Dr. Pavol Pavelka ist ein erfahrener Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit besonderer Spezialisierung auf die Endoprothetik von Hüft- und Kniegelenken. Als Chefarzt des EndoProthetikZentrums an der St. Vinzenz Klinik in Pfronten im Allgäu steht er für moderne, patientenorientierte Medizin auf höchstem Niveau. Mit seiner fundierten Ausbildung in Prag und Deutschland sowie seiner rasch abgeschlossenen Facharztausbildung hat sich Dr. Pavelka früh auf anspruchsvolle operative Eingriffe spezialisiert.
Sein besonderer Fokus liegt auf der minimalinvasiven Hüftendoprothetik, unter anderem mit der AMIS-Technik, sowie auf komplexen Erst- und Wechseloperationen am Kniegelenk. In seiner leitenden Funktion verantwortet Dr. Pavelka die medizinische und organisatorische Qualität des EndoProthetikZentrums, das weit über die Region hinaus für seine hohen Standards bekannt ist. Unter seiner Leitung kommen modernste Technologien und schonende Verfahren zum Einsatz, die gezielt darauf ausgerichtet sind, die Mobilität der Patienten wiederherzustellen und ihre Lebensqualität spürbar zu verbessern.
Regelmäßige Zertifizierungen durch das unabhängige Qualitätssicherungsprogramm EndoCert bestätigen die hervorragenden Strukturen, Prozesse und Ergebnisse des Zentrums und dokumentieren zugleich Dr. Pavelkas konsequente Arbeit im Sinne der medizinischen Exzellenz. Über seine klinische Tätigkeit hinaus bringt Dr. Pavelka durch seinen Masterabschluss in Health Business Administration wertvolle betriebswirtschaftliche Kompetenzen in die Leitung des Zentrums ein. Diese ermöglichen es ihm, nicht nur medizinisch, sondern auch organisatorisch und strategisch verantwortungsvoll zu handeln. Als von EndoCert anerkannter Fachexperte ist er zudem befugt, andere Endoprothetikzentren in Deutschland zu auditieren und zur Qualitätssicherung in der Endoprothetik beizutragen.
Dr. Pavelka überzeugt nicht nur durch seine fachliche Expertise, sondern auch durch seine patientenzentrierte Haltung. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht stets der einzelne Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen. Mit einem tiefen Verständnis für die medizinischen, technischen und menschlichen Aspekte seiner Disziplin kombiniert er präzise operative Techniken mit persönlicher Zuwendung und schafft so eine vertrauensvolle Grundlage für den Behandlungserfolg. In der Verbindung aus medizinischer Kompetenz, wirtschaftlichem Verständnis und menschlichem Einfühlungsvermögen verkörpert Dr. Pavelka moderne orthopädische Versorgung auf hohem Niveau.
Zur minimalinvasiven Hüftendoprothetik erfuhr die Redaktion des Leading Medicine Guide in einem Gespräch mit Dr. Pavelka mehr.

Die Hüfte spielt eine zentrale Rolle für unsere Mobilität und Lebensqualität. Als eines der größten und am stärksten belasteten Gelenke im menschlichen Körper ermöglicht sie uns grundlegende Bewegungen wie Gehen, Sitzen oder Treppensteigen. Im Laufe des Lebens kann es jedoch durch Verschleiß, Verletzungen oder Erkrankungen wie Arthrose zu schmerzhaften Einschränkungen kommen. Wenn konservative Behandlungsmethoden keine ausreichende Linderung mehr bringen, kann ein künstlicher Gelenkersatz – eine sogenannte Endoprothese – notwendig werden, um die Beweglichkeit wiederherzustellen und Schmerzen dauerhaft zu beseitigen.
Ein starker Verschleiß des Hüftgelenks, der schließlich einen künstlichen Gelenkersatz erforderlich macht, entsteht in der Regel über einen längeren Zeitraum hinweg und kann unterschiedliche Ursachen haben.
„Die häufigsten Ursachen für Hüftgelenkverschleiß, der einen künstlichen Gelenkersatz erforderlich macht, sind Arthrose, insbesondere primäre Coxarthrose, und posttraumatische Arthrose nach Unfällen oder Frakturen. Weitere Ursachen sind sekundäre Arthrosen aufgrund von Entzündungen, wie z. B. rheumatoider Arthritis oder Hüftdysplasie, sowie angeborene Fehlbildungen oder genetische Veranlagungen. Diese Erkrankungen führen über Jahre hinweg zu einer Zerstörung des Knorpels im Hüftgelenk und beeinträchtigen die Beweglichkeit und Lebensqualität der Patienten. In manchen Fällen wird die direkte Implantation von Hüftprothesen nach Unfällen mit ungünstigen Brüchen des Schenkelhalses trotz des noch vorhandenen Restknorpels indiziert, wenn das Risiko einer schlechten Bruchheilung durch Osteosynthese zu hoch ist und das Gelenk bereits relevant vorgeschädigt ist“, erklärt Dr. Pavelka zu Beginn unseres Gesprächs.
Neben diesen medizinischen Faktoren spielen auch Lebensstil und äußere Einflüsse eine wichtige Rolle. Übergewicht belastet die Hüftgelenke dauerhaft über das normale Maß hinaus, was den Knorpelverschleiß beschleunigen kann. Ebenso können bestimmte Berufe oder Sportarten, die mit starker körperlicher Belastung oder häufigem Heben und Tragen schwerer Lasten verbunden sind, zu einem frühzeitigen Gelenkverschleiß beitragen. In einigen Fällen spielt auch die genetische Veranlagung eine Rolle, wenn eine familiäre Häufung von Arthrose-Erkrankungen vorliegt.
Bevor die Entscheidung für einen operativen Eingriff wie den Einsatz einer Hüftprothese getroffen wird, steht eine Vielzahl konservativer Behandlungsmethoden zur Verfügung, die das Ziel verfolgen, die Beschwerden zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und den Verlauf des Gelenkverschleißes zu verlangsamen.
Diese nicht-operativen Maßnahmen kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn die Beschwerden noch in einem moderaten Stadium sind und die Lebensqualität noch nicht in gravierendem Maße eingeschränkt ist. „Konservative Behandlungsmethoden bei Arthrose umfassen eine Vielzahl von Therapien, die darauf abzielen, Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Zu diesen Methoden gehören unter anderem physiotherapeutische Maßnahmen, die die Beweglichkeit und Muskulatur unterstützen, sowie eine medikamentöse Schmerztherapie. Dabei kommen nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder andere Schmerzmittel zum Einsatz, um die Beschwerden zu reduzieren. Zusätzlich können Injektionen wie Kortison (ein entzündungshemmendes Mittel), Hyaluronsäure (die, ganz vereinfacht gesagt, zur Schmierung des Gelenks beiträgt) oder PRP (Plättchenreiches Plasma, das aus dem eigenen Blut gewonnen wird und die Heilung fördert) helfen. Auch eine Gewichtsreduktion kann von Vorteil sein, da weniger Körpergewicht die Gelenke entlastet. Weiterhin werden orthopädische Hilfsmittel wie Gehstützen oder spezielle Schuhe eingesetzt, um die Gelenke zu schonen und die Mobilität zu unterstützen. Diese konservativen Maßnahmen sind in den frühen Stadien der Arthrose oft sehr wirksam und können die Symptome spürbar lindern. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, wenn der Gelenkverschleiß stärker ausgeprägt ist, verlieren diese Methoden jedoch an Effektivität und können die Schmerzen nicht mehr ausreichend kontrollieren. In solchen Fällen, wenn trotz aller konservativen Therapien weiterhin starke Schmerzen bestehen und die Beweglichkeit des Gelenks stark eingeschränkt ist, kann eine Hüftprothese notwendig werden“, erläutert Dr. Pavelka und ergänzt:
„Zur Beurteilung, ob eine Hüftprothese in Frage kommt, wurden objektive Kriterien eingeführt, wie etwa die EKIT-Checkliste (EKIT steht für 'Evaluation von Knorpelschäden, Kommunikation, Information und Therapieplanung') die eine systematische Einschätzung der Situation ermöglicht. Dennoch ist die Entscheidung für einen Gelenkersatz in erster Linie eine, die der Patient selbst trifft, nachdem er umfassend informiert wurde und die Vor- und Nachteile einer Operation mit seinem Arzt abgewogen hat“.
Die Grenzen konservativer Behandlungsmethoden sind dann erreicht, wenn trotz konsequenter Anwendung über einen adäquaten Zeitraum keine ausreichende Schmerzlinderung mehr erzielt wird, die Beweglichkeit stark eingeschränkt ist und alltägliche Tätigkeiten wie Gehen, Anziehen oder Treppensteigen zur Herausforderung werden. Spätestens wenn sich die Lebensqualität deutlich verschlechtert und die Betroffenen sich zunehmend in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt fühlen, sollte über eine operative Versorgung nachgedacht werden. Auch wenn bildgebende Verfahren wie das Röntgen eine fortgeschrittene Arthrose mit erheblichen Gelenkschäden zeigen, ist ein Gelenkersatz oft die medizinisch sinnvollste Option. Ziel ist es, durch den rechtzeitigen Einsatz einer Hüftprothese Schmerzen dauerhaft zu beseitigen und eine möglichst natürliche Bewegungsfähigkeit zurückzugeben.
Individuelle Faktoren wie das Alter, das Aktivitätsniveau und bestehende Begleiterkrankungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Abwägung, ob und wann eine Hüftendoprothese eingesetzt werden sollte. Die Entscheidung für einen operativen Gelenkersatz wird nicht allein auf Grundlage von Röntgenbefunden getroffen, sondern immer im Kontext der gesamten gesundheitlichen und persönlichen Situation des Patienten betrachtet.
Hierzu kommentiert Dr. Pavelka: „Individuelle Faktoren wie Alter, Aktivitätsniveau und Begleiterkrankungen sind entscheidend für die Wahl des Implantats und das Verankerungsprinzip. Bei jüngeren, aktiveren Patienten wird die Hüftprothese zementfrei eingesetzt, um eine biologische Bindung und das Einwachsen der Prothese zu fördern, was die Lebensdauer des Implantats maximiert. Bei älteren Patienten oder solchen mit Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen müssen generell Risiken und Vorteile der Operation sorgfältig abgewogen werden. Ab einem bestimmten Alter oder bei speziellen Oberschenkelknochenformen wird der Schaft der Prothese häufig zementiert, was das Risiko von Revisionen, z. B. durch Frakturen am Oberschenkelknochen, reduziert. Bei jungen Patienten wurde in der Vergangenheit eine zögerliche Haltung bei der Indikationsstellung zur Hüftprothese eingenommen, aufgrund der Sorge über mögliches Prothesenversagen und die Notwendigkeit von Revisionen. Die heutigen modernen Implantate weisen auch nach zum Teil deutlich mehr als 15 Jahren noch gute und sehr gute Ergebnisse auf, solange die Knochenqualität erhalten bleibt. Die hochwertigen Materialien und korrekte Implantationstechnik sind eine Voraussetzung für lange Standzeiten der Prothesen“.
Der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks wirkt sich in der Regel sehr positiv auf die langfristige Lebensqualität und Mobilität der Patienten aus.
Bei einer erfolgreichen Operation und gutem Heilungsverlauf lässt sich die Bewegungsfreiheit des Hüftgelenks weitgehend wiederherstellen, wodurch alltägliche Aktivitäten wie Gehen, Treppensteigen oder das Anziehen von Schuhen wieder schmerzfrei und selbstständig möglich werden.
„Die Implantation einer Hüftendoprothese wurde 2007 im renommierten Fachjournal The Lancet zur ,Operation des Jahrhunderts´ ernannt – ein Titel, den viele Patienten, die wir täglich in der Praxis sehen, bestätigen können. Der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks führt in den meisten Fällen zu einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität und Mobilität. Patienten erleben eine deutliche Schmerzlinderung und eine Wiederherstellung der Beweglichkeit, was ihnen ermöglicht, wieder Aktivitäten wie Spazierengehen, Radfahren und auch sportliche Betätigung auszuüben. Langfristige Studien zeigen, dass die Zufriedenheit der Patienten mit Hüftprothesen hoch ist, und viele Patienten führen nach der Operation ein aktiveres und schmerzfreieres Leben“, macht Dr. Pavelka deutlich.
Die minimalinvasive Hüftoperation bietet im Vergleich zur herkömmlichen Technik eine Reihe von Vorteilen, die den Heilungsverlauf, das Schmerzempfinden und die Mobilität der Patienten deutlich positiv beeinflussen können.
„Die minimalinvasive Hüftoperation bietet im Vergleich zur traditionellen Technik mehrere Vorteile: Es werden weniger Gewebe und Muskeln durchschnitten, was zu einer schnelleren Heilung, weniger postoperativen Schmerzen und einer schnelleren Rückkehr zur Mobilität führt. Patienten erleben oft eine kürzere Krankenhausaufenthaltsdauer und eine frühere Wiederaufnahme alltäglicher Aktivitäten. Die AMIS-Methode (Anterior Minimally Invasive Surgery) ist eine spezielle Form der minimalinvasiven Hüftoperation, bei der der Zugang zur Hüfte über den vorderen Zugang erfolgt, ohne die großen Muskelstrukturen zu durchtrennen. Diese Technik ermöglicht eine schnellere Gewebsheilung und Mobilisation. Ein spezifisches Instrumentarium ist notwendig, und die Implantate sind an diese Operationstechnik angepasst. Meine erste Prothese über diesen Zugang habe ich 2010 bei Professor Dr. Haaker in Nordrhein-Westfalen implantiert. Bei Primäreingriffen wende ich diese Technik seitdem nahezu ausnahmslos an“, so Dr. Pavelka und schildert zusätzlich, dass in seltenen Fällen auch ein alternativer Zugang sinnvoll sein kann:
„Die minimalinvasive Technik ist für die meisten Patienten geeignet. Faktoren wie Adipositas, verkürzte Oberschenkelmuskulatur, frühere Hüftoperationen oder spezielle Anatomien des Hüftgelenks können den Zugang erschweren, jedoch nicht unmöglich machen. Bei Patienten mit starken Knochenveränderungen oder solchen, bei denen ein zusätzlicher Eingriff (z.B. Metallentfernung) notwendig ist, kann ein alternativer Zugang sinnvoller sein. Eine detaillierte präoperative Untersuchung und Bildgebung sind entscheidend, um festzustellen, ob eine minimalinvasive Technik im Sinne der AMIS-Methode in diesem Fall die besten Ergebnisse liefert“.
Neben den körperlichen Voraussetzungen spielen auch Vorerkrankungen und Begleiterkrankungen eine Rolle bei der Entscheidung. Patienten mit bestimmten gesundheitlichen Problemen, wie etwa Durchblutungsstörungen oder Nervenerkrankungen, können ein höheres Risiko für Komplikationen haben, was bei der Wahl des geeigneten Verfahrens berücksichtigt werden muss. Grundsätzlich profitieren allerdings alle Patienten von einer schonenden Operation, unabhängig von etwaigen Begleiterkrankungen. Darüber hinaus spielt die Erfahrung des Chirurgen eine wesentliche Rolle, da die AMIS-Methode eine hohe Präzision erfordert. Nicht jeder Chirurg bietet diese Technik an, und die Erfahrung des Arztes in minimalinvasiven Verfahren beeinflusst maßgeblich das Ergebnis.
Der minimalinvasive Zugang bei der Hüftendoprothetik hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen, da er viele Vorteile sowohl für den Patienten als auch für den Chirurgen bietet.
„Der minimalinvasive Zugang stellt eine größere Herausforderung für den Operateur dar, da der Zugang zur Hüfte eingeschränkter ist und die operative Sicht weniger direkt ist. Dies erfordert eine präzise Operation mit hoher Erfahrung des Chirurgen, um das Implantat korrekt zu positionieren. Der Vorteil ist, dass die Muskeln und Weichteile weniger traumatisiert werden, aber der Eingriff ist technisch anspruchsvoller. Der Operateur muss oft in einem engeren Raum arbeiten, was die Visualisierung erschwert. Mit computergestützter präoperativer Planung, intraoperativer Bildgebung und Erfahrung mit dieser Methode können jedoch exzellente reproduzierbare Ergebnisse erreicht werden“, betont Dr. Pavelka und führt weiter aus:
„Der AMIS-Zugang schont die Weichteile, da keine Muskeln durchtrennt werden müssen, was zu einer schnelleren Heilung und weniger postoperativen Schmerzen führt. Statistisch gesehen ist das der Zugang mit der niedrigsten Luxationsrate postoperativ. Der Zugang verläuft intermuskulär und interneural, was bedeutet, dass auch bei einer Erweiterung der Muskellücke keine motorischen Nervenäste gefährdet sind. Diese anatomischen Vorteile führen zu einer geringen Luxationsrate und einer stabileren postoperativen Heilung. Dem Operationserfolg und der Zufriedenheit des Patienten steht dann nichts mehr im Wege“. Mit diesen positiven Ausblicken schließen wir unser Gespräch.
Besten Dank, Herr Dr. Pavelka, für diese fundierte Darstellung der minimal-invasiven Hüftendoprothetik!
