Die mittlere Augenhaut heißt auch Uvea. Sie besteht aus der Regenbogenhaut, dem Ziliarkörper mit dem Corpus Cilliare, beziehungsweise Strahlenkörper und der Augenhaut (Choroidea). Eine Uveitis ist die Entzündung der Aderhaut in diesem Bereich. Je nach betroffenem Augenabschnitt werden verschiedene Arten unterschieden.
Die mittlere Augenhaut setzt sich zusammen aus:
- Der Regenbogenhaut des Auges (Iris)
- Dem Ziliarkörper des Auges (Corpus ciliare)
- Der Aderhaut des Auges (Choroidea)
Grundsätzlich ist die mittlere Augenhaut für die Nährstoff-Versorgung der Netzhaut zuständig. Sie heißt deshalb auch Gefäßhaut. Die Netzhaut stellt einen Teil des zentralen Nervensystems dar. Das Gewebe versorgt die innenliegende Nervenzellschicht.
Zudem sorgt sie auch für die Anpassung der Augen auf verschiedene Entfernungen (Akkomodation). Durch die Vergrößerung oder Verkleinerung der Pupille ist eine Anpassung an verschiedene Lichtverhältnisse (Adaption) möglich.
Entzündungen der mittleren Augenhaut heißen auch Uveitis. Die Unterteilung der Uveitis richtet sich nach:
- Den betroffenen Abschnitten der mittleren Augenhaut (Regenbogenhautentzündung, Aderhautentzündung)
- Der Region am Auge (vorderer, mittlerer, hinterer Augenbereich)
- Der Ursache (primär oder sekundär als Begleiterkrankung)
Eine Uveitis sollten Sie auf jeden Fall fachgerecht behandeln lassen, da sie die Sehkraft dauerhaft beeinträchtigt.
Der Aufbau des menschlichen Auges @ bilderzwerg /AdobeStock
Vor der Augenlinse ist die mit Farbpigmenten (Melanin) besetzte Regenbogenhaut erkennbar. Ihre Färbung ist die Augenfarbe jedes Menschen.
Die Pigmentierung der Regenbogenhaut steht bei der Geburt noch nicht fest, sondern entwickelt sich im ersten Lebensjahr oder später. Die Augen eines Babys sind zunächst fast immer blau oder grau.
In der Mitte der Regenbogenhaut befindet sich die Pupille. Sie ist ein rundes Loch, die sich durch die Muskulatur der Regenbogenhaut verändern lässt.
Auf diese Weise kann das Auge auf unterschiedliche Lichtverhältnisse reagieren. Die Iris stellt also beim Fotoapparat eine Blende dar.
Pupillenreflex
Die Größe der Pupille können wir nicht bewusst steuern. Die Steuerung übernimmt stattdessen das vegetative Nervensystem.
In Stresssituationen, bei dunklen Lichtverhältnissen oder beim Blick in die Ferne erweitert sich die Pupille.
Umgekehrt wird der Pupillendurchmesser bei hellem Licht, Müdigkeit oder Fokussierung auf den Nahbereich verringert.
Die Regenbogenhaut unterteilt den Bereich zwischen Augenlinse und Hornhaut in eine hintere und eine vordere Kammer.
Die mittlere Augenhaut ist empfindlich und kann sich bei einem schwachen Immunsystem schnell entzünden.
Hinweise auf eine Regenbogenhautentzündung (Iritis) sind:
- Schmerzen durch Lichteinfall
- Ein starker Tränenfluss
- Ein Lidkrampf mit Sehverschlechterung
Die Entzündung der Regenbogenhaut kann entweder akut oder chronisch sein. In der Regel ist die Iritis eine Begleiterkrankung einer rheumatologischen Erkrankung. Ist die Regenbogenhaut des Auges entzündet, schließt sich meist auch der Ziliarkörper an (Zyklitis).
Die Iritis kann unterschiedliche Ursachen haben, wie:
- Verschiedene Erreger (Borreliose - Infektion durch Zecken)
- Virale Infektion durch Grippeviren
In den Bereichen der Entzündung kommt es zu Veränderungen der Blutgefäße der Regenbogenhaut. Daher können hier etwa Eiweiße oder weiße Blutkörperchen aus der vorderen Augenkammer austreten.
Dadurch kommt es zu einer schlechteren Sehleistung. Ebenso können sich bei Entzündungen der Regenbogenhaut Fibrin und Zellen absondern, die die Abflusswege des Kammerwassers verstopfen. Dies kann zur Verklebung der Hornhaut, Regenbogenhaut sowie der Pupille führen.
Die Entzündung der Regenbogenhaut stört die Kammerwasserzirkulation. Daher steigt in der Folge der Augeninnendruck (sekundäres Glaukom, oder auch Grüner Star). Im Extremfall kann dies zur Erblindung führen.
Beim Albinismus fehlt der Regenbogenhaut die Pigmentierung, so dass der Augenhintergrund durchscheint. Das führt zu einer rötlichen Augenfarbe. Da die Regenbogenhaut eine Blendfunktion hat, kann sie diese beim Albinismus nicht ausführen. Der Betroffene fühlt sich geblendet.
Die meisten Menschen mit Albinismus haben eine hellere Augen- und Haarfarbe @ AnnaStills /AdobeStock
Ist bei der Geburt die Regenbogenhaut nicht vorhanden, nennen Experten dies Aniridie. Defekte der Regenbogenhaut des Auges werden Kolobome genannt.
Der Ziliarkörper (Corpus ciliare, Strahlenkörper) ist Teil der mittleren Augenhaut. Er befindet sich zwischen der Regenbogenhaut und der Aderhaut des Auges. Er besteht aus dem Ziliarepithel (Membran) und dem Ziliarmuskel und umschließt ringförmig die Augenlinse. Er gibt ihr damit Halt.
Ferner ist er an der Produktion von Kammerwasser für die Augenkammern beteiligt. Das Kammerwasser sorgt für einen stabilen Augeninnendruck.
Bei der Kammerwasserproduktion gibt das Epithel die Flüssigkeit zunächst an die hintere Augenkammer ab. Von dort kann sie in die vordere Kammer fließen, sodass Hornhaut und Linse „umspült“ werden.
Die vordere und hintere Kammer des Auges beinhalten circa 125 Mikroliter Kammerwasser. Die Produktion dauert etwa eine Stunde.
Der Ziliarkörper und die Linse sind über Zonulafasern (Aufhängebänder) verbunden. Durch den Zug an den Fasern kann sich die Linse zusammenziehen oder erschlaffen. Er kann durch die flexible Brechkraft der Linse in die Ferne und Nähe scharf stellen.
Der Ziliarkörper ist im anatomischen Sinne mit der Iris eng verbunden. Daher treten Erkrankungen oft in Kombination auf. Eine Entzündung beider Bereiche nennen Mediziner „Iridozyklitis“. Eine Nichtbehandlung kann zum Grünen Star (Glaukom) oder zum Grauen Star (Katarakt) führen.
Augenschmerzen und Lichtempfindlichkeit können auf eine Entzündung des Ziliarkörpers hinweisen.
Weitere typische Symptome sind:
- Sehstörungen
- Farbveränderungen der Pupille
- Verklebungen zwischen Pupille und Hornhaut
Eine Entzündung des Ziliarkörpers hat oft internistische Ursachen, wie:
Ebenfalls kann der Ziliarkörper von Tumoren betroffen sein. Am häufigsten tritt dabei das maligne Melanom des Ziliarkörpers auf. Dabei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung, die dringend augenärztliche Betreuung benötigt. Idealerweise in einem Ophthalmo-onkologischen Zentrum.
Die Ursachen einer Uveitis sind vielfältig. Möglich sind Infektionen durch Viren oder Bakterien, seltener auch durch Pilze oder ein Parasit. Eine Uveitis kann außerdem bei Rheuma, Morbus Bechterew, Arthritis, Juvenile Ideopathische Arthritis, Morbus Crohn, Sarkoidose oder Morbus Reiter auftreten. Auch Toxoplasmose zählt zu den bekannten Auslösern. In vielen Fällen bleibt die Ursache jedoch unklar, also Ursache unbekannt. Folglich können ganz unterschiedliche verschiedene Krankheiten eine Uveitis auslösen.
Unbehandelt kann eine Uveitis schwere Komplikationen wie Grüner Star, Grauer Star, Netzhautablösungen, eine Schädigung des Sehnervs und damit eine dauerhafte Sehbeeinträchtigung verursachen.
Die Diagnose einer Uveitis erfolgt durch den Augenarzt. Entscheidend ist die Untersuchung des vorderen und hinteren Augenabschnitts, die Kontrolle von Hornhaut, Vorderkammer, Glaskörper und Netzhaut sowie die Messung des Augeninnendrucks. Je nach Befund werden auch mögliche internistische Ursachen abgeklärt, etwa eine Grunderkrankung aus dem rheumatologischen Bereich. Bei Beteiligung von Glaskörper und die Netzhaut oder dem hinteren Augenbereich sind zusätzliche Untersuchungen besonders wichtig.
Wichtigstes Ziel ist die schnelle Kontrolle der Entzündung. Häufig kommen Augentropfen mit Kortison zum Einsatz. Bei stärkeren Verläufen kann auch Kortison in Tablettenform notwendig sein. Zusätzlich sollen Schmerzen gelindert und die Vermeidung von Verklebungen der Pupille erreicht werden. Wird die Entzündung durch Virus, Bakterie oder andere Erreger ausgelöst muss gezielt gehandelt werden. Selten kann die Erkrankung auch durch Pilze oder Parasiten ausgelöst sein. Ohne Therapie drohen Schädigungen, anhaltende Sehprobleme, Veränderungen von Glaskörper und der Netzhaut, ein erhöhter Augeninnendruck, grüner Star, grauer Star oder sogar Netzhautablösungen. Deshalb sollte jede Entzündung im Bereich der mittleren Augenhaut sorgfältig behandelt und kontrolliert werden.
Was ist eine Uveitis?
Eine Uveitis ist eine Entzündung der mittleren Augenhaut. Betroffen sein können Iris, Ziliarkörper und Aderhaut.
Ist eine Iritis das Gleiche wie Uveitis?
Nein - nicht ganz, Iritis bezeichnet die Entzündung der Iris. Sie ist eine Form der Uveitis, meist im Sinn einer vorderen Uveitis bzw. Uveitis Anterior.
Welche Ursachen kann eine Uveitis haben?
Zu den Ursachen zählen Autoimmunerkrankungen, Infektionen, rheumatische Erkrankungen sowie Erreger wie Viren oder Bakterien. Auch Toxoplasmose, Morbus Bechterew, Morbus Crohn oder juvenile ideopatische Arthritis kommen infrage.
Wie wird Uveitits behandelt?
Je nach Ursache mit Augentropfen, Kortison, weiteren entzündungshemmenden Medikamenten und einer gezielten Behandlung der Grunderkrankung.
Kann Uveitis gefährlich werden?
Ja, unbehandelt drohen Komplikationen wie grüner Star, grauer Star, Schädigung des Sehnervs und eine dauerhafte Sehbeeinträchtigung.