Transarterielle Chemoembolisation (TACE): Informationen & TACE-Spezialisten

Die Therapie von Krebs hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Häufig können Patienten inzwischen deutlich effektiver und nachhaltiger behandelt werden. Die Lebenserwartung wird verlängert, die Lebensqualität verbessert sich und Heilungschancen steigen. Zu den erfolgreichen Behandlungsmethoden, die bei primärem (in der Leber selbst entstandenem) Leberkrebs oder auch bei Metastasen (Absiedelungen) anderer Tumore in der Leber eingesetzt werden, zählt die Transarterielle Chemoembolisation, abgekürzt TACE. Die Therapie mit dem TACE-Verfahren gehört in den medizinischen Fachbereich der interventionellen Radiologie.  Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte TACE-Spezialisten und Zentren.

Empfohlene TACE-Spezialisten

Artikelübersicht

Transarterielle Chemoembolisation (TACE) - Weitere Informationen

Die Transarterielle Chemoembolisation ist eine minimal-invasive radiologische Behandlungsmethode bei

Bei diesem Verfahren werden chemotherapeutische Medikamente gezielt über die Leberarterien (transarteriell) in das Lebergewebe und so in den Tumor eingebracht. So können lokal hohe Wirkstoffdosen erreicht werden.

Durch die Embolisation (geplanter Gefäßverschluss) der Leberarterien wird der Tumor von der Durchblutung abgeschnitten, während das gesunde Lebergewebe geschont wird. Diese kombinierten Verfahren sorgen für eine zeitlich längere Wirksamkeit des Chemotherapeutikums im Tumorbereich der Leber.

Das TACE-Verfahren bedeutet

  • eine geringere Belastung für den Patienten,
  • ein verlangsamtes Tumorwachstum oder sogar sein Rückgang sowie
  • ein insgesamt kürzerer Klinikaufenthalt im Vergleich zu einem operativen Eingriff.

Die TACE-Behandlung wird mit Lokalanästhesie durchgeführt und in der Regel ambulant oder teilstationär durchgeführt.

Die Anatomie der Leber
Die Anatomie der Leber © Henrie | AdobeStock

Für wen eignet sich die Transarterielle Chemoembolisation?

Die Transarterielle Chemoembolisation kann bei verschiedenen Krankheitsverläufen angezeigt sein, etwa wenn

  • Lebermetastasen nicht operativ entfernt werden können oder
  • der Patient nicht auf eine systemische Chemotherapie anspricht.

Damit die TACE durchgeführt werden kann, sollte der Patient über

  • einen guten Allgemeinzustand,
  • eine normale Gefäßarchitektur,
  • eine offene Pfortader und
  • eine ausreichende Leberfunktion

verfügen.

Oft wird sie bei Patienten eingesetzt, bei denen

  • aufgrund eines inoperablen Lebertumors eine lebensverlängernde (palliative) Therapie im Vordergrund steht oder
  • der Tumor aufgrund seiner Größe zunächst inoperabel ist.

Oft gelingt es mithilfe der Therapie, die Tumore so weit zu schrumpfen, dass eine Resektion (Entfernung) des betroffenen Gewebes möglich ist.

Ein weiteres Einsatzgebiet der TACE ist das sogenannte bridge to transplantation. Viele Patienten benötigen eine Spenderleber für die Lebertransplantation, stehen aber auf einer langen Warteliste. Diese können die Wartezeit mithilfe der Therapie überbrücken, da der Tumor in seinem weiteren Wachstum behindert wird.

Dies kann dabei helfen, den Patienten operationsfähig zu halten, bis das Spenderorgan gefunden und zugeteilt ist.

Der mögliche Patientenkreis für eine Transarterielle Chemoembolisation lässt sich also gliedern in:

  • Patienten, bei denen eine Verkleinerung von inoperablen Tumoren angestrebt wird,
  • Patienten, bei denen eine systemische Chemotherapie nicht wirksam ist,
  • Patienten, die auf eine Spenderleber warten,
  • Patienten, bei denen eine palliative Therapie im Vordergrund steht.

Verfahrensweise der Transarteriellen Chemoembolisation

Bei der Chemoembolisation wird ein Chemotherapeutikum durch einen Katheter gezielt in einen Tumor eingebracht. Dadurch werden die umliegenden Blutgefäße verschlossen. Der Vorgang wird mithilfe der Angiographie, einem bildgebenden Verfahren in Echtzeit, kontrolliert. Dadurch soll die Wirkung der Chemotherapie örtlich begrenzt und so eine Schonung des Gesamtorganismus erreicht werden.

Vor allem bei stark durchbluteten Lebertumoren kommt diese Therapieform zum Einsatz.

Das hepatozelluläre Karzinom (primärer Leberkrebs) erhält seine Blutzufuhr in erster Linie durch die Leberarterie. Bei den anderen Tumoren und Metastasen in der Leber ist das ebenfalls der Fall. Das normale Lebergewebe hingegen wird überwiegend von der Pfortader versorgt. Hier setzt die Transarterielle Chemoembolisation an.

Ablauf der TACE

Vor der eigentlichen TACE-Behandlung wird ein genauer Behandlungsplan erstellt. Dafür werden bildgebende Verfahren zur genauen Bestimmung des Tumorgewebes genutzt.

Bei dem Verfahren dringt man unter lokaler Betäubung mit einem Katheter über die Leistenarterie (Arteria femoralis) direkt bis zum Tumor vor. Über diesen Katheter werden gezielt Medikamente zur Tumorbekämpfung verabreicht und zudem gleichzeitig eine Embolisation durchgeführt.

Das bedeutet vereinfacht, dass dem Tumor durch einen Gefäßverschluss der Versorgungsnachschub gekappt wird. So kann zudem das Medikament länger und durch die lokale Wirkweise mit einer höheren Dosis im Tumor verbleiben und den gewünschten Effekt erzielen.

Zusätzlich zum Medikament selbst kommt ein Kontrastmittel zum Einsatz. Dadurch kann der Arzt die Beschaffenheit des Tumors und die Lage des Katheters überwachen.

Transarterielle Chemoembolisation (TACE)
In diesem Bild ist die Medikamentengabe über einen Katheter in das Gefäßsystem der Leber zu sehen © samunella | AdobeStock

Über das zu verwendende Medikament wird individuell entschieden. Zu den eingesetzten Chemotherapeutika zählen unter anderem Präparate wie

  • Doxorubicin,
  • Carboplatin oder aber auch
  • Mitomycin C.

Im Rahmen der Embolisation kommt auch Lipiodol (jodhaltiges Öl) zum Einsatz.

Nach dem Eingriff wird dem Patienten ein Druckverband angelegt. Während einer sechsstündigen Überwachungsphase wird sein Puls und sein Blutdruck überwacht. Nach 24 bis 48 Stunden wird das Behandlungsergebnis ohne Kontrastmittel erneut mit der CT kontrolliert.

Normalerweise wird die TACE-Behandlung in einem Abstand von 4 Wochen noch 2 bis 3 mal wiederholt.

Wie oft die Therapie wiederholt wird, hängt von der individuellen Zielsetzung und vom Therapieerfolg ab. In manchen Fällen wird auch

  • eine Embolisation ohne Chemotherapie (transarterial embolisation – TAE)
  • eine lokale Chemotherapie ohne Embolisation (Chemoperfusion)

durchgeführt.

Vorteile der Transarteriellen Chemoembolisation

Ein Vorteil der Transarteriellen Chemoembolisation besteht darin, dass es sich um einen minimal-invasiven Eingriff handelt, der ambulant oder teilstationär durchgeführt wird.

Das umliegende Gewebe wird durch kleine Schnitte und eine gezielte Begrenzung der medikamentösen Wirkung weitgehend geschont. Da die Medikamente direkt in den Tumor eingebracht werden, bleibt die Belastung für den gesamten Organismus relativ gering.

Herkömmlichen Chemotherapien ziehen hingegen oftmals nicht nur das veränderte Gewebe, sondern auch gesundes Gewebe und Organe in Mitleidenschaft. Diese Nebenwirkungen bestehen bei der Transarteriellen Chemoembolisation nicht.

Risiken der Transarteriellen Chemoembolisation

Bei dieser Behandlungsmethode sind schwere Komplikationen oder Begleiterscheinungen eher selten.

Im Vorfeld des Eingriffs erfolgt ein detailliertes Gespräch mit dem Patienten, um mögliche Risiken zu erkennen und zu minimieren. Hierzu zählen zum Beispiel Allergien gegen bestimmte Medikamente.

An der Punktionsstelle können nach dem Eingriff Blutungen auftreten. Aus diesem Grund wird dem Patienten nach dem Eingriff ein Druckverband angelegt. Darüber hinaus ist eine Bettruhe von mehreren Stunden angezeigt.

In einigen Fällen kann das sogenannte Postembolisationssyndrom auftreten, bei dem es zu

  • Übelkeit,
  • Gelenkschmerzen oder
  • verstärktem Schwitzen

kommt. Hierbei handelt es sich jedoch um eine normale Reaktion des Körpers, die in der Regel keinen Anlass zur Sorge gibt.

Mögliche Risiken einer Transarteriellen Chemoembolisation in der Zusammenfassung:

  • Allergien gegen Medikamente
  • Nachblutungen an der Punktionsstelle
  • Postembolisationssyndrom

Quellen

  • https://www.radiologie.de/
  • https://radiologie-uni-frankfurt.de/fuer_patienten/interventionelle_radiologie/onkologische_interventionen/transarterielle_chemoembolisation/index_ger.html
  • S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032053OLl_S3_Hepatozellul%C3%A4res_Karzinom_Diagnostik_Therapie_2013-abgelaufen.pdf
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