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Experteninterviews

Moderne Roboterassistierte Therapie bei gutartiger und bösartiger Prostataerkrankung

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Alexandra Pfitzmann · 11. Mai 2026

Prostataerkrankungen gehören zu den häufigsten urologischen Problemen im mittleren und höheren Lebensalter – und sie lösen bei vielen Männern zunächst Unsicherheit aus. Doch die Medizin hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Heute stehen hochpräzise Diagnostik, schonende minimalinvasive Verfahren und moderne roboterassistierte Operationstechniken zur Verfügung, die Behandlungen sicherer, exakter und verträglicher machen.

Dadurch lassen sich sowohl gutartige als auch bösartige Prostataerkrankungen in vielen Fällen sehr erfolgreich behandeln. Der Ausblick ist positiv: Mit moderner Technik und erfahrenen Spezialisten bestehen heute ausgezeichnete Chancen, die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Hierzu konnte die Redaktion des Leading Medicine Guide in einem Gespräch mit Professor Dr. med. Bernhard Planz mehr erfahren.

Prof. Planz

Prostataerkrankungen entstehen häufig durch altersbedingte Veränderungen, hormonelle Umstellungen oder entzündliche Prozesse, die das empfindliche Drüsengewebe beeinflussen können. Auch genetische Faktoren und bestimmte Lebensstilbedingungen spielen eine Rolle, wenn sich Zellen verändern oder die Prostata an Größe zunimmt. 

Ab dem 45. Lebensjahr sollten Männer zur regelmäßigen Krebsvorsorge gehen, bei familiärer Vorbelastung bereits ab 40 Jahren. Die Leitlinien empfehlen zudem eine Hautkrebsvorsorge ab 35 Jahren. Ab 45 erfolgt die urologische Vorsorge jährlich. Ein PSAWert spielt dabei eine zentrale Rolle: Liegt er bei einem 40Jährigen über 0,6, erhöht sich das lebenslange Risiko für ein Prostatakarzinom um das Sechsfache – basierend auf großen Datensätzen des Memorial Sloan Kettering Cancer Institute.

Viele Männer haben nach wie vor große Hemmungen vor urologischen Untersuchungen, doch die Praxis hat sich deutlich verändert. Die früher gefürchtete digitalrektale Untersuchung, „die große Hafenrundfahrt“, ist nicht mehr verpflichtender Bestandteil der Vorsorge. Entscheidend ist heute der PSAWert und vor allem seine Dynamik.

Verdoppelt sich der Wert innerhalb eines Jahres – etwa von 0,6 auf 1,2 oder 1,6 –, gilt das als auffällig und sollte abgeklärt werden. Das erste diagnostische Verfahren ist dann in der Regel ein MRT der Prostata“, erklärt Prof. Dr. Planz zu Beginn unseres Gesprächs und führt weiter aus: 

Prostatakrebs entsteht durch ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und Lebensstilfaktoren. Eine familiäre Belastung erhöht das Risiko deutlich. Auch Ernährung spielt eine Rolle: In asiatischen Ländern etwa tritt Prostatakrebs seltener auf, was unter anderem mit einer stärker pflanzenbasierten Kost zusammenhängt.

Studien zeigen, dass das Risiko bei Männern asiatischer Herkunft deutlich steigt, wenn sie in westliche Länder ziehen und eine typisch westliche Ernährung übernehmen. Viele verschiedene Faktoren tragen also dazu bei, ob ein Mann im Laufe seines Lebens ein Prostatakarzinom entwickelt“. 


PSA steht für „Prostataspezifisches Antigen“.

Es handelt sich um ein Eiweiß, das von Prostatazellen gebildet wird und im Blut messbar ist. Ein erhöhter oder sich schnell verändernder PSA‑Wert kann ein Hinweis auf Prostatakrebs, aber auch auf andere Veränderungen wie Entzündungen oder eine gutartige Vergrößerung sein.


Die kurative Therapie von Prostataerkrankungen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend weiterentwickelt – vor allem durch präzisere Diagnostik, schonendere Operationsmethoden und den Einsatz moderner Technologie.

Prof. Planz Lage der Prostata

Früher stützte sich die Behandlung stark auf offene chirurgische Eingriffe, die zwar wirksam waren, aber häufig mit größeren Risiken, längeren Krankenhausaufenthalten und deutlicheren Einschränkungen für die Patienten verbunden waren. Mit dem Fortschritt der Bildgebung, insbesondere durch hochauflösende MRT‑Verfahren, lassen sich heute Tumore wesentlich genauer lokalisieren und charakterisieren. Das ermöglicht gezieltere Entscheidungen und verhindert unnötige Eingriffe. 

Wird Prostatakrebs früh erkannt, bestehen in der Regel sehr gute Heilungschancen. Wie behandelt wird, hängt vom Tumortyp ab. Der GleasonScore (benannt nach dem amerikanischen Pathologen Donald F. Gleason) beschreibt die Aggressivität: Werte von 8 bis 10 gelten als hochaggressiv und sollten zügig therapiert werden.

Ein GleasonScore von 6 erlaubt häufig ein kontrolliertes Zuwarten mit regelmäßigen MRTKontrollen oder erneuten Biopsien. Beim 7a ist unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls eine aktive Überwachung möglich, während 7b und 8 in der Regel eine Behandlung erfordern. Standardtherapien sind die radikale Prostataentfernung – offen oder robotisch assistiert – sowie die Strahlentherapie.

Daneben gibt es fokale Verfahren, die nur das erkrankte Areal behandeln, wie die hochfokussierte Ultraschalltherapie (HIFU). Sie eignet sich vor allem für Patienten mit einzelnen, weniger aggressiven Tumorarealen. Dabei wird das betroffene Gewebe mithilfe von Hitze zerstört, gesteuert durch MRTUltraschallFusion und dreidimensionale Bildgebung“, erläutert Prof. Dr. Planz. 

Prostatakrebs ist mit rund 65.000 Neuerkrankungen pro Jahr der häufigste Tumor des Mannes. Besonders häufig wird er bei älteren Männern entdeckt: In Obduktionsstudien fanden sich bei 80 bis 90Jährigen in etwa der Hälfte der Fälle Prostatakarzinome, ohne dass diese zu Lebzeiten Beschwerden verursacht hatten. 

Hierzu bemerkt Prof. Dr. Planz: „Wird ein Tumor aber nicht erkannt und wächst unbemerkt weiter, steigt das Risiko einer Metastasierung deutlich. Prostatakrebs kann sich vor allem in die Knochen ausbreiten – etwa in Hüfte oder Wirbelsäule –, was die Prognose verschlechtert. Entscheidend ist, ob der Tumor lokal begrenzt bleibt oder bereits oligometastasiert bzw. weiter metastasiert ist.

Je nach Ausmaß unterscheidet man zudem zwischen LowRisk und HighRiskTumoren, was die Wahl der Therapie stark beeinflusst. Bei lokal begrenzten Tumoren kommen aktive Überwachung, radikale Prostatektomie, Strahlentherapie oder fokale Verfahren infrage.

Wird jedoch eine Metastasierung festgestellt – heute oft mithilfe eines PSMAPETCT, das selbst kleinste Herde sichtbar macht –, richtet sich die Behandlung nach Anzahl, Lokalisation und Aggressivität der Metastasen. Ein Beispiel ist ein 65jähriger Patient mit PSA 26, GleasonScore 8 und T3Tumor: Wird bei ihm eine Metastasierung nachgewiesen, verändert das die gesamte therapeutische Strategie“. 

Die roboterassistierte Chirurgie hebt die Präzision bei der Entfernung von Prostatatumoren auf ein Niveau, das mit konventionellen offenen oder rein laparoskopischen Verfahren kaum erreichbar ist. Sie bietet bei bösartigen Prostatavergrößerungen einen besonders großen Vorteil, weil sie Eingriffe in einem anatomisch extrem engen und sensiblen Bereich ermöglicht, ohne die umliegenden Strukturen unnötig zu belasten. 

Die Prostata liegt tief im Becken, direkt neben dem Schließmuskel und den feinen Nervenbündeln, die für Kontinenz und Erektionsfähigkeit verantwortlich sind. Bei einer gutartigen Vergrößerung drückt das Gewebe häufig auf die Harnröhre, sodass eine operative Entlastung notwendig wird. Genau hier spielt die roboterassistierte Chirurgie ihre Stärken aus: Durch die hochauflösende, dreidimensionale Sicht kann der Operateur die anatomischen Schichten klar voneinander unterscheiden und das vergrößerte Gewebe millimetergenau entfernen. 

Die robotergestützte Chirurgie spielt heute eine zentrale Rolle bei der radikalen Prostataentfernung, weil sie durch das dreidimensionale Sehen und die hohe Präzision klare Vorteile gegenüber offenen Verfahren bietet. Tumorgewebe lässt sich früher und exakter erkennen, Blutverlust und Schmerzen sind geringer, und die Patienten erholen sich schneller.

Die Entwicklung verlief über viele Jahre: von der offenen Operation über die Schlüssellochchirurgie bis hin zu modernen Robotersystemen wie dem DaVinci, bei dem der Operateur an einer Konsole arbeitet und mit vergrößerter Sicht feinste Bewegungen steuert. Inzwischen gibt es praktisch keinen Patienten mehr, der nicht mit dem DaVinci operiert werden könnte – entscheidend ist allein die richtige Indikation, denn Alternativen wie Bestrahlung, aktive Überwachung oder medikamentöse Therapien bleiben je nach Tumorbiologie und Alter weiterhin relevant“, verdeutlicht Prof. Dr. Planz. 

Ein großes Thema für viele Männer ist die Angst vor Inkontinenz oder dem Verlust der sexuellen Funktion. Die Ergebnisse haben sich jedoch in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich verbessert, vor allem in spezialisierten Zentren mit hoher Expertise. 

Bei uns erhalten Patienten bereits vor der Operation strukturierte Informationen, ein umfassendes Aufklärungsset und eine Anleitung zur Beckenbodengymnastik, die vier bis sechs Wochen vor dem Eingriff beginnt und nachweislich zu einer schnelleren Erholung beiträgt. Die Übungen können heute sogar per App durchgeführt werden, die von den Krankenkassen übernommen wird.

Durch die Kombination aus roboterassistierter Präzision, standardisierten Abläufen und spezialisierter Ausbildung der Operateure sind die Kontinenzraten deutlich gestiegen: Die meisten Patienten sind bereits kurz nach Katheterentfernung trocken oder benötigen nur wenige Sicherheitsvorlagen. Nach Abschluss der Reha sind über 90 Prozent innerhalb von drei Monaten kontinent, nach einem Jahr etwa 96 Prozent.

Diese Daten stammen aus systematischen Nachsorgeerhebungen mit standardisierten Fragebögen. Die Risiken wie Inkontinenz oder erektile Dysfunktion werden weiterhin offen angesprochen, doch die heutigen Ergebnisse erlauben es, die Operation bei gegebener Indikation mit gutem Gefühl zu empfehlen“, betont Prof. Dr. Planz. 


Eine roboterassistierte Operation wird vor allem dann bewusst gewählt, wenn Präzision, Gewebeschonung und langfristige funktionelle Ergebnisse im Vordergrund stehen und konservative oder weniger präzise minimalinvasive Verfahren an ihre Grenzen stoßen.


Moderne Verfahren wie fokale HIFU ergänzen roboterassistierte Eingriffe auf sinnvolle Weise, weil sie unterschiedliche therapeutische Ziele abdecken und so ein breiteres, individuelleres Behandlungsspektrum ermöglichen. Während die Robotik vor allem dann eingesetzt wird, wenn Gewebe präzise entfernt oder rekonstruiert werden muss, bietet fokale HIFU eine organerhaltende, die je nach Erkrankung und Tumorstadium eine wichtige Rolle spielen.

Prof. Planz Diagramm


Fokale HIFU (High Intensity Focused Ultrasound) 

HIFU zerstört Tumorgewebe der Prostata gezielt durch gebündelten Ultraschall – ohne operativen Zugang. Die Energie wirkt punktgenau, sodass Nerven und Schließmuskel weitgehend geschont bleiben. Das Verfahren eignet sich besonders für kleine, klar begrenzte Tumoren und kann eine Operation hinauszögern oder ersetzen. Auch nach einer roboterassistierten Prostatektomie kann fokale HIFU eingesetzt werden, um kleine Restbefunde oder Rezidive minimalinvasiv zu behandeln.


Bei der fokalen HIFUTherapie wird zunächst ein hochauflösendes 3TeslaMRT der Prostata durchgeführt und anschließend eine gezielte Biopsie. Das Tumorareal, das sowohl im MRT als auch in der Biopsie bestätigt wurde, wird mithilfe spezieller Software mit den Ultraschalldaten verknüpft. So lässt sich der betroffene Bereich präzise im Ultraschall darstellen.

Auf dem Monitor können MRT und Ultraschallbilder in Echtzeit verfolgt werden, ergänzt durch eine dreidimensionale Rekonstruktion. Dadurch kann das Tumorgewebe sehr gezielt durch hochfokussierten Ultraschall zerstört werden. Nach dem Eingriff erhält der Patient für ein bis zwei Tage einen Katheter, kann danach aber wieder normal Wasser lassen. Der Effekt der Tumorzerstörung tritt unmittelbar ein, während eine Strahlentherapie oft ein bis zwei Jahre benötigt, um ihre volle Wirkung zu entfalten.

Die Rückfallrate hängt stark vom Tumorstadium ab. Nach einer radikalen Prostatektomie liegt die 10JahresRezidivrate idealerweise unter zehn Prozent. Ist der Tumor jedoch aggressiver, hat die Kapsel bereits durchbrochen, das Fettgewebe infiltriert oder Lymphknoten befallen, ist häufig eine zusätzliche Behandlung notwendig – und die Prognose verschlechtert sich entsprechend“, konstatiert Prof. Dr. Planz. 

Die Robotik verändert die langfristigen Behandlungsergebnisse und die Lebensqualität von Patienten mit Prostatakrebs so deutlich, weil sie die Balance zwischen onkologischer Sicherheit und funktionellem Erhalt besser ermöglicht als nahezu jedes andere Verfahren. Der entscheidende Fortschritt liegt in der Kombination aus präziser Tumorentfernung, minimaler Gewebeschädigung und einer anatomisch exakten Rekonstruktion – Faktoren, die sich unmittelbar auf Kontinenz, Potenz und allgemeines Wohlbefinden auswirken. 

Prof. Dr. Planz beschreibt die Zeit nach der Behandlung: „Nach einer radikalen Prostataoperation beginnt für die Patienten eine wichtige Phase der Erholung und Stabilisierung. Ein zentraler Bestandteil ist die Rehabilitation. Empfohlen werden drei bis vier Wochen, entweder stationär oder ambulant – je nach persönlicher Situation und Wunsch.

In der Reha steht vor allem das gezielte Beckenbodentraining im Mittelpunkt, das entscheidend dazu beiträgt, die Kontinenz schneller wiederzuerlangen. Ergänzend erhalten die Patienten Schulungen, Videos und praktische Hinweise zur Wiederherstellung der Erektionsfähigkeit sowie Informationen über mögliche Hilfsmittel. Viele Zentren arbeiten heute mit digitalen Programmen oder Apps, die von den Krankenkassen übernommen werden und die Übungen strukturiert anleiten.

Für die ersten drei Monate nach der Operation gelten körperliche Einschränkungen: kein Fahrradfahren, keine Lasten über zehn Kilogramm, keine extremen Temperaturreize wie HeißKaltWechselduschen und kein intensiver Leistungssport. Diese Vorgaben sollen die Heilung unterstützen und Komplikationen vermeiden. Ernährung spielt nach der Operation für das Rückfallrisiko keine unmittelbare Rolle mehr, da die Prostata entfernt wurde. Dennoch bleibt eine gesunde Lebensweise wichtig.

Eine ballaststoffreiche, mediterrane Ernährung wirkt sich positiv auf den gesamten Stoffwechsel aus und kann Erkrankungen wie Nierensteine, Bluthochdruck oder Diabetes vorbeugen. Auch für das allgemeine Wohlbefinden und die langfristige Gesundheit ist sie sinnvoll“. 


Reha, gezieltes Beckenbodentraining, körperliche Schonung und eine ausgewogene Ernährung bilden die Grundlage für eine stabile Erholung und eine gute Lebensqualität nach der Behandlung.


Für Patienten, die sich über weiterführende Informationen informieren möchten, lohnt sich ein Blick auf Empfehlungen zu modernen Behandlungsverfahren und den Umfang des Angebots. Am St. Barbara-Hospital Gladbeck werden jährlich über 200 Prostataoperationen mit dem DaVinciSystem durchgeführt.

Prof. Planz Mann gesund

Neben der Behandlung des Prostatakarzinoms umfasst unser Spektrum auch ein breites Angebot an Therapien für die gutartige Prostatavergrößerung. Das Zentrum ist für das BenigneProstataSyndrom zertifiziert und bietet unterschiedliche Verfahren an – darunter bipolare Hochfrequenzstromresektion /enucleation (vollständige Entfernung) der Prostata oder Holmium und ThuliumLaserEnukleationen (minimalinvasive Verfahren), GreenlightLasertherapien (überschüssiges Prostatagewebe wird mit einem stark gebündelten grünen Laserlicht verdampft), die Wasserdampfablation (Rezum) oder das iTindVerfahren, bei dem eine kleine Spange eingesetzt wird. Diese Methoden gehören zu spezialisierten Eingriffen, die nicht flächendeckend angeboten werden.

Ergänzend gibt es die ProstataArterienEmbolisation, die auch bei chronischen Prostataentzündungen eingesetzt werden kann, sowie die AquaAblation. Während bei der Wasserdampfablation heißer Dampf in die Prostata injiziert wird, um das Gewebe kontrolliert schrumpfen zu lassen, arbeitet die AquaAblation mit einem aktiven Gerät, das das Gewebe mithilfe eines Wasserstrahls abträgt. Anschließend ist eine Blutstillung notwendig.

Die AquaAblation gilt als invasiver und ist mit einer höheren Nebenwirkungsrate verbunden. Die Wasserdampfablation eignet sich besonders für Männer, die ihre Sexualfunktion erhalten möchten und keine retrograde Ejakulation riskieren wollen – allerdings vor allem bei kleinen bis mittelgroßen Prostatadrüsen“, hebt Prof. Dr. Planz hervor und empfiehlt zum Abschluss unseres Gesprächs: 

Am Ende bleibt der grundlegende Appell an Männer, die Vorsorge nicht aus falscher Scham oder Angst zu meiden. Es gibt keinen Grund, sich davor zu fürchten – niemandem wird ,der Kopf abgerissen´, und viele der früher gefürchteten Untersuchungen gehören heute gar nicht mehr zum Standard. Die sogenannte ,Hafenrundfahrt´ ist nicht mehr verpflichtend, und mit einer einfachen Blutentnahme lässt sich bereits ein großer Teil der Prostatavorsorge abdecken.

Ein Arztbesuch ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck von Verantwortung für die eigene Gesundheit. Trotzdem zeigt die Erfahrung, dass viele Männer deutlich zurückhaltender sind als Frauen, wenn es um regelmäßige Vorsorgetermine geht. Viele waren noch nie dort. Dabei hat sich das Bewusstsein in den vergangenen Jahren spürbar verbessert – nicht zuletzt durch intensive Aufklärungskampagnen, Aktivitäten der Fachgesellschaften und prominente Beispiele von Betroffenen, die offen über ihre Erkrankung sprechen und zur Vorsorge aufrufen.

Diese öffentliche Aufmerksamkeit hat dazu beigetragen, dass heute mehr Männer zur Früherkennung gehen als früher. Gleichzeitig spielen die Spezialisierung und langjährige Erfahrung der behandelnden Zentren eine wichtige Rolle. Wer wie ich über viele Jahre an großen Kliniken gearbeitet hat, in verschiedenen Ländern ausgebildet wurde und in hochspezialisierten Abteilungen tätig war, bringt eine Expertise mit, die sich unmittelbar in der Qualität der Versorgung widerspiegelt.

Meine umfangreiche Erfahrung an großen urologischen Kliniken mit umfangreicher operativer Erfahrung – ob in Deutschland, Österreich oder den USA – ermöglicht es, ein breites Spektrum an Krankheitsbildern zu sehen, moderne Verfahren sicher anzuwenden und Patienten auf höchstem Niveau zu behandeln“.

Herzlichen Dank, Professor Dr. Planz, für diese wichtigen Informationen zur Behandlung von Prostataerkrankungen!


  • Chefarzt der Urologie und Kinderurologie mit jährlich über 6.000 behandelten Patientinnen und Patienten.
  • Spezialist für Prostataerkrankungen, inklusive modernster roboterassistierter und minimalinvasiver Therapien.
  • Umfassende Expertise in der Uroonkologie: Prostata‑, Blasen‑, Nieren‑ und Genitaltumoren.
  • Leiter eines zertifizierten Kontinenz- und Beckenbodenzentrums mit modernen Inkontinenztherapien.
  • Hohe Kompetenz in der Behandlung von Harnsteinen mit schonenden Verfahren.
  • Breites Spektrum in Kinderurologie, Andrologie und rekonstruktiver Urologie.
  • Einsatz innovativer Verfahren wie HIVEC und HIFU zur Behandlung von Blasen- und Prostatakrebs.

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Über den Fachautor

Alexandra Pfitzmann

Redakteurin

Alexandra Pfitzmann – Medizinische Fachautorin: Expertenwissen, Fachbeiträge und medizinische Inhalte im Leading Medicine Guide.

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