Echinokokkose - Informationen und Spezialisten

16.05.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Würmer als Erreger der Echinokokkose – wer in südlichen Gefilden unterwegs ist, sollte sich ein paar Gedanken dazu machen, aber nicht in Panik verfallen. Im Folgenden erläutern wir Verlauf und Behandlung der Echinokokkose.

Finden Sie hier außerdem ausgewählte Spezialisten für Echinokokkose.

ICD-Codes für diese Krankheit: B67

Empfohlene Spezialisten für Echinokokkose

Artikelübersicht

Definition: Was ist eine Echinokokkose?

Als Echinokokkose bezeichnet man eine Infektion, die der Befall mit einem Fuchsbandwurm oder kleinem Hundebandwurm auslöst. Es gibt zwei Arten der Erkrankung:

  • Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) verursacht die sogenannte alveoläre Echinokokkose,
  • der Kleine Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) die zystische Echinokokkose.

Der Fuchsbandwurm kommt vor allem in den südlichen Teilen Europas und Deutschlands vor, der Hundebandwurm weltweit.

Jährlich erkranken in Deutschland 80 Personen am Hundebandwurm, 54 am Fuchsbandwurm. Die meisten dieser Personen sind im Alter von 50 bis 60 Jahren. Kinder erkranken nur sehr selten.

Welche Symptome treten häufig auf bei einer Echinokokkose?

Eine Echinokokkose muss nicht unbedingt mit Symptomen einhergehen. Sie kann über Jahre hinweg unentdeckt bleiben. In dieser Zeit können Zysten in den Organen wachsen, die ab einem bestimmten Stadium das Wohlbefinden beeinträchtigen. Die Zysten machen sich in einem unbestimmten Druckgefühl bemerkbar, drücken auf Nerven und Gefäße. Zusätzlich zu diesen Beschwerden können

auftreten.

Ursachen & Risikofaktoren: Wie entsteht die Krankheit Echinokokkose? 

Wer in Süddeutschland lebt und/oder Urlaub in der Schweiz, Italien oder sonstigen südlichen Ländern macht, setzt sich einem höheren Risiko einer Fuchsbandwurminfektion aus. Achten Sie darauf, nicht mit Fuchskot in Berührung zu kommen, der sich beispielsweise auf Waldböden befinden kann. Vermeiden Sie den Verzehr von Waldfrüchtena, Fallobst oder Pilzen aus dem Wald. Auch rohes Fleisch kann eine Infektionsquelle sein.

Hundebesitzer können ihre Tiere regelmäßig entwurmen lassen. Alternativ ist eine Untersuchung des Hundekots möglich, um einen Befall auszuschließen. In der Regel sind Hundebesitzer jedoch nur dann stärker betroffen, wenn sie unter ungünstigen hygienischen Verhältnissen leben. Begünstigt wird der Wurmbefall auch durch die Verfütterung von rohem Fleisch, insbesondere Schlachtabfälle von Schafen. Zudem kann der berufliche Umgang mit Schafen ein Risikofaktor sein.

Untersuchung & Diagnose der Echinokokkose

Wer den Verdacht auf einen Wurmbefall hegt, sollte sich an einen Spezialisten für Infektiologie oder ein spezialisiertes medizinisches Zentrum oder eine Klinik wenden. Der Arzt wird erfragen, ob bei Ihnen bereits einmal ein Befall mit Würmern oder anderen Parasiten festgestellt worden ist, ob es sonst irgendwelche Auffälligkeiten gab, für die es an einer Erklärung fehlte. Schmerzen oder Druck im rechten Oberbauch können ein wichtiger Hinweis sein, ebenso wie auch ein unerklärlicher Husten. Wichtig sind zudem Vorerkrankungen und Medikamente.

Zur sicheren Feststellung der Echinokokkose wendet der Arzt bildgebende Verfahren an. Zum Einsatz kommen dabei

Auf diese Weise kann der Arzt zunächst im Ultraschall verkalkte Zysten sehen. Die Verkalkung und glatte Begrenzung einer Zyste sind typische Zeichen einer zystischen Echinokokkose. Die Zyste muss intakt bleiben, damit es keine Freisetzung von Wurmeiern gibt.

Zur Absicherung der Diagnose greift der Arzt auf eine Blutuntersuchung zurück. Häufig sorgt ein Wurmbefall für den Anstieg weißer Blutkörperchen (Eosinophile). Diese Erhöhung weist darauf hin, dass der Körper mit einer Abwehr beschäftigt ist. Ein Speziallabor untersucht die Blutprobe auf Echinokokkose. Es kann spezifische Antikörper feststellen. Ein negativer Befund heißt dabei jedoch nicht, dass keine Echinokokkose vorliegt. Ein positiver Befund ist beweisend für die Erkrankung und unterliegt einer Meldepflicht. Der Arzt muss den Befund an das Robert-Koch-Institut übermitteln.

Welche Therapien gibt es und welche Ärzte sind Spezialisten für Echinokokkose?

Zur Behandlung der zystischen Echinokokkose gibt es mehrere Möglichkeiten. In manchen Fällen wird der Arzt zunächst abwarten wollen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Zysten keine Probleme verursachen. Ansonsten behandelt der Arzt die Infektion mit Medikamenten, die Albendazol enthalten. Kontrolluntersuchungen sollen den Therapieerfolg überprüfen. Wenn es zu Leberzysten kommt, können diese operativ entfernt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Injektion von hochprozentigem Alkohol (95 %) in die Zyste. Diese Methode kommt nur infrage, wenn Fisteln ausgeschlossen werden können.

Die alveoläre Echinokokkose behandelt der Arzt bei inoperablen Fällen mit Benzimidazolen. Die Dauer der Therapie kann lebenslang sein. Wenn eine Operation möglich ist, erfolgt die begleitende medikamentöse Therapie mit Benzimidazolen mindestens zwei Jahre.

Die richtige Adresse bei einem Verdacht auf Echinokokkose sind Humanmediziner mit der Fachrichtung Infektiologie und Veterinärmediziner, die sich auf Parasitologie spezialisiert haben.

Verlauf und Prognose bei einer Echinokokkose

Das Tückische an der Infektion mit dem Erreger ist, dass bis zu 15 Jahre vergehen können, bis sich die Symptome zeigen. Bei beiden Formen der Echinokokkose bleiben die Wurmlarven nicht im Darm, sondern wandern in andere Organe.

Die alveoläre Echinokokkose ist eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm. Sie ist sehr selten, kann aber tödlich sein. Die Wurmeier besiedeln zunächst die Darmwand, danach die Leber. Die Larven bilden dort einen schwammähnlichen Tumor, der langsam das Gewebe zerstört. Zudem können Lunge, Gehirn und Bauchfell befallen werden. Mindestens fünf Jahre kann es dauern, bis es zu Schmerzen im Oberbauch kommt. Dann ist eine operative Entfernung nicht mehr möglich. Die Sterblichkeit der Fuchsbandwurm-Echinokokkose liegt zwischen 50 und 70 Prozent.

Der Auslöser der zystischen Echinokokkose ist der Hundebandwurm. Diese Form kommt häufiger vor, ist aber weniger gefährlich. Auch diese Bandwurmeier durchdringen die Darmwand, besiedeln die Leber an, eventuell die Lunge, selten auch andere Organe. Es bilden sich dabei jedoch keine Tumore, sondern klar umgrenzte Zysten. Diese werden meist zufällig im Lauf einer bildgebenden Untersuchung entdeckt. Auch sie können Schmerzen im Oberbauch verursachen. Die zystische Echinokokkose verläuft jedoch gutartig und erreicht von allein den Stillstand.

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Infektiologische_Fachgesellschaft
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Echinokokkose.html;jsessionid=9BC987FCCCA265BAE5B598276AE300F1.internet092#doc2398572bodyText1
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