Experteninterviews
Experteninterview mit Dr. med. Stephanie Adam - Defektarthropathie und Omarthrose: Wege zu mehr Beweglichkeit und Schmerzfreiheit
Alexandra Pfitzmann · 2. September 2025
Dr. med. Stephanie Adam ist Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Schwerpunkt auf Schulter- und Ellenbogenchirurgie am Stiftung Marien-Hospital Euskirchen. Als zertifizierte Schulter- und Ellenbogenchirurgin (DVSE) verfügt sie über eine langjährige Erfahrung und gilt als Expertin bei der Behandlung komplexer Erkrankungen und Verletzungen dieser Gelenke. Ihre medizinische Versorgung basiert auf modernster Diagnostik, aktuellster Technik und individuellen Behandlungskonzepten, die auf die jeweiligen Bedürfnisse ihrer Patienten abgestimmt sind.
Als Leiterin des Zentrums für Schulter- und Ellenbogenendoprothetik, das mit dem Silber-Prothesensiegel der DVSE ausgezeichnet ist, setzt sie spezielle Therapieverfahren bei Erkrankungen wie der Omarthrose (Schultergelenksarthrose) oder der Defektarthropathie ein. Ziel ist es, Beweglichkeit wiederherzustellen und Schmerzen zu lindern. Dabei kombiniert sie moderne Verfahren mit dem Einsatz computer-assistierter Prothesenplanung und gewebeschonender Techniken, um optimale Behandlungsergebnisse zu erzielen. Ihre Arbeitsweise zeichnet sich durch eine gründliche Diagnostik, transparente Aufklärung und eine individuelle Betreuung aus. Sie nimmt sich ausreichend Zeit für die Beratung, erklärt die Behandlungsmöglichkeiten verständlich und begleitet ihre Patienten von der Erstuntersuchung bis zur Nachbehandlung.
Unterstützt wird sie durch die moderne Ausstattung des Marien-Hospital sowie ein interdisziplinäres Team aus operations-technischen Assistenten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Sozialdienstmitarbeitern und einem engagierten Sekretariat. Dr. Stephanie Adam ist eine angesehene und geschätzte Spezialistin in der Schulter- und Ellenbogenchirurgie und gilt als kompetente Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um den Gelenkersatz, die Behandlung von Arthrosen und Verletzungen sowie bei der Optimierung der Beweglichkeit nach Erkrankungen. Ihre langjährige Erfahrung, fachliche Expertise und ihr empathischer Umgang machen sie zu einer anerkannten Ärztin in der Region Euskirchen und darüber hinaus.
Zur Behandlung von verschiedenen Formen der Schulterarthrose, der Defektarthropathie und der Omarthrose, erfuhr die Redaktion des Leading Medicine Guide in einem Gespräch mit Frau Dr. Adam mehr.

Die Behandlung von Defektarthropathie und Omarthrose hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Innovative Therapieansätze ermöglichen es, die Beweglichkeit der Schulter wiederherzustellen und Schmerzen effektiv zu lindern. Durch den gezielten Einsatz moderner Technologien, gewebeschonender Verfahren und individualisierter Behandlungskonzepte bieten diese Entwicklungen neue Perspektiven für Patienten, die bisher mit erheblichen Einschränkungen leben mussten. Ziel ist es, die Lebensqualität deutlich zu verbessern und eine nachhaltige Erholung zu ermöglichen.
Eine Arthrose in der Schulter entwickelt sich meist langsam durch den fortschreitenden Verschleiß des Gelenkknorpels. Dabei nutzt sich der Knorpel im Gelenk im Laufe der Zeit ab, was dazu führt, dass die Knochen aneinander reiben, was Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen verursacht.
„Arthrose, insbesondere die sogenannte Omarthrose, ist die Abnutzung des Schultergelenks. Man unterscheidet hier zwischen primärer und sekundärer Omarthrose. Die primäre Variante tritt ohne äußere Einflüsse auf und ist genetisch bedingt. Manche Menschen haben einfach das Pech, dass sie eine Veranlagung zu Arthrose geerbt haben, weshalb sich diese Abnutzung auch schon frühzeitig ausbilden kann. Deutlich häufiger ist jedoch die sekundäre Omarthrose. Diese ist meist das Resultat jahrelanger starker Beanspruchung, wie sie bei Menschen auftritt, die körperlich schwer arbeiten – sei es auf dem Bau oder in anderen Berufen, die die Schulter stark belasten. Über die Jahre hinweg machen sich Überlastungen und Fehlbelastungen bemerkbar, tragen also zur Entwicklung der Arthrose bei. Zusätzlich gibt es Arthrosen, die nach Verletzungen entstehen. Wer beispielsweise einen Knochenbruch am Schultergelenk hatte, vor allem, wenn dieser die Gelenkfläche betrifft, hat ein höheres Risiko, langfristig eine posttraumatische Arthrose zu entwickeln. Dieses Risiko trägt jedes geschädigte Gelenk: Ein einmal verletzter Gelenkknorpel neigt mehr zu Arthrose als ein gesunder. Entzündlich-rheumatische Ursachen wie Rheumatoide Arthritis können ebenfalls zu einer Arthrose führen, auch wenn dank fortschrittlicher Medikation solche Fälle in den letzten Jahren seltener geworden sind. Weitere, aber seltene Gründe sind Stoffwechselerkrankungen wie Gicht. Eine Sonderform ist die Defektarthropathie, die mit einer geschädigten Rotatorenmanschette, einer Muskelgruppe um das Schultergelenk, einhergeht. Der Musculus supraspinatus, ein wichtiger Teil dieser Manschette, verschleißt im Laufe des Lebens, man sagt er ,degeneriert´, so dass er oft bei diesen Patienten kaum noch vorhanden ist. Dieser Muskel sorgt normalerweise dafür, dass die Schulter zentriert und stabil bleibt. Fehlt diese Unterstützung, wandert der Oberarmkopf allmählich nach oben und verlässt die Gelenkführung, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt“, erklärt Frau Dr. Adam und schildert die Symptomatik noch etwas ausführlicher:
„Patienten mit Arthrose bemerken Schmerzen, die bis in den Oberarm oder die Schulternackenmuskulatur ziehen können, sowie Bewegungseinschränkungen. Die Einschränkungen zeigen sich darin, dass es schwieriger wird, den Arm zur Seite abzuspreizen, nach vorne zu heben oder zu drehen. Einige Betroffene schaffen es nicht mehr, den Arm bis zur Horizontalen zu heben. Der Alltag wird zunehmend schwerer: Haare kämmen oder das Anziehen werden zu Herausforderungen. Die Patienten können oft nicht mehr auf der betroffenen Seite liegen. Beide Formen der Arthrose haben gemeinsam, dass sie schmerzhaft sind und die Beweglichkeit einschränken, oft begleitet von einem gewissen Kraftverlust“.
Bei Schmerzen in der Schulter fällt sogar das Haare kämmen schwer._KI generiert
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine gründliche klinische Untersuchung sowie bildgebende Verfahren. Die körperliche Untersuchung umfasst eine Beweglichkeits- und Schmerzfunktion, bei der der Arzt die Beweglichkeit testet und auf Schmerzpunkte achtet.
„Sobald ein Patient mit den beschriebenen Schulterproblemen bei uns vorstellig wird, beginnt der Diagnoseprozess in der Regel mit einer ausführlichen Anamnese. Dabei geht es darum, die Krankengeschichte des Patienten zu erheben und die genauen Beschwerden zu verstehen. Im nächsten Schritt folgt die Bildgebung, wobei zunächst immer ein Röntgenbild angefertigt wird. Oftmals ist ein Röntgenbild bereits sehr aufschlussreich, insbesondere wenn es sich um eine klassische Form der Omarthrose oder Defektarthropathie handelt. In solchen Fällen lassen sich typische Veränderungen am Schultergelenk erkennen. Sollte das Röntgenbild jedoch nicht ausreichend Informationen liefern oder handelt es sich um ein noch frühes Stadium der Erkrankung, wird ergänzend eine MRT-Untersuchung empfohlen. Die MRT bietet detaillierte Einblicke, besonders in Bezug auf die Rotatorenmanschette. Diese Untersuchung kann Aufschluss über den Zustand der Muskeln geben, z.B. ob der Supraspinatusmuskel noch intakt ist oder bereits muskuläre Veränderungen wie Verfettungen vorliegen. Eine muskuläre Verfettung deutet auf eine länger bestehende Schädigung hin, beispielsweise weil der Muskel durch eine beschädigte Sehne nicht mehr richtig genutzt werden kann. Darüber hinaus erlaubt die MRT auch eine Beurteilung der Knorpelstruktur, was für die Einschätzung des Erkrankungsstadiums wichtig ist“, erläutert Frau Dr. Adam.

Bevor bei einem Patienten mit Schulterarthrose oder Defektarthropathie eine chirurgische Behandlung in Betracht gezogen wird, kommen in der Regel umfassende konservative Therapien zum Einsatz, die darauf abzielen, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und die Funktion des Schultergelenks zu erhalten. Diese Behandlungsansätze sind oftmals erfolgreich und können die Notwendigkeit eines operativen Eingriffs verzögern oder sogar vermeiden.
Hierzu kommentiert Frau Dr. Adam: „In der Regel erfolgt vor einer möglichen Operation zunächst eine konservative Behandlung, so auch bei Schulterbeschwerden. Im Anfangsstadium sind typische Maßnahmen die Physiotherapie und Eigenübungen, um die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu erhalten. Viele Patienten nehmen auch Schmerzmittel ein, wobei die Häufigkeit sehr individuell ist – manche nur gelegentlich, andere regelmäßig. Auch entzündungshemmende Medikamente können hilfreich sein. Zudem sind physikalische Maßnahmen oft wirksam: zum Beispiel kann Kälteanwendung den Schmerz lindern und angenehm sein. Eine weitere Möglichkeit ist die Injektion ins Gelenk. Ziel ist es, die Schmerzen zu reduzieren und die Entzündung zu lindern. Zudem sollte, wenn möglich, die Belastung der Schulter verringert werden. Das ist allerdings bei Berufstätigen nicht immer umsetzbar, da viele weiterhin arbeiten müssen“, und ergänzt:
„Bei den meisten Patienten, die eine Omarthrose oder Defektarthropathie haben, ist die konservative Behandlung zunächst das Mittel der Wahl. Wann man jedoch entscheidet, die Behandlung zu intensivieren oder eine Operation in Betracht zu ziehen, hängt vom Behandlungserfolg ab. Die Diagnose muss eindeutig sein. Letztlich ist es immer eine Entscheidung des Patienten, basierend auf seinem Leidensdruck. Ich sage in der Sprechstunde immer: Es stehen verschiedene Optionen zur Verfügung – konservative oder operative Behandlung – und es ist entscheidend, wie es dem Patienten selbst geht. Manche möchten nur im Alltag zurechtkommen, während andere sportlich aktiv sein wollen. Der Entschluss basiert auf dem individuellen Schmerzempfinden. Wenn jemand nur gelegentlich Schmerzmittel einnimmt und damit gut zurechtkommt, wird oft abgewartet. Wenn jedoch die Beschwerden so schlimm sind, dass sie den Alltag massiv einschränken – etwa durch Schmerzen, die auch in Ruhe oder nachts auftreten, sodass das Liegen auf der Seite unmöglich wird – dann ist die Bereitschaft für eine Operation deutlich höher. Wichtig ist, dass die Entscheidung für eine Operation immer beim Patienten liegt. Sie wird nicht allein anhand von Röntgen- oder MRT-Bildern getroffen – der Leidensdruck des Patienten ist das Entscheidende“. 
Die Schmerzfreiheit der Schulter kann mit der richtigen Behandlung wiedererlangt werden._KI generiert
Die Behandlungskonzepte bei einer Defektarthropathie mit Sehnenschaden und bei einer Omarthrose, bei der der Knorpelverschleiß im Vordergrund steht, unterscheiden sich, da die zugrunde liegenden Ursachen und Krankheitsbilder unterschiedlich sind. 
„Bei den chirurgischen Maßnahmen für diese beiden Arthrose-Typen ist der Ablauf ähnlich. Wenn eine Operation notwendig wird, erfolgt zunächst eine präzise Planung, die mit Hilfe einer Computer-Tomographie durchgeführt wird. Diese Bildgebung dient dazu, die genauen knöchernen Verformungen zu erfassen, die bei beiden Arthrose-Formen auftreten können – sowohl an der Oberarmkopfkugel als auch an der Gelenkpfanne. Es ist wichtig, diese Verformungen individuell für jeden Patienten zu berücksichtigen, da sie entweder beidseitig oder nur einseitig vorkommen können. Für die Planung wird eine spezielle Planungssoftware genutzt, die auf den Daten der CT basiert. Mit dieser Software erstellt man eine 3D-Rekonstruktion des Gelenks, um das individuelle Ausmaß der knöchernen Veränderungen zu erfassen und die bestmöglichen Implantate auszuwählen. Außerdem kann man mit der Software das Bewegungsvolumen simulieren, um die optimale Lösung für den jeweiligen Patienten zu ermitteln. Dabei ist die eigentliche Planung sehr individuell und erfolgt von mir selbst. Die CT-Daten sind dafür unerlässlich, und ich arbeite direkt mit der Software, um alles genau zu planen“, schildert Dr. Adam und führt weiter aus:
„In Bezug auf die Behandlung gilt grundsätzlich, dass bei diesen Arthrosen immer eine vollständige Endoprothese notwendig ist. Das bedeutet, dass bei der Operation immer beide Gelenkpartner – also sowohl die Oberarmkopfseite als auch die Gelenkpfanne – ersetzt werden. Denn die Arthrose betrifft beide Seiten des Gelenks, und nur eine Seite zu behandeln, würde die Situation im Verlauf verschlechtern, da die pfannenseitige Verformung der Arthrose weiter vorangetrieben würde. Die Arthrose schreitet meist voran: Zunächst beginnt es mit dem Knorpelabbau. Wenn der Knorpel vollständig abgerieben ist, entstehen Knochenveränderungen, zum Beispiel Knochenanbauten oder Verformungen. Bei der Pfanne ist es häufig so, dass sie nach hinten abnutzt, was das Gelenk immer weiter dezentriert und die Muskel- und Knochenstellung negativ beeinflusst. In der Operation wird dann je nach Ausprägung eine spezielle Pfannenrekonstruktion nötig, um die Gelenkzentrierung wiederherzustellen, vor allem wenn die Verformungen und der Abrieb ausgeprägt sind. Ziel ist, das Gelenk wieder in eine biomechanisch möglichst normale Stellung zu bringen und die Beweglichkeit zu erhalten“. 
Schultergelenk._KI generiert
Die gewebeschonende Chirurgie spielt bei der Behandlung sowohl der Defektarthropathie mit Sehnenschaden als auch der Omarthrose eine Rolle, da sie versucht, gesunde Weichteile zu schonen und für die Patienten Vorteile bietet.
„Heute ist es üblich, dass die Eingriffe möglichst gewebeschonend durchgeführt werden. Um ins Gelenk zu gelangen, braucht man jedoch immer einen kleinen, standardisierten Schnitt vorne an der Schulter, ungefähr auf Höhe der Achselfalte. Dieser Zugang ermöglicht das Instrumentieren und die Operation. Bei einer Defektarthropathie kann der bestehende Defekt in der Rotatorenmanschette genutzt werden, was den Eingriff vereinfacht, da kein weiterer Muskel abgelöst werden muss. Ist die Rotatorenmanschette noch intakt, muss man einen Muskel ablösen, um ins Gelenk zu gelangen. Dieser wird dann am Ende der OP wieder fixiert. Insgesamt dauert die Operation etwa 70-90 Minuten, und der Patient bleibt normalerweise 3-4 Tage im Krankenhaus. Vor der Operation findet alles ambulant statt, inklusive der Planung. Wichtig ist, dass die Patienten nach der OP bei uns frühfunktionell behandelt werden und den Arm sofort wieder benutzen dürfen“, macht Fr. Dr. Adam deutlich.
Die individuelle Anpassung der Behandlung bei Defektarthropathie und Omarthrose ist von entscheidender Bedeutung, um optimale Ergebnisse zu erzielen und die bestmögliche Lebensqualität für die Patienten zu gewährleisten. Da sich die Erkrankungen in Ausmaß, Ursache und Patientensituationen erheblich unterscheiden, kann eine standardisierte Behandlung oft nicht alle individuellen Bedürfnisse abdecken. Daher wird bei der Therapieplanung besonderes Augenmerk auf die genaue Diagnose, die Strukturschäden, das Alter, den Aktivitätsgrad, Begleiterkrankungen und persönliche Erwartungen gelegt. 
Nach einer Schulter-Operation ist eine rasche und strukturierte Nachbehandlung entscheidend für den Behandlungserfolg. Um die Mobilität schnell wiederherzustellen und Komplikationen zu vermeiden, setzen wir auf frühzeitige Mobilisation sowie eine gezielte Reha.
„Direkt nach der Operation dürfen die Patienten in der Regel den Arm ohne Bandage benutzen und sollen das auch. Unser spezialisiertes Team von Physiotherapeuten, die sich gut mit Schultern auskennen, beginnt bereits am ersten Tag nach der OP mit Physiotherapie. Dabei setzen wir auch einen Schulterbewegungsstuhl ein, der eine motorisierte, passive Mobilisation ermöglicht. Der Patient sitzt in einem Stuhl mit einer speziellen Lehne, auf der der Arm liegt. Mit leichten Bewegungen – wie Abspreizen oder Vorwärtsbewegungen – fängt die passive Mobilisation an, bei der das Gerät die Bewegung übernimmt. Nach dem Krankenhausaufenthalt empfehlen wir dringend eine Anschluss-Reha, da viele Patienten durch die Arthrose lange Bewegungseinschränkungen hatten. Diese Reha ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, wird jedoch sehr empfohlen, weil sie zu einem besseren funktionellen Ergebnis führt. Der Patient kann zwischen ambulanter oder stationärer Reha wählen, und das klären wir gemeinsam mit unserem Sozialdienst. Die Reha sollte idealerweise in der zweiten Woche nach der OP beginnen, also zwischen dem 10. und 14. Tag“, verdeutlicht Dr. Adam und erklärt die Besonderheit des Schulterbewegungsstuhls:
„Den Schulterbewegungsstuhl stellen wir unseren Patienten auch für Zuhause zur Verfügung, um die Mobilisation zu unterstützen. Das Gerät wird leihweise geliefert, vom Orthopädietechniker eingestellt und kurz angeleitet. Es bietet eine passive Mobilisation, bei der eine Unterstützung durch eine Maschine erfolgt. Später folgen aktiv-assistierte Bewegungen, bei denen der Patient den Arm immer mehr selbst bewegt, und schließlich die aktive Phase, in der der Patient den Arm allein bewegt. Wenn man sich einen fitten Patienten vorstellt, der eine Schulterprothese erhält: es ist durchaus denkbar, dass er nach etwa sechs Monaten wieder Sportarten wie Tennis ausüben kann. Leichtere Sportarten wie Schwimmen, leichtes Radfahren oder Joggen sind oft schon nach drei Monaten möglich“. 
Symbolbild einer Physiotherapie._KI generiert
Bei der Behandlung komplexer Schultererkrankungen wie der Defektarthropathie bestehen mehrere Herausforderungen. Eine zentrale Schwierigkeit liegt darin, die individuellen Schäden an Sehnen, Knorpel und Knochen präzise zu diagnostizieren und eine Therapie zu entwickeln, die sowohl funktionell wirksam als auch langlebig ist. Aus dem Grund ist eine hohe ärztliche Expertise gefragt – Dr. med. Stephanie Adam ist als Expertin von der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE) zertifiziert.
Die DVSE-Zertifizierung bei Dr. med. Stephanie Adam als Expertin für Schulter- und Ellenbogenchirurgie weist darauf hin, dass sie besondere Fachkenntnisse und umfangreiche Erfahrung in der Behandlung von Erkrankungen in diesen Gelenkregionen nachweisen kann. Die Deutsche Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE) vergibt dieses Zertifikat an Ärzte, die spezielle Weiterbildungen absolviert und praktische Nachweise für die Anwendung komplexer chirurgischer und konservativer Verfahren in diesem Fachgebiet erbracht haben. Dadurch soll die Qualität der medizinischen Versorgung und die fachliche Kompetenz hinsichtlich der Behandlung von Schulter- und Ellenbogenerkrankungen sichergestellt werden. 
„Als behandelnde Operateurin sehe ich die größte Herausforderung darin, bei Vorliegen von knöchernen Verformungen das Gelenk wieder optimal einzustellen. Besonders auf der Gelenkpfannen-Seite gibt es häufig Verformungen, die entsprechend korrigiert werden müssen. Moderne Implantate bieten die Möglichkeit, verschiedene Abkippungswinkel auszugleichen, und manchmal ist auch ein Knochenersatz erforderlich, um eine korrekte Gelenklinie wiederherzustellen. Wir operieren etwa 40-50 Schulterprothesen im Jahr, und bezüglich der technischen Ausstattung bin ich sehr zufrieden. Die heutigen Implantate, Planungssysteme und Navigationshilfen sind sehr fortschrittlich und für die Patienten schon sehr zufriedenstellend. Es gibt individuell anpassbare Prothesen, schaftlose Designs, Kurzschaftprothesen und Spezialimplantate sowie computergestützte Navigation für besonders schwierige Fälle. Der Markt ist gut ausgebaut, es gibt eine Vielzahl an Anbietern“, so Frau Dr. Adam und konstatiert abschließend:
„Einen prophylaktischen Tipp zu geben, ist schwer. Gerade belastungsbedingte Schäden hängen ja oft stark vom Beruf ab; jemand, der körperlich arbeitet, kann meistens kaum seine Belastung reduzieren. Gelenkerschütterungen sollten allerdings – soweit möglich – vermieden werden, vor allem, wenn schon ein Vorschaden besteht. Sportarten, die die Schulter belasten, wie intensives Krafttraining oder Boxen, sollten mit Vorsicht genossen werden, da sie das Risiko für Überlastungen an der Rotatorenmanschette und am Gelenkknorpel erhöhen können“. 
Die vollständige Rückkehr zum Alltag dauert in der Regel 6 Monate._KI generiert
Vielen Dank, Frau Dr. Adam, für dieses aufklärende Gespräch!
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Über den Fachautor
Alexandra Pfitzmann
Redakteurin
Alexandra Pfitzmann – Medizinische Fachautorin: Expertenwissen, Fachbeiträge und medizinische Inhalte im Leading Medicine Guide.
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