Die orthomolekulare Medizin beschäftigt sich mit der gezielten Versorgung des Körpers mit Vitamin, Mikronährstoffe und weiteren essenziellen Nährstoff. Ziel der orthomolekularen Medizin ist es, eine optimale Konzentration wichtiger Substanz im Organismus zu erreichen. Das Konzept wurde maßgeblich von Linus Pauling geprägt und wird heute ergänzend in verschiedenen Bereichen angewendet. Besonders bei chronisch verlaufender Erkrankung wird die orthomolekularen Medizin häufig als unterstützender Ansatz diskutiert.
Eine ausgewogen Ernährung bleibt dabei die Grundlage, während Mikronährstoffen und Supplement gezielt eingesetzt werden können. Die richtige Dosierung sowie eine individuelle Zufuhr sollten fachlich begleitet erfolgen. Die orthomolekulare Medizin ersetzt keine Standardtherapie, kann jedoch in bestimmten Situationen sinnvoll ergänzen.
Was ist Orthomolekulare Medizin?
Die Orthomolekulare Medizin ist eine alternativmedizinische Methode, die dazu beitragen möchte, dass Patienten eine gute Gesundheit herstellen und erhalten.
Dabei setzt sie auf Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen. Diese Substanzen benötigt der Körper für das normale Funktionieren. Ziel ist es, die Konzentration und das Verhältnis im optimalen Bereich zu halten.
Zu den Mikronährstoffen gehören:
- Verschiedene Vitamine
- Mineralstoffe
- Spurenelemente
- Sekundäre Pflanzenstoffe
- Coenzyme und
- Fettsäuren
Die Orthomolekular-Medizin beschäftigt sich daher eingehend mit gesunder Ernährung und dem Ausgleichen von Mangelzuständen.

Einsatzgebiete der Orthomolekularen Medizin
Die Orthomolekulare Medizin kommt zum Einsatz bei:
- Prävention
- Unterstützung einer gesunden Lebensführung
- Verbesserung der Lebensqualität
Oft ist die Zusammensetzung in der üblichen Ernährung und die darin enthaltenen Nährstoffe nicht optimal. Daher entstehen Defizite oder Dysbalancen.
Grund dafür ist oft die fehlende Zeit für die Zubereitung der Mahlzeiten oder weil Menschen häufig außer Haus essen. Zwar fühlt sich der Mensch gesund, er ist aber unausgeglichen, weniger leistungsfähig und wird rasch müde. Die Behandlung strebt an, mit der passenden Nahrungsergänzung den Spiegel der relevanten Mikronährstoffe auf optimale Werte anzuheben.
Behandlungen eignen sich:
- für Vegetarier/Veganer
- begleitend bei Diäten zur Gewichtsreduktion
- bei Verdauungsstörungen
- bei Leistungssportlern
- bei alten Menschen
- für Heranwachsende
- zu Unterstützung von Anti-Aging-Behandlungen
- zur Entgiftung
- Blutdruckmittel
- Statine (gegen erhöhtes Cholesterin)
- Antibiotika
- Schmerzmittel
- Säureblocker

Eine Supplementierung mit geeigneten Präparaten kann die Symptomatik erheblich verbessern, Nebenwirkungen schulmedizinischer Therapien abmildern und die Genesung fördern.
Typische Diagnosen für den Einsatz der Orthomolekularen Medizin:
- Fehl- und Mangelernährung
- Häufig wiederkehrende Infekte
- Stoffwechselstörungen (Diabetes, Funktionsstörungen der Schilddrüse, Fettstoffwechselstörung)
- Muskelkrämpfe
- Osteoporose
- Entzündungsbedingte Erkrankungen (Haut, Gelenke)
- Tumorerkrankungen
Bei Osteoporose verhindert die Therapie mit Bisphosphonaten den Knochenabbau. Zum Knochenaufbau trägt die orthomolekulare Behandlung mit Kalzium als Knochenbaustoff und Vitamin D bei.
Vitamin D benötigt der Körper, um das Kalzium aufzunehmen und zu verwerten. Gegebenenfalls ist es zusätzlich notwendig, Fluoride zu verabreichen. Falls der gemessene Status suboptimal ist, rät der Behandler auch zur Ergänzung anderer für den Knochenstoffwechsel wichtigen Substanzen.
Zu den wichtigsten Substanzen gehören:
- Magnesium
- Kalium
- Zink
- Selen
- Silizium
- Omega-3-Fettsäuren und
- Gamma-Linolensäure

Die therapiebegleitende orthomolekulare Behandlung von Tumorerkrankungen verfolgt das Ziel, Mangelzustände auszugleichen, die als Folge einer Chemotherapie oder Strahlentherapie auftreten. Eine wichtige Rolle spielen die Vitamine D und C.
Es gibt Hinweise, dass hoch dosiertes Vitamin C das Ansprechen auf die Therapie sowie die Überlebenszeit positiv beeinflusst. Wichtig ist, dass die Infusion zeitlich in ausreichendem Abstand zur Chemotherapie erfolgt.
Ablauf einer orthomolekular-medizinischen Behandlung
Die Ärztin oder der Heilpraktiker erfragen im Erstgespräch Ihre Lebensumstände und Ernährungsgewohnheiten. Dann legt er fest, welche Werte Sie im Einzelnen mit einer Blutuntersuchung bestimmen lassen sollten. Die Blutentnahme erfolgt morgens nüchtern.
Die Behandlung verläuft nach dem Prinzip „Messen – Therapieren – Kontrollieren“. Nach der Analyse der Laborwerte entscheidet der Therapeut, ob es sinnvoll ist, bestimmte Mikronährstoffe durch Nährstoff-Therapien zu verbessern.
Sie erörtern mit Ihnen eine bedarfsgerechte Substitutionstherapie. Die Substanzen werden oral als Tabletten oder als Infusion verabreicht. Nach einiger Zeit erfolgt die Nachkontrolle. Dann erfolgt gegebenenfalls eine Anpassung der Therapie. Orthomolekular-medizinische Therapien sind immer individuell auf die behandelnde Person abgestimmt.
Wissenswertes über die orthomolekular-medizinische Behandlung
Je nach Therapiekonzept erfolgt die Behandlung mit einer niedrigen Wirkstoffmenge (Nahrungsergänzungsmittel). Bei einer Diät ist die Zusammensetzung auf die betreffende Person zugeschnitten (bilanzierte Diät). Teilweise kommen auch sehr hohe Dosen zum Einsatz. Daher muss der Behandler Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beachten.
Die Zufuhr von Mineralstoffen und Vitaminen ist bei der orthomolekularen Behandlung meist höher, als es die Ernährungsberatung empfiehlt. Es sind jedoch keine Nebenwirkungen zu erwarten.
Bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs ist die orthomolekulare Behandlung nicht als Alternative, sondern als komplementäre (zusätzliche) Therapie geeignet.
FAQ
Was ist die orthomolekulare Medizin?
Die orthomolekulare Medizin ist ein ergänzendes Therapiekonzept, das die Versorgung mit Vitamin, Mikronährstoffe, Mineralstoff, Spurenelemente und weiteren Substanz optimieren möchte. Das Konzept wurde vom zweifachen Nobelpreisträger Linus Pauling geprägt und basiert auf der Annahme, dass die Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper die Gesundheit beeinflusst.
Für wen kann die orthomolekulare Medizin sinnvoll sein?
Die orthomolekulare Medizin wird häufig bei chronisch verlaufender Erkrankung oder zur Erhaltung guter Gesundheit eingesetzt. Aus Sicht der orthomolekularen Medizin können Vitalstoffe, Vitamin D, Vitamin C, Vitamin A und weitere Mikronährstoffen nach einer Blutanalyse gezielt ergänzt werden. Die Anwendung sollte individuell erfolgen.
Welche Mikronährstoffe kommen in der orthomolekularen Medizin zum Einsatz?
Zum Einsatz kommen unter anderem Vitamin, Spurenelemente, Mineralstoffen, Aminosäuren, Fettsäuren sowie weitere Vitalstoffe. Ziel ist eine ausreichende Versorgung und die Vermeidung eines biochemischen Ungleichgewicht im Körper durch gezielte Supplementierung oder Nahrungsergänzungsmittel.
Ist die Wirksamkeit der orthomolekularen Medizin wissenschaftlich belegt?
Die Wirksamkeit des Konzepts der orthomolekularen Medizin wird wissenschaftlich unterschiedlich bewertet. Für einzelne Mikronährstoffe existieren naturwissenschaftlichen und medizinischen Studien, während andere Anwendungen nicht ausreichend belegt sind. Deshalb sollten regelmäßige Kontrollen sowie eine fachgerechte Dosierung erfolgen, um eine Überdosierung der eingesetzten Vitalstoffe zu vermeiden.
Kann die orthomolekulare Medizin Krankheiten heilen?
Die orthomolekulare Medizin dient nicht als Ersatz einer medizinischen Standardtherapie. Sie verfolgt die Vermeidung und Behandlung von Krankheiten durch eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen, ersetzt jedoch keine Arzneimittel oder evidenzbasierte Behandlung von Krankheiten. Eine ausgewogene Ernährung, gezielte Einnahme und ärztliche Begleitung bleiben entscheidend.
Über den Fachautor
Sabine Schneider
Chefredakteurin
Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.
Mehr über den Fachautor →Quellen
https://www.bdh-online.de/lexikon/orthomolekulare-medizin/
https://fom-online.de/orthomolekulare-medizin/
https://de.wikipedia.org/wiki/Linus_Pauling
https://de.wikipedia.org/wiki/Orthomolekulare_Medizin
https://www.thieme.de/de/naturheilverfahren/orthomolekulare-therpie-hauterkrankungen-118855.htm
https://www.bzfe.de/das-beste-aus-dem-essen/was-im-essen-steckt-vitamine-und-mineralstoffe/
https://www.bfr.bund.de/de/lebensmittelsicherheit-3982.html
https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0030-1270846
https://www.nds-krebsgesellschaft.de/downloads/broschueren/ndsk_broschuere_komplementeare_behandlungsmethoden.pdf
https://www.biokrebs.de/forschung-studien/orthomolekulare-medizin/vitamin-c-und-das-ueberleben-bei-brustkrebs-und-lungenkrebs
https://www.apotheken-umschau.de/familie/schwangerschaft/ernaehrung/wie-viel-folsaeure-brauchen-schwangere-790787.html
https://www.bfr.bund.de/cm/350/jod-folat-folsaeure-und-schwangerschaft.pdf
