Bei einer Kinnkorrektur verkleinert bzw. vergrößert der Arzt das Kinn und verleiht dem Gesicht dadurch ein harmonisches Gesamtbild. Es gibt unterschiedliche Gründe für eine Korrektur des Kinns wie beispielsweise Doppelkinn, vorspringendes oder fliehendes Kinn.
Im Folgenden finden Sie weitere Informationen sowie Spezialisten für eine Kinnkorrektur.
Kinnkorrektur bei einem Doppelkinn
Ein Doppelkinn entsteht meist durch Übergewicht, wobei sich Fettgewebe im Bereich des Kinns anlagert. Betroffene haben häufig zusätzlich einen kräftigeren Hals und ein rundes Gesicht. Doch auch schlanke Menschen sind nicht ausgenommen, meist ist die Veranlagung dann genetisch bedingt. Mit zunehmendem Alter erschlafft zudem die Haut, sodass sich Hautlappen bilden können, die die Ausprägung des Doppelkinns zusätzlich betonen.
Bei ausgeprägtem Fettüberschuss kann der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie eine Fettabsaugung durchführen. Der Eingriff erfolgt meist unter lokaler Betäubung; der Chirurg setzt den Schnitt dabei häufig hinter den Ohrläppchen, sodass kaum sichtbare Narben zurückbleiben. In Kombination mit einer Halsstraffung lässt sich das Ergebnis zusätzlich verbessern und Gesicht und Hals wirken wieder schlanker.
Eine nicht-chirurgische Alternative ist die Fettweg-Spritze: Dabei injiziert der Arzt einen Wirkstoff in das Gewebe unter dem Kinn, der die Fettzellen auflöst; das gelöste Fett wird anschließend über die Lymphe abtransportiert. Bis das endgültige Ergebnis sichtbar wird, vergehen bei dieser Methode meist mehrere Wochen, da der Körper das aufgelöste Fettgewebe erst nach und nach abbaut.
Ist die Ursache vor allem erschlaffte, überschüssige Haut, bietet sich stattdessen eine Hautstraffung an: Der Chirurg nimmt einen kleinen Schnitt unter dem Kinn vor und entfernt die überschüssige Haut. Auch dieser Eingriff erfolgt meist ambulant.

Viele Patienten leiden unter einer Erschlaffung der Haut an Hals und Kinn @ blackday /AdobeStock
Fliehendes Kinn und mögliche Korrekturen
Ein fliehendes Kinn ist schwach ausgeprägt, wodurch Nase und Mund im Profil optisch vorgeschoben wirken. Ursache kann ein nach hinten verlagerter Unterkiefer sein, wodurch das Kinn kleiner wirkt und zurückfällt. Ebenso kann ein im Verhältnis zum Oberkiefer zu kleiner Kieferbereich dazu führen, dass es wenig markant erscheint.
Für eine dauerhafte Vergrößerung des Kinns bei einem fliehenden Kinn kommt häufig ein Implantat aus Kunststoff, Silikon oder körpereigenem Material zum Einsatz. Der Chirurg nimmt dazu einen Schnitt im Mund oder unter dem Kinn vor und platziert das Material an der Innenseite der Unterlippe; erfolgt der Schnitt in der Mundhöhle, ist eine besonders sorgfältige Mundhygiene wichtig, um einer Infektion vorzubeugen.
Eine seltener angewandte Methode ist die Kieferverschiebung: Der Unterkieferknochen wird horizontal durchtrennt und nach vorne verlagert, anschließend mit Platten und Schrauben fixiert. Bei stark ausgeprägten Fehlstellungen kann auch eine gezielte Fraktur notwendig sein, bei der der Kiefer bewusst gebrochen, neu positioniert und fixiert wird. Vor der Entscheidung für ein bestimmtes Material wird meist anhand von Röntgenaufnahmen oder einer dreidimensionalen Vermessung die passende Größe und Form individuell bestimmt, damit sich das Ergebnis möglichst unauffällig in die übrigen Gesichtszüge einfügt.
Kinnverkleinerung bei vorstehendem Kinn
Ein hervorstehendes Kinn ist dagegen stark ausgeprägt und kann Stirn und Nase optisch überragen – bei Frauen wirkt ein vorstehend positioniertes Kinn häufig maskulin, bei Männern hart und streng. Eine Korrektur sorgt in diesen Fällen dafür, dass die Gesichtszüge natürlich wirken.
Die Verkleinerung erfolgt meist durch Abtragen von Knochensubstanz unter Vollnarkose: Mit einer Fräse wird Knochen abgetragen und das Kinn in die gewünschte Form gebracht. Alternativ kann auch hier eine Kieferverschiebung erfolgen, bei der der Kieferknochen entfernt und der Kiefer nach hinten versetzt wird. Da dieser Eingriff meist mit einem stationären Aufenthalt von ein bis zwei Nächten verbunden ist, sollte im Vorfeld ausreichend Zeit für die Genesung eingeplant werden.
Alternativen zur Operation im Gesicht
Wer sich keiner Operation unterziehen möchte, kann auf nicht-chirurgische Methoden zurückgreifen. Eine Kinnvergrößerung mit Hyaluronsäure zählt zu den beliebtesten nicht-operativen Alternativen: Für die Vergrößerung eines kleinen Kinns oder den Ausgleich von Asymmetrien kommt eine gezielte Unterspritzung zum Einsatz. Meist sind mehrere Sitzungen nötig, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Das Ergebnis einer Kinnkorrektur mit diesem Präparat hält in der Regel ein bis zwei Jahre, danach baut der Körper die Substanz ab und die Behandlung sollte aufgefrischt werden.
Die Vorteile einer Kinnkorrektur mit Filler liegen vor allem in der kurzen Ausfallzeit: Anders als bei einer Operation ist keine mehrwöchige Regenerationsphase nötig, und Patientinnen und Patienten können die Praxis meist direkt im Anschluss wieder verlassen.

Hyaluronbehandlung am Kinn
Patientenverhalten nach einer ästhetischen Kinnplastik
Ob ein Verfahren ambulant oder stationär erfolgt, hängt vom Umfang des Eingriffs ab. Kleinere Behandlungen wie die Unterspritzung sind in der Regel unkompliziert und schnell durchgeführt, sodass Patientinnen und Patienten die Praxis noch am selben Tag verlassen können. Umfangreichere Verfahren wie eine Kieferverschiebung werden dagegen häufig unter Narkose und mit kurzem stationärem Aufenthalt durchgeführt.
Nach einer Kinnplastik treten häufig Schmerzen, blaue Flecken, Blutergüsse oder eine Schwellung auf. Diese Beschwerden sind in der Regel harmlos und klingen nach einigen Tagen ab. Sobald die Wirkung der Betäubung abgeklungen ist, können Patientinnen und Patienten in der Regel wieder nach Hause gehen. Bei umfangreicheren Eingriffen kann die Regenerationszeit auch mehrere Wochen betragen; während dieser Zeit sollten die betroffenen Stellen gekühlt und bei Bedarf schmerzlindernde Medikamente eingenommen werden.
Wie bei jedem operativen Verfahren bestehen zudem gewisse Risiken: Dazu zählen Nachblutungen, Wundheilungsstörungen sowie vorübergehende Gefühlsstörungen im Kinnbereich. Eine gründliche Mundhygiene senkt das Risiko von Wundheilungsstörungen zusätzlich. Ein ausführliches Beratungsgespräch im Vorfeld hilft dabei, das individuelle Risiko realistisch einzuschätzen und die passende Methode auszuwählen.
In den ersten Tagen kommt es häufig zu vorübergehenden Ess- und Sprachschwierigkeiten, weshalb sich weiche Nahrung wie Suppen oder Pürees empfiehlt. Sportliche Aktivitäten sind meist erst wieder etwa vier bis fünf Wochen nach der Operation möglich. In den ersten Nächten empfiehlt sich erhöhtes Schlafen, damit Schwellungen schneller abklingen, und direkte Sonneneinstrahlung sollte in den ersten Wochen gemieden werden. Kontrolltermine beim behandelnden Arzt helfen zusätzlich dabei, den Heilungsverlauf zu überwachen und frühzeitig auf Auffälligkeiten zu reagieren. Auch nach vollständiger Genesung empfiehlt es sich, größere Gewichtsschwankungen zu vermeiden, damit das erzielte Ergebnis langfristig erhalten bleibt.
Diese Behandlung sollte ausschließlich von einem erfahrenen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie durchgeführt werden – die plastische Chirurgie bietet hier heute vielfältige, gut erprobte Möglichkeiten.
Kosten einer chirurgischen Kinnkorrektur
Die Kosten für eine Kinnkorrektur richten sich individuell nach der Kinnform, dem Korrekturaufwand und der gewählten Behandlungsmethode. Eine Vergrößerung mit diesem Präparat ist mit rund 120 Euro vergleichsweise günstig, muss aber regelmäßig aufgefrischt werden, da der Effekt nicht dauerhaft anhält.
Operative Verfahren bewegen sich meist zwischen 1.900 und 4.900 Euro. Sind mehrere Eingriffe oder spezielle Implantate notwendig, können die Kosten entsprechend höher ausfallen. Liegt eine funktionelle Kieferstörung zugrunde, die Probleme beim Kauen oder Sprechen verursacht, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse in der Regel die Behandlungskosten.
Rein ästhetisch motivierte Eingriffe müssen Patientinnen und Patienten selbst finanzieren. Viele Praxen bieten dafür eine Ratenzahlung an, sodass sich größere Beträge über mehrere Monate verteilen lassen. Vor Behandlungsbeginn sollte in jedem Fall ein schriftlicher Kostenvoranschlag eingeholt werden, der sämtliche anfallenden Posten transparent auflistet. Ein unverbindliches Erstgespräch in der Praxis gibt zudem Aufschluss darüber, welcher Aufwand im individuellen Fall realistisch zu erwarten ist.
Häufig gestellte Fragen zur Kinnkorrektur
Quellen
Kinn- und Wangenkorrektur - Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie. Unter: https://www.dgaepc.de/wp-content/uploads/2015/04/Kinn-Wangenkorrektur.pdf
Kinnkorrektur (Genioplastik). Unter: https://www.mooci.org/gesichtschirurgie/genioplastik-kinnkorrektur/
