Die radikale-Prostatektomie wird bei Männern mit Prostatakrebs empfohlen, wenn der Tumor auf die Prostata begrenzt ist und keine Metastasen in Lymphknoten oder anderen Organen vorliegen.
Ziel dieser Operation ist die vollständige Entfernung der Prostata samt ihrer Kapsel, der Samenblasen und der Endstücke der Samenleiter, um alle Krebszellen zu beseitigen und eine Chance auf vollständige Heilung zu bieten.
Im Rahmen der sogenannten aktiven Überwachung („Active Surveillance“) beobachten Ärztinnen und Ärzte kleine, wenig aggressive Tumoren zunächst nur, bevor sie operativ eingreifen.
Sobald sich jedoch ein Fortschreiten der Erkrankung zeigt oder der Tumor auf die Prostata übergreift, wird eine operative Entfernung der gesamten Prostata erforderlich.
Diese Maßnahme wird auch als radikale Entfernung der Prostata bezeichnet.
Eine radikale Prostatektomie kommt in der Regel infrage, wenn:
- der Patient ein lokal begrenztes Prostatakarzinom oder ein lokalisiertes Prostatakarzinom hat,
- die Lebenserwartung von mindestens zehn Jahren beträgt,
- der allgemeine Gesundheitszustand einen größeren chirurgischen Eingriff erlaubt,
- und eine Heilungschance durch vollständige Tumorentfernung realistisch ist.
Im Gegensatz zur Bestrahlung oder Hormontherapie zielt die radikale Prostatektomie auf die radikale Entfernung des Tumors ab.
Das Verfahren bietet insbesondere bei lokal begrenztem Prostatakrebs die besten Heilungschancen, während bei fortgeschrittenen Stadien häufig zusätzliche Therapien erforderlich sind.
Durch moderne nervenschonende Operationstechniken lässt sich heute zudem die Erektionsfähigkeit oft erhalten, ohne die onkologische Sicherheit zu gefährden.

Die Prostata befindet sich unterhalb der Harnblase. Eine radikale Prostatektomie kann besonders in frühen Prostatakrebsstadien zur Heilung führen © Henrie | AdobeStock
Die radikale-Prostatektomie wird von spezialisierten Urologinnen und Urologen durchgeführt, die auf die Behandlung von Prostatakrebs spezialisiert sind.
Diese Ärztinnen und Ärzte verfügen über umfangreiche Erfahrung in der chirurgischen Therapie von Prostatakarzinomen und führen den Eingriff in spezialisierten Prostatazentren oder Kliniken für Urologie und Onkologie durch.
Der operierende Arzt – häufig ein erfahrener Operateur oder Chirurg – entscheidet gemeinsam mit dem Patienten über das optimale Verfahren, abhängig vom Tumorstadium, der Lokalisation des Prostatakarzinoms und dem allgemeinen Gesundheitszustand.
Vor allem bei einem lokal begrenzten Prostatakrebs kann die radikale-Prostatektomie eine hohe Heilungschance bieten, während bei fortgeschrittenen Stadien oft eine Kombination mit Bestrahlung oder Hormontherapie sinnvoll ist.
Die operative Entfernung der Prostata kann heute auf verschiedene Arten erfolgen:
- Offene Operation über den Unterbauch (retropubische radikale Prostatektomie)
- Zugang über den Damm (perineale radikale Prostatektomie)
- Laparoskopische oder roboterassistierte radikale Prostatektomie
Je nach Zugangsweg und Tumorgröße entscheidet der Operateur, welches Verfahren den größten Erfolg bei gleichzeitig möglichst geringer Komplikationsrate bietet.
In modernen Kliniken kommen häufig roboterassistierte Systeme wie das Da-Vinci-Operationssystem zum Einsatz, die eine besonders präzise und nervenschonende Prostatektomie ermöglichen.
Patienten mit einem lokalisierten Prostatakarzinom profitieren am meisten von der radikalen-Prostatektomie, da hier die gesamte Prostata samt ihrer Kapsel und angrenzende Lymphknoten entfernt werden können.
So erhöht sich die Chance auf vollständige Heilung, während erfahrene Urologen und Chirurgen darauf achten, Nerven und Blutgefäße bestmöglich zu erhalten, um das Risiko von Erektionsstörungen und Harninkontinenz zu minimieren.
Die radikale-Prostatektomie ist ein komplexer chirurgischer Eingriff, bei dem die gesamte Prostata samt ihrer Kapsel, die Samenblasen und ein Teil der Harnröhre entfernt werden.
Ziel ist die vollständige operative Entfernung der Prostata einschließlich aller Tumorzellen, um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren.
Vor der Operation wird durch bildgebende Verfahren geprüft, ob der Tumor auf die Prostata begrenzt ist oder bereits Lymphknoten oder andere Organe betroffen sind.
Je nach Befund kann während der Prostata-OP zusätzlich eine Lymphadenektomie (Entfernung der Lymphknoten in der Nähe der Prostata) erfolgen.
Dadurch kann der Operateur feststellen, ob sich Metastasen gebildet haben und die radikale Entfernung der Prostata onkologisch sinnvoll ist.
Es stehen drei etablierte Zugangswege zur Verfügung, um die Prostata zu entfernen:
| Verfahren | Beschreibung | Vorteile |
| Retropubische radikale Prostatektomie |
Offene Operation über den Unterbauch. Der Chirurg erreicht die Prostata direkt und kann bei Bedarf Lymphknoten entfernen. |
Gute Übersicht, ideal bei vergrößerter Prostata. |
| Perineale radikale Prostatektomie |
Zugang über einen kleinen Schnitt am Damm. |
Geringerer Blutverlust, geeignet bei Voroperationen im Unterbauch. |
| Laparoskopische radikale Prostatektomie |
Minimal-invasiver Eingriff über kleine Schnitte im Bauchraum. |
Schnellere Erholung, geringere Schmerzen. |
| Roboterassistierte radikale Prostatektomie |
Präzisionsverfahren mit computergestütztem System (z. B. Da Vinci-Roboter). |
Besonders nervenschonend, exakte Präparation der Nerven und Blutgefäße. |
Während des Eingriffs achten die operierenden Ärztinnen und Ärzte darauf, die Prostata zu entfernen, ohne wichtige Strukturen wie die Samenbläschen und den inneren Schließmuskel zu verletzen. Besonders bei einer roboterassistierten radikalen Prostatektomie oder einer perinealen Prostatektomie kann der Schließmuskel zwischen Harnblase und Harnröhre oft vollständig erhalten werden, was die spätere Harnkontrolle verbessert. In einigen Fällen werden zusätzlich Teile des angrenzenden Gewebes entnommen, um sicherzustellen, dass keine Krebszellen verbleiben.
Während der radikalen-Prostatektomie trennt der Operateur die Harnblase und Harnröhre vorsichtig voneinander, um den inneren Schließmuskel zu erhalten.
Danach werden die Harnröhre und der innere Schließmuskel mit der Blase wieder verbunden (Anastomosierung).
Die rekonstruktive Naht ist entscheidend für die Wiedererlangung der Harnkontinenz nach der Operation.
Je nach anatomischer Situation und Lokalisation des Tumors wird der Eingriff nervenschonend durchgeführt.
Ziel ist es, die Erektion und damit die sexuelle Funktion möglichst zu erhalten – ohne die vollständige Entfernung des Prostatakarzinoms zu gefährden.
Gerade bei Patienten mit einem lokalisierten Prostatakarzinom kann die radikale-Prostatektomie die Heilungschancen deutlich verbessern.
Während des Eingriffs werden häufig auch Lymphknoten entfernt, um eine mögliche Ausbreitung des Prostatakarzinoms sicher zu beurteilen. Das Ziel ist, das gesamte Tumorgewebe zu beseitigen und die Prostata zu entfernen, ohne wichtige anatomische Strukturen zu verletzen.
Wie bei jedem größeren chirurgischen Eingriff kann es auch nach einer radikalen-Prostatektomie zu Komplikationen und Nebenwirkungen kommen. Die häufigsten Folgen betreffen die Harnkontinenz und die Erektionsfähigkeit, da während der Operation Nerven, Blutgefäße und Muskeln im Bereich der Prostata, der Harnröhre und der Blase beteiligt sind.
Nach einer radikalen Entfernung der Prostata berichten viele Männer zunächst über eine vorübergehende Inkontinenz, insbesondere nach dem Entfernen des Katheters.
In den meisten Fällen bessern sich diese Beschwerden innerhalb weniger Wochen oder Monate deutlich. Durch gezieltes Beckenbodentraining kann die Harninkontinenz zusätzlich reduziert werden.
Dauerhafte Inkontinenz ist selten und hängt meist vom Tumorstadium, der Operationstechnik und der Erfahrung des Operateurs ab.
Patienten, die sich einer roboterassistierten radikalen Prostatektomie unterziehen, profitieren häufig von einer schnelleren Erholung und geringeren Komplikationsraten. Studien zeigen, dass Männer mit einem lokal begrenzten Prostatakarzinoms, die frühzeitig operiert werden, langfristig bessere Ergebnisse erzielen. Die radikale Prostatektomie bietet ebenfalls die Chance, Tumorgewebe vollständig zu entfernen und gleichzeitig wichtige Nervenbahnen zu schonen.
Ein weiteres mögliches Symptom ist die erektile Dysfunktion.
Bei einer nervenschonenden Prostatektomie versuchen Ärztinnen und Ärzte, die für die Erektion verantwortlichen Nerven und Blutgefäße zu erhalten.
Trotzdem kann es in manchen Fällen zu Erektionsstörungen oder Impotenz kommen, besonders wenn der Tumor sehr nah an den Nerven liegt.
Hier können medikamentöse Therapien oder Hilfsmittel (z. B. Vakuumpumpen oder Injektionen) unterstützen.
Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:
- Verengung der Harnröhre (Urethrastriktur) durch Narbenbildung
- Schmerzen im Unterbauch oder Leistenbereich
- Verlust an Ejakulat (die Samenblasen werden mit entfernt)
- Leichte Verkürzung des Penis durch anatomische Veränderung nach der Prostataentfernung
Die radikale-Prostatektomie kann auch zu allgemeinen postoperativen Beschwerden wie Blutergüssen, Wundheilungsstörungen oder Schwellungen führen.
Solche Komplikationen treten jedoch selten auf, insbesondere wenn die Operation minimal-invasiv oder roboterassistiert durchgeführt wurde.
Die Folgen der radikalen Prostatektomie hängen stark von der Operationstechnik und der Erfahrung des Operateurs ab. Besonders nach einer roboterassistierten radikalen oder nervenschonenden Prostatektomie erholen sich viele Patienten schneller. Wird die radikale Prostataentfernung vollständig durchgeführt und dabei auf die Schonung der Nerven und Blutgefäße geachtet, können Männer häufig schon wenige Wochen nach der Prostata-OP deutliche Fortschritte bei Harnkontinenz und Erektionsfähigkeit bemerken.
Langzeitdaten aus internationalen Studien, u. a. dem N Engl J Med Controlled Phase 3 Trial, zeigen, dass Patienten mit einem lokal begrenzten Prostatakarzinom, die eine radikale-Prostatektomie erhalten, langfristig bessere Outcomes after Surgery erzielen als Patienten unter reiner aktiver Überwachung.
Diese Ergebnisse unterstreichen, dass die radikale Prostatektomie trotz möglicher Nebenwirkungen für viele Männer mit lokalisiertem Prostatakarzinom eine hohe Heilungschance bietet.
Was passiert bei der radikalen Prostatektomie genau?
Bei der radikalen Prostatektomie entfernt der Chirurg die gesamte Prostata samt ihrer Kapsel, die Samenbläschen sowie den Teil der Harnröhre, der durch die Drüse verläuft. Je nach Tumorausdehnung werden auch Lymphknoten in der Nähe entfernt, um sicherzustellen, dass keine Krebszellen im umliegenden Gewebe verbleiben.
Diese operative Entfernung der Prostata gilt weltweit als Standard bei localized prostate cancer und bietet vor allem bei lokal begrenztem Prostatakarzinom die Chance auf vollständige Heilung.
Welche Komplikationen können nach der Operation auftreten?
Wie bei jedem größeren Eingriff können Komplikationen auftreten. Typisch sind vorübergehende Harninkontinenz, erektile Dysfunktion oder leichte Blutungen. In seltenen Fällen kann es zu Verengungen der Harnröhre oder zu Verletzungen des inneren Schließmuskels kommen.
Fortschritte in der anatomisch nervenschonenden Prostatektomie und beim roboterassistierten Eingriff haben diese Risiken jedoch deutlich reduziert. Die meisten Patienten berichten nach einigen Monaten über eine gute Harnkontinenz und eine teilweise oder vollständige Wiederherstellung der Erektionsfähigkeit.
Wie unterscheiden sich offene, laparoskopische und roboterassistierte Operationen?
Bei der offenen radikale Prostataektomie erfolgt der Zugang über den Unterbauch.
Die laparoskopische Prostatektomie wird dagegen durch kleine Schnitte im Bauchraum durchgeführt, über die Kamera und Instrumente eingeführt werden.
Modernste Zentren setzen das Da-Vinci-System für die roboterassistierte radikale Prostatektomie ein. Dadurch kann der Operateur mit höchster Präzision Nerven und Blutgefäße schonen, was die Folgen der radikalen Prostatektomie deutlich mildert.
Wann ist eine radikale Prostatektomie sinnvoll und wann reicht aktive Überwachung?
Bei einem lokal begrenzten Prostatakarzinom bietet die radikale Prostatektomie die besten Heilungschancen.
Wenn der Tumor nur langsam wächst oder der Patient eine Lebenserwartung von weniger als zehn Jahren hat, kann jedoch auch eine aktive Überwachung („Active Surveillance“) sinnvoll sein.
Dabei wird die Erkrankung regelmäßig kontrolliert, und ein Eingriff erfolgt nur, wenn der Tumor fortschreitet.
Patienten sollten die Entscheidung stets gemeinsam mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin treffen. Besonders Patienten mit einem lokal begrenzten Prostatakarzinoms können von der radikalen Prostatektomie profitieren, da sie eine kurative Option bietet und in vielen Fällen langfristige Tumorfreiheit ermöglicht.