Moderne Körperformung befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderung. Lange standen vor allem ästhetische Ziele im Vordergrund – glatter, straffer, schlanker. Heute rückt ein ganz anderes Verständnis in den Mittelpunkt: Der Körper wird nicht mehr nur geformt, sondern als komplexes Zusammenspiel aus Stoffwechsel, Gewebequalität, Funktion und langfristiger Gesundheit betrachtet.
Chirurgie, regenerative Medizin und metabolische Ansätze wachsen zusammen und eröffnen neue Wege, die weit über reine Optik hinausgehen. Dieser Wandel markiert den Übergang zu einer funktionellen, ganzheitlichen Medizin, in der ästhetische Ergebnisse nicht isoliert entstehen, sondern aus einem tiefen Verständnis biologischer Prozesse heraus.
Mehr zu diesem Thema erfuhr die Redaktion des Leading Medicine Guide im Gespräch mit Professor Dr. med. Dr. hc mult. Konrad Karcz, einem erfahrenen Chirurgen, der sich seit vielen Jahren mit dem Fettgewebe im Kontext von adipositaschirurgischen Behandlungskonzepten und der Körperformung nach massivem Gewichtsverlust auseinandersetzt.

„In unserer heutigen Umgebung ist Essen nahezu überall verfügbar. Schon ein kurzer Spaziergang durch die Stadt führt an Imbissbuden, Cafés, Bäckereien oder Eisdielen vorbei. Selbst an der Tankstelle werden direkt vor der Kasse farbenfrohe Süßigkeiten und Snacks angeboten, die zum spontanen Zugreifen verleiten. Häufig handelt es sich nur um kleine Zwischenmahlzeiten, die auf den ersten Blick ,nicht weiter ins Gewicht fallen´. Über Wochen und Monate können sich diese zusätzlichen Kalorien jedoch deutlich summieren.
Besonders energiereiche Lebensmittel mit leicht verfügbaren Kohlenhydraten und Fetten können bei regelmäßigem Konsum zur Zunahme von Körperfett beitragen. Wie und wo Fettgewebe gespeichert wird, ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Menschen nehmen eher gleichmäßig zu. Bei anderen entstehen typische Problemzonen, beispielsweise an Hüften, Oberschenkeln, Bauch oder Oberarmen. Hormonelle Umstellungen genetische Faktoren und individuelle Stoffwechselprozesse können diese Verteilung zusätzlich beeinflussen.
Bei bestimmten Patienten kann sich im Verlauf auch ein Lipödem bemerkbar machen. Dieses ist nicht einfach eine gewöhnliche Gewichtszunahme, sondern eine chronische Fettverteilungsstörung, die häufig mit Spannungsgefühl, Druckempfindlichkeit, Berührungsschmerz und einer Neigung zu Hämatomen einhergeht. Viele Betroffene berichten, dass Diäten an manchen Körperregionen rasch sichtbar werden – etwa im Gesicht, am Oberkörper oder an den Unterschenkeln –, während Hüften, Gesäß oder Oberschenkel kaum reagieren.
Wiederholt sich dieser Prozess über Jahre, können Fettdepots entstehen, die durch Ernährung und Bewegung allein nur noch begrenzt beeinflussbar sind. Ab einem bestimmten Punkt kann eine rein konservative Gewichtsreduktion sehr schwierig werden. Dann sollte ärztlich geprüft werden, ob ergänzende Maßnahmen sinnvoll sind. Dazu können strukturierte Ernährungsprogramme, Bewegungstherapie, medikamentöse Behandlungen wie GLP-1-Rezeptoragonisten oder – bei entsprechender Indikation – bariatrische Verfahren gehören.
Bariatrische Eingriffe können das Magenvolumen reduzieren oder den Stoffwechsel beeinflussen und kommen insbesondere dann in Betracht, wenn ausgeprägtes Übergewicht besteht, konservative Maßnahmen nicht ausreichend erfolgreich waren und medizinische Begleiterkrankungen vorliegen. Die Entscheidung hierfür erfolgt immer individuell nach sorgfältiger ärztlicher Untersuchung, Aufklärung und Abwägung der Risiken und Vorteile“, erklärt Prof. Dr. Karcz am Anfang unseres Gesprächs und ergänzt:
„Warum Diäten häufig scheitern, lässt sich aus dieser Perspektive gut erklären. Sie können kurzfristig wirksam sein, führen jedoch oft nicht zu einer dauerhaften Veränderung, wenn nach einiger Zeit wieder die alten Ernährungs- und Bewegungsmuster aufgenommen werden. Nachhaltige Gewichtsreduktion beginnt meist nicht mit radikalen Programmen, sondern mit kleinen, realistischen Veränderungen, die sich täglich umsetzen lassen. Bewegung und Ernährung bleiben dabei die Grundlage jeder Behandlung. Ohne eine langfristige Anpassung des Lebensstils ist auch eine spätere Körperformung nur begrenzt sinnvoll“.

Warum Fettgewebe so hartnäckig sein kann
Fettgewebe reagiert je nach Körperregion unterschiedlich auf Ernährung, Bewegung, hormonelle Einflüsse und genetische Faktoren. Während manche Bereiche des Körpers relativ rasch auf eine Gewichtsreduktion ansprechen, bleiben Fettdepots an Bauch, Hüften, Gesäß oder Oberschenkeln häufig deutlich stabiler. Insbesondere Fettgewebe im Bereich von Hüften und Gesäß zeigt bei vielen Menschen eine erhöhte Speicherneigung und lässt sich oft langsamer mobilisieren. Wiederholte Gewichtsschwankungen können diesen Effekt zusätzlich verstärken. Dadurch entstehen mit der Zeit Körperregionen, die trotz konsequenter Ernährungsumstellung und Bewegung nur begrenzt auf konservative Maßnahmen reagieren.
In der heutigen Medizin geht es längst nicht mehr nur um ästhetische Korrekturen, sondern zunehmend auch um Gesunderhaltung und Prävention. Starkes Übergewicht gilt als Risikofaktor für zahlreiche Begleiterkrankungen, und das Verständnis von Fettgewebe hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Fettgewebe wird heute nicht mehr als passiver Energiespeicher betrachtet, sondern als hormonell und metabolisch aktives Organ, das verschiedene Prozesse im Körper beeinflussen kann.
„Fettgewebe ist nicht nur ein passiver Energiespeicher. Es produziert verschiedene Botenstoffe, die Stoffwechsel, Entzündungsprozesse, Hunger- und Sättigungsgefühl sowie das allgemeine Wohlbefinden beeinflussen können. Mit zunehmendem Gewicht wird es für viele Menschen spürbar schwieriger, sich regelmäßig zu bewegen und dauerhaft motiviert zu bleiben.
Evolutionär war es sinnvoll, Energie möglichst effizient zu speichern, da Nahrung früher nicht jederzeit verfügbar war. Heute leben wir jedoch in einer Umgebung, in der kalorienreiche, zuckerhaltige und stark verarbeitete Lebensmittel überall präsent sind. Genau diese Diskrepanz kann dazu beitragen, dass Übergewicht entsteht, weiter zunimmt und sich über Jahre verfestigt. Lebensmittel werden heute häufig so präsentiert, dass sie auch ohne echtes Hungergefühl zum Essen verleiten. Zucker, gesüßte Getränke und stark verarbeitete Kohlenhydrate spielen dabei eine wichtige Rolle, weil sie leicht verfügbar sind, oft unbewusst konsumiert werden und schnell viele Kalorien liefern, ohne lange zu sättigen.
Je mehr Fettgewebe bereits vorhanden ist, desto schwieriger wird es für viele Menschen, Gewicht wieder zu reduzieren und langfristig zu halten. Das liegt nicht einfach an mangelnder Disziplin, sondern an einem Zusammenspiel aus Stoffwechsel, hormonellen Signalen, Bewegungsverhalten, Ernährungsumgebung und jahrelang eingeübten Gewohnheiten. Deshalb beginnt jede Behandlung mit Prävention: regelmäßige Bewegung, weniger Zucker, weniger stark verarbeitete Lebensmittel, bewusstere Ernährung und realistische Veränderungen im Alltag.
Viele Menschen erleben jedoch, dass klassische Diäten langfristig nicht funktionieren. Das liegt häufig daran, dass radikale Ernährungskonzepte im Alltag nicht dauerhaft durchzuhalten sind. Seit Jahrzehnten wechseln sich Ernährungstrends ab – Low Carb, Low Fat, eiweißreich oder ketogene Ernährung. Viele dieser Konzepte können kurzfristig wirken, entscheidend ist jedoch, ob sie langfristig in das eigene Leben passen. Nachhaltig sind meist kleine, alltagstaugliche Veränderungen. Statt striktem Verzicht kann es helfen, bewusste Regeln zu entwickeln – zum Beispiel feste Situationen oder Tage, an denen Süßes geplant und ohne schlechtes Gewissen genossen wird. Entscheidend ist nicht die perfekte Diät, sondern eine realistische, dauerhaft umsetzbare Ernährungsweise, die den Stoffwechsel entlastet und den Körper langfristig stabilisiert“, hebt Prof. Dr. Karcz hervor.
Bewegung und Ernährung bilden die Grundlage jeder körperformenden Behandlung. Ohne diese beiden Komponenten lässt sich kaum sinnvoll beurteilen, wie stabil ein mögliches Ergebnis langfristig sein kann. Bei kleineren Befunden können gezielte, häufig auch kombinierte Maßnahmen ausreichend sein, zum Beispiel eine Fettabsaugung an den Oberarmen mit zusätzlicher Straffung, eine Bauchdeckenstraffung, eine Oberschenkelstraffung oder moderne Verfahren wie Plasma- oder Laserstraffung, um die Hautqualität zu verbessern und die Körperkonturen harmonischer wirken zu lassen.

„Deutlich komplexer wird die Planung, wenn Patienten 30, 40 oder sogar 60 Kilogramm abgenommen haben. Besonders nach bariatrischen Operationen muss der Körper sorgfältig vorbereitet werden, bevor größere körperformende Eingriffe sinnvoll und sicher durchgeführt werden können. Je nach Art der bariatrischen Operation – zum Beispiel Schlauchmagen, Magenbypass oder biliopankreatische Diversion – verändern sich Nahrungsaufnahme, Verdauung und Stoffwechsel unterschiedlich stark. Sowohl der Schlauchmagen als auch der Magenbypass reduzieren vor allem die Menge der Nahrung, die aufgenommen werden kann.
Beim Magenbypass und insbesondere bei der biliopankreatischen Diversion kommt zusätzlich eine veränderte Nahrungspassage hinzu, die die Aufnahme von Vitaminen, Spurenelementen und Eiweiß stärker beeinflussen kann. Gerade diese Faktoren spielen für spätere Bodyforming-Operationen eine entscheidende Rolle. Große Straffungsoperationen bedeuten für den Körper eine erhebliche Belastung und erzeugen ausgedehnte Wundflächen. Damit diese gut heilen können, benötigt der Organismus ausreichend Eiweiß, Vitamine, Eisen, Zink und weitere Mikronährstoffe. Bestehen unerkannte Mangelzustände, kann das Risiko für Wundheilungsstörungen oder andere Komplikationen erhöht sein.
Deshalb beginnt eine verantwortungsvolle körperformende Behandlung immer mit einer sorgfältigen Vorbereitung. Wichtig ist zu wissen, welche bariatrische Operation durchgeführt wurde, wie stabil das Gewicht ist und ob Nährstoffdefizite bestehen. Eine enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Zentren und eine ernährungsmedizinische Betreuung helfen dabei, mögliche Defizite frühzeitig zu erkennen und gezielt auszugleichen. Erst wenn Gewicht, Eiweißstatus sowie Vitamin- und Spurenelementversorgung ausreichend stabil sind, lassen sich größere körperformende Eingriffe sinnvoll planen.
Viele Patienten sind erleichtert, wenn sie erfahren, dass dieser Prozess Zeit braucht und Schritt für Schritt aufgebaut wird. Häufig werden verschiedene Körperregionen nacheinander behandelt, um den Körper nicht unnötig zu belasten und die Heilung möglichst sicher zu gestalten. Ziel ist dabei nicht nur eine ästhetische Verbesserung, sondern vor allem ein stabiles, funktionelles und langfristig sicheres Ergebnis, das zur neuen Lebenssituation des Patienten passt“, macht Prof. Dr. Karcz deutlich.
Frauen, die nach einer oder mehreren Schwangerschaften kommen, berichten häufig von einem ähnlichen Verlauf: Nach der ersten Geburt gelingt es oft noch relativ gut, zum ursprünglichen Gewicht zurückzufinden. Nach weiteren Schwangerschaften bleibt jedoch bei vielen Frauen ein Teil des Gewichts hartnäckiger bestehen.
Hinzu kommen Veränderungen der Bauchwand, der Hautqualität und der Körperkontur, die sich durch Ernährung und Bewegung allein nicht immer vollständig zurückbilden. In solchen Situationen ist eine individuelle Beurteilung wichtig, um zu klären, welche Maßnahmen sinnvoll, realistisch und medizinisch vertretbar sind.
Hierzu merkt Prof. Dr. Karcz an: „Das ist gut nachvollziehbar, denn der weibliche Körper verändert sich im Laufe des Lebens mehrfach – durch Schwangerschaften, hormonelle Umstellungen, Gewichtsschwankungen und den natürlichen Alterungsprozess. Diese Faktoren beeinflussen, wie Fettgewebe gespeichert wird, wie elastisch die Haut bleibt und wie stabil die Körperkontur nach einer Gewichtsreduktion ist. Ab etwa dem 40. Lebensjahr fällt es vielen Frauen schwerer, Gewicht zu reduzieren oder die frühere Körperform wiederzuerlangen. Auch die Fettverteilung kann sich verändern:
Eine Frau mit dreißig Jahren hat häufig ein anderes Verteilungsmuster als eine Frau mit fünfzig Jahren. Deshalb sollte eine körperformende Behandlung immer individuell geplant werden – unter Berücksichtigung von Alter, Hautqualität, hormoneller Situation, Schwangerschaften, Gewichtsentwicklung und allgemeinem Gesundheitszustand. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, zusätzlich eine gynäkologische oder endokrinologische Abklärung einzubeziehen, insbesondere wenn Beschwerden, Zyklusveränderungen, Wechseljahresbeschwerden oder auffällige Gewichtsschwankungen bestehen.
Körperformende Eingriffe betreffen daher häufig nicht nur eine einzelne Körperregion, sondern mehrere zusammenhängende Faktoren. Entscheidend ist eine realistische, medizinisch verantwortungsvolle Planung, damit ein harmonisches, stabiles und für die Patientin passendes Ergebnis erreicht werden kann“.
Die moderne Körperformung arbeitet nicht nur gegen überschüssiges Fett, sondern berücksichtigt Fettgewebe als aktives, biologisches Gewebe. Dadurch rückt ästhetische Chirurgie näher an funktionelle, regenerative und metabolische Fragestellungen heran. Form, Funktion und Gesundheit sollten dabei nicht getrennt betrachtet werden, sondern als zusammenhängende Aspekte einer verantwortungsvollen Behandlung.
Die Gewebequalität spielt in der modernen Körperformung eine zentrale Rolle. Denn ein Körper lässt sich nur so gut formen, wie es das Gewebe zulässt. Struktur, Durchblutung, Elastizität, Narbenbildung und mögliche Entzündungsprozesse beeinflussen wesentlich, wie stabil, harmonisch und langfristig belastbar ein Ergebnis sein kann.
„Immer wieder gibt es Situationen, in denen ein gewünschter ästhetischer Eingriff aus medizinischen Gründen nicht oder nicht in der ursprünglich geplanten Form durchgeführt werden sollte. Gerade bei nicht zwingend notwendigen Operationen steht Sicherheit immer an erster Stelle. Ich erinnere mich an eine Patientin über sechzig, die sich ein Facelift wünschte, obwohl relevante internistische und kardiologische Vorerkrankungen bestanden. Nach einem ausführlichen Gespräch und sorgfältiger Abwägung haben wir gemeinsam entschieden, auf einen größeren operativen Eingriff zu verzichten. Stattdessen wurden schonendere Maßnahmen gewählt, um Hautqualität, Frische und einzelne Altersveränderungen zu verbessern.
Für mich ist wichtig: Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch medizinisch sinnvoll. Patienten sollen sich ernst genommen und verstanden fühlen, gleichzeitig müssen Risiken offen angesprochen werden. Manchmal besteht die beste Entscheidung darin, bewusst zurückhaltend zu planen und nur das zu tun, was sicher und verantwortbar ist. Auch kleinere Eingriffe oder moderne nicht-operative Verfahren können – wenn sie individuell ausgewählt werden – eine sichtbare und natürliche Verbesserung bewirken. Dazu gehören zum Beispiel Behandlungen zur Verbesserung der Hautqualität, Faltenbehandlungen, sanfte Konturverbesserungen oder Maßnahmen im Bereich der Augenpartie.
Mein Ziel ist dabei nie ein künstliches oder überzogenes Ergebnis. Entscheidend ist ein frisches, erholtes und natürliches Erscheinungsbild, das zur Persönlichkeit, Gesundheit und Lebenssituation der Patientin passt“, so Prof. Dr. Karcz.
In der modernen Körperformung geht es nicht nur darum, Fett zu entfernen oder Haut zu straffen. Entscheidend ist immer auch die Qualität des Gewebes, das behandelt wird und nach der Operation heilen muss.
„Gut durchblutetes, elastisches und gesundes Gewebe kann sich in der Regel besser an neue Konturen anpassen und die Heilung unterstützen. Deshalb achten wir nicht nur auf die äußere Form, sondern auch auf Hautqualität, Bindegewebe, Durchblutung, Narbenneigung und den allgemeinen Gesundheitszustand. Nach einer Liposuktion oder einem Bodycontouring entscheidet nicht allein die Menge des entfernten Fettgewebes über das Ergebnis. Ebenso wichtig ist, wie gut sich Haut und Weichteile zurückbilden können und wie stabil das Gewebe im weiteren Verlauf bleibt. Bei chronisch gereiztem, fibrotischem oder stoffwechselbelastetem Gewebe muss besonders sorgfältig geplant werden. Solches Gewebe kann empfindlicher reagieren, langsamer heilen oder eher zu Unregelmäßigkeiten und Konturveränderungen neigen.
Deshalb lautet eine der wichtigsten Fragen vor jeder körperformenden Behandlung nicht nur: ,Was möchten wir verändern?´, sondern auch: ,In welchem Zustand befindet sich das Gewebe, mit dem wir arbeiten?´. Eine verantwortungsvolle Planung berücksichtigt daher Entzündungszeichen, hormonelle Einflüsse, Stoffwechselstatus, Hautelastizität und Bindegewebsstruktur. Moderne, gewebeschonende und regenerative Verfahren können dabei helfen, die Gewebequalität zu unterstützen und das Ergebnis möglichst harmonisch und natürlich wirken zu lassen“, betont Prof. Dr. Karcz.
Langfristig harmonische Ergebnisse entstehen nicht durch möglichst aggressive Reduktion, sondern durch stabile Gewebeverhältnisse und eine sorgfältige, gewebeschonende Planung.
Stoffwechsel, Entzündungsprozesse und Gewebequalität beeinflussen wesentlich, welches Verfahren sinnvoll und sicher ist, wie stabil ein Ergebnis werden kann und welche Behandlung langfristig trägt. Moderne Körperformung ist deshalb nicht nur ein chirurgischer Eingriff, sondern ein integrativer Prozess, der Biologie, Funktion und Ästhetik miteinander verbindet.
„Besonders eindrücklich sind für mich die Verläufe von Patienten, die sehr viel Gewicht verloren haben – manchmal 50, 60 oder sogar 80 Kilogramm. Solche Veränderungen sind nicht nur medizinisch oder ästhetisch beeindruckend. Sie verändern oft das gesamte Leben: die Beweglichkeit, die Kleidung, das Selbstvertrauen, die soziale Teilhabe und das Gefühl, wieder im eigenen Körper angekommen zu sein.
Viele dieser Menschen bleiben auch Jahre nach der Behandlung in freundlichem Kontakt. Meist sind es kleine Aufmerksamkeiten – Weihnachtsgrüße, Neujahrswünsche, eine Nachricht zum Geburtstag oder ein kurzes Zeichen, dass es ihnen gut geht. Gerade diese stillen, wiederkehrenden Gesten bedeuten mir sehr viel. Sie zeigen, dass eine Behandlung nicht nur technisch erfolgreich war, sondern dass sie für den Menschen richtig war: zur richtigen Zeit, mit der richtigen Planung und mit dem richtigen Maß an Verantwortung.
Für mich ist diese langfristige Dankbarkeit ein Zeichen dafür, dass nicht einfach ,operiert´ wurde, sondern dass der gemeinsame Weg gut begleitet und medizinisch sinnvoll gestaltet war. Solche Rückmeldungen geben Kraft. Sie erinnern mich daran, warum diese Arbeit wichtig ist: weil moderne Chirurgie Menschen helfen kann, Lebensqualität, Sicherheit und Freude im Alltag zurückzugewinnen“, betont Prof. Dr. Karcz, und damit beenden wir unser Gespräch.
Herzlichen Dank, Professor Dr. Karcz, für diese eindringlichen Eindrücke zu moderner Körperformung!
- Senior Consultant am Klinikum Nürnberg; apl Professor für Chirurgie an die LMU München
- Mehr als 20 Jahre chirurgische Erfahrung in der allgemeinen, bariatrischen, metabolischen, rekonstruktiven, ästhetischen, minimalinvasiven und robotergestützten Chirurgie
- Schwerpunkt auf Bodyforming und rekonstruktiver Körperformung nach massivem Gewichtsverlust
- Spezialist für Robotik, digitale Visualisierung und KI-gestützte Verfahren in der Chirurgie mit Fokus auf Präzision, Sicherheit und patientenorientierte Innovation
- Internationale Auszeichnungen, darunter der Karl-Storz-Preis, die Goldmedaille der David-Aghmashenebeli-Universität sowie mehrere Ehrendoktorwürden
- Langjährige internationale Forschungs- und Vortragstätigkeit im Bereich chirurgischer Innovationen, Medizintechnologie und digitaler Medizin
- Führende Rolle in internationalen Fachgesellschaften und MedTech-Initiativen, unter anderem im Umfeld der iSMIT
- Management- und Innovationskompetenz durch zusätzliche Ausbildungen an der Schlesischen Wirtschaftsuniversität sowie der Harvard University
- Engagement für moderne, integrative und digitale Gesundheitsversorgung mit Verbindung von Chirurgie, Technologie und individueller Patientenbetreuung
