspekt ist die hochpräzise Steuerung der Instrumente, die durch ein computergestütztes, robotergestütztes System ermöglicht wird. Das da Vinci-Robotersystem, das häufig in der gynäkologischen Onkologie eingesetzt wird, erlaubt dem Operateur eine intuitive Steuerung der Instrumente mit einer deutlich erweiterten Bewegungsfreiheit, da die Roboterarme eine größere Flexibilität bieten als die starre Instrumentation der klassischen Laparoskopie.
„Schon die minimalinvasive Chirurgie verfolgt grundsätzlich das Ziel, für den Patienten möglichst schonend vorzugehen. Sie reduziert das operative Trauma, ermöglicht gezieltes Arbeiten und liefert dabei mindestens gleichwertige, oft sogar bessere Ergebnisse als offene oder vaginale Operationsverfahren. Ein entscheidender Vorteil liegt in der deutlich geringeren Belastung für die Patientinnen. Bei der klassischen offenen Chirurgie traten häufig Komplikationen auf, etwa Wundheilungsstörungen, erhöhter Blutverlust oder längere Krankenhausaufenthalte. Durch minimalinvasive Verfahren konnten diese Risiken bereits deutlich reduziert werden. Die Roboterchirurgie geht noch einen Schritt weiter. Sie erlaubt es, mit höchster Präzision und Feingefühl im Gewebe zu arbeiten. Dadurch werden nicht nur besonders komplexe Eingriffe möglich, sondern auch eine noch gezieltere und schonendere Behandlung. Gerade bei Patientinnen mit erschwerten Voraussetzungen – beispielsweise bei Adipositas – kann die Robotertechnik helfen, Eingriffe effektiver und für die Betroffenen verträglicher durchzuführen. Die Kombination aus minimalem Trauma, hoher Präzision und der Möglichkeit, komplexe Eingriffe sicher umzusetzen, macht die Roboterchirurgie zu einem wertvollen Instrument in der modernen gynäkologischen Krebsbehandlung. Gerade bei übergewichtigen Patientinnen, die statistisch gesehen häufiger an Gebärmutterkrebs erkranken, stellt die minimalinvasive – und insbesondere die roboterassistierte – Chirurgie eine wichtige und schonende Behandlungsoption dar“, erläutert Dr. Halwani zu Beginn unseres Gesprächs
Die Einführung und Anwendung der Robotertechnologie in der gynäkologischen Onkologie bringt sowohl technische als auch wirtschaftliche Herausforderungen mit sich, die eine sorgfältige Planung und umfangreiche Investitionen erfordern.
„Die Robotertechnologie, wie etwa das Da-Vinci-System der Firma Intuitive, besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten: einem Patientenmodul mit robotischen Armen, die über kleine Hautschnitte eingeführt werden, und einer separaten Steuerkonsole, an der der Operateur sitzt. Von dort aus steuert er die Instrumente mit hoher Präzision – vergleichbar mit einer besonders feinfühligen Verlängerung seiner eigenen Hände. Dadurch lassen sich selbst schwierige Eingriffe äußerst gezielt und gewebeschonend durchführen. Die Einführung eines solchen Systems erfordert allerdings nicht nur hohe finanzielle Investitionen, sondern auch eine aufwendige und lange Ausbildungsphase. Operateure müssen bereits erfahrene Fachärzte sein, bevor sie überhaupt mit dem Training beginnen dürfen. Dieses umfasst mehrere Kurse an Modellen, Leichen und Tieren. Erst danach ist der Einsatz am lebenden Patienten erlaubt – unter Supervision eines erfahrenen Trainers, einem sogenannten Proctor. Eine eigenständige Durchführung komplexer Operationen wie in der gynäkologischen Onkologie ist erst nach rund einem Jahr intensiver Schulung möglich“, so Dr. Halwani und führt speziell zur Vivantes Klinik in Berlin weiter aus:
„In der Vivantes Frauenklinik Berlin wurde das Da-Vinci-System bereits 2016 eingeführt – als erste Einrichtung dieser Art in der Hauptstadt. Seitdem wird es dort routinemäßig eingesetzt, und rund die Hälfte aller onkologischen Eingriffe erfolgt inzwischen roboterassistiert. Die Auswahl der geeigneten Operationen und Operateure erfolgt dabei mit großer Sorgfalt. Denn wie bei einem wertvollen Musikinstrument entscheidet nicht allein die Technik über den Erfolg, sondern vor allem die Erfahrung und das Können desjenigen, der sie einsetzt. Ein zentrales technisches Hindernis ist die hohe Komplexität der roboter-assistierten Systeme. Im Gegensatz zur konventionellen Chirurgie, bei der der Operateur direkt mit Instrumenten arbeitet, erfolgt die Steuerung bei der Roboterchirurgie über eine Konsole. Dies erfordert eine Umstellung in der Hand-Auge-Koordination und eine längere Einarbeitungszeit. Chirurgen müssen spezielle Schulungen durchlaufen, um die Feinheiten der Robotertechnologie zu beherrschen, da das System hochpräzise Bewegungen ermöglicht, aber auch eine andere operative Herangehensweise erfordert“, so Dr. Halwani.
Während Eingriffe an der Gebärmutter oder den Eierstöcken von der Präzision der Robotertechnologie profitieren, kann es in bestimmten Fällen, wie etwa bei sehr fortgeschrittenen Tumorstadien oder ausgedehnten Metastasierungen, weiterhin sinnvoll sein, auf offene chirurgische Verfahren zurückzugreifen. Nicht zuletzt erfordert die Integration der Robotertechnologie in den Klinikalltag eine Umstrukturierung der OP-Planung. Roboter-gestützte Eingriffe dauern in der Anfangsphase oft länger als herkömmliche Verfahren, da das Einrichten des Systems und die Positionierung der Instrumente zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen. Erst mit zunehmender Erfahrung können diese Abläufe optimiert und die Operationszeiten verkürzt werden.
„Gerade bei komplexeren Eingriffen kommt es regelmäßig vor, dass wir Patienten aus anderen Kliniken zugewiesen bekommen – mit dem klaren Hinweis, dass es sich um Fälle handelt, die besser von einem spezialisierten Zentrum mit roboterassistierter Chirurgie, wie dem da Vinci-System, durchgeführt werden sollten. In der Urologie ist der Einsatz solcher Technologien inzwischen nahezu Standard – beispielsweise werden Prostataoperationen heute fast ausschließlich mit dem Roboter durchgeführt. In der Gynäkologie ist dieser Standard zwar noch nicht flächendeckend etabliert, aber er ist inzwischen in den medizinischen Leitlinien verankert. Wenn Operateure in anderen Kliniken sich nicht zutrauen, bestimmte Eingriffe minimalinvasiv durchzuführen, entscheiden sie sich häufig für die klassische offene Chirurgie. Das kann für die Patientinnen jedoch mit Nachteilen verbunden sein. Wenn es dann zu Komplikationen kommt, ist das sehr bedauerlich – vor allem, weil es oft vermeidbar gewesen wäre“, kritisiert Dr. Halwani und ergänzt:
„Wir verzeichnen daher einen stetigen Zulauf von Patientinnen aus externen Kliniken – nicht zuletzt, weil wir eine sehr hohe Fallzahl vorweisen können. Allein im Bereich der gynäkologischen Onkologie führen wir rund 100 roboterassistierte Operationen pro Jahr durch. Das macht einen großen Unterschied – sowohl in Bezug auf die Erfahrung des OP-Teams als auch auf die Qualität der Behandlung. Wenn man beispielsweise drei Mal pro Woche eine Gebärmutterkrebsoperation mit dem Roboter durchführt, ist das natürlich etwas anderes, als wenn so ein Eingriff nur einmal im Monat stattfindet. Auch der postoperative Verlauf ist bei uns sehr patientenfreundlich. Bei Eingriffen wie etwa bei Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs können die Patientinnen in der Regel nach maximal 48 Stunden das Krankenhaus wieder verlassen. Das ist für viele sehr attraktiv, weil es mit weniger Belastung und einer schnelleren Erholung verbunden ist. Allerdings stehen wir hier im Widerspruch zum deutschen Gesundheitssystem. Kliniken verlieren finanziell, wenn sie Patientinnen zu früh entlassen – obwohl es medizinisch absolut vertretbar und im Sinne der Patientin wäre. Die wirtschaftlichen Strukturen sind hier problematisch“.
Die Roboterchirurgie bietet insbesondere für bestimmte Patientengruppen und Tumorstadien erhebliche Vorteile, während sie in anderen Fällen weniger geeignet sein kann.
Besonders profitieren Patientinnen mit frühen Stadien gynäkologischer Tumoren, da die hohe Präzision des Verfahrens eine vollständige Tumorentfernung ermöglicht, ohne umliegendes gesundes Gewebe unnötig zu schädigen. Frauen mit Begleiterkrankungen wie Adipositas, Diabetes oder kardiovaskulären Problemen profitieren ebenfalls, da die minimal-invasive Technik mit geringeren intraoperativen Blutverlusten und einer schnelleren Erholungszeit einhergeht, wodurch das Risiko postoperativer Komplikationen reduziert wird. Auch bei komplexen anatomischen Gegebenheiten, beispielsweise nach früheren Operationen oder bei starken Verwachsungen, erleichtert die Roboterchirurgie den Eingriff und minimiert das Risiko für Gewebeschäden.
Bei der Frage, ob es bestimmte Krebsstadien oder Patientengruppen gibt, bei denen ausschließlich mit dem Roboter operiert werden sollte, gibt es klare Empfehlungen und auch Grenzen. Hierzu kommentiert Dr. Halwani: „Ein Beispiel hierfür ist der Eierstockkrebs: Trotz technischer Möglichkeiten ist es in vielen Fällen nach wie vor notwendig, diese Erkrankung offen zu operieren. Dies entspricht den aktuellen Leitlinien. Auch wenn es in frühen oder bestimmten Stadien theoretisch möglich wäre, minimalinvasiv zu operieren, bleibt die offene Operation die bevorzugte Methode. Der Hauptgrund dafür ist die Gefahr, dass bei einer minimalinvasiven Technik Metastasen übersehen werden könnten. Insbesondere das Tasten und Fühlen, das während der offenen Operation ermöglicht wird, ist hier ein entscheidender Faktor, um alle betroffenen Bereiche zu erfassen. In der Praxis wird daher auf eine offene Vorgehensweise gesetzt, um das Risiko zu minimieren“, und fügt an:
„Wenn es um technische Entwicklungen in der Zukunft geht, spielen sowohl die Verbesserung der Robotik als auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) eine große Rolle. Die Expertise der Operateure, gepaart mit neuen Technologien, könnte dazu beitragen, die Behandlung weiter zu optimieren. Insbesondere im Hinblick auf eine verbesserte Ausbildung von Chirurgen und die Möglichkeit, kollektive Daten zur besseren Patientenprüfung zu nutzen, könnte die KI eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Dies würde nicht nur zu einer besseren Diagnostik, sondern auch zu einer Verkürzung der Trainingszeit für Chirurgen führen. In Zukunft könnten wir auch eine stärkere Hybridisierung der Behandlungsansätze sehen, bei der Robotik und klassische Methoden miteinander kombiniert werden, was vor allem bei ambulanten Patienten von Vorteil wäre. In Bezug auf die Herausforderungen, denen sich Chirurgen in der onkologischen Chirurgie stellen müssen, gibt es immer noch komplexe Fälle, die hohe Anforderungen an die Fähigkeiten der Operateure stellen. Trotz der höheren Dauer in komplexen Fällen ist der Erfolg bei der Anwendung der Robotik in solchen schwierigen Situationen ein positives Zeichen für die Zukunft dieser Technologie in der Chirurgie“.
Die Frage, wie schnell sich die Entwicklungen in der onkologischen Chirurgie vorantreiben, lässt sich nicht genau beantworten, aber die Hoffnung besteht, dass es in naher Zukunft Fortschritte geben wird.
„Als Operateur sieht man sich trotz jahrelanger Erfahrung immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Auch heute noch gibt es Operationen, die mit komplexen Entscheidungen verbunden sind und bei denen man sich nicht sicher sein kann, wie der Eingriff verlaufen wird. Besonders schwierig sind oft Patienten, die bereits mehrere Bauchoperationen hinter sich haben. Hier besteht der Wunsch, trotz der onkologischen Eingriffe möglichst minimalinvasiv zu arbeiten, was jedoch nicht immer möglich ist. Ein Beispiel für solche komplexen Fälle ist eine Patientin, die nach vielen vorherigen Bauchoperationen erneut operiert werden musste. Sie war von anderen Ärzten als "nicht mehr operierbar" eingestuft worden, doch aufgrund ihrer Krebserkrankung war eine Operation unumgänglich. Trotz der schwierigen Ausgangslage wurde die Operation erfolgreich mit dem Roboter durchgeführt, was jedoch mehr Zeit in Anspruch nahm. Während normale Eingriffe in der Regel zwischen eineinhalb und zwei Stunden dauern, mussten besonders komplexe Fälle bis zu vier Stunden operiert werden“, schildert Dr. Halwani.
Im Rahmen des Vivantes-Konzerns ist das Krebszentrum in der Humboldt-Klinik das erste seiner Art innerhalb des Vivantes-Konzerns ist. Hier wird besonders hohe Expertise in der onkologischen Behandlung geboten.
„Zwar führen auch andere Vivantes-Kliniken onkologische Operationen durch und setzen den Da Vinci-Roboter ein, jedoch wurden diese erst später zertifiziert und erhielten den Roboter erst nach dem Humboldt-Krebszentrum. Seit 2016 werden hier eine besonders hohe Anzahl an Robotereingriffen durchgeführt, und das Zentrum hat sich sowohl im regionalen als auch im internationalen Kontext als eine bedeutende Einrichtung etabliert. In Europa werden zudem andere Operatoren ausgebildet, die sowohl vor Ort als auch in anderen Kliniken geschult werden. Diese hohe Expertise und das kontinuierliche Training tragen dazu bei, dass das Zentrum eine führende Rolle in der minimalinvasiven onkologischen Chirurgie spielt“, betont Dr. Halwani zum Abschluss unseres Gesprächs.
Herzlichen Dank, Dr. Halwani, für diesen positiven Einblick in die roboterassistierte gynäkologische Chirurgie!
