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Behandlung · Urologie

Beschneidung (Zirkumzision): Medizinisch notwendiger Eingriff an Vorhaut und Penis

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Die Beschneidung ist die operative Entfernung der Vorhaut rund um die Eichel. Die Zirkumzision wird häufig bei Phimose, wiederkehrender Entzündung oder Problemen beim Wasserlassen durchgeführt. Der Eingriff kann medizinisch notwendig oder aus religiösen Gründen gewünscht sein. Nach der Behandlung sind eine gute Pflege und die Einhaltung der ärztlichen Empfehlungen wichtig.

Die Beschneidung ist ein operativ durchgeführter Eingriff, bei dem die Vorhaut am Penis ganz oder teilweise entfernt wird. Die Zirkumzision kann aus medizinisch notwendigen, religiösen oder kosmetischen Gründen erfolgen. Häufig wird eine Beschneidung bei einer Phimose oder einer ausgeprägten Vorhautverengung empfohlen. Die Vorhaut schützt normalerweise die Eichel und ermöglicht eine normale Funktion der Harnröhre.

Ein Urologe beurteilt, ob eine Beschneidung medizinisch notwendig ist oder alternative Verfahren infrage kommen. Der Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose. Nach der Beschneidung sind Schwellung und leichte Beschwerden möglich, die im Heilungsverlauf in der Regel rasch abklingen. In der Urologie zählt die Beschneidung zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen bei Jungen und Männern.

Gründe für eine Beschneidung

In vielen Kulturen und Religionen ist eine rituelle Beschneidung des Penis bereits bei Neugeborenen bzw. Kindern üblich. Im Judentum findet diese bereits am achten Tag nach der Geburt eines Jungen statt. Im Islam erfolgt die Beschneidung bei Jungen zwischen 7 und 14 Jahren. Der häufigste medizinische Grund für eine Beschneidung ist eine Vorhautverengung (Phimose). Diese kann angeboren sein oder auch als Folge von wiederkehrenden Infektionen oder Einrissen an der Vorhaut entstehen.

Lässt sich die Vorhaut nicht vollständig oder nur unter Schmerzen über die Eichel zurückziehen, ist die Genitalhygiene beeinträchtigt.

Dies erhöht das Risiko von:

  • Entzündungen
  • Beschwerden beim Wasserlassen sowie
  • Schmerzen bei der Erektion und beim Geschlechtsverkehr

In den letzten Jahren entschlossen sich vor allem Männer im Erwachsenenalter aus ästhetischen Gründen für eine Beschneidung. Viele Männer und Frauen empfinden einen beschnittenen Penis ästhetisch schöner als ein unbeschnittenes Glied.

Skizze einer BeschneidungSkizze einer Beschneidung @ Nena /AdobeStock

Beschneidungstechniken

Bei der Zirkumzision kommen verschiedene Operationstechniken zum Einsatz. 

Diese sind abhängig von:

  • Grund der Beschneidung
  • Alter des Patienten sowie 
  • Gewünschtes Ergebnis

Bei der klassischen Freihand-Technik entfernt der Arzt die Vorhaut mithilfe eines Skalpells oder einer chirurgischen Schere entlang definierter Linien. Bei der Klemmen- und Zangentechnik klemmt der Arzt die Vorhaut vorsichtig ab. Danach trennt er sie entlang der Zange oder Klemme per Skalpell ab.

Weitere Techniken für die Beschneidung von Kleinkindern sind Plastibell Glocke & Circ-Ring. Hier schnürt der Arzt die Vorhaut durch einen Faden oder Gummiband ab. Die nicht mehr durchblutete Vorhaut löst sich nach einigen Tagen vollständig von selbst und fällt ab. Bei einer modernen Laserbeschneidung kommt statt eines Skalpells ein medizinischer Laser zum Einsatz.

Beschneidungsstile

Je nach Art und Stil der Zirkumzision entfernen Ärzte die Vorhaut des Penis ganz oder nur teilweise. Bei einer radikalen Zirkumzision entfernen sie so viel Haut, dass die Eichel stets komplett freiliegt.

Bei einer partiellen Zirkumzision oder Teilbeschneidung entfernen sie dagegen lediglich einen Teil der Vorhaut. Abhängig vom Stil ist auch die Position der Narbe am Penisschaft. Zur Beschreibung der verschiedenen Stile haben sich bei uns die englische Bezeichnung eingebürgert.

Liegt die Narbe nahe der Eichel, heißt die Beschneidung „low“. Liegt die Narbe am Schaft, sprechen Mediziner von „high“. Je nachdem, wie viel welcher Haut der Arzt entfernt, spricht er von einer lockeren „loose“ oder strammen „tight“ Beschneidung.

Daher gibt es 4 verschiedene Beschneidungsstile:

  • high & tight
  • high & loose
  • low & tight und
  • low & loose

Ästhetische Beschneidung

Eine Besonderheit ist die ästhetische Beschneidung. Statt die Vorhaut zu entfernen, entfernt der Arzt ein Stück Schafthaut direkt an der Peniswurzel.

Anschließend zieht er die Vorhaut nach hinten, um die gekürzte Schafthaut direkt an der Peniswurzel zu vernähen. So ist die Eichel freigelegt, während die sensiblen Bereiche der Vorhaut komplett erhalten bleiben.

Die Operation

Eine Beschneidung erfolgt in der Regel ambulant und unter Lokalanästhesie. Sie dauert etwa eine halbe Stunde. Nach dem Eingriff muss der Patient einen Verband tragen. Geschlechtsverkehr ist nach zwei bis vier Wochen wieder möglich.

Das Nahtmaterial baut der Körper vollständig nach ca. 4-8 Wochen ab. Die Narbe kann sich in den ersten Monaten nach der Operation noch verändern. Sie ist nach einem halben Jahr kaum noch zu erkennen.

Erfolgt die Beschneidung aufgrund einer medizinischen Notwendigkeit, übernimmt die Krankenversicherung die Kosten für eine Zirkumzision. Eine Beschneidung aus ästhetischen Gründen zahlt die Krankenkasse nicht.

Auch wenn eine Zirkumzision ein Routineeingriff ist, erfordert der Eingriff Routine und Erfahrung des Chirurgen. Nur so ist ein kosmetisch zufriedenstellendes Ergebnis ohne Komplikationen möglich.

FAQ

Wann ist eine Beschneidung medizinisch notwendig?

Eine Beschneidung wird häufig empfohlen, wenn eine Phimose, eine Vorhautverengung oder eine Paraphimose vorliegt. Auch wiederkehrende Entzündung der Vorhaut und Eichel, Beschwerden beim Wasserlassen oder Probleme mit der Vorhaut des Penis können eine medizinisch notwendige Behandlung erforderlich machen. Der Urologe entscheidet nach Untersuchung über die geeignete Therapie.

Wie läuft eine Beschneidung ab?

Der Ablauf der Beschneidung beginnt mit einer Untersuchung in der Urologie. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung, lokaler Betäubung oder Vollnarkose. Bei der Entfernung der Vorhaut wird die Vorhaut rund um die Eichel ganz oder teilweise entfernt. Anschließend wird das Gewebe vernäht, sodass eine vollständige Beschneidung oder Teilbeschneidung durchgeführt werden kann.

Wie lange dauert die Heilung nach einer Beschneidung?

Der Heilungsverlauf verläuft meist unkompliziert. Schwellung und leichte Beschwerden sind besonders am Tag nach dem Eingriff normal. In der Regel dauert die vollständige Heilung etwa zwei bis drei Wochen. Während dieser Zeit sollte auf starke Belastungen und Geschlechtsverkehr verzichtet werden.

Welche Risiken und Komplikationen gibt es bei einer Beschneidung?

Wie bei jedem operativ durchgeführten Eingriff können mögliche Komplikationen auftreten. Dazu gehören Infektion, Vernarbungen, Nachblutungen oder Gefühlsstörungen im Bereich der Eichel. Bei fachgerechter Durchführung nach den Regeln der ärztlichen Kunst sind schwerwiegende Komplikation jedoch selten.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Beschneidung?

Wenn die Beschneidung aus medizinischen Gründen erfolgt, werden die Kosten meist von der Krankenkasse übernommen. Eine kosmetische oder religiöse Beschneidung ist keine reguläre Kassenleistung. Vor dem Eingriff sollten sich Patienten über die Gebührenordnung für Ärzte und die individuellen Kosten informieren.

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Über den Fachautor

Dr. med. univ. Franklin Kuehhas

Medizinischer Fachlektor · Wien

Dr. med. univ. Franklin Kuehhas – medizinischer Fachautor: fundierte Fachbeiträge, Expertenwissen und medizinische Einblicke im Leading Medicine Guide.

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