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Prof. Schräder über Modernisierungsschub in der Endoprothetik

10.03.2026

Die Endoprothetik erlebt derzeit einen spürbaren Modernisierungsschub: Robotik, digitale Navigation, individualisierte Implantate und immersive Technologien wie VR verändern die chirurgische Präzision und heben die Versorgungsqualität auf ein neues Niveau. Gleichzeitig steigen die Fallzahlen, was den Bedarf an effizienten, standardisierten und zugleich patientenindividuellen Behandlungspfaden weiter erhöht.

Moderne Endoprothetik ist damit längst nicht mehr nur Implantatchirurgie, sondern ein hochdigitalisierter, datengetriebener Prozess, der Ärzten neue Möglichkeiten für optimale Ergebnisse eröffnet. Einzelheiten erfuhr die Redaktion des Leading Medicine Guide in einem Gespräch mit Professor Dr. Peter Schräder.

Prof. Dr. med. Peter Schräder

Robotische Assistenzsysteme verändern die Endoprothetik grundlegend, weil sie eine Präzision ermöglichen, die mit rein manuellen Techniken kaum erreichbar ist. Bei komplexen Hüft‑ und Knieeingriffen unterstützen sie den Operateur dabei, Implantate exakt entlang der individuellen Anatomie auszurichten, die Beinachse präzise wiederherzustellen und die Weichteilbalance optimal einzustellen. 

Die robotergestützte Knieendoprothetik hat die Präzision der Eingriffe spürbar erhöht, weil sie eine exakte Planung mit einer ebenso exakten Umsetzung verbindet. Navigation ermöglicht eine Ausrichtung des Gelenks bis aufs Zehntelgrad, während der Roboter diese Planung millimetergenau in die Realität überträgt. Dadurch lassen sich Achsen, Beweglichkeit und Stabilität des Kniegelenks deutlich präziser einstellen als mit rein konventionellen Methoden. Seit der Einführung der Systeme hat sich gezeigt, dass Patienten zufriedener sind, schneller mobil werden und sich die radiologischen Ergebnisse verbessern.

Die Robotik ist dabei nur ein Teil eines größeren Gesamtprozesses, trägt aber wesentlich zur Qualität der Ergebnisse bei. Inzwischen stehen mehrere robotische Systeme parallel zur Verfügung, was in Deutschland nur wenige Kliniken bieten können. Das hat dazu geführt, dass deutlich mehr Knieprothesen implantiert werden als Hüftprothesen, und viele Patienten suchen gezielt Einrichtungen auf, die robotergestützte Verfahren anbieten.

Besonders bei komplexen Fehlstellungen oder Wechseloperationen zeigt sich der Vorteil der Technologie, da sie eine präzisere Rekonstruktion ermöglicht und damit die Zufriedenheit der Betroffenen erhöht. Die anfänglich längeren Operationszeiten spielen heute keine Rolle mehr. Nachdem das Team Routine entwickelt und den Workflow angepasst hat, dauern robotergestützte Eingriffe nicht länger als konventionelle Operationen. Die Fallzahlen können daher steigen, ohne dass Abläufe verzögert werden, und die SchnittNahtZeiten sind inzwischen identisch“, erklärt Prof. Dr. Schräder am Anfang unseres Gesprächs.

Prof. Schräder Navigation und Robotik

Die Einführung der Robotik hat im OrthoCentrum Jugenheim zu einer klar strukturierten und gut abgestimmten Lern- und Implementierungsphase geführt. Zunächst wurde ein kleines Kernteam aufgebaut, bestehend aus zwei erfahrenen Operateuren sowie einer festen OPAssistenz und OPPflege. Dieses Team arbeitete sich intensiv in das System ein, optimierte Abläufe und sorgte dafür, dass alle Schritte routiniert und reproduzierbar wurden. Erst als dieser Kern sicher und eingespielt war, wurden weitere Kollegen schrittweise eingebunden. 

Hierzu erläutert Prof. Dr. Schräder: „Neue Teammitglieder durchlaufen ein strukturiertes Trainingsprogramm: zwei Tage im Trainingslabor mit Theorie und praktischen Übungen an anatomischen Präparaten, getrennt für ärztliches und pflegerisches Personal. Anschließend folgen begleitete Operationen am echten Patienten, bei denen ein erfahrener Operateur stets anwesend ist. Durch die hohe Zahl an Eingriffen entsteht eine steile Lernkurve, sodass nach zwei bis drei Monaten eigenständiges Arbeiten möglich ist.

Die Klinik erfüllt die Kriterien eines Endoprothetikzentrums der Maximalversorgung, was bedeutet, dass alle Operateure ohnehin hohe Fallzahlen, regelmäßige Fortbildungen und definierte Qualitätsstandards erfüllen müssen. Dadurch besteht bereits vor Einführung neuer Technologien ein hohes Maß an Routine, das die Einarbeitung zusätzlich beschleunigt. Parallel zur internen Entwicklung zeigt sich auch eine strukturelle Veränderung im regionalen Umfeld.

Durch die politisch gewollte Zentralisierung spezialisieren sich Kliniken zunehmend, und komplexe Eingriffe werden häufiger an Zentren mit hoher Expertise abgegeben. Kooperationen entstehen, bei denen spezialisierte Häuser komplexe Wechseloperationen oder anspruchsvolle Knieendoprothetik übernehmen, während andere Kliniken diese Leistungen bewusst nicht mehr anbieten“, und ergänzt: 

Das Einzugsgebiet hat sich dadurch deutlich vergrößert. Patienten reisen aus weiten Teilen Deutschlands an, weil sie gezielt nach spezialisierten Zentren suchen und sich bewusst für Einrichtungen entscheiden, die hohe Fallzahlen, Zertifizierungen und moderne Technologien wie robotergestützte Systeme bieten. Die steigenden Fallzahlen und die positive Rückmeldung der Zertifizierungsstellen zeigen, dass dieser Weg erfolgreich ist und von den Patienten klar honoriert wird“. 

Individualisierte Implantate – insbesondere patientenspezifische Hüftprothesen – bieten gegenüber Standardimplantaten deutliche Vorteile, weil sie die individuelle Anatomie, Biomechanik und Belastungssituation eines Patienten wesentlich genauer abbilden. 

Die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus hat sich durch den Einsatz der Robotik weiter verkürzt, weil mehrere Faktoren zusammenwirken, die eine schnellere Erholung ermöglichen. In der Regel bleiben die Patienten etwa fünf Tage stationär, was bereits deutlich kürzer ist als früher. Noch kürzere Aufenthalte wären theoretisch möglich, doch die ambulanten Strukturen in Deutschland sind dafür bislang nicht flächendeckend ausgelegt.

Eine frühe Entlassung funktioniert nur dann zuverlässig, wenn Physiotherapie, Nachsorge und häusliche Unterstützung nahtlos organisiert sind – etwas, das hierzulande historisch weniger etabliert ist als in Ländern wie Dänemark oder den USA. Entscheidend für die verkürzte Verweildauer ist ein modernes Behandlungskonzept, das direkt am Operationstag greift. Die Patienten erhalten keine Drainagen mehr, was die Mobilität erleichtert. Bereits im Aufwachraum beginnt die Bewegungstherapie mit einer Motorschiene, die das Knie automatisch durchbewegt. Kurz darauf werden die Patienten auf der Station aufgestellt und machen ihre ersten Schritte.

Diese frühe Mobilisation fördert nicht nur die Genesung, sondern stärkt auch das Gefühl von Selbstständigkeit, das vielen besonders wichtig ist. Wer sich schnell wieder sicher bewegen kann, ist weniger abhängig von Hilfe und erlebt den Krankenhausaufenthalt als deutlich angenehmer. Die Kombination aus robotergestützter Präzision, optimierter Schmerztherapie und konsequenter Frühmobilisation führt dazu, dass Patienten schneller fit sind und früher in ihren Alltag zurückkehren können“, macht Prof. Dr. Schräder deutlich.

Prof. Schräder Schlittenprothese

Langfristig profitieren die Implantate von einer optimierten Lastverteilung. Wenn die Prothese exakt der individuellen Anatomie folgt, entstehen weniger punktuelle Überlastungen, was Abrieb und Lockerungsrisiken reduziert. Die geringere Knochenresektion erleichtert zudem spätere Wechseloperationen, die bei jüngeren Patienten eine wichtige Rolle spielen. 

Intraoperativ unterstützt Virtual Reality (VR) vor allem die Orientierung. Durch die Kopplung mit Navigationssystemen oder robotischen Assistenzplattformen lassen sich geplante Schnittführungen, Achsen oder Implantatpositionen als holografische Overlays visualisieren. Das erleichtert die Umsetzung der präoperativen Planung und hilft, Abweichungen frühzeitig zu erkennen. 

Präoperative Maßnahmen und moderne digitale Werkzeuge tragen entscheidend dazu bei, das Ergebnis einer Gelenkoperation zu verbessern. Virtual Reality spielt dabei vor allem im operativen Bereich eine wachsende Rolle. Sie ermöglicht es, Planungen aus der TabletAnsicht in ein immersives 3DErlebnis zu übertragen, sodass sich anatomische Strukturen, Implantatpositionen und Bewegungsabläufe realistischer beurteilen lassen.

Erste praktische Anwendungen stehen kurz bevor, und die Technologie wird künftig sowohl die Planung als auch die operative Umsetzung weiter präzisieren. Für das medizinische Team bietet VR zudem die Möglichkeit, Eingriffe im Vorfeld durchzuspielen und Planungen direkt in den Operationsroboter zu übertragen – ein Schritt, der die technische Vorbereitung deutlich verfeinert. Für die Patienten beginnt der Erfolg jedoch schon weit vor dem eigentlichen Eingriff.

Digitale Aufklärungstools wie personalisierte Filme, die per QRCode jederzeit abrufbar sind, erleichtern das Verständnis und ermöglichen es, Fragen gezielter zu klären. Viele sehen sich diese Inhalte gemeinsam mit Angehörigen an, was die Vorbereitung vertieft und die Aufklärungsphase im Krankenhaus verkürzt.

Ergänzend kommen ernährungsmedizinische Maßnahmen hinzu: spezielle Trinklösungen sorgen dafür, dass Patienten mit einer besseren energetischen Grundlage in die Operation gehen. Auch das alte Prinzip langer Nüchternzeiten ist überholt – frühe Nahrungsaufnahme nach dem Eingriff unterstützt die Erholung und fördert die Mobilität“, schildert Prof. Dr. Schräder und betont: 

VRTechnologien dienen zusätzlich der professionellen Weiterbildung. Ärzte können Operationsabläufe virtuell trainieren, komplexe Fälle simulieren und die geplante Prothesenposition vorab in 3D beurteilen. Diese Form der Vorbereitung wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen, ohne jedoch den Chirurgen zu ersetzen. Vielmehr entsteht ein Zusammenspiel aus menschlicher Erfahrung und technischer Unterstützung, das Operationen präziser, schneller und schonender macht“. 

Nachwuchschirurgen können Eingriffe realitätsnah trainieren, ohne Patienten zu belasten. Sie erleben typische Komplikationsszenarien, üben die Hand‑Auge‑Koordination und entwickeln ein Gefühl für anatomische Strukturen, bevor sie im OP stehen. Gleichzeitig profitieren erfahrene Operateure, weil VR ihnen erlaubt, seltene oder besonders anspruchsvolle Fälle vorab zu simulieren und neue Techniken risikofrei zu erproben. 


Eine Virtual‑Reality‑Brille (VR‑Brille) ermöglicht es Chirurgen, dreidimensionale anatomische Strukturen immersiv darzustellen und zu erleben. Sie projiziert patientenspezifische Daten – etwa CT‑ oder MRT‑Bilder – in eine virtuelle Umgebung, in der sich Gelenke, Implantatpositionen oder Operationsschritte realitätsnah betrachten und simulieren lassen. Dadurch verbessert sie die räumliche Orientierung, unterstützt die präoperative Planung und bietet ein wirkungsvolles Trainingsinstrument für komplexe Eingriffe.


Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass robotergestützte Knieendoprothetik nicht nur die frühe Mobilisierung erleichtert, sondern sich auch positiv auf Faktoren auswirkt, die später für die Haltbarkeit einer Prothese entscheidend sein können. 

Hierzu kommentiert Prof. Dr. Schräder: „Schon jetzt lässt sich beobachten, dass Patienten nach einem robotisch unterstützten Eingriff weniger Schmerzen haben, schneller beweglich sind und unmittelbar nach der Operation bessere Röntgenbilder aufweisen. Diese frühen Ergebnisse sind wichtig, weil sie die Grundlage dafür bilden, wie gut ein Implantat in den ersten Jahren funktioniert – und genau diese ersten Jahre gelten als besonders aussagekräftig für den langfristigen Verlauf.

Ob die Robotik tatsächlich die Gesamtlebensdauer einer Prothese verlängert, lässt sich derzeit noch nicht endgültig belegen, weil dafür schlicht die Zeit fehlt. Aussagen zur Haltbarkeit sind immer retrospektiv, und die Technologie ist noch nicht lange genug im breiten Einsatz, um 15 oder 20Jahres-Daten zu liefern. Was man jedoch tun kann, ist die Überlebensraten der ersten Jahre zu betrachten und diese zu extrapolieren.

Die bisherigen Daten geben Anlass zur Hoffnung, dass die präzisere Ausrichtung und die verbesserte Weichteilbalance, die durch die Robotik erreicht werden, langfristig Vorteile bringen könnten. Besonders wichtig sind dabei die patientenrelevanten Endpunkte: Schmerzfreiheit, Beweglichkeit und die Fähigkeit, schnell wieder in den Alltag zurückzukehren. Diese Faktoren zeigen bereits jetzt deutliche Verbesserungen. Ob sich daraus später auch eine messbar längere Haltbarkeit der Implantate ergibt, wird sich erst mit den kommenden Jahren sicher beurteilen lassen“. 

Prominente Erfolgsbeispiele wie das der Skisportlerin Lindsey Vonn, die trotz Teilendoprothese weiterhin auf höchstem Niveau trainierte und Wettkämpfe bestritten hat, verändern die Wahrnehmung moderner Endoprothetik in bemerkenswerter Weise. Sie zeigen, dass ein künstlicher Gelenkersatz heute nicht mehr automatisch mit funktionellen Einschränkungen oder dem Ende sportlicher Ambitionen verbunden ist.

Skiläuferin

Die Belastbarkeit moderner Knieprothesen hat sich durch technische Fortschritte und robotergestützte Verfahren deutlich verändert. Heute können viele Menschen mit einer Prothese weit mehr leisten als früher – bis hin zu anspruchsvollen sportlichen Aktivitäten. Das prominente Beispiel der Skisportlerin Lindsey Vonn zeigt, wie leistungsfähig eine gut implantierte Schlittenprothese sein kann, doch solche Fälle sind immer im Kontext der individuellen Voraussetzungen zu betrachten.

Hochleistungssportler verfügen über eine außergewöhnliche muskuläre Führung, ein anderes Trainingsniveau und eine besondere mentale Einstellung. Diese Faktoren ermöglichen Belastungen, die für den Durchschnittspatienten nicht ohne Weiteres erreichbar sind. Eine Schlittenprothese bietet grundsätzlich gute Voraussetzungen für sportliche Aktivität, weil die Kreuzbänder erhalten bleiben und das Knie dadurch natürlicher geführt wird. Wenn sie präzise implantiert ist – etwa mithilfe robotischer Unterstützung – kann sie sogar für dynamische Sportarten geeignet sein.

Auch mit einer Vollprothese sind viele Aktivitäten möglich, einschließlich Skifahren, allerdings ist der Weg zurück in solche Bewegungsmuster komplexer und erfordert mehr Training. Moderne Implantate erlauben heute eine Kniebeugung von bis zu 140 Grad, was sportlich deutlich mehr Spielraum bietet als ältere Modelle, die bei etwa 120 Grad endeten. Gleichzeitig verändert sich das Anspruchsverhalten der Patienten. Durch mediale Beispiele entsteht oft der Eindruck, dass jede Prothese automatisch Höchstleistungen ermöglichen müsse.

Dabei spielen individuelle Faktoren wie Muskelkraft, Koordination, Alter, Vorerkrankungen und persönliche Ziele eine entscheidende Rolle. Die Technik eröffnet neue Möglichkeiten, aber sie ersetzt nicht die körperlichen Voraussetzungen, die für extreme Belastungen notwendig sind. Die Entwicklung zeigt jedoch klar: Die Grenzen dessen, was mit einer Prothese möglich ist, verschieben sich – und die Erwartungen der Patienten wachsen mit“, verdeutlicht Prof. Dr. Schräder und macht klar: 

Stattdessen wird sichtbar, dass moderne Implantate – kombiniert mit präziser Operationstechnik, individualisierten Komponenten und optimierten Rehabilitationskonzepten – eine Leistungsfähigkeit ermöglichen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Solche Fälle wirken weit über den Einzelfall hinaus.

Sie stärken das Vertrauen der Patienten in die Haltbarkeit und Belastbarkeit moderner Prothesen und verschieben die Erwartungen an das funktionelle Ergebnis deutlich nach oben. Menschen, die früher mit einer deutlichen Einschränkung ihrer Aktivität gerechnet hätten, fragen heute gezielt nach Lösungen, die ihnen eine Rückkehr zu Sport, Beruf und Alltag auf hohem Niveau ermöglichen. Gleichzeitig motivieren sie Chirurgen, die Grenzen der Rekonstruktion weiter auszuloten und Technologien einzusetzen, die eine möglichst physiologische Gelenkfunktion wiederherstellen.

Für die Endoprothetik bedeutet das: Der Anspruch an Präzision, Individualisierung und postoperative Mobilität steigt. Patienten erwarten nicht nur Schmerzfreiheit, sondern ein Gelenk, das sich natürlich anfühlt, stabil ist und hohe Belastungen aushält. Erfolgsbeispiele wie Lindsey Vonn machen deutlich, dass dies erreichbar ist – und sie setzen damit neue Maßstäbe für das, was moderne Endoprothetik leisten kann“. 


Die US‑amerikanische Skirennläuferin Lindsey Vonn gilt als eines der eindrucksvollsten Beispiele dafür, wie leistungsfähig moderne Endoprothetik heute sein kann. Nach mehreren schweren Knieverletzungen erhielt sie eine Teilendoprothese (Schlittenprothese), die den geschädigten Gelenkabschnitt ersetzte und ihr eine stabile, belastbare Gelenkfunktion zurückgab. Trotz dieses Eingriffs kehrte Vonn auf die Skipiste zurück und gewann weiterhin Weltcuprennen im alpinen Skisport, unter anderem in Disziplinen wie Abfahrt und Super‑G. Ihre Erfolge zeigen, dass selbst im Hochleistungssport ein künstlicher Gelenkersatz nicht das Ende der Karriere bedeuten muss – vorausgesetzt, Operationstechnik, Implantatwahl und Rehabilitation sind optimal aufeinander abgestimmt. Lindsey Vonns Karriere endete allerdings nach einem schweren Sturz bei der olympischen Abfahrt in Cortina d’Ampezzo im Februar 2026. Sie verlor kurz nach dem Start die Kontrolle, stürzte heftig und zog sich einen Beinbruch zu.


Individuell angefertigte Prothesen spielen in der Klinik nur in ausgewählten Fällen eine Rolle. Die meisten Hüft und Knieimplantate sind Standardprothesen, die für den überwiegenden Teil der Patienten vollkommen ausreichend sind und hervorragende Ergebnisse liefern. 

Nur wenn anatomische Besonderheiten vorliegen, wird eine maßgefertigte Lösung notwendig. Das betrifft etwa sehr kleine Menschen, bei denen selbst die kleinsten verfügbaren Implantatgrößen nicht passen, oder Patienten mit stark veränderten Hüftstrukturen nach kindlichen Erkrankungen wie Dysplasien oder mehrfachen Luxationen.

In solchen Fällen entspricht die Knochenform nicht mehr den üblichen anatomischen Gegebenheiten, sodass eine Standardprothese nicht sicher verankert werden könnte. Für diese speziellen Situationen wird eine individuelle Prothese geplant und gefertigt. Dafür ist zunächst eine präzise Vermessung mittels spezieller MRTUntersuchungen notwendig.

Auf Basis dieser Daten wird das Implantat maßgeschneidert hergestellt, was etwa zwei bis drei Monate dauert. Erst danach erfolgt die Operation mit der individuell angepassten Prothese. Wichtig ist dabei die Klarstellung, dass diese Maßanfertigungen nur dann eingesetzt werden, wenn sie medizinisch wirklich erforderlich sind – nicht als generelle Option für jeden Patienten“, betont Prof. Dr. Schräder, und damit beenden wir unser Gespräch.

Vielen Dank, Professor Dr. Schräder, für diesen interessanten Einblick in die Hüft- und Knie-Endoprothetik! 


  • Breit aufgestellter Spezialist für Orthopädie, Unfallchirurgie, Endoprothetik, Kinderorthopädie, Sporttraumatologie, Rheumatologie und Knorpelchirurgie.
  • Anerkannter Endoprothetik‑Experte für Hüfte, Knie und komplexe Wechseloperationen.
  • Modernisierungsschub in der Endoprothetik: +20 % Fallzahlen, drei Robotersysteme, VR‑Technologie im OP, individuelle Hüftprothesen, zweiter Standort, prominente Erfolgsfälle (u. a. Lindsey Vonn).
  • Chefarzt & Ärztlicher Leiter der Orthopädie/Traumatologie in Jugenheim – Aufbau einer hochmodernen, vollständig spezialisierten Klinik.
  • Individuelle, stufenweise Therapie mit Fokus auf Gelenkerhalt, minimalinvasive Techniken und konservative Optionen vor OP.
  • Hohe operative Qualität: ca. 800 Endoprothesen‑Ersteingriffe/Jahr, sehr niedrige Infektionsrate (0,2 %), Einsatz modernster Navigation.
  • Universitäres Niveau & starke Vernetzung für kontinuierliche Innovation und Qualitätssicherung.
  • Kinderorthopädie mit hoher Empathie