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Pfeiffersches Drüsenfieber Die Virusinfektion kann den Körper über Wochen belasten

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Melanie Al Tikriti, BSc ·

Halsschmerzen, Fieber und geschwollene Lymphknoten werden häufig zunächst für eine hartnäckige Erkältung oder eine Grippe gehalten. Hinter diesen Beschwerden kann jedoch auch das Pfeiffersche Drüsenfieber stecken. Die Erkrankung wird durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) ausgelöst und betrifft vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Grundsätzlich kann sie jedoch in jedem Lebensalter auftreten.

Während manche Menschen kaum Beschwerden entwickeln, leiden andere über mehrere Wochen unter starker Erschöpfung und ausgeprägter Müdigkeit. Gerade diese langanhaltende Kraftlosigkeit unterscheidet das Pfeiffersche Drüsenfieber von vielen anderen Virusinfektionen. 

Pfeiffersches Drüsenfieber

Bild KI generiert

Das Epstein-Barr-Virus bleibt lebenslang im Körper

Ausgelöst wird das Pfeiffersche Drüsenfieber durch das Epstein-Barr-Virus. Es gehört zur Familie der Herpesviren und wird überwiegend über Speichel übertragen. Deshalb wird die Erkrankung umgangssprachlich auch als „Kusskrankheit“ bezeichnet.

Nach der Ansteckung vermehrt sich das Virus zunächst im Rachenraum und gelangt anschließend in bestimmte Zellen des Immunsystems. Nachdem die akute Erkrankung abgeklungen ist, verbleibt das Virus lebenslang im Körper. Meist bleibt es jedoch inaktiv und verursacht keine weiteren Beschwerden.

Schätzungen zufolge tragen die meisten Erwachsenen das Epstein-Barr-Virus bereits in sich, oft ohne jemals bewusst erkrankt zu sein.

Die Ansteckung erfolgt oft unbemerkt

Das Virus wird vor allem durch engen Kontakt mit Speichel übertragen. Neben Küssen können auch gemeinsam benutzte Gläser, Besteck oder Trinkflaschen eine Übertragung ermöglichen. Da viele Menschen das Virus bereits in sich tragen, ohne Beschwerden zu haben, erfolgt eine Ansteckung häufig unbemerkt. Zwischen der Infektion und den ersten Krankheitszeichen liegen meist vier bis sechs Wochen. Diese vergleichsweise lange Inkubationszeit macht es oft schwierig nachzuvollziehen, wann und wo die Ansteckung erfolgt ist. 

Die Beschwerden gehen oft über eine Erkältung hinaus

Zu Beginn ähnelt das Pfeiffersche Drüsenfieber häufig einer gewöhnlichen Virusinfektion. Erst im weiteren Verlauf entwickeln sich typische Beschwerden, die auf die Erkrankung hinweisen können.

Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • starke Halsschmerzen
  • Fieber
  • geschwollene Lymphknoten
  • ausgeprägte Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Schluckbeschwerden
  • weißliche Beläge auf den Mandeln
  • Kopf- und Gliederschmerzen

Viele Betroffene fühlen sich selbst dann noch abgeschlagen, wenn Fieber und Halsschmerzen bereits abgeklungen sind. Diese anhaltende Erschöpfung kann mehrere Wochen oder sogar Monate bestehen bleiben. 

Jugendliche und junge Erwachsene sind besonders häufig betroffen

Grundsätzlich kann jeder Mensch am Pfeifferschen Drüsenfieber erkranken. Besonders häufig treten jedoch erstmals Beschwerden zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr auf.

Bei kleineren Kindern verläuft die Infektion dagegen oft sehr mild oder sogar völlig unbemerkt. Dadurch wird sie häufig gar nicht erkannt. Erwachsene entwickeln meist stärkere Beschwerden und benötigen häufig eine längere Erholungszeit. 

Auch Milz und Leber können betroffen sein

Neben Hals und Lymphknoten können auch andere Organe auf die Infektion reagieren. Bei vielen Betroffenen vergrößern sich Milz oder Leber vorübergehend. Besonders die vergrößerte Milz verdient Aufmerksamkeit, da sie empfindlicher gegenüber äußeren Belastungen ist.

Aus diesem Grund sollte während der Erkrankung und auch einige Wochen danach auf intensiven Sport, schweres Heben oder Kontaktsportarten verzichtet werden. In seltenen Fällen kann eine vergrößerte Milz reißen und innere Blutungen verursachen. Starke Schmerzen im linken Oberbauch sollten deshalb sofort ärztlich abgeklärt werden. 

So stellt die Ärztin oder der Arzt die Diagnose

Bereits die Kombination aus Fieber, Halsschmerzen und geschwollenen Lymphknoten liefert wichtige Hinweise auf das Pfeiffersche Drüsenfieber.

Zur Sicherung der Diagnose wird meist eine Blutuntersuchung durchgeführt. Dabei können typische Veränderungen der weißen Blutkörperchen sowie Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus nachgewiesen werden. Zusätzlich werden häufig die Leberwerte kontrolliert, da diese während der Erkrankung vorübergehend erhöht sein können. Andere Erkrankungen wie eine bakterielle Mandelentzündung sollten ausgeschlossen werden, da sie eine andere Behandlung erfordern. 

Warum Antibiotika meist nicht helfen

Da das Pfeiffersche Drüsenfieber durch ein Virus verursacht wird, wirken Antibiotika in der Regel nicht. Sie kommen nur dann infrage, wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion besteht.

Bestimmte Antibiotika wie Amoxicillin können bei Menschen mit Pfeifferschem Drüsenfieber sogar einen ausgeprägten Hautausschlag auslösen. Deshalb sollte eine antibiotische Behandlung nur nach ärztlicher Abklärung erfolgen. Die Therapie konzentriert sich vor allem darauf, Beschwerden zu lindern und den Körper bei der Genesung zu unterstützen. 

Was die Genesung unterstützt

Die wichtigste Maßnahme ist körperliche Schonung. Ausreichend Schlaf, viel Flüssigkeit und eine ausgewogene Ernährung helfen dem Immunsystem dabei, die Infektion zu bekämpfen. Zusätzlich können fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente sowie Gurgellösungen oder Halstabletten die Beschwerden lindern.

Viele Betroffene möchten nach einigen Tagen wieder arbeiten oder Sport treiben. Da der Körper jedoch häufig noch geschwächt ist, sollte die Belastung nur langsam gesteigert werden. Besonders nach einer Milzvergrößerung entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, wann Sport wieder möglich ist. 

Fazit: Geduld ist oft die beste Medizin.

Das Pfeiffersche Drüsenfieber heilt in den meisten Fällen ohne bleibende Schäden aus, benötigt jedoch deutlich mehr Zeit als viele andere Virusinfektionen. Wer seinem Körper ausreichend Ruhe gönnt, auf Warnzeichen achtet und körperliche Belastungen langsam wiederaufnimmt, unterstützt die Genesung und kann das Risiko für Komplikationen deutlich verringern. 

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Über den Fachautor

Melanie Al Tikriti, BSc

Redakteurin

Autorin für Gesundheitstexte und Patientenedukation

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