Endoskopie und Sonographie gehören heute zu den wichtigsten Verfahren, um Erkrankungen im Magen‑Darm‑Bereich schnell, schonend und präzise zu erkennen. Während die Endoskopie mithilfe flexibler Kamerainstrumente einen direkten Blick in den Verdauungstrakt ermöglicht, liefert die Sonographie als Ultraschallverfahren detaillierte Bilder der inneren Organe und kommt dabei ohne Strahlenbelastung aus.
Beide Methoden ergänzen sich ideal und erlauben eine sichere Diagnose sowie in vielen Fällen eine sofortige Behandlung in einem einzigen Schritt. Hierzu erfuhr die Redaktion des Leading Medicine Guide mehr in einem Gespräch mit Dr. med. Gilbert Rahe, Leitender Oberarzt der Abteilung für interventionelle gastroenterologische Endoskopie, stellvertretend für Professor Dr. med. Hartmut Schmidt, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin am Universitätsklinikum Essen.

Professor Dr. Schmidt teilte vor dem Gespräch mit Dr. Rahe wichtige Fakten rund um die Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin im Universitätsklinikum Essen mit:
„Die Klinik verfügt heute über ein breites gastroenterologisches Spektrum, das in den vergangenen Jahren konsequent um moderne und spezialisierte Verfahren der interventionellen Endoskopie und der sonographischen Diagnostik erweitert wurde. Beide Bereiche haben sich dynamisch weiterentwickelt und eröffnen inzwischen Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren nur eingeschränkt verfügbar waren. Viele Eingriffe, die früher häufig operativ behandelt werden mussten oder nur eingeschränkt therapierbar waren, können heute in ausgewählten Fällen endoskopisch durchgeführt werden – teils ambulant, teils unter stationären Bedingungen.
Diese Entwicklung verbessert nicht nur die therapeutischen Optionen, sondern auch die Sicherheit und den Komfort der Patienten. Besonders prägend ist die Kombination aus Endoskopie und Endosonografie, ergänzt durch eine hochauflösende Sonografie, die mobil einsetzbar ist. Mit modernen Handgeräten kann das Team direkt in der Notaufnahme oder am Intensivbett diagnostisch tätig werden. In ausgewählten Fragestellungen kann eine hochqualitative Sonografie zusätzliche Schnittbilddiagnostik entbehrlich machen. Gleichzeitig ermöglicht die dreidimensionale Darstellung ein präzises räumliches Verständnis, das unmittelbar in endoskopische Eingriffe einfließt.
Genau diese Verzahnung von Diagnostik und Intervention ist ein zentraler Baustein der klinischen Weiterentwicklung. Die technologische und fachliche Modernisierung wurde in den vergangenen zwei Jahren kontinuierlich vorangetrieben. Seit 2021 hat sich die Expertise der Abteilung deutlich erweitert. In der Endoskopie verantworten Dr. Rahe und Privatdozent Dr. Schramm den Ausbau der Verfahren, während in der Sonografie Privatdozentin Dr. Kälsch maßgebliche Impulse setzt. Gemeinsam bilden sie ein eingespieltes Team, das die modernen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in der täglichen Versorgung verankert hat“.
Endoskopie und Sonografie kommen immer dann zum Einsatz, wenn Beschwerden im Bauchraum genauer abgeklärt werden müssen und eine rein körperliche Untersuchung nicht ausreicht. Häufig ergänzen sie Laborwerte, klinische Untersuchung und weitere bildgebende Verfahren.
„Die Sonografie ist eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums und ermöglicht die Beurteilung innerer Organe wie Leber, Milz, Nieren oder Bauchspeicheldrüse. Die Endoskopie dagegen – wörtlich das ,Nach‑innen‑Schauen´ – erlaubt mithilfe schlauchförmiger Geräte mit Kamera und Licht die direkte Betrachtung von Speiseröhre, Magen, Dünndarm und Dickdarm und in spezialisierten Verfahren auch der Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge über den Mund oder den Enddarm. Beide Verfahren decken ein breites Spektrum ab: Entzündungen, Polypen, die Darmkrebsvorsorge, Gallenblasensteine, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder der Leber – ein großer Teil der Diagnostik profitiert davon.
Die Sonografie wird zudem bei Fettleber, Lebertumoren wie dem Leberzellkarzinom, zur Metastasensuche oder bei Steinleiden und Bauchspeicheldrüsenentzündungen eingesetzt. Es gibt kaum ein Krankheitsbild im Bauchraum, bei dem die Sonografie nicht hilfreich sein kann. Die Endoskopie wird genutzt, wenn ein direkter Blick auf die Schleimhaut von Speiseröhre, Magen, Darm oder Gallenwegen notwendig ist – etwa bei Blutungen, Entzündungen, Polypen, unklaren Schmerzen oder zur Entnahme von Gewebeproben.
Die Sonografie wiederum eignet sich hervorragend, um Organe wie Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse oder Darmabschnitte von außen zu beurteilen und Veränderungen wie Entzündungen, Zysten, Steine oder Tumoren strahlenfrei sichtbar zu machen“, erklärt Dr. Rahe.
In der klinischen Realität ergänzen sich beide Methoden häufig. Ultraschall liefert oft eine erste Orientierung: Er zeigt, ob Organe vergrößert sind, ob Flüssigkeit vorhanden ist, ob Steine oder Raumforderungen sichtbar werden. Wenn die Sonografie Hinweise auf eine Erkrankung gibt, die die Schleimhaut betrifft, oder wenn die Ursache der Beschwerden trotz unauffälliger Bildgebung weiter unklar bleibt, folgt je nach Fragestellung oft die Endoskopie.
Umgekehrt kann eine Endoskopie gezielt geplant werden, wenn der Ultraschall bereits eine Richtung vorgibt – etwa bei Verdacht auf Gallenblasenentzündung oder bei chronischen Bauchbeschwerden, die sich nicht allein durch Bildgebung erklären lassen.
Endoskopie und Sonografie unterscheiden sich bei Magen‑Darm‑Erkrankungen vor allem darin, welche Art von Information sie liefern und wie tief diese Information reicht. Ultraschall betrachtet den Verdauungstrakt von außen und zeigt, wie sich die Darmwand, die umliegenden Strukturen und die Durchblutung verhalten. Die Endoskopie ermöglicht dagegen den direkten Blick auf die Schleimhaut und erlaubt es zugleich Gewebeproben zu entnehmen oder therapeutische Maßnahmen durchzuführen.
„Die Sonografie bietet als strahlenfreies, direkt am Patientenbett einsetzbares Verfahren große Vorteile – sowohl für Patienten als auch für das medizinische Personal. Sie eignet sich deshalb auch für Kinder und Schwangere und ermöglicht eine dynamische Untersuchung: Während des Ultraschalls kann der Patient atmen, sich bewegen oder bestimmten Anweisungen folgen, sodass Strukturen in Echtzeit beurteilt werden können. Durch die hohe Auflösung, insbesondere in der Nähe der Schallquelle, liefert die Sonografie bei vielen Erkrankungen der Leber oder des Darms oft detailliertere Bilder als CT‑ oder teilweise sogar MRT‑Aufnahmen. Sie ist damit eine zentrale Basisdiagnostik, die in der Gastroenterologie kaum wegzudenken ist.
Zusätzlich kann ein sehr gut verträgliches Kontrastmittel eingesetzt werden, um beispielsweise Leberraumforderungen besser einzuordnen und zwischen gut- und bösartigen Veränderungen zu unterscheiden. Auch die Endoskopie umfasst ein breites Spektrum. Sie reicht von der diagnostischen Untersuchung – etwa zur Abklärung von Entzündungen, Polypen oder Tumoren in Speiseröhre, Magen und Darm – bis hin zur therapeutischen Endoskopie, bei der Polypen abgetragen oder Engstellen behandelt werden. Eine besondere Rolle spielt die Endosonografie, eine Kombination aus Endoskopie und Ultraschall, bei der Strukturen von innen hochauflösend dargestellt werden können.
Sie ist sowohl diagnostisch als auch therapeutisch einsetzbar. Ein weiteres wichtiges Verfahren ist die ERCP, mit der die Gallenwege untersucht und gleichzeitig behandelt werden können – etwa bei Steinen, Engstellen oder Tumoren“, so Dr. Rahe.

Bei der Entscheidung, ob während einer diagnostischen Endoskopie unmittelbar ein interventioneller Eingriff durchgeführt wird, spielen mehrere klinische, organisatorische und patientenbezogene Kriterien zusammen. Ärzte müssen dabei immer abwägen, ob der Nutzen eines sofortigen Eingriffs die Risiken überwiegt. Entscheidend ist dabei immer die individuelle Situation des Patienten. Ob eine diagnostische Untersuchung unmittelbar therapeutisch erweitert wird, wird durch erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte anhand des konkreten Befundes, des Allgemeinzustandes und der verfügbaren Behandlungsoptionen abgewogen.
„Ob eine endoskopische Untersuchung direkt in eine Therapie übergeht, hängt immer von der jeweiligen Erkrankung ab. In vielen Fällen dient die Endoskopie zunächst der Diagnostik: Es werden Proben entnommen, die anschließend interdisziplinär besprochen werden, bevor die Therapie festgelegt wird – die dann durchaus ebenfalls endoskopisch erfolgen kann. Bei anderen Indikationen, etwa in der Darmkrebsvorsorge, ist der Ablauf unmittelbarer: Werden bei einer Koloskopie Polypen entdeckt, werden sie in derselben Sitzung diagnostiziert und direkt abgetragen.
Für solche Eingriffe ist in der Regel keine Vollnarkose notwendig. Die Patienten erhalten eine Sedierung, schlafen während der Untersuchung und bekommen nichts mit, atmen aber selbstständig weiter. Eine Vollnarkose ist nur in Ausnahmefällen erforderlich, vor allem bei komplexen therapeutischen Eingriffen. Die interventionelle Endoskopie – also die therapeutische Endoskopie – hat sich über die vergangenen 30 Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Heute lassen sich sehr viele Erkrankungen minimalinvasiv von innen behandeln, ohne Bauchschnitt oder eine laparoskopische Operation.
Dazu gehören etwa Frühkarzinome des Magen‑Darm‑Trakts, die früher häufig operativ behandelt wurden, oder Bewegungsstörungen der Speiseröhre wie beispielsweise die Achalasie, die sich inzwischen ebenfalls endoskopisch behandeln lassen. Wir sind stolz, das gesamte Spektrum der modernen gastroenterologischen Endoskopie auf universitärem Niveau anbieten zu können.“, schildert Dr. Rahe und führt weiter aus:
„Auch in der Hepatologie und Transplantationsmedizin spielt die Endoskopie eine zentrale Rolle. Sie hilft, Erkrankungen, die zu einer Lebertransplantation führen können, frühzeitig zu diagnostizieren oder den Zeitpunkt einer Transplantation hinauszuzögern, indem Patienten stabilisiert werden. Nach einer Transplantation trägt sie dazu bei, Komplikationen zu vermeiden oder zu behandeln. Besonders wertvoll sind diese interventionellen endoskopische Verfahren auch für Patientinnen und Patienten mit hohem Operations- oder Narkoserisiko.
Viele Erkrankungen, die früher häufig operativ behandelt werden mussten oder nur eingeschränkt therapierbar waren, können heute minimalinvasiv endoskopisch behandelt werden Ein Beispiel wären komplexe Steinleiden wie das Mirizzi‑Syndrom. Diese Erkrankungen können inzwischen minimalinvasiv endoskopisch behandelt werden. Darüber hinaus unterstützt die Endoskopie andere Fachbereiche, etwa die Chirurgie oder die Onkologie. Bei Tumoren der Gallenwege kann sie beispielsweise die exakten Resektionsgrenzen bestimmen, indem sie mit einer Minikamera direkt in die Gallenwege vordringt. So lässt sich sehr präzise festlegen, wie viel Gewebe entfernt werden muss – und wie viel erhalten bleiben kann.
Das ermöglicht Operationen, die früher aufgrund des notwendigen Sicherheitsabstands nicht möglich gewesen wären. All diese Entwicklungen zeigen, wie eng Endoskopie, Sonografie, Onkologie, Chirurgie und Transplantationsmedizin heute zusammenarbeiten. Als Maximalversorger und universitäres Zentrum kann die Klinik das gesamte Spektrum der modernen Endoskopie anbieten – diagnostisch wie therapeutisch – und damit auch Patienten helfen, für die es früher kaum Behandlungsmöglichkeiten gab“.
Die Sonografie ist ein strahlenfreies und sehr schonendes Verfahren, das sich bei entsprechender medizinischer Fragestellung auch wiederholt einsetzen lässt.
Die Endoskopie liefert heute dank hochauflösender Optiken, digitaler Bildverarbeitung und verstärkender Verfahren deutlich präzisere Schleimhautdarstellungen. KI‑Systeme können verdächtige Areale automatisch erkennen und moderne Resektionstechniken ermöglichen die Entfernung früher Tumorstadien ohne Operation. Flexiblere Geräte, bessere Steuerbarkeit und integrierte Ultraschallsonden erweitern zusätzlich die therapeutischen Möglichkeiten. Auch die Sonografie hat stark an Detailgenauigkeit gewonnen: Hochfrequente Schallköpfe, optimierte Signalverarbeitung und moderne Doppler‑Techniken verbessern die Darstellung innerer Strukturen. Elastografie und Kontrastmittelsonografie liefern wichtige
Zusatzinformationen zu Gewebesteifigkeit und Mikrozirkulation – strahlenfrei und in Echtzeit. Mobile Ultraschallgeräte ermöglichen zudem Diagnostik direkt am Patientenbett, besonders in Notfall‑ und Intensivsituationen.
„Auch wenn die modernen sonografischen und endoskopischen Verfahren in der Beschreibung manchmal einfach wirken, steckt dahinter ein sehr hoher Spezialisierungsgrad. Viele dieser Eingriffe erfordern eine strukturierte Ausbildung, kontinuierliche Praxis und langjährige Erfahrung. Genau deshalb werden komplexe sonografische und endoskopische Verfahren in spezialisierten Teams durchgeführt, die regemäßig ein breites Spektrum anspruchsvoller Fälle behandeln.
Als Universitätsklinikum mit hoher Patientendichte sieht das Team täglich ein breites Spektrum komplexer Erkrankungen – ein entscheidender Faktor, um Expertise in dieser Tiefe überhaupt aufbauen zu können. Die Kombination aus Spezialisierung, hoher Fallzahl und der Rolle als Maximalversorger ermöglicht es, die notwendige Routine und Sicherheit zu entwickeln, die diese Verfahren voraussetzen. Natürlich gibt es auch andere Kliniken, die interventionelle Endoskopie auf hohem Niveau anbieten. Was das Universitätsklinikum jedoch besonders macht, ist die Breite des Spektrums: Neben der hepatopankreatikobiliären Endoskopie – also Eingriffen an Gallenwegen, Bauchspeicheldrüse und Leber – beherrscht das Team auch die endoluminale Endoskopie, etwa die Resektion von Frühkarzinomen oder die Behandlung funktioneller Speiseröhrenerkrankungen wie der Achalasie (seltene Funktionsstörung der Speiseröhre).
Diese Kombination ist selten und wird zusätzlich durch die Integration ins Leberzentrum gestärkt. Das Klinikum zählt zu den größten Lebertransplantationszentren Deutschlands und ist zugleich eines der führenden Zentren für Lebertumoren – eine Expertise, die sich unmittelbar in der endoskopischen Versorgung widerspiegelt“, macht Dr. Rahe deutlich.
Endosonografisch gesteuerte Gastroenterostomie._UK Essen
Die Fallzahlen der Klinik unterstreichen diese besondere Erfahrung des Teams: Rund 1.000 ERCP‑Untersuchungen pro Jahr – also spezialisierte Eingriffe an den Gallenwegen und der Bauchspeicheldrüse – zeigen die hohe Routine in diesem Bereich. Auch bei den Lebertransplantationen gehört das Klinikum zu den Spitzenzentren in Deutschland. So befinden sich über 1800 lebertransplantierte Patienten in der Nachsorge. Bisher wurden insgesamt über 3000 Lebertransplantationen in Essen durchgeführt.
Im Zentrum stehen die Herausforderungen, die sich aus der Kombination von diagnostischer Unsicherheit, potenziell schwerwiegenden Erkrankungen und der Notwendigkeit ergeben, in kurzer Zeit die richtige Entscheidung zu treffen. Bei unklaren Bauchbeschwerden ist das Spektrum möglicher Ursachen enorm breit – von funktionellen Störungen über entzündliche Erkrankungen bis hin zu akuten Notfällen oder bösartigen Veränderungen.
Dr. Rahe erläutert die Herausforderungen in Bezug auf die Ausbildung, die an die behandelnden Ärzte gestellt werden: „Auch wenn die endoskopischen und sonografischen Verfahren im klinischen Alltag routiniert wirken, bleibt die Herausforderung diese zu erlernen groß. Entscheidend ist die Spezialisierung: Je früher man sich auf diese Bereiche fokussiert und je häufiger man die Untersuchungen durchführt, desto sicherer wird man. Erfahrung, strukturierte Ausbildung und kontinuierliche Praxis sind entscheidend, um diese Verfahren sicher und auf hohem Niveau anzuwenden.
Gleichzeitig ist die zunehmende Zentralisierung in Deutschland ein Faktor, der die Ausbildung beeinflusst – komplexe Fälle werden häufiger an spezialisierten Zentren gebündelt. Ein Universitätsklinikum nimmt hier eine Sonderrolle ein, weil es als tertiäres Zentrum viele Zuweisungen erhält und damit die notwendige Fallzahl bietet. Für junge Ärzte bedeutet das: Die Grundlagen kann man vielerorts auf hohem Niveau lernen, für die Spezialisierung (beispielsweise in interventioneller Endoskopie oder Hepatologie) sollte man bewusst den Weg in große Zentren oder über spezialisierte Fortbildungs- bzw. Weiterbildungsprogramme wählen.
Die Vielzahl an diagnostischen und therapeutischen Optionen dient zugleich einem sehr hohen Risikomanagement. Jede Untersuchung folgt definierten Behandlungspfaden und Qualitätsstandards, die regelmäßig zertifiziert und überprüft werden“.
In Endoskopie und Sonografie zählt jedes Detail: Anamnese, Untersuchung, Beschwerdedynamik und kleinste Bildhinweise müssen zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengeführt werden. Beide Verfahren sind stark erfahrungsabhängig – Expertise entscheidet darüber, ob anatomische Varianten richtig erkannt, pathologische Muster korrekt eingeordnet und technische Feinheiten sicher beherrscht werden. In der Sonografie geht es um die Beurteilung dynamischer Bilder in Echtzeit, in der Endoskopie um das Erkennen subtiler Schleimhautveränderungen und deren richtige Bewertung. Jede Maßnahme – Biopsie, Polypabtragung oder Blutungsstillung – erfordert präzise Risikoabwägung, gutes Timing und ein Verständnis der individuellen Patientensituation. Gerade deshalb sind standardisierte Abläufe, hohe fachliche Spezialisierung und die enge Abstimmung im Team entscheidend, um Befunde sicher einzuordnen und die passende Therapie zum richtigen Zeitpunkt einzuleiten.
Qualitätskriterien müssen erfüllt werden, und das gesamte Team – Sonografie, Endoskopie, Station, Pflege, ärztlicher Dienst – trägt dazu bei, dass Abläufe sicher funktionieren.
„Gerade weil komplexe Krankheitsbilder häufig die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen erfordern, ist diese Teamstruktur ein wesentlicher Baustein der Patientensicherheit. Neben der Expertise spielt auch die technische Ausstattung eine zentrale Rolle. Moderne Endoskope und hochauflösende Ultraschallgeräte ermöglichen eine Bildqualität, die Diagnostik und Therapie erheblich unterstützt und die Möglichkeiten der minimalinvasiven Behandlung erweitert. Am Universitätsklinikum Essen kommen moderne technische Ausstattung, hohe Fallzahlen und ein erfahrenes interdisziplinäres Team zusammen.
Durch dieses spezialisierte Angebot wird die Klinik auch überregional für komplexe gastroenterologische Fragestellungen angefragt. Als überregionales Zuweisungszentrum übernimmt die Klinik zahlreiche Fälle aus anderen Häusern – gerade solche, die aufgrund ihrer Komplexität eine spezialisierte Versorgung benötigen“, betont Dr. Rahe zum Abschluss des Gesprächs.
Vielen Dank, Dr. Rahe, für diese detaillierte Darstellung!
Prof. Dr. Hartmut Schmidt
- Ausgewiesener Experte für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin am Universitätsklinikum Essen
- Breites Behandlungsspektrum: Erkrankungen von Magen, Darm, Leber und Bauchspeicheldrüse; besondere Expertise bei Leberkrebs
- Endoskopie & Sonographie auf höchstem Niveau: Einsatz aller modernen diagnostischen und interventionellen Verfahren; über 10.000 Untersuchungen pro Jahr
- Spezialsprechstunden: u. a. für Leber‑ und Gallenwegserkrankungen, CED, funktionelle Magen‑Darmerkrankungen, Pankreaserkrankungen und gastroenterologische Tumore
- Zentrum der Maximalversorgung: Vollständiges Spektrum der modernen Gastroenterologie und Hepatologie unter einer Leitung, international vernetzt und wissenschaftlich führend
Dr. med. Gilbert Rahe
- Leiter der interventionellen gastroenterologischen Endoskopie am Universitätsklinikum Essen seit 2024
- Klinischer Schwerpunkt: moderne diagnostische und therapeutische bzw. interventionelle Endoskopie, insbesondere hepatopankreatikobiliäre und endoluminale Interventionen
- Stellvertretender Leiter der Endoskopie 2023–2024; Mitwirkung am Ausbau und an der Weiterentwicklung der interventionellen Endoskopie am Universitätsklinikum Essen
- Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie mit Zusatzweiterbildung Intensivmedizin
