Chemotherapie bei Prostatakrebs - Spezialisten und Informationen

Das Prostatakarzinom ist der am häufigsten vorkommende Krebs beim Mann und kann unbehandelt zum Tode führen. Es gibt verschiedene Therapiestrategien, welche gute Prognosen liefern. Eine Behandlungsmöglichkeit stellt die Chemotherapie bei Prostatakrebs dar. Weitere Informationen hierzu sowie Spezialisten für die Durchführung einer Chemotherapie bei Prostatakrebs finden Sie hier.

Empfohlene Spezialisten für Chemotherapie bei Prostatakrebs

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Chemotherapie Prostatakrebs - Weitere Informationen

Chemotherapie bei Prostatakrebs: Was ist das?

Die Chemotherapie bei Prostatakrebs bezeichnet die medikamentöse Behandlung des Prostatakarzinoms im Bereich der Onkologie. Sie hat als alleinige Behandlungsstrategie beim Prostatakarzinom keinen Heilungseffekt.

Die Chemotherapie wird in Kombination mit Strahlentherapie oder nach einer Operation im lokal fortgeschrittenen Stadium angewandt. Ein lokal fortgeschrittenes Stadium bedeutet, dass die Zellen des Prostatakrebses bereits die Organkapsel durchbrochen und Nachbarorgane wie die Harnblase befallen haben.

Alternativ wird die Chemotherapie zu palliativen Zwecken eingesetzt, um das weitere Wachstum des Krebses zu verlangsamen. Es stehen mehrere Medikamente mit verschiedenen Ansatzpunkten zur Verfügung.

Bei der sogenannten Hormontherapie (Hormonentzug) wird medikamentös in den körpereigenen Hormonkreislauf eingegriffen. Der Hypothalamus im Gehirn sendet Signale an die Hirnanhangsdrüse, die wiederum Hormone an die Hoden sendet. In den Hoden findet die Testosteronproduktion statt. Das Hormon Testosteron bewirkt das Wachstum der Prostata, die Spermienproduktion und ist verantwortlich für das männliche Erscheinungsbild.

Beim Prostatakarzinom findet eine unkontrollierte Vermehrung der Prostatazellen im Körper statt. Diese starke Vermehrung kann mit einer Hormontherapie auf verschiedenen Ebenen gehemmt werden. Bei Medikamenten, die bei dieser Therapie im Hypothalamus wirken, wird die Testosteronproduktion durch das Fehlen von Wachstumssignalen gehemmt. Beispiele hierfür sind Buserelin, Goserelin, Abarelix und Degarelix. Ein weiterer Ansatzpunkt ist der Testosteronrezeptor, der sich in der Prostata befindet. Das Testosteron kann hierbei seine Wirkung nicht entfalten, da seine Rezeptoren durch Medikamente wie Bicalutamid oder Flutamid blockiert werden.

Bei der eigentlichen Chemotherapie handelt es sich um den Einsatz von Zytostatika. Diese sind sehr aggressiv und hemmen das Zellwachstum. Sie wirken auf alle Zellen des Körpers, doch besonders auf Tumorzellen, da sich diese besonders schnell vermehren. Zytostatika wirken stärker als die Arzneimittel der Hormontherapie, haben aber allerdings stärkere Nebenwirkungen. Wirkstoffe hierfür sind beispielsweise Docetaxel und Carbazitaxel.

Hintergrundinformationen zu Prostatakrebs

Die Prostata bezeichnet die Vorsteherdrüse beim Mann. Sie spricht auf Wachstumshormone wie Testosteron an und ist daher wie die Brustdrüse krebsanfällig. Der Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Männern. Das Risiko, ein Prostatakarzinom zu bekommen, steigt mit dem Alter. Ebenfalls besteht ein erhöhtes familiäres Risiko.

Das Karzinom beginnt oft unbemerkt und wird als Zufallsbefund entdeckt. Im fortgeschrittenen Stadium können Beschwerden wie

Gewichtsverlust auftreten. Die Diagnose erfolgt

  • mittels digital-rektaler Untersuchung,
  • durch Marker im Blut sowie
  • durch eine Probenentnahme der Prostata (Prostatabiopsie).

Wenn ein Verdacht auf ein fortgeschrittenes Stadium besteht, sollte eine Szintigraphie durchgeführt werden, um eine mögliche Metastasierung zu erkennen. Bei fortgeschrittenem Prostatakrebs können schmerzhafte Knochenmetastasen auftreten.

Es existieren mehrere Therapiemöglichkeiten wie

  • das aufmerksame Abwarten und Beobachten,
  • eine Chemo- und Strahlentherapie sowie
  • die operative Entfernung der Prostata, die Prostatektomie.

Das Prostatakarzinom wächst sehr langsam und hat somit eine gute Prognose. Beim lokal begrenzten Prostatakrebs können Arzt und Patient zwischen aktiver Beobachtung, radikaler chirurgischer Prostataentfernung sowie Bestrahlung entscheiden. Im fortgeschrittenem Stadium können eine Kombination aus Prostatektomie (mit gegebenenfalls Lymphknotenentfernung) und Strahlen- oder Hormontherapie oder eine Kombination aus Strahlen- und Hormontherapie erfolgen. Beim metastasierten Prostatakarzinom kommen Hormon- und/oder Chemotherapie, Schmerztherapie der Knochenmetastasen, Strahlentherapie sowie die chirurgische Wiederherstellung der Harnpassage als palliativer Ansatz in Frage.

Die operative Behandlung: Die Prostatektomie

Die Prostatektomie ist die radikale operative Entfernung der Prostata. Es gibt hierbei mehrere Zugangswege. Die erste Möglichkeit, zur Prostata zu gelangen, besteht über einen Unterbauchschnitt. Bei dieser Methode ist das Risiko sehr gering, Nerven oder Gefäße zu schädigen. Eine weitere Möglichkeit ist der Zugang über einen Dammschnitt zwischen Anus und Hoden. Vorteilhaft hierbei ist die schnelle Heilungsphase.  Die letzte Operationsmöglichkeit ist die laparoskopische Prostatektomie. Der Zugang erfolgt dabei über Bauchspiegelung mit einer Kamera. Die Wahl des Zugangswegs trifft der Patient zusammen mit dem behandelnden Arzt.

Eine neue alternative Methode stellt die Kryotherapie bei nicht ausreichender Strahlentherapie dar. Hier werden unter Ultraschallkontrolle abwechselnd warme und kalte Gase über dünne Nadeln eingeführt und so die Krebszellen zerstört. Grundsätzlich kommt es nach einer Operation immer zu Sterilität, da der Samengang durchtrennt wird.

Nachsorge nach Prostatektomie und Chemotherapie bei Prosatakrebs

Der Krankenhausaufenthalt nach Prostatektomie beträgt etwa eine Woche. Nach der Operation sollten regelmäßige Blutkontrollen stattfinden. Wenn die Prostatawerte steigen, kann dies auf ein Rückfall hindeuten. Die Harninkontinenz soll mittels Blasentraining und Physiotherapie erfolgen. Auftretende Erektionsstörungen können mit medikamentöser Therapie therapiert werden.

Bei der Nachsorge der Chemotherapie steht besonders die Bewältigung der Nebenwirkungen im Vordergrund, die individuell symptomatisch behandelt werden. Ebenfalls sollten alle drei bis sechs Monate Blutkontrollen sowie körperliche und eventuell bildgebende Untersuchungen geplant werden.

Komplikationen, Risiken und Prognose nach Prostatakrebsbehandlung

Es gibt einige seltene Komplikationen, die nach einer Prostataoperation auftreten können. Belastungsinkontinenz und erektile Dysfunktionen sind die häufigsten Nebenwirkungen nach der Operation. Seltener kommt es zu Wundheilungsstörungen oder Lymphansammlungen.

Als Nebenwirkungen der Hormontherapie können je nach Präparat

  • Hitzewallungen,
  • Schweißausbrüche,
  • Kopfschmerzen,
  • Stimmungsveränderungen,
  • Libidoverlust,
  • erektile Dysfunktion,
  • Müdigkeit,
  • Bluthochdruck,
  • Hautausschläge und -schwellungen,
  • Magen-Darm-Beschwerden,
  • Gelenkschmerzen,
  • Rückenschmerzen und 
  • lokale allergische Reaktionen an der Einspritzstelle

auftreten.

Eine Chemotherapie ist aggressiver als eine Behandlung mittels Hormone und hat schwerwiegendere Nebenwirkungen. Es können

  • Appetitmangel,
  • Durchfall,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Mundschleimhautentzündungen,
  • Muskel- und Gelenkschmerzen,
  • Erhöhung der Leberwerte,
  • Müdigkeit,
  • allgemeine Schwäche,
  • Hautausschlag,
  • Haarausfall,
  • Fieber,
  • Infektionen und
  • Blutbildungsstörungen

auftreten. Eine Strahlentherapie kann mehrere akute sowie chronische Strahlenschäden verursachen.

Die Prognose des Prostatakarzinoms hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Ausschlaggebend ist hauptsächlich die mikroskopische Beschaffenheit des Prostatagewebes. Außerdem werden die Heilungschancen von der Größe des Tumors, dem Lymphknotenbefall, der Ausbreitung in die Nachbarorgane sowie dem Grad der Metastasierung beeinflusst. Grundlegend sind jedoch das erfolgreiche Ansprechen des Körpers auf die Hormon- oder Chemotherapie sowie auf der Erfolg der Operation. Eine vollständige Entfernung des Tumors ohne den Verleib von Resektionsrändern wäre optimal.

Das Prostatakarzinom wird sehr häufig diagnostiziert und kann unbehandelt zu gefährlichen Knochenmetastasen führen. Die Diagnose ist relativ unproblematisch und durch die Existenz vieler Therapieansätze stellt sich die Prognose bei frühzeitiger Therapie oft als sehr positiv dar.

Quellen

https://next.amboss.com/de/article/Ji0ssf#E3e94c08ec1da95b988eeef24b5e4e90b

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/therapie/behandlung-im-fortgeschrittenen-stadium.html

https://www.meduniwien.ac.at/hp/urologie/patientinneninformationen/erkrankung-behandlung/prostatakrebs/behandlung/

https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Prostata_5_0/LL_Prostata_Langversion_5.0.pdf

https://www.ordensklinikum.at/fileadmin/user_upload/Empfehlung_Prostataektomie.pdf

https://www.franziskus.de/de/pflege-aerzte/tumorzentrum/prostatazentrum/stationaerer-aufenthalt

https://www.pharmawiki.ch/wiki/
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