Zur konservativen regenerativen Therapie der Gonarthrose konnte die Redaktion des Leading Medicine Guide in einem Gespräch mit Dr. Borgmann mehr erfahren.

Die Gonarthrose, also der Verschleiß des Kniegelenks, zählt zu den häufigsten Gelenkerkrankungen und kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken. Während operative Maßnahmen häufig als letzte Option angesehen werden, gewinnt die konservative regenerative Therapie zunehmend an Bedeutung.
Ziel dieser modernen Behandlungsansätze ist es, die Gelenkfunktion zu erhalten, Schmerzen zu lindern und den fortschreitenden Knorpelabbau zu verlangsamen – ohne operativen Eingriff. Innovative Verfahren wie die Extrakorporale Stoßwellentherapie, PRP-Injektionen oder die Anwendung biologischer Heilimpulse eröffnen neue Perspektiven in der Behandlung der Kniearthrose und ermöglichen eine individuell angepasste, schonende Versorgung.
Patienten mit Gonarthrose suchen meist dann ärztliche Hilfe, wenn Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Alltag zunehmen. Die individuelle Diagnostik spielt eine zentrale Rolle bei der Auswahl der geeigneten konservativen Therapieform bei Gonarthrose – insbesondere im Kontext regenerativer Verfahren.
„Wenn es um Gonarthrose geht, schauen wir erst einmal, was den Patienten überhaupt zu uns führt. Oft sind es belastungsabhängige Schmerzen, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken. Die Patienten berichten, dass sie beim Sport nicht mehr genauso aktiv sein können wie früher. So kann es sein, dass Tennis spielen, Training absolvieren oder Joggen zwar noch möglich sind, doch bereits bei unebenem Boden, im Gelände oder in einer bergigen Landschaft macht es Probleme.
Besonders bei älteren Menschen, die gerne wandern, merkt man häufig, dass sie bei steileren Anstiegen oder längeren Steigungen nicht mehr mithalten können, weil die Knie schmerzen. Das kann jede Art der Belastung betreffen, die Schmerzen auslöst. Darüber hinaus ist es so, dass bei einer bestehenden Gonarthrose die Beschwerden manchmal erst durch eine Überlastung aktiviert werden. Das bedeutet, dass das Knie auch dann noch auf Überbelastung reagiert, selbst wenn zuvor keine Beschwerden bestanden, und sich durch Schmerzen, Schwellungen oder manchmal sogar Überwärmung bemerkbar macht.
Nächtliche Schmerzen oder eine Überlastung des Gelenks können ebenfalls auftreten, oft ohne, dass sich der Patient dessen bewusst ist. Als Ursache für all das gilt vor allem der Verschleiß – aber mittlerweile weiß man, dass es meist eine sogenannte ,Silent Inflammation´ ist, also eine stille Entzündung. Diese führt dazu, dass der Knorpelabbau die knorpelerhaltenden Prozesse überwiegt und die Degeneration somit fortschreitet. Bezüglich des Alters sprechen wir in der Regel von Patienten ab 50 Jahren.
Bei jüngeren Menschen, die bereits vor dem 40. Lebensjahr Anzeichen zeigen, ist das eher ungewöhnlich und sollte genauer abgeklärt werden; dann könnten andere Ursachen wie rheumatische Erkrankungen oder Verletzungen, etwa nach einem Kreuzbandriss in der Jugend, eine Rolle spielen. In solchen Fällen kann eine biomechanische Instabilität oder eine Achsfehlstellung die Beschwerden verursachen. Es sind jedoch hauptsächlich die Patienten ab 50, bei denen diese Verschleißerkrankung im normalen Rahmen auftritt“, erklärt Dr. Borgmann am Anfang unseres Gesprächs.

Arthrose ist keine einheitliche Erkrankung, sondern ein komplexes Zusammenspiel struktureller, funktioneller und entzündlicher Prozesse, die sich von Patient zu Patient stark unterscheiden können. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder die 4D-Wirbelsäulen- und Beinachsenvermessung liefern präzise Informationen über den strukturellen Zustand des Kniegelenks, etwa über den Knorpelverschleiß, Gelenkspaltveränderungen, Achsfehlstellungen oder begleitende Pathologien wie Baker-Zysten oder subchondrale Knochenveränderungen.
Diese Informationen sind essenziell, um den Arthrosegrad korrekt einzuschätzen und um entscheiden zu können, ob eine regenerative Maßnahme – wie PRP, Stoßwellen- oder Lasertherapie – sinnvoll und erfolgversprechend ist.
„Wenn der Patient bei uns ist, beginnt die Diagnostik grundsätzlich mit einer ausführlichen Anamnese, da diese wirklich das A und O bei der Diagnosestellung ist. Dabei lege ich besonderen Wert darauf herauszufinden, bei welchen Bewegungen oder Aktivitäten die Schmerzen auftreten, was sie verschlimmert und was sie lindert. Das ist enorm hilfreich, um die genaue Ursache der Beschwerden zu erfassen und die Diagnose zu konkretisieren. Anschließend folgt eine manuelle Untersuchung, bei der wir immer auch die Gesamtstatik des Körpers berücksichtigen.
Der Patient wird meistens in Unterwäsche untersucht, damit wir die Haltung der Wirbelsäule, die Stellung des Beckens und die Fußstellung gut beurteilen können, um Achsfehlstellungen oder auch Fehlbelastungen zu erkennen. Danach wird das Kniegelenk selbst palpatorisch untersucht. Ultraschall ist dabei für uns in der Regel ausreichend, um die Diagnose zu stellen, und wir brauchen meistens kein Röntgen oder MRT.
Das MRT kann hinzugezogen werden, um die knöchernen Strukturen genauer zu beurteilen, zum Beispiel bei Verdacht auf ausgeprägte Knochenreizungen oder Knochenödeme, die auf eine stärkere Aktivierung des knorpelabbauenden Prozesses hinweisen. Bei normalen degenerativen Veränderungen reicht meist eine Ultraschalluntersuchung, aber in Fällen, bei denen eine mögliche Knochennekrose oder eine schwerwiegendere Knochenbeteiligung in Frage steht, ist ein MRT sinnvoll“, schildert Dr. Borgmann die Diagnostik und führt weiter aus:
„Bei der Entscheidung, ob wir konservativ weiterbehandeln oder eine Operation in Erwägung ziehen, sind die Untersuchungsergebnisse entscheidend. In der Regel ist die konservative Therapie die erste Wahl und das in etwa in 95 bis 98 Prozent aller Fälle. Ich bin immer wieder erstaunt, dass man auch bei fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen durch konsequentes, gezieltes Entzündungsmanagement, Schonung und Reizzustand-Reduktion gute Ergebnisse erzielen und die Patienten schmerzfrei oder deutlich beschwerdefrei machen kann.
Damit können sie ihren Alltag gut bewältigen. Eine operative Indikation sehe ich nur dann, wenn konkrete Folgeprobleme auftreten, die die Funktion nachhaltig beeinträchtigen. Zum Beispiel, wenn bei einer massiven Gonarthrose ein erhebliches Streckdefizit besteht, das Becken deutlich schief steht und die Wirbelsäule dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird. Dann ist es notwendig, diese Folgeprobleme zu behandeln, denn das eigentliche Problem ist nicht nur das Knie, sondern die Fehlstellung, die andere Strukturen belastet. In solchen Fällen ist eine Operation sinnvoll, um den Teufelskreis zu durchbrechen“.

Regenerative Therapien bei Gonarthrose zielen darauf ab, die natürlichen Heilungsmechanismen des Körpers zu aktivieren und degenerative Prozesse im Kniegelenk aufzuhalten oder zu verlangsamen. Im Gegensatz zur rein symptomatischen Behandlung setzen sie auf biologische Reparatur- und Regenerationsprozesse im geschädigten Gelenk.
Ein zentraler biologischer Prozess ist die Stimulation der Zellregeneration – insbesondere der Chondrozyten, also der knorpelbildenden Zellen. Verfahren wie die PRP-Therapie (Platelet-Rich Plasma) oder stammzellbasierte Ansätze setzen auf die Ausschüttung von Wachstumsfaktoren, die Entzündungen hemmen und die Neubildung von Knorpel- und Bindegewebe anregen können. Dabei kommt es zu einer Modulation des lokalen Immunmilieus, wodurch entzündliche Prozesse abgeschwächt und katabole (abbauende) Mechanismen im Knorpel unterdrückt werden.
Ein weiterer Effekt betrifft die Synovialflüssigkeit im Knie: Durch regenerative Therapien kann sich deren Zusammensetzung verbessern, was die Gleitfähigkeit der Gelenkflächen erhöht und die mechanische Reibung reduziert – eine wichtige Voraussetzung zur Schmerzlinderung und besseren Beweglichkeit. Zudem fördern Methoden wie die Stoßwellentherapie oder die elektromagnetische Transduktionstherapie die Mikrozirkulation und zelluläre Stoffwechselprozesse im umliegenden Gewebe.
Das verbessert die Versorgung von Knorpel, Kapsel und Muskulatur und kann zu einer gesteigerten Gewebevitalität führen. In der Summe können regenerative Therapien den Krankheitsverlauf der Gonarthrose positiv beeinflussen, indem sie Entzündungen reduzieren, Schmerzen lindern, den Gelenkstoffwechsel normalisieren und in frühen bis mittleren Stadien sogar strukturelle Regenerationsprozesse in Gang setzen. Damit gewinnen Patienten nicht nur an Lebensqualität, sondern häufig auch wertvolle Zeit, bevor ein operativer Eingriff notwendig wird.
Hierzu erläutert Dr. Borgmann: „Wenn es um die konservativen Therapien geht, verfolgt unser Ansatz ein standardisiertes Vorgehen, das sich im Großen und Ganzen an bewährten Kombinationen orientiert, jedoch individuell angepasst wird. Ziel ist es, durch eine Vielzahl regenerativer Verfahren synergistische Effekte zu erzielen und verschiedene Gewebe, die an der Problematik beteiligt sind, gezielt zu adressieren.
Bei der Erstvorstellung starten wir häufig mit einer fokussierten Stoßwellentherapie, mit der wir verschiedene Strukturen behandeln, darunter die Weichteile wie Gelenkkapsel und Bandapparat, die bei Schmerzen eine Rolle spielen. Dieser Ansatz fördert die Regeneration in der Gelenkinnenhaut und regt die Bildung von bestimmten Rezeptoren, insbesondere des CD44-Rezeptors, an, der eine wichtige Rolle im Heilungsprozess spielt. Etwa eine Woche später folgt dann eine Injektion von Thrombozytenreichem Plasma (PRP) und Hyaluronsäure, um das Gelenkklima, den Gelenkstoffwechsel und die intraartikuläre Entzündungsaktivität gezielt zu verbessern.
Dieser Zeitraum von fünf bis sieben Tagen ist optimal, weil die Expression des CD44-Rezeptors in dieser Phase am höchsten ist. Als weiterer Baustein kommt das hochenergetische Magnetfeld dazu, das sowohl die Weichteile als auch den Knochen behandelt. Besonders wichtig ist die interventionelle Behandlung des Knochens, weil hier der Reizzustand, etwa in Form eines Knochenödems, direkt angegangen werden kann.
Dieses Ödem liegt unterhalb des Knorpels und ist je nach Fall mehr oder weniger ausgeprägt. Im Rahmen der konservativen Therapie behandeln wir natürlich auch die Muskulatur, insbesondere die Oberschenkelmuskeln, durch osteopathische Techniken, Druckmassage und Vibrationsbehandlungen, um die Belastung auf das Knie zu reduzieren. Zudem erfolgt eine Haltungs- und Bewegungsanalyse, um muskuläre Dysbalancen auszugleichen und die Stabilität im Bein zu verbessern. Dadurch soll eine nachhaltige Verbesserung erreicht werden“, und ergänzt zur Dauer der Therapie:
„Der ganze Behandlungsprozess erstreckt sich bei uns in der Regel über etwa acht Wochen. Anfangs, in den ersten zwei bis vier Wochen, findet die Behandlung intensiver statt, meist zweimal die Woche, um gezielt alle Gewebe ansprechen zu können und den Körper aus der Entzündungsphase herauszubringen. Danach wird die Frequenz reduziert, mit etwa einmal wöchentlich, und bei Hausübungen oder eigener Aktivität im Fitnessstudio werden die Abstände größer.
Die Injektionen, die wir etwa in der zweiten Woche durchführen, erfolgen meist nochmal nach vier Wochen und je nach Fall auch nach drei bis sechs Monaten. Abschließend empfehlen wir regelmäßig eine Auffrischung, etwa einmal im Jahr, um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern. Was den Zeitraum nach der Behandlung betrifft, so ist das Ziel, das Fortschreiten der Arthrose möglichst aufzuhalten. Eine vollständige Heilung oder Rückbildung der Arthrose ist bisher noch nicht möglich, wenngleich es Studien gibt, die bei PAP-Injektionen eine Zunahme des Knorpelvolumens aufweisen.
Diese Veränderung ist wahrscheinlich eher auf eine Vitalisierung des Knorpels zurückzuführen, also eine bessere Wasseraufnahme, weniger auf tatsächlichen Knorpelwachstum. Daher sehen wir eine Arthroseheilung derzeit noch nicht als realistisch an. Wichtig ist, auch langfristig aktiv zu bleiben, durch Sport, Gewichtsreduktion, gesunde Ernährung, ausreichend Vitamin D und Omega-3. Wir empfehlen deshalb, regelmäßig eine Kontrolle und, wenn nötig, eine Auffrischungsbehandlung durchzuführen, um den Zustand so gut wie möglich zu erhalten.
Wenn jedoch die Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen trotz dieser Maßnahmen deutlich zunehmen, sodass Aktivitäten im Alltag kaum noch möglich sind, muss man die Grenzen der konservativen Behandlung diskutieren und gegebenenfalls weitere Optionen prüfen. Ansonsten kann eine Behandlung einige Jahre lang hilfreich sein“.
Die PRP-Therapie, Stoßwellentherapie und andere regenerative Verfahren unterscheiden sich in ihrer Wirkweise, Zielstruktur und Indikation bei Kniearthrose (Gonarthrose) – auch wenn sie alle das gemeinsame Ziel verfolgen, degenerative Prozesse zu verlangsamen, Schmerzen zu lindern und die Gelenkfunktion zu verbessern.
„Wenn ein Patient mit der Therapie beginnt, ist es durchaus unterschiedlich, wann genau er eine erste Verbesserung bemerkt. In der Regel sollte idealerweise schon nach der ersten Behandlung eine Linderung der Beschwerden spürbar sein, doch das hängt stark davon ab, welche Gewebestruktur im Vordergrund bei der Schmerzgenerierung steht und wie ausgeprägt der Befund insgesamt ist.
Bei manchen Patienten merkt man unmittelbar nach der Injektion eine Besserung, während es bei anderen durchaus sein kann, dass die erste Verbesserung erst nach der zweiten Injektion einsetzt. Das bedeutet, dass die Wirkung manchmal erst nach etwa fünf oder sechs Wochen sichtbar wird, wobei die meisten Patienten innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen eine spürbare Verbesserung feststellen sollten. Es ist also ein Prozess, bei dem der Heilungsverlauf individuell variiert, aber in der Regel eine positive Tendenz recht zeitnah sichtbar sein sollte.
Was die Anwendungsvarianten angeht, gibt es durchaus Unterschiede zwischen den Kollegen. Zwar unterscheiden sich die Geräte in der Handhabung, doch glauben wir, dass das entscheidende Kriterium die richtige Anwendung und das fundierte Konzept ist. Bei uns ist dieses Therapiekonzept über die letzten zehn Jahre entwickelt worden und basiert auf einer intensiven, zweijährigen Weiterbildung, die mit einer Art Spezialisierung vergleichbar ist.
Dabei bildet das gezielte Zusammenspiel verschiedener konservativer Verfahren die Besonderheit aus, da nur die Kombination aus Stoßwellentherapie, PRP-Injektionen, Hyaluronsäure, hochenergetischem Magnetfeld sowie muskulärer und posturaler Aktivierung die bestmöglichen Ergebnisse erzielt. Das erfordert Zeit, intensive Schulung und eine entsprechende Praxisausstattung, da diese Synergie der Verfahren den entscheidenden Unterschied macht – ähnlich dem Rezept, bei dem nur die richtige Mischung einen leckeren Kuchen ergibt“, so Dr. Borgmann.
Diese Therapien sind in der Regel Privatleistungen. Das bedeutet, gesetzlich Versicherte müssen diese Ausgaben selbst tragen. Private Krankenversicherungen übernehmen in etwa 90 Prozent der Fälle die Kosten.
„Für gesetzlich Versicherte gilt, dass die Behandlung nicht durch die Krankenkassen abgedeckt ist und daher privat gezahlt werden muss. Dennoch ist es eine sinnvolle Investition, weil diese präventiven Maßnahmen dazu beitragen, Schlimmeres zu verhindern und Folgekosten viel höher ausfallen könnten. Leider ist unser Gesundheitssystem eher krankheitsorientiert als präventionsorientiert. Es ist also entscheidend, dass nur durch eine Kombination der bewährten Therapieverfahren und eine fachgerechte Anwendung optimale Ergebnisse erzielt werden können“, betont Dr. Borgmann.
PRP-Therapie (Platelet-Rich Plasma) basiert auf der Injektion von aufbereitetem, thrombozytenreichem Eigenblut in das betroffene Gelenk. Die in PRP enthaltenen Wachstumsfaktoren und entzündungsmodulierenden Substanzen regen die zelluläre Regeneration, insbesondere von Knorpel- und Sehnenzellen, an. Sie eignet sich besonders gut bei früh- bis mittelgradiger Arthrose, vor allem bei Patienten mit entzündungsbedingten Schmerzphasen und beginnendem Funktionsverlust. Studien zeigen gute Ergebnisse hinsichtlich Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung, insbesondere im Vergleich zu Hyaluronsäure.
Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) wirkt dagegen mechanisch-biologisch, indem sie durch akustische Druckimpulse eine Mikrozirkulationssteigerung, Stoffwechselaktivierung und Geweberegeneration fördert. Stoßwellen werden meist nicht intraartikulär, sondern periartikulär eingesetzt – z. B. zur Behandlung begleitender Tendinopathien, Muskeldysbalancen, Enthesiopathien oder Triggerpunkte. Sie ist besonders wirkungsvoll bei myofaszial bedingten Schmerzen oder schmerzhaften Begleitstrukturen, die häufig sekundär zur Arthrose auftreten.
Es gibt allgemeingültige Tipps, die jeder für sich umsetzen kann, um das Knie optimal zu unterstützen und eine Arthrose zumindest zu verlangsamen. Das Wichtigste dabei ist ganz eindeutig ausreichend Bewegung, um die Muskulatur rund um das Knie zu stärken und die Gelenke zu entlasten.

„Ergänzend zu einer ausreichenden Bewegung sollte man auf einen anti-entzündlichen Lebensstil achten, der sich durch einen regelmäßigen Schlafrhythmus auszeichnet, weil ausreichender und erholsamer Schlaf die Regeneration fördert. Zudem ist es ratsam, säurebildende Maßnahmen zu vermeiden, also nicht zu rauchen, den Konsum von Kaffee, Alkohol und vor allem Zucker oder Weißmehlprodukten möglichst zu reduzieren.
Ernährungstechnisch empfiehlt sich eine kohlenhydratarme, mediterrane Kost, die entzündungshemmend wirkt und das allgemeine Wohlbefinden unterstützt. Außerdem kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, insbesondere Vitamin D und Omega-3-Fettsäure, sinnvoll sein. Es lohnt sich, diese Werte kontrollieren zu lassen, um den optimalen Level zu erreichen. Wenn der akute Schmerz mal wieder stark ist, können ebenfalls Hausmittel wie Quarkwickel eine schnelle und einfache Linderung verschaffen.
Vor allem die Kombination aus Bewegung, gesunder Ernährung, Schlaf und gezielten Ergänzungsmitteln ist ein wirkungsvoller Ansatz, um den Gelenkverschleiß zu verlangsamen und die Beschwerden zu mildern“, empfiehlt Dr. Borgmann, und damit beenden wir unser Gespräch.
Dr. Borgmann, vielen Dank für den hilfreichen Einblick in Ihre Arbeit und in die Behandlungsmöglichkeiten der Gonarthrose!
- Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Diplom-Osteopath (DGOM) und Gründer der Privatpraxis Orthopassion in Freiburg – Zentrum für Orthopädie, Osteopathie und Bewegungsmedizin
- Behandlungsschwerpunkt: Regenerative Orthopädie und osteopathische Medizin – Kombination aus moderner High-Tech-Medizin und manueller Therapie
- Therapiemethoden: Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT), PRP-Therapie (Eigenblutbehandlung), Tenex-Verfahren (minimalinvasive Sehnenbehandlung)
- Moderne Diagnostik: 4D-Wirbelsäulenvermessung, High Performance MotionLab mit Lauf- und Bewegungsanalyse
- Behandlungsansatz: Ganzheitlich und interdisziplinär, z. B. bei CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion)
- Besonderheit: Verbindung von Schulmedizin, Osteopathie und innovativer Diagnostik