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Ein kleiner Knoten kann hartnäckiger sein als gedacht
Melanie Al Tikriti, BSc ·
Eine kleine, schmerzlose Schwellung am Augenlid wirkt auf den ersten Blick oft harmlos. Viele Betroffene vermuten zunächst ein Gerstenkorn oder eine leichte Reizung des Auges. Wenn der Knoten jedoch über Wochen hinweg nicht verschwindet, steckt oft ein Hagelkorn dahinter. Ein Hagelkorn ist eine verstopfte Talgdrüse am Augenlid und kann je nach Größe nicht nur kosmetisch störend sein, sondern auch das Sehen beeinträchtigen. Es ist grundsätzlich ungefährlich und heilt meist von selbst wieder ab. Manche können jedoch so hartnäckig sein, dass sie über Wochen oder Monate bestehen bleiben.

Verstopfte Drüsen sind die häufigste Ursache
Im Augenlid befinden sich zahlreiche kleine Talgdrüsen die ein fetthaltiges Sekret produzieren. Dieses Sekret ist ein Bestandteil des Tränenfilms und verhindert, dass Tränenflüssigkeit zu schnell verdunstet.
Wird der Ausführungsgang einer dieser Drüsen verstopft, kann das Sekret nicht mehr abfließen und staut sich im Gewebe. Dort löst es eine chronische Entzündungsreaktion aus, und nach und nach entsteht ein kleiner, gut tastbarer Knoten im Augenlied. Im Gegensatz zum Gerstenkorn handelt es sich dabei nicht um eine bakterielle Infektion, sondern um eine sterile Entzündung.
Verschiedene Faktoren können die Entstehung begünstigen
Ein Hagelkorn kann jeden Menschen betreffen. Einige Faktoren erhöhen jedoch das Risiko.
Dazu gehören unter anderem:
- chronische Lidrandentzündungen
- Rosazea
- fettige Haut
- Diabetes mellitus
- häufiges Reiben der Augen
- vermehrte Talgproduktion
Die Schwellung entwickelt sich meist langsam
Im Gegensatz zu einem Gerstenkorn entstehen die Beschwerden nicht plötzlich. Das Hagelkorn wächst meist über mehrere Tage oder Wochen. Schmerzen treten kaum auf. Erst wenn sich zusätzlich Bakterien ansiedeln, kann sich das Hagelkorn entzünden.
Typische Anzeichen sind:
- tastbarer Knoten im Augenlid
- lokale Schwellung
- leicht gerötetes Augenlid
- Druckgefühl
- Spannungsgefühl
- kosmetisch störende Vorwölbung
- verschwommenes Sehen bei größeren Hagelkörnern
Hagelkorn oder Gerstenkorn?
Viele Menschen verwechseln beide Erkrankungen. Eine genaue Unterscheidung ist aber wichtig, da sich auch die Behandlung unterscheidet.
Gerstenkorn: Entsteht durch eine bakterielle Entzündung einer Liddrüse und verursacht meist starke Schmerzen, eine ausgeprägte Rötung und Schwellung.
Hagelkorn: Entwickelt sich dagegen langsam und ist meist kaum schmerzhaft. Die Schwellung fühlt sich häufig derb an und bleibt oft über längere Zeit bestehen.
So wird die Diagnose gestellt
Bereits die typische Schwellung liefert der Augenärztin oder dem Augenarzt wichtige Hinweise. Während der Untersuchung werden Größe, Lage und Beschaffenheit des Knotens beurteilt. Bleibt ein Hagelkorn ungewöhnlich lange bestehen oder tritt immer wieder an derselben Stelle auf, können weitere Untersuchungen notwendig sein, um andere Veränderungen des Augenlids auszuschließen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten helfen
Viele Hagelkörner bilden sich innerhalb einiger Wochen von selbst zurück. Warme Kompressen können dabei helfen, das gestaute Sekret zu verflüssigen und den natürlichen Abfluss zu fördern. Zusätzlich wird häufig eine vorsichtige Lidrandmassage empfohlen. Wenn trotz dieser Maßnahmen das Hagelkorn bestehen bleibt, oder das Sehvermögen beeinträchtigt, kann ein kleiner operativer Eingriff notwendig werden. Dabei wird das Hagelkorn unter örtlicher Betäubung entfernt.
Was Betroffene selbst beachten sollten
Auf keinen Fall sollte man selbst am Hagelkorn herumdrücken! Dadurch könnten Keime ins Gewebe verschleppt werden, die eine bakterielle Entzündung verursachen können.
Hilfreich sind außerdem:
- regelmäßige Lidrandhygiene
- warme Kompressen
- saubere Hände vor Berührung der Augen
- Kontaktlinsen nur nach guter Hygiene einsetzen
- Augen nicht unnötig reiben
- Kosmetikprodukte regelmäßig erneuern
Fazit: Geduld führt häufig zum Ziel.
Ein Hagelkorn ist zwar meist harmlos, verschwindet jedoch nicht immer innerhalb weniger Tage. Mit konsequenter Lidpflege, warmen Kompressen und etwas Geduld bildet sich die Schwellung häufig von selbst zurück. Bleibt der Knoten bestehen oder nimmt er an Größe zu, sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen, um die passende Behandlung einzuleiten.
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Über den Fachautor
Melanie Al Tikriti, BSc
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Autorin für Gesundheitstexte und Patientenedukation
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