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Shunt – künstliche Verbindung im medizinischen Einsatz
Sabine Schneider · 17. November 2025
Ein Shunt bezeichnet eine künstlich angelegte Verbindung zwischen zwei Körperabschnitten, meist zwischen Blutgefäßen. Er dient dazu, den Blutfluss gezielt umzuleiten oder einen Zugang für Behandlungen zu schaffen – etwa bei der Dialyse oder bei portosystemischen Kurzschlussverbindungen im Bereich der Leber. Der Begriff stammt vom englischen Wort „to shunt“ – „umleiten“.

Medizinische Bedeutung des Shunts
Shunts werden in verschiedenen medizinischen Fachgebieten eingesetzt. Sie können entweder natürlich entstehen oder chirurgisch angelegt werden. Typische Einsatzbereiche sind:
- Dialyse-Shunt (AV-Fistel): Eine Verbindung zwischen Arterie und Vene am Unterarm, um einen dauerhaften Zugang für Hämodialyse-Behandlungen zu schaffen.
- Portosystemischer Shunt: Wird bei Lebererkrankungen wie einer portalen Hypertension eingesetzt, um den Druck im Pfortadersystem zu senken.
- Ventrikuloperitonealer Shunt: Dient bei einem Hydrocephalus (Wasserkopf) zur Ableitung von überschüssiger Gehirnflüssigkeit in die Bauchhöhle.
- Kardiovaskuläre Shunts: Zur Umgehung verschlossener Gefäße oder bei angeborenen Herzfehlern.
Anlage eines Shunts
Die Anlage eines Shunts erfolgt unter sterilen Bedingungen meist in einer Klinik durch spezialisierte Chirurgen, Nephrologen oder Radiologen. Der Eingriff kann je nach Art des Shunts unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden.
Dialyse-Shunt (AV-Fistel)
Hierbei wird eine Arterie direkt mit einer Vene verbunden, häufig am Unterarm. Durch den arteriellen Druck wird die Vene verstärkt durchblutet, weitet sich und eignet sich nach einigen Wochen für regelmäßige Dialysezugänge. Der Eingriff dauert meist etwa eine Stunde.
Portosystemischer Shunt
Bei einem erhöhten Druck im Pfortadersystem (z. B. durch Leberzirrhose) wird ein Shunt zwischen der Vena portae und der Vena cava inferior angelegt. Dies kann chirurgisch oder radiologisch erfolgen – in letzterem Fall spricht man von einem TIPS (transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt). Ziel ist die Entlastung des Pfortaderkreislaufs.
Shunt bei Hydrocephalus
Ein Ventrikuloperitonealer Shunt wird durch Neurochirurgen angelegt. Über ein Schlauchsystem wird überschüssige Gehirnflüssigkeit aus den Hirnventrikeln in die Bauchhöhle abgeleitet, wo sie resorbiert wird.
Nachbehandlung und Kontrolle
Nach der Anlage ist eine regelmäßige Kontrolle notwendig, um Funktion und Durchgängigkeit des Shunts sicherzustellen.
- Bei Dialyse-Shunts wird regelmäßig der Blutfluss überprüft, um Verengungen oder Thrombosen frühzeitig zu erkennen.
- Bei portosystemischen Shunts erfolgen Kontrolluntersuchungen durch Ultraschall oder CT, um die Durchgängigkeit und Flussrichtung zu beurteilen.
- Bei ventrikulären Shunts sind bildgebende Kontrollen nötig, um eine korrekte Ableitung der Liquorflüssigkeit zu gewährleisten.
Patienten sollten auf Schwellungen, Rötungen, Schmerzen oder Funktionsstörungen im Bereich des Shunts achten und diese sofort ärztlich abklären lassen.
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie bei allen Eingriffen bestehen Risiken:
- Blutungen oder Infektionen an der Einstichstelle
- Thrombosen oder Shuntverschluss
- Übermäßiger Blutfluss (bei AV-Fisteln)
- Undichtigkeiten oder Fehlfunktionen bei Shuntsystemen
Eine sorgfältige Hygiene und regelmäßige ärztliche Kontrollen senken das Komplikationsrisiko erheblich.
Prognose
Ein korrekt angelegter und gut gepflegter Shunt kann über viele Jahre zuverlässig funktionieren. Besonders bei Dialysepatienten stellt er die Grundlage einer erfolgreichen Langzeittherapie dar. Auch bei portosystemischen oder ventrikulären Shunts sind die Ergebnisse meist sehr gut, sofern regelmäßige Kontrollen erfolgen und mögliche Komplikationen früh erkannt werden.
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Über den Fachautor
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