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Neue Infusionstherapie für die Endokrine Orbitopathie: TEPEZZA

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Alexandra Pfitzmann · 7. Mai 2026

Die endokrine Orbitopathie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Entzündungsprozesse in der Augenhöhle zu sichtbaren und funktionellen Veränderungen führen. Sie tritt häufig im Zusammenhang mit Morbus Basedow auf und betrifft vor allem die Muskeln und das Fettgewebe hinter dem Auge. Durch die Schwellung dieser Strukturen können Symptome wie hervortretende Augen, Doppelbilder, Trockenheit oder Druckgefühl entstehen. Da die Erkrankung sowohl das Sehvermögen als auch das äußere Erscheinungsbild beeinflussen kann, erfordert sie eine frühzeitige Diagnose und eine enge Zusammenarbeit zwischen Endokrinologie und spezialisierten augenärztlichen Disziplinen.

Seit 2025 gibt es in der EU die erste gezielt zugelassene medikamentöse Therapie TEPEZZA, die auch in der Praxis von Professor Dr. Dr. Heidl, Clear Vision in Köln, Nordrhein-Westfalen, angeboten wird.

In einem Gespräch mit ihm erfuhr die Redaktion des Leading Medicine Guide mehr.

Prof. Heindl

Die endokrine Orbitopathie ist eine Autoimmunerkrankung, die meist im Zusammenhang mit Morbus Basedow auftritt und sich nicht nur gegen die Schilddrüse richtet, sondern auch gegen das Gewebe der Augenhöhle. In der Orbita kommt es dadurch zu Entzündungen, Wassereinlagerungen sowie einer Vermehrung von Fett und Muskelgewebe. Sichtbar wird dies durch typische Veränderungen wie hervortretende Augen, eine ausgeprägte Lidretraktion, Schwellungen, Rötungen, Schmerzen und ein Druckgefühl hinter dem Auge.

Häufig treten auch Doppelbilder auf, weil die Augenmuskeln in den Entzündungsprozess einbezogen sind. In schweren Fällen kann der Sehnerv geschädigt werden, was im Extremfall zur Erblindung führen kann. Die Diagnose basiert in erster Linie auf dem klinischen Befund. Die Krankheitsaktivität wird anhand etablierter Scores beurteilt. Ergänzend erfolgt eine endokrinologische Abklärung mit Bestimmung der Schilddrüsenwerte und Autoantikörper.

Bildgebende Verfahren wie MRT oder CT helfen, das Ausmaß der Gewebeveränderungen in der Orbita einzuschätzen und andere Ursachen auszuschließen, ein Vorgehen, das in spezialisierten Zentren wie hier in Köln in NordrheinWestfalen besonders strukturiert etabliert ist“, so Prof. Dr. Dr. Heindl zum Anfang unseres Gesprächs und ergänzt: 

Im frühen Stadium der endokrinen Orbitopathie fallen die ersten Veränderungen oft an den Augen auf. Die Augen beginnen leicht nach vorne zu stehen, und viele Betroffene entwickeln Oberflächenprobleme wie beim trockenen Auge, weil die Lider durch das Vorstehen der Augen nicht mehr vollständig schließen. Rötungen, Schmerzen und ein Druckgefühl hinter dem Auge gehören ebenfalls zu den typischen frühen Symptomen.

Die Erkrankung ist keineswegs selten; besonders häufig betrifft sie Frauen um die vierzig, die mitten im Berufsleben stehen und plötzlich mit deutlich hervortretenden Augen konfrontiert sind – ein sichtbares Problem, das im Alltag und im sozialen Umfeld belastend sein kann“. 


Bei der endokrinen Orbitopathie handelt es um eine komplexe Autoimmunerkrankung, die sowohl funktionelle als auch strukturelle Veränderungen in der Augenhöhle verursacht. Sie ist weit mehr als ein kosmetisches Problem und kann potenziell das Sehvermögen bedrohen. Eine sorgfältige Diagnostik und engmaschige interdisziplinäre Betreuung sind essenziell.

Prof. Heindl


Seit 2025 steht die neue Infusionstherapie TEPEZZA in der Praxis Clear Vision Cologne zur Verfügung, die gezielt in den zentralen Mechanismus der Erkrankung eingreift. Im Mittelpunkt stehen fehlgesteuerte orbitale Fibroblasten, die vermehrt Vernarbungen bilden und entzündliche Prozesse antreiben. 

Hierzu erläutert Prof. Dr. Dr. Heindl: „Diese Zellen tragen einen IGF1Rezeptor, der eng mit dem Schilddrüsenrezeptor verknüpft ist und eine Schlüsselrolle in der Krankheitsentstehung spielt. Über diesen Signalweg werden Entzündungen, Zytokinfreisetzung und die Umwandlung der Fibroblasten in Fettzellen gesteuert – Prozesse, die zu Schwellungen, Volumenzunahme hinter dem Auge und letztlich zum Exophthalmus führen. TEPEZZA erweitert das therapeutische Konzept von rein symptomorientierten zu krankheitsmodifizierenden Ansätzen“. 


TEPEZZA kann klinisch relevante Verbesserungen bewirken, erfordert jedoch eine differenzierte Verlaufskontrolle.


Unter der Therapie mit TEPEZZA zeigen sich im Verlauf der acht Infusionen mehrere klinische Verbesserungen, die sowohl die entzündliche Aktivität als auch die strukturellen Veränderungen der Endokrinen Orbitopathie betreffen. 

In der praktischen Versorgung beginnt die Behandlung mit einer klar strukturierten diagnostischen Kaskade. Entscheidend ist die vollständige augenärztliche Diagnostik mit klinischem Befund, Bildgebung wie MRT und weiteren Untersuchungen, um Aktivität und Ausmaß der Erkrankung präzise einzuordnen. In die interdisziplinäre Betreuung werden zudem verschiedene Fachbereiche einbezogen. Dazu gehört zunächst die HNOärztliche Untersuchung, weil sich durch die Erkrankung auch der Hör und Nasenbereich verändern kann.

Auf dieser Grundlage wird eine Stufentherapie aufgebaut. Wenn lediglich oberflächliche Beschwerden bestehen, lässt sich viel mit befeuchtenden Tropfen oder einem Gel für die Nacht erreichen, um die Augenoberfläche zu schützen. Im aktiven Stadium kommen häufig Steroide zum Einsatz, die die Entzündung effektiv dämpfen. Auch eine Bestrahlung kann sinnvoll sein, insbesondere wenn die Augenmuskeln beteiligt sind.

Diese Methoden greifen jedoch vor allem symptomatisch ein und haben nur begrenzten Einfluss auf die strukturellen Veränderungen wie den Exophthalmus. Die neue Therapie mit TEPEZZA in der Praxis Clear Vision Cologne geht deutlich weiter. Sie blockiert gezielt den IGF1Rezeptor auf den fehlgesteuerten orbitalen Fibroblasten und unterbricht damit die pathologische Signalkaskade, die zu Entzündung, Gewebevermehrung und Volumenzunahme führt.

Dadurch werden nicht nur entzündliche Prozesse reduziert, sondern häufig auch strukturelle Veränderungen rückgebildet – ein Effekt, der früher meist nur chirurgisch erreichbar war. Die Therapie ersetzt operative Maßnahmen nicht vollständig, erweitert aber das Spektrum, weil sie krankheitsmodifizierend wirkt und nicht nur Symptome kontrolliert.

Die Behandlung erfolgt nicht in einer einzigen Sitzung, sondern in einer festgelegten Abfolge mehrerer Infusionen, in der Regel bis zu sechs. Dadurch kann der therapeutische Effekt stabil aufgebaut werden und die krankhaften Prozesse in der Orbita werden nachhaltig beeinflusst“, beschreibt Prof. Dr. Dr. Heindl.

Prof. Heindl

Patienten profitieren von TEPEZZA in einem deutlich breiteren Spektrum, als man es von früheren Therapien der Endokrinen Orbitopathie gewohnt war. Besonders auffällig ist, dass die Wirksamkeit nicht auf die klassische aktive Entzündungsphase beschränkt bleibt. 

Dazu schildert Prof. Dr. Dr. Heindl: „Die ersten positiven Effekte der Therapie zeigen sich meist schon innerhalb der ersten Wochen bis Monate. Zunächst bessern sich die entzündlichen Beschwerden: Schwellungen, Rötungen, Schmerzen und das Druckgefühl hinter dem Auge gehen zurück. Die strukturellen Veränderungen wie der Exophthalmus oder Doppelbilder verbessern sich in der Regel etwas zeitversetzt, entwickeln sich aber häufig sehr eindrucksvoll.

Viele Betroffene berichten von einer deutlich gesteigerten Lebensqualität. Trotz dieser Erfolge bleibt die endokrine Orbitopathie jedoch eine Erkrankung, die langfristige Aufmerksamkeit erfordert. Die Schilddrüsenwerte müssen stabil gehalten werden, und Rauchen sollte unbedingt vermieden werden, da es den Verlauf erheblich verschlechtern kann. Bei einem Teil der Patienten bleiben die Verbesserungen langfristig bestehen, bei anderen kann es im Verlauf wieder zu einer Verschlechterung kommen. Genau deshalb ist eine kontinuierliche Nachsorge so wichtig.

Die Infusionstherapie selbst ist nicht einmalig, sondern erfolgt in der praktischen Versorgung, wie sie etwa in unserer Praxis in Köln etabliert ist, in einer festgelegten Serie von bis zu sechs Infusionen. Da es sich um eine relativ neue Behandlung handelt, liegen zwar bereits zahlreiche Studien vor – auch mit deutscher Beteiligung –, dennoch werden die langfristigen Erfahrungen in den kommenden Jahren weiterwachsen. Mit der jüngsten Zulassung in Europa steht die Therapie nun nicht mehr nur Studienpatienten, sondern allen Betroffenen zur Verfügung, was die Behandlungsmöglichkeiten erheblich erweitert“, und führt weiter aus: 

Es gibt durchaus Situationen, in denen die Entscheidung fällt, eine Therapie nicht anzuwenden – allerdings weniger, weil die Erkrankung chronisch ist, sondern weil der Nutzen individuell unterschiedlich ausfällt. Am stärksten profitieren Patienten mit einer aktiven, moderaten bis schweren endokrinen Orbitopathie. In dieser Phase ist der Krankheitsprozess dynamisch, die Entzündung ausgeprägt und die krankhaften Umbauprozesse noch gut therapeutisch beeinflussbar. Genau hier zeigt die Therapie die deutlichsten Effekte“. 


Patienten mit frischer, aktiver Erkrankung als auch solche mit länger bestehender, chronischer EO profitieren von der Therapie mit TEPEZZA. Entscheidend ist weniger die Dauer der Erkrankung als die Tatsache, dass die pathologischen Signalwege der orbitalen Fibroblasten weiterhin aktiv sind – und genau dort setzt TEPEZZA an.


Bei TEPEZZA stehen drei Nebenwirkungsbereiche besonders im Fokus: Blutzuckerregulation, Infusionsreaktionen und Hörveränderungen. Sie sind nicht nur häufig beschrieben, sondern klinisch relevant, weil sie unterschiedliche Patientengruppen betreffen und ein enges Monitoring erfordern. 

Vor Beginn der Therapie ist eine Untersuchung beim HNOArzt wichtig, weil TEPEZZA zwar sehr wirksam ist, aber nicht frei von Nebenwirkungen. Besonders relevant sind mögliche Veränderungen des Hörvermögens, die von Tinnitus bis zu Hörminderungen reichen können. Deshalb muss die Hörfunktion vor und während der Behandlung sorgfältig überwacht werden. Weitere Risiken betreffen den Blutzuckerspiegel, vor allem bei Menschen mit Diabetes oder Prädiabetes, weshalb eine engmaschige Kontrolle notwendig ist.

Auch Infusionsreaktionen können auftreten, sind aber meist gut beherrschbar. Zusätzlich müssen bestehende entzündliche Darmerkrankungen und eine mögliche Schwangerschaft berücksichtigt werden. Insgesamt erfordert die Therapie ein strukturiertes Monitoring und eine umfassende Aufklärung, da Wirksamkeit und Sicherheit immer gemeinsam gedacht werden müssen. In spezialisierten Zentren wie in unserer Praxis Clear Vision gehört dieses Monitoring zum festen Standard.

TEPEZZA stellt eine zusätzliche Option dar und verändert die Behandlung der endokrinen Orbitopathie grundlegend. Während Steroide weiterhin ihren Platz haben – vor allem in der aktiven Entzündungsphase – und chirurgische Eingriffe in der chronischen Phase unverzichtbar bleiben, erweitert TEPEZZA das therapeutische Spektrum deutlich. Trotzdem bleibt die Chirurgie ein zentraler Bestandteil der Behandlung, insbesondere wenn es um funktionelle Einschränkungen oder ausgeprägte anatomische Veränderungen geht.

Insgesamt wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit noch wichtiger: Der okkuloplastische Chirurg führt die Behandlung, arbeitet aber eng mit HNOÄrzten, Endokrinologen und weiteren Fachdisziplinen zusammen. Gerade hier bei uns in Köln zeigt sich, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen okkuloplastischer Chirurgie, HNOMedizin und Endokrinologie ist. TEPEZZA erweitert das therapeutische Spektrum und verändert die Behandlungsstrategie – ein echter Paradigmenwechsel, aber kein Ersatz für die interdisziplinäre Medizin“, verdeutlicht Prof. Dr. Dr. Heindl.

Prof. Heindl


TEPEZZA kann das Hörvermögen beeinflussen. Beobachtet werden vor allem Tinnitus, Druckgefühl im Ohr, Schallleitungsschwerhörigkeit und seltener sensorineurale Hörminderungen. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt; vermutlich spielen Veränderungen im Flüssigkeitshaushalt des Innenohrs sowie IGF‑1‑abhängige Signalwege eine Rolle. Die meisten Hörveränderungen bilden sich nach Therapieende wieder zurück, es gibt jedoch auch Einzelfälle mit anhaltenden Einschränkungen. Deshalb wird empfohlen, vor Beginn der Behandlung ein audiologisches Basisprofil zu erstellen und während der Therapie regelmäßig nach Hörsymptomen zu fragen. Bei neuen Beschwerden sollte frühzeitig eine HNO‑ärztliche Abklärung.


Die Therapie mit TEPEZZA erfordert spezielle Strukturen, klare Voraussetzungen und eine kontinuierliche, interdisziplinäre Betreuung, da sie nur in dafür ausgestatteten Schwerpunktpraxen sicher und zuverlässig durchgeführt werden kann. 

Zugänglich ist die Therapie jedoch nicht für alle ohne Weiteres. Zwar ist sie in Deutschland zugelassen, doch muss für jeden Patienten ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden. Zudem kann die Behandlung nicht in jeder Praxis durchgeführt werden. Es braucht bestimmte räumliche und organisatorische Voraussetzungen, denn die Infusion dauert rund eineinhalb Stunden und erfordert eine strukturierte Überwachung.

Deshalb gehört diese Therapie nicht in jede augenärztliche Praxis, sondern ist in spezialisierten Schwerpunktzentren am besten aufgehoben, wo die notwendige Expertise und Infrastruktur vorhanden sind. In unserer Praxis Clear Vision in Köln werden viele Patienten mit endokriner Orbitopathie betreut, da der Schwerpunkt unter anderem auf okkuloplastische Erkrankungen ausgerichtet ist. Dadurch kommen Menschen in ganz unterschiedlichen Stadien der Erkrankung in die Behandlung. Weil die endokrine Orbitopathie eine kontinuierliche und engmaschige Betreuung erfordert, ist sie in einer spezialisierten Praxis gut aufgehoben.

Es geht nicht nur um die Infusionstherapie selbst, sondern um eine regelmäßige, umfassende Begleitung. Die Erkrankung verlangt ein interdisziplinäres Netzwerk aus Augenheilkunde, Endokrinologie, HNOMedizin und weiteren Fachbereichen – ein Netzwerk, das hier zur Verfügung steht. So entsteht ein Umfeld, in dem die Patienten langfristig und strukturiert betreut werden können“, betont Prof. Dr. Dr. Heindl, und damit beenden wir unser Gespräch. 

Herzlichen Dank, Professor Dr. Dr. Heindl, für die Informationen zur neuen Therapie mit TEPEZZA! 


 

  • Renommierter Spezialist für Lid-, Tränenwegs-, Orbita- und Tumorchirurgie mit über 20 Jahren Erfahrung
  • Privatpraxis für Augenheilkunde: Clear Vision Cologne, Aachener Str. 233, 50931 Köln, Nordrhein-Westfalen
  • Facharzt mit Schwerpunkt auf individuellen, maßgeschneiderten Behandlungskonzepten
  • Expertise in Lidstraffung, Botox®, Hyaluronsäure und modernen Anti‑Aging‑Verfahren
  • Bietet ein breites Spektrum nicht‑invasiver und minimalinvasiver ästhetischer Behandlungen
  • Führend in regenerativen Techniken: Hautstraffung, Fett‑weg‑Therapien, Haarwachstumsstimulation
  • Wissenschaftlich aktiv, engagiert in der Weiterentwicklung schonender ästhetischer Methoden
  • Steht für natürliche, harmonische Ergebnisse und ausführliche, patientenzentrierte Beratung
  • Etabliert als einer der führenden Experten

 

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Alexandra Pfitzmann – Medizinische Fachautorin: Expertenwissen, Fachbeiträge und medizinische Inhalte im Leading Medicine Guide.

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