Informationen und Spezialisten für Elektrokoagulation bei Warzen

Die Elektrokoagulation gehört zur Hochfrequenz-Chirurgie. Hier wird Wechselstrom mit einer hohen Frequenz durch den Körper geleitet, um unnützes oder krankhaftes Gewebe zu schädigen, zu zerschneiden oder zu zerstören. Neben kleinen Tumoren und anderen Hautwucherungen kann das Verfahren auch bei Warzen eingesetzt werden.

Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Spezialisten für die Elektrokoagulation bei der Entfernung von Warzen.

Empfohlene Spezialisten für die Elektrokoagulation bei Warzen

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Elektrokoagulation bei Warzen - Weitere Informationen

Wirkungsweise der Elektrokoagulation

Mittels elektrischem Strom wird ein Funke erzeugt, der hohe Temperaturen an der Einwirkungsstelle verursacht. Er kann damit eine enorm genaue punktförmige Verbrennung an einer Warze oder sonstigem krankhaften Gewebe verursachen. Diesen Vorgang nennt man medizinisch Elektrokoagulation.

Je nach Stromstärke und -frequenz führt das zu irreparablen Schäden an den betroffenen Zellen. Das behandelte Gewebe stirbt ab.

Ziel der Elektrokoagulation ist, alle infizierten und krankhaft veränderten Zellen zu beseitigen und somit abzutöten. Dadurch ist die Gefahr, dass die Warze nach dem Eingriff wieder nachwächst, sehr gering.

 Die Behandlung mittels Elektrokoagulation führt entweder der Hautarzt oder ein darauf spezialisierter Chirurg durch.

Elektrischer Strom als chirurgische Option

Strom fließt immer über den Weg des geringsten Widerstands von einer aktiven Elektrode zu einer neutralen Elektrode. Diesen Effekt macht sich die Elektrokoagulation zunutze. An der Eintrittstelle des Stroms in den Körper, der aktiven Elektrode, ist die Stromdichte am höchsten. Hier treten auch die höchsten Temperaturen auf.

Der Chirurg bringt diese beiden Elektroden am Körper des Patienten an. Die aktive Elektrode ist das eigentliche chirurgische Instrument im Rahmen der Elektrokoagulation. Die Verbrennungen lassen sich durch das Instrument recht genau auf einen bestimmten Hautbereich begrenzen.

Die Stromdichte nimmt mit dem Abstand zwischen den Elektroden zunehmend ab. Deswegen findet beim Entfernen einer Warze mittels Elektrokoagulation keine großflächige Schädigung des Gewebes statt.

Der übliche Frequenzbereich liegt bei einer Elektrokoagulation zur Warzenentfernung durchschnittlich zwischen 300 kHz und 4000 kHz. Höhere Frequenzen kommen eher bei größeren chirurgischen Eingriffen zum Einsatz.

Differenzierte Vorgehensweise

Das genaue Vorgehen bei der Elektrokoagulation hängt von der Diagnose und dem genutzten Verfahren ab. Grundsätzlich ist es möglich, die Warze nur zu schädigen oder auch ganz abzutrennen.

Die Elektrokoagulation ist eine reine Wärmebehandlung. Der Chirurg verbrennt dabei die Warze bis zur Epidermis. Abhängig vom Einzelfall wird

  • punktuell oder großflächig behandelt,
  • eine Warze komplett abgetrennt, und
  • ggf. das darunterliegende Gewebe ebenfalls verschmort.

Manchmal erfolgt die Elektrokoagulation im Anschluss an eine vorhergegangene Ausschabung der Warze. Das sichert zusätzlich gegen eine erneute Entwicklung der Warze ab.

Warzen werden von Viren verursacht. Hängen diese mit einer Krankheit oder einer innerlichen Infektion zusammen, kann eine zusätzliche medikamentöse Behandlung notwendig sein.

Manche Warzenarten neigen dazu, stark zu streuen. Das heißt, sie bilden Tochterwarzen. Auch hier können zusätzliche Maßnahmen erforderlich sein. Die Elektrokoagulation behandelt stets nur punktuell.

Elektrokoagulation in der Hochfreqzenz-Chirurgie
Hochfrequenter Strom kann Gewebe gezielt zerstören. Hier eine Elektrokoagulation im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs © Nekrasov | AdobeStock

Elektrokoagulation bei einer Warze: Vorteile der Behandlungsmethode

Der größte Vorteil der Elektrokoagulation ist die vollständige Entfernung der Warze in oftmals einer einzigen Sitzung.

Anders als bei chirurgischen Entfernungsmethoden werden die betroffenen Blutgefäße zudem direkt verschlossen. Dadurch verläuft die Heilung nach der Warzenentfernung mittels Elektrokoagulation meistens schneller und beschwerdefreier.

Die Elektrokoagulation wird auch als Elektroskalpell bezeichnet.

Wann ist die Elektrokoagulation nicht geeignet?

Nicht jede Warzenarzt lässt sich mittels Elektrokoagulation entfernen. Dornwarzen etwa wachsen eher nach innen statt nach außen. Hier ist eine Elektrokoagulation schwierig bis unmöglich. Ob eine Warzenentfernung mittels Elektrokoagulation möglich ist, hängt von

  • der Art der Warze,
  • der Beschaffenheit der betroffenen Hautpartie,
  • der verwendeten Eingriffsmethode und
  • der Erfahrung des behandelnden Arztes

ab.

Gegen die Elektrokoagulation sprechen auch Warzen an sehr empfindlichen Körperpartien. Bei der Elektrokoagulation können unter Umständen auch umliegende Bereiche der Haut geschädigt werden. Im Intimbereich oder nahe der Augen könnte das zu gefährlich sein. Die Erfahrung des Chirurgen spielt hier eine große Rolle.

Vorbereitung und Durchführung einer Elektrokoagulation

Der Patient muss dem Arzt vor der Behandlung mitteilen, falls er beispielsweise

  • einen Herzschrittmacher,
  • metallene Schrauben oder Platten oder
  • Implantate

im Körper trägt. Nur so kann der Chirurg die Behandlung planen und Risiken ausschließen.

Darüber hinaus darf der Patient während der Elektrokoagulation keine

  • leitenden Gegenstände, etwa Schmuck, und
  • elektrische Geräte, etwa ein Hörgerät

am Körper tragen.

Die Elektrokoagulation wird immer unter einer örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie) durchgeführt.

Grundlegend unterscheidet man bei der Elektrokoagulation zwischen der monopolaren und der bipolaren Variante.

Die monopolare Elektrokoagulation

Die monopolare Technik der Elektrokoagulation wird häufiger angewendet als die bipolare Methode. Deshalb ist sie auch beim Behandeln einer Warze verbreiteter. 

Hier bringt der Arzt die neutrale Elektrode möglichst weit vom Behandlungsbereich entfernt an. Der Strom legt im Körper also eine weite Strecke zurück, bis er an der Neutralelektrode wieder austritt.

Damit wird sichergestellt, dass die Stromdichte auf dem Weg durch den Körper möglichst gering ist. Schädigungen an im Körper außer an der gewünschten Stelle sind damit ausgeschlossen. Strenge Sicherheitsmaßnahmen sorgen bei der Anbringung der Neutralelektrode dafür, dass keine unerwünschten Verbrennungen auftreten.

Die Haut an der Neutralelektrode erwärmt sich bei der monopolaren Elektrokoagulation nicht spürbar.

Eine abgewandelte Technik der monopolaren Technik ist die monoterminale Methode. Dabei ist keine neutrale Elektrode nötig. Stattdessen ist der Generator einseitig geerdet und ein kapazitiver Widerstand schließt den Stromkreis ab.

Nachteil dieses Verfahrens ist es, dass sich bei Berührung des Patienten dieser Widerstand und dadurch der wirksame Strom ändern. Aus diesem Grund wird die monoterminale Methode nur bei minimalen Eingriffen mit kleinen Strömen angewendet. Das bedeutet, dass nur kleine Warzen damit behandelt werden können.

Die bipolare Elektrokoagulation

Bei der bipolaren Elektrokoagulation werden die aktive und neutrale Elektrode sehr dicht aneinander angewendet. Die beiden Elektroden werden direkt an die Warze geführt. Der Stromkreis wird direkt über das Gewebe geschlossen, das zwischen den gegeneinander isolierten Elektroden liegt.

Der Strom fließt hier nur durch dieses Gewebe, das durch die hohe Hitze zerstört wird. Umliegendes Gewebe bleibt also unberührt vom Strom und kann nicht geschädigt werden.

Deshalb wird diese Methode der Elektrokoagulation bevorzugt bei präzisen Anwendungen verwendet, etwa

In der Dermatologie kommt die bipolare Elektrokoagulation zum Einsatz, wenn der körperliche Zustand des Patienten das nicht zulässt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass das bipolare Verfahren der Elektrokoagulation bis zu 30 Prozent weniger Energie verlangt.

Dauer der Behandlung und Nachbehandlung bei einer Elektrokoagulation

Bei der Elektrokoagulation wird die Warze meistens in wenigen Minuten entfernt oder beseitigt. Der Eingriff selbst ist also relativ kurz – und durch eine örtliche Betäubung meist auch vollkommen schmerzlos.

Mögliche Wunden werden durch den Stromfluss verschmort und dadurch verschlossen. Deswegen treten nach der Elektrokoagulation meistens nur geringe Schmerzen auf.

Ein minimaler Wundschmerz kann, muss aber nicht auftreten. Die durch Elektrokoagulation verursachten Schmerzen fühlen sich meistens wie eine wunden Stelle an.

Die behandelte Hautpartie kann in den Stunden oder Tagen nach der Elektrokoagulation berührungs-, kälte- oder hitzeempfindlich sein. Dies lässt sich aber meistens sehr gut und gezielt durch

  • Hautcremes,
  • Tinkturen und
  • Salben

behandeln. Diese sollten aber auf jeden Fall durch den behandelnden Arzt verschrieben worden sein. Nicht jede Heil- und Wundsalbe eignet sich, um die Haut nach einer Elektrokoagulation zu therapieren.

Meistens ist die Elektrokoagulation nur ein Teil in einem größeren Behandlungsplan. Die gesamte Behandlung kann je nach Befall und Art der Warze bis zu mehreren Wochen dauern.

Üblicherweise beseitigt eine Elektrokoagulation das infizierte Gewebe gänzlich. Das verringert das Risiko einer erneuten Warzenbildung. Bildet sich dennoch eine neue Warze, ist eine Nachbehandlung möglich. Dies dauert meistens ebenfalls nur ein paar Minuten.

Komplikationen und Risiken einer Elektrokoagulation

Auch wenn die Elektrokoagulation ein sehr sicheres und etabliertes Verfahren ist, bringt sie Risiken mit sich. Diese lassen sich durch einen erfahrenen Arzt in Grenzen halten.

Das größte Risiko bei der Elektrokoagulation ist die Schädigung

  • von gesundem Gewebe direkt in der Umgebung der Warze, oder
  • in anderen Körperbereichen bei der monopoaren Elektrokoagulation.

Von letzterem sind vor allem Menschen mit

betroffen. Jeder erfahrene Arzt wird diese Risiken jedoch richtig einschätzen können und so weitgehend ausschließen. Er kann etwa eine andere Methode oder niedrigere Frequenzen nutzen. Der in der Dermatologie genutzte Frequenzbereich ist sowieso vergleichsweise niedrig.

Bei der Behandlung kann es zu Zuckungen der Muskeln (medizinisch Faradisation genannt) kommen. Dies ist unangenehm, aber nicht schädlich.

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