Leading Medicine Guide Logo

Exzellenz in der Onkologie: Zentrum für Ösophagus-, Magen-, Pankreas- und Lebererkrankungen mit zertifizierten ERAS-Programmen und spezialisierten Peritonealcarcinose-, NET- und Sarkomzentren

01.06.2026

Das Exzellenzzentrum der Universitätsklinik Münster spezialisiert sich auf die Behandlung von Ösophagus- und Magenkrebserkrankungen, bietet umfassende Expertise in der Leber- und Pankreaschirurgie, steht für Spitzenmedizin und gehört bundesweit zu den erfolgreichsten Maximalversorgern. Zudem verfügt das Zentrum über eine ENETS-Zertifizierung für die seltenen neuroendokrinen Tumore und ist als Sarkomzentrum und als Bauchfellkrebszentrum zertifiziert.

Sämtliche Erkrankungen von Leber, Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre, Darm und Magen werden mit universitärer Expertise von Professor Dr. Pascher und seinem Team behandelt, durch den die Redaktion des Leading Medicine Guide im Gespräch mehr zu diesem hochspezialisierten Angebot erfuhr.

Prof. Pascher

Seltene Tumorerkrankungen und komplexe Vorstufen von Krebs stellen besondere Anforderungen an Diagnostik und Behandlung. An der Universitätsklinik Münster kümmern sich spezialisierte Teams darum, das richtige Gleichgewicht zwischen zu früh und zu spät eingeleiteten Eingriffen zu finden, um sowohl Risiken zu minimieren als auch Chancen auf Heilung optimal zu nutzen. 

Prinzipiell beschäftigen wir uns in der Viszeralchirurgie an der Uniklinik Münster überwiegend mit der Behandlung bösartiger Erkrankungen bzw. ihrer potentiellen Vorstufen und komplexer Krankheitsbilder. Wir sind auf seltene Tumorerkrankungen spezialisiert und haben dafür verschiedene Zentren eingerichtet.

Dazu kommen bestimmte gutartige Vorläufererkrankungen oder erbliche Erkrankungen, die noch nicht bösartig sein müssen, aber ein Risiko für eine Umwandlung in Krebs bergen – sogenannte fakultative Präkanzerosen (Gewebeveränderungen). Daneben gibt es Vorläufererkrankungen und bösartige Erkrankungen, bei denen der Verlauf obligat ist, also eine Umwandlung in Krebs nahezu sicher erfolgt, wie zum Beispiel bestimmte Polypen-Erkrankungen des Darms.

Außerdem existieren Erkrankungen, die nur unter bestimmten Bedingungen oder diagnostischen Hinweisen in eine bösartige Form übergehen können, etwa zystische Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Dieses Feld ist sehr komplex, denn wir wollen nicht zu früh operieren – es darf nicht passieren, dass bei einer zystischen Bauchspeicheldrüsenerkrankung eine Operation durchgeführt wird, obwohl noch keine Anzeichen für Bösartigkeit vorliegen. Gleichzeitig darf es nicht zu spät erfolgen.

Das erfordert hohe Expertise und spezialisierte Teams, die genau abwägen können, wann ein Eingriff notwendig ist. Genau diese Balance ist die Kunst bei der Behandlung solcher Erkrankungen“, erklärt Prof. Dr. Pascher am Anfang unseres Gesprächs und schildert zur Diagnostik: 

Patienten kommen auf unterschiedlichen Wegen zu uns. Als Uniklinik und Standort eines Krebsexzellenzzentrums am Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) Münster arbeiten wir eng mit einem Netzwerk aus Praxen zusammen, etwa aus den Bereichen Gastroenterologie, Onkologie oder anderen Fachrichtungen. Viele Patienten werden von diesen Praxen überwiesen, nachdem bereits eine komplexe Vordiagnostik erfolgt ist, um bei uns weitere Schritte der Diagnostik oder Therapie zu erhalten. Andere Patienten kommen direkt zu uns, etwa aus dem allgemeinen fachärztlichen Bereich, und werden hier erstmals umfassend diagnostiziert.

Besonders hochspezialisierte Untersuchungen – wie komplexe Endoskopien, Endo-Hepatologie-Verfahren zur Diagnostik von Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Ganzkörper-PET-CTs oder endoskopische Verfahren mit KI-Unterstützung und speziellen Farbstoffen zur Erkennung von Frühstadien von Tumoren – führen wir ausschließlich am Standort durch. Zunehmend wenden sich Patienten auch eigenständig an uns, da sie gezielt nach Zentren suchen, die auf bestimmte Diagnosen und Therapien spezialisiert sind, zertifiziertes Qualitätsmanagement besitzen und zum Beispiel minimalinvasive oder robotische Eingriffe anbieten. So ergeben sich sehr unterschiedliche Wege, wie Patienten in unser Zentrum gelangen“. 


Die Universitätsklinik Münster hat 17 operativen Fachabteilungen mit 44 OP-Sälen an sechs verschiedenen Standorten.


Prof. Pascher Team

Für die Zertifizierung als Onkologisches ExzellenzZentrum am Uniklinikum Münster müssen strenge Qualitätskriterien erfüllt werden – darunter hohe Fallzahlen, interdisziplinäre Tumorkonferenzen, strukturierte Behandlungspfade, dokumentierte Ergebnisse und aktive klinische Forschung. Nach der Zertifizierung sichern kontinuierliche Verbesserungsmaßnahmen wie jährliche Audits, Qualitätsberichte, Patientenbefragungen und die Einführung neuer Leitlinien eine dauerhaft hohe Versorgungsqualität. 

Wir erfüllen sowohl nationale als auch internationale Standards, zum Beispiel der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine Viszeralchirurgie, der Deutschen Krebsgesellschaft oder europäische Zertifizierungen für seltene Tumoren wie Neuroendokrine Tumoren (Center of Excellence). Unser Schwerpunkt liegt auf den viszeralen Organen – von Speiseröhre, Magen, Leber und Bauchspeicheldrüse über den Darm bis zu Weichteiltumoren wie Sarkomen.

Ein zentrales Kriterium ist die Einhaltung von Mindestfallzahlen, da die Behandlungsqualität stark mit Erfahrung und Routine zusammenhängt. Zertifizierte Zentren wie unseres können umfassende Infrastruktur und jederzeit verfügbare Expertise bereitstellen – in Chirurgie, Endoskopie, Radiologie und Intensivmedizin. Besonders hervorzuheben ist unser Zentrum für Präzisionsonkologie: Hier nutzen wir molekularbiologische Verfahren, um individuelle Tumormuster zu erkennen und gezielt Immuntherapien neben der klassischen Chemotherapie anzuwenden.

Dieser Ansatz gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere bei Tumoren der Bauchorgane. Darüber hinaus wird der Behandlungserfolg kontinuierlich dokumentiert. Bewertet wird nicht nur der operative Erfolg, sondern auch die Entwicklung der Patienten nach 30 Tagen, drei und sechs Monaten sowie deren subjektive Lebensqualität. Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit: Pro Woche führen wir knapp 30 Tumorkonferenzen durch, davon sechs bis sieben allein für die Bauchorgane.

In diesen Konferenzen werden Diagnosen, Therapieempfehlungen und Behandlungsverläufe besprochen, dokumentiert und umgesetzt. Durch diese Maßnahmen stellen wir sicher, dass Patienten die bestmögliche Versorgung erhalten und die Behandlung wissenschaftlich fundiert, strukturiert und qualitätsgesichert erfolgt“, hebt Prof. Dr. Pascher hervor. 


Die ENETS-Zertifizierung ist ein Qualitätssiegel der European Neuroendocrine Tumor Society. Sie richtet sich ausschließlich an Zentren, die Patienten mit neuroendokrinen Tumoren betreuen. Diese Tumoren sind selten, komplex und erfordern eine hochspezialisierte, interdisziplinäre Versorgung. Damit ein Zentrum als „ENETS Center of Excellence“ anerkannt wird, muss es strenge Kriterien erfüllen: Dazu gehören eine hohe Fallzahl, die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen (Onkologie, Endokrinologie, Gastroenterologie, Chirurgie, Radiologie, Pathologie), Zugang zu modernen diagnostischen Verfahren und die Teilnahme an klinischer Forschung. Die Zertifizierung wird regelmäßig überprüft und erneuert, um die Qualität dauerhaft sicherzustellen.


In Münster stehen wir als Uniklinik vor der Herausforderung, hochkomplexe Erkrankungen wie Krebserkrankungen oder Transplantationen zu behandeln und gleichzeitig die Kapazitäten optimal zu nutzen. Wir arbeiten deshalb eng mit umliegenden Krankenhäusern zusammen: Weniger komplexe Fälle werden regional verteilt, während wir uns auf die schwierigen Fälle konzentrieren. So können wir Patienten einen schnellen Zugang zu spezialisierten Behandlungen ermöglichen – unser Ziel ist, dass jeder mit einer bösartigen Erkrankung innerhalb von zwei Wochen einen Operationstermin erhält.

Bereits vorab werden Befunde und Bildgebung eingereicht, Telefon- oder Videokonferenzen dienen der Vorbereitung, bevor Patienten direkt vor Ort untersucht werden. In den wöchentlichen Tumorkonferenzen werden Diagnosen besprochen und Therapieempfehlungen festgelegt. Viele Eingriffe führen wir heute minimalinvasiv und robotisch assistiert durch, unterstützt durch spezialisierte Teams und modernste Infrastruktur.

Die enge Kooperation erstreckt sich auch auf die Ausbildung: Kollegen rotieren zwischen den Häusern, um Wissen und Erfahrung zu teilen. Patienten profitieren davon nicht nur medizinisch, sondern auch regional – sie können nach komplexen Eingriffen die anschließende Chemotherapie oder Rehabilitation in ihrer Nähe erhalten. Ziel ist ein integriertes Versorgungskonzept, das die Expertise eines Zentrums mit regionaler Nähe verbindet, effizient arbeitet und den Patientenweg optimal gestaltet“, macht Prof. Dr. Pascher deutlich. 


Zertifizierte ERAS‑Programme (Enhanced Recovery After Surgery) haben sich in den letzten Jahren als wegweisend für die chirurgische Behandlung komplexer Tumorerkrankungen und Organoperationen etabliert. Für Patienten mit Erkrankungen der Speiseröhre, des Magens, des Pankreas und der Leber bieten sie im Vergleich zu herkömmlichen chirurgischen Ansätzen eine Reihe klarer Vorteile, die sowohl die unmittelbare Genesung als auch die langfristige Lebensqualität betreffen.


Spezialisierte Zentren wie das zertifizierte Sarkom- und ENETS-Zentrum (European Neuroendocrine Tumor Society) sind auf seltene Tumorerkrankungen ausgerichtet, deren Behandlung viel Erfahrung erfordert und in der Regel nicht flächendeckend verfügbar ist. 

Hierzu erläutert Prof. Dr. Pascher: „Sarkome, insbesondere im Bauchraum, können sehr groß sein und mehrere Organe einbeziehen. Hier gilt es, nicht reflexartig zu operieren, sondern alle relevanten Disziplinen einzubeziehen, die Erkrankung genau zu charakterisieren und, wo möglich, Tumoren zunächst medikamentös zu verkleinern, bevor eine präzise Operation erfolgt. Zentralisierung schafft dabei einen erheblichen Mehrwert für Patienten: bessere Diagnostik, Zugang zu Molekularanalysen, innovative Therapieansätze und klinische Studien, die andernfalls nicht verfügbar wären.

Auch Neuroendokrine Tumoren erfordern ein hohes Maß an Expertise, da sie in praktisch jedem Organ auftreten können und sehr selten sind. In spezialisierten Tumorboards werden diese Erkrankungen gebündelt diskutiert, oft in enger Kooperation mit Humangenetik, Pathologie und Zentren für personalisierte Medizin. Internationale Daten zeigen, dass eine zentralisierte Behandlung das Überleben der Patienten signifikant verbessert – teils über Jahre oder sogar Jahrzehnte.

Länder wie Dänemark, Frankreich oder England haben dies bereits staatlich umgesetzt, während Deutschland dies föderal noch nicht in dieser Form abbildet. Zentralisierung und spezialisierte Expertise sichern somit bestmögliche Therapieergebnisse für Patienten mit seltenen Tumoren“.

Klinische Studien sind für die Entwicklung neuer Therapien bei Sarkomen und anderen seltenen onkologischen Erkrankungen von zentraler Bedeutung. Da Sarkome sehr heterogen und insgesamt selten sind, fehlen oft große Patientenkohorten, die für standardisierte Therapien notwendig wären. Klinische Studien schaffen hier die Grundlage, um systematisch zu prüfen, welche neuen Medikamente, chirurgischen Verfahren oder Kombinationstherapien tatsächlich wirksam und sicher sind. 

Am Universitätsklinikum Münster spielen klinische Studien eine zentrale Rolle für Forschung und die Entwicklung neuer Therapien. Für nahezu jede Tumor- oder Organart laufen kontinuierlich Studien, die unterschiedliche Aspekte der Behandlung untersuchen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Vortherapie, der sogenannten Neoadjuvanz, bei der Tumore vor einer Operation medikamentös verkleinert werden, zum Beispiel bei Speiseröhren-, Magen-, Bauchspeicheldrüsen- oder Lebererkrankungen sowie Sarkomen.

Ergänzend gibt es Studien zur Nachbehandlung, der adjuvanten Therapie, und zur Erprobung neuer Substanzklassen, etwa Immuntherapeutika, die gezielt eingesetzt werden und oft besser verträglich sind als klassische Chemotherapien. Darüber hinaus werden klinische Studien genutzt, um optimierte perioperative Betreuungskonzepte zu entwickeln, wie die ERAS-Programme (Enhanced Recovery After Surgery). Ziel ist es, die Erholung nach Operationen zu beschleunigen, beispielsweise durch gezielte Prähabilitation mit Ernährungs- und Atemtherapie, körperlicher Aktivität oder dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin.

Während des stationären Aufenthalts begleiten spezialisierte Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Psychoonkologen und Ernährungsberater die Patienten, um Mobilisation, Krankheitsverarbeitung und den Therapiefortschritt zu unterstützen. Auch die Integration von Apothekern ins Team dient der Optimierung von Medikamenteneinsatz und Nebenwirkungsmanagement. Die so gewonnenen Daten fließen in die Weiterentwicklung von Behandlungsstandards national und international ein.

Klinische Studien am Universitätsklinikum Münster dienen somit nicht nur der individuellen Patientenversorgung, sondern tragen entscheidend dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse voranzubringen und die Therapie seltener und komplexer Tumorerkrankungen kontinuierlich zu verbessern“, macht Prof. Dr. Pascher deutlich. 

Neue digitale Techniken, Datenwissenschaften und künstliche Intelligenz eröffnen Möglichkeiten, die Patientenversorgung zu verbessern und die Arbeit im Gesundheitssystem effizienter zu gestalten.

Prof. Pascher Da Vinici

Künstliche Intelligenz kann uns bei Entscheidungen helfen. Denn die Medizin kann so komplex sein, dass es unmöglich ist, in kurzer Zeit alle relevanten Informationen zu berücksichtigen, um die bestmögliche Entscheidung zu treffen. Sitzt man beispielsweise in einem Zentrum für personalisierte Medizin an einem molekularen Tumorbord, werden für jeden Patienten so viele Daten analysiert und dokumentiert, dass ein einzelner Mensch sie in der begrenzten Zeit gar nicht vollständig verarbeiten könnte.

Genau hier kommen solche Systeme zum Einsatz. Auch im Operationssaal, wenn wir mit Robotiksystemen arbeiten, unterstützt uns künstliche Intelligenz dabei, optimierte chirurgische Verfahren zu entwickeln und gleichzeitig unsere junge Generation von Chirurgen zu schulen. Man kann sich das vorstellen wie in der Luftfahrt: Niemand würde gerne in ein Flugzeug steigen und wissen, dass der Pilot dies zum ersten Mal tut. Stattdessen trainieren Piloten intensiv an Simulatoren, lernen, wie sie mit schwierigen Wetterbedingungen umgehen und das Flugzeug sicher landen.

Genauso setzen wir in der Chirurgie heute Simulatoren und digitale Unterstützungssysteme ein. Dafür benötigen wir große Computer und immense Datenmengen. Diese Systeme müssen entwickelt, gepflegt und ständig aktualisiert werden – ähnlich wie ein Flugsimulator, der kontinuierlich verbessert wird. Das ist der Kern der Digitalisierung im Gesundheitswesen, insbesondere in der Chirurgie.

Datenwissenschaften sind ein entscheidendes Zukunftsthema, das uns extrem dabei hilft, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: die optimale Patientenbehandlung“, so Prof. Dr. Pascher, der auch Sprecher des UKM-Robotikzentrums ist. 


Mit der 5.000. roboter-assistierten Operation hat das UKM (Universitätsklinikum Münster) im September 2025 einen bedeutenden Meilenstein in der Weiterentwicklung innovativer chirurgischer Verfahren erreicht.


Natürlich spielt auch der Datenschutz eine Rolle, insbesondere beim Austausch von Patientendaten zwischen Kliniken. 

Ein Patient kommt zum Beispiel von Klinik A zu uns, und die Dokumente müssen sicher übermittelt werden. Hierfür gibt es klar geregelte Verfahren, etwa über die elektronische Gesundheitskarte, und auch Bildgebungs- oder medizinische Daten werden verschlüsselt übertragen. Werden solche Daten für Expertensysteme verarbeitet, erfolgt dies immer anonymisiert, sodass der einzelne Patient nicht mehr identifizierbar ist.

Zudem erfolgt jede Nutzung im Rahmen von Studien, für die die Betroffenen ihre Zustimmung gegeben haben. Das Einverständnis der Patienten ist die Grundvoraussetzung für jede Forschung mit medizinischen Daten. Wichtig ist dabei, dass der Datenschutz den medizinischen Fortschritt nicht behindert. Wir brauchen daher sinnvolle Kompromisse: Einerseits müssen Datenschutzstandards eingehalten werden, andererseits darf dadurch die Weiterentwicklung der Medizin nicht eingeschränkt werden, damit wir den größtmöglichen Nutzen für die Menschen erzielen können“, konstatiert Prof. Dr. Pascher und schildert zum Ende unseres Gesprächs: 

Ich bin prinzipiell immer so eingestellt, dass ich Herausforderungen eher als Aufgaben sehe, die lösbar sind. Allerdings sind die Herausforderungen tatsächlich groß, weil an uns viele Anforderungen gestellt werden. Wir müssen uns wandeln – sowohl strukturell als auch in unserer Arbeitsweise. Unser Gesundheitssystem gehört zu den teuersten weltweit, gleichzeitig können wir nicht behaupten, eines der effizientesten zu sein.

Über viele Jahre haben wir in einem System gelebt, in dem vor allem die Wirtschaftlichkeit zählte und die Krankenhäuser als Konkurrenten gegeneinanderstanden. Das ist kein zukunftsfähiges Modell. Wir müssen zusammenarbeiten – nicht nur zwischen Krankenhäusern, sondern auch mit den Praxen und den MVZs, also den großen Zusammenschlüssen im ambulanten Sektor. Ohne diese Kooperation wird das System nicht funktionieren.

Zudem müssen wir uns den aktuellen Herausforderungen stellen, sowohl wirtschaftlich als auch im Bereich Digitalisierung. Ich bin dabei grundsätzlich optimistisch, da Herausforderungen sich lösen lassen. Nicht hilfreich ist es, nur immer auf Probleme hinzuweisen oder Gründe aufzulisten, warum etwas nicht funktionieren kann. Entscheidend ist, das Ziel vor Augen zu haben und den Weg dorthin sowie die Lösungsmöglichkeiten in den Vordergrund zu stellen. Was wirklich extrem hilfreich wäre – nicht nur für das Gesundheitssystem in Deutschland – ist eine Änderung im ,Mindset´. Wir sollten uns darauf konzentrieren, was wir konkret brauchen, um Lösungen zu erreichen, anstatt ständig nur die Hindernisse zu betonen. Mit dieser gedanklichen Ausrichtung sind die meisten Herausforderungen lösbar.

Diese Grundprinzipien treffen auch auf unseren zweiten großen Bereich, das Transplantzentrum, zu. Ohne hier ins Detail zu gehen, lassen sich die gleichen Grundprinzipien auf die Abläufe dort übertragen, zum Beispiel auf Transplantationskonferenzen. Das zugrunde liegende gedankliche und philosophische Muster – das Bekenntnis zu maximaler Behandlungsqualität und einer patientenorientierten Aufstellung – gilt ebenso für das Transplantprogramm“. 

Vielen Dank, Professor Dr. Pascher, für die hilfreichen Erklärungen zu Ihrer Arbeit am Uniklinikum Münster! 


  • Universitätsklinikum Münster: Führend in Bauchchirurgie und Robotik.
  • Univ.-Prof. Dr. Andreas Pascher: Experte für Leber, Pankreas, Ösophagus und seltene Tumoren; leitet viszerale Transplantationen.
  • Schwerpunkte: Tumorchirurgie, robotische Eingriffe, neuroendokrine Tumore.
  • Minimal-invasive und robotergestützte Verfahren für optimale Ergebnisse.
  • Zentrum für Krebserkrankungen: Enge Kooperation mit regionalen Partnern.
  • Forschung & Lehre: Ausbildung neuer Mediziner; Fokus auf regenerative Medizin.
  • Auszeichnung: Von-Langenbeck-Preis 2017 für chirurgische Leistungen.