Die Augenvermessung wird auch Augenbiometrie genannt. Darunter versteht man die exakte Vermessung der anatomischen Eigenschaften eines Auges. Die Vermessung kommt beispielsweise vor chirurgischen Eingriffen am Auge zum Einsatz, um den Ablauf genau zu planen.
Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Augenvermessungs-Spezialisten und Zentren.
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Kurzübersicht:
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Wann wird eine Augenvermessung durchgeführt?
Für die Planung eines operativen Eingriffes am Auge, etwa
- einer Katarakt-OP (bei Grauem Star),
- Laserkorrekturen bei Kurzsichtigkeit oder anderer Fehlsichtigkeit
- dem Einpflanzen einer Kunstlinse ins Auge,
ist eine präzise Augenvermessung notwendig. Nur so kann der Arzt mit seiner Expertise die richtige Behandlungsmethode empfehlen und einen Eingriff genau planen.

Querschnitt des Auges mit Hornhaut, Iris, Augenlinse, Glaskörper und Netzhaut (v.l.n.r.) © reineg | AdobeStock
Verfahren zur Biometrie des Auges
Die Biometrie des Auges liefert ein genaues Bild über den Augapfel und erfasst dabei wichtige Parameter, wie etwa:
- die Brechkraft des Auges
- die Länge des Augapfels von der Hornhaut bis zur Netzhaut (Achsenlänge)
- der Abstand zwischen Hornhaut und Augenlinse (Vorderkammertiefe)
- die Hornhautdicke
- den Durchmesser der Pupille
- Keratomie des Auges (Hornhautkrümmungsradius)
Da jedes Auge einzigartig ist – vergleichbar mit einem optischen Fingerabdruck – sind exakte Messwerte entscheidend für den Behandlungserfolg.
Dies dient nicht nur dazu, mögliche Therapiemethoden zu ermitteln. Häufig lassen sich auch bereits im Voraus Behandlungserfolge prognostizieren. Das Ziel eines operativen Eingriffs ist zumeist
- das Aufhalten einer fortschreitenden Erkrankung am Auge,
- die Vorbeugung ernster Schäden an der Sehfähigkeit oder
- im optimalen Fall auch die Verbesserung der Sehfähigkeit, sodass Betroffene wieder scharf sehen können
Mittels einer Augenvermessung hat der Augenarzt die benötigten biometrischen Daten, um den Patienten optimal zu behandeln. Die Daten dienen beispielsweise der Fertigung einer exakt abgestimmten künstlichen Augenlinse. Ebenso fließen die Ergebnisse in die Herstellung individuell angepasster Brillengläser ein
Augenvermessung mittels Ultraschall
Die Augenvermessung mit Ultraschall hat sich jahrelang bewährt. Sie bietet recht genaue Vermessungsresultate. Da das Ultraschallgerät auf dem Augapfel aufgesetzt wird, muss dieser zuvor mit Hilfe spezieller Augentropfen betäubt werden.
Genauere Resultate erzielt eine optische Biometrie (siehe unten). Die Augenvermessung durch Ultraschall hat gegenüber der optischen Biometrie einen Vorteil: Sie ist auch dann möglich, wenn eine massive Trübung der Hornhaut oder Linse vorliegt, die einen Blick in das Augeninnere verhindert.
Eine Ultraschalluntersuchung der Augen ist Kassenleistung, d.h. die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten.
Optische Biometrie
Die Augenvermessung mittels eines schwachen, ungefährlichen Lasers wird als optische Biometrie bezeichnet und arbeitet mit modernster Technik. Der Laser erzielt die präzisesten Messergebnisse und ist damit genauer als eine Ultraschall-Augenvermessung. Allerdings werden die Kosten dieses Verfahrens in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Betroffene müssen die Untersuchung aus eigener Tasche bezahlen.
Das Verfahren ist berührungsfrei und damit besonders komfortabel, da keine Messinstrumente mit dem Auge in Kontakt kommen. Somit sind auch keine Schmerzen mit der Vermessung verbunden.
Die optische Biometrie ermöglicht die exakte Vermessung
- der Hornhautdicke,
- der Hornhautradien und
- der Achsenlänge (bzw. auch Teillängen, wie die Tiefe der Vorderkammer und die Stärke der Linse).
Die Messergebnisse einer optischen Biometrie mittels Laser sind denen einer Ultraschallvermessung überlegen. Davon profitieren besonders Patienten bei der Korrektur von Sehschwächen infolge einer Linsentrübung. Eingriffe, die ihre Sehleistung verbessern sollen, führen dann zu einem besseren Seherlebnis für den Patienten.
Biometrie des Auges per Pentacam
Auch dieses Verfahren wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Die Pentacam ist eine automatisch rotierende Kamera, die als hochmoderner Scanner fungiert. Sie vermisst in Sekundenschnelle und berührungsfrei den vorderen Augenabschnitt.
Der vordere Augenabschnitt umfasst die
- Hornhaut,
- die Vorderkammer des Auges und
- die Augenlinse.
Die Pentacam erstellt ein dreidimensionales Bild des vorderen Augenabschnitts, das sich digital beliebig drehen lässt. So können frühzeitig Veränderungen an
- der Hornhaut,
- der Iris oder
- der Linse
festgestellt werden. In Kombination mit der optischen Biometrie liefert die Pentacam dem Augenarzt mehr Daten für eine fundierte Therapieentscheidung.
Im Unterschied zur optischen Biometrie vermisst die Pentacam nicht das gesamte Auge, sondern nur den vorderen Bereich. Die Augenvermessung via Pentacam eignet sich jedoch sehr gut zur Feststellung
- von Veränderungen der Hornhaut,
- der Dicke der Hornhaut bei der Glaukomdiagnose oder vor LASIK-Behandlungen sowie
- zur Analyse der Linsendichte und -trübung beim Grauen Star.
Wellenfront-Messung
Die Wellenfront-Messung ist ein innovatives Verfahren, das Abbildungsfehler des Auges bestimmt und ein Sehprofil erstellt. Dieses berücksichtigt auch das Sehverhalten unter verschiedenen Lichtverhältnissen.
Mithilfe dieses Sehprofils sind extrem genaue Korrekturen der Sehleistung durch
- Laserbehandlungen oder
- das Anfertigen individueller Sehhilfen, die auf die persönlichen Sehbedürfnisse abgestimmt sind
möglich. Die Ergebnisse kann der Augenarzt oder Optiker direkt für die Anfertigung nutzen.
Vorbereitungen und Nachsorge der Untersuchung
Bei einer optischen Biometrie muss der Patient nach der Untersuchung keine speziellen Maßnahmen ergreifen. Da die Untersuchung berührungsfrei erfolgt, wird die Sehleistung zu keiner Zeit beeinflusst.
Vor der Untersuchung sollte der Patient eine Woche lang keine weichen, und drei Wochen lang keine harten Kontaktlinsen tragen. So wird sichergestellt, dass die Hornhaut ihre natürliche Form aufweist und die Messergebnisse nicht durch den Tragekomfort der Linsen verfälscht werden.
Vor einer Ultraschall-Augenbiometrie muss mittels Augentropfen eine lokale Betäubung der Augenoberfläche erfolgen. Sie benötigt danach eine gewisse Zeit zum Abklingen. Erst dann kann der Patient gefahrlos seinen Heimweg antreten.
Zudem birgt die Anwendung durch den Kontakt mit der Hornhaut immer die Gefahr, deren Oberfläche zu verletzen (Erosio corneae). Diese ist sehr schmerzhaft, heilt aber in der Regel innerhalb einiger Tage meist folgenlos ab.
Auch treten gelegentlich leichte Nebenwirkungen auf: Patienten klagen über
- ein Fremdkörpergefühl im Auge,
- gereizte Augen und
- einen starken Tränenfluss.
Je nach Stärke dieser Beschwerden kann es unter Umständen notwendig sein, sie mit Augensalben oder Augentropfen zu behandeln. Seltener kommt es zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit des Auges.
Alle Beschwerden klingen jedoch innerhalb von Stunden, spätestens Tagen, wieder ab. Zudem sollten Sie die Augen am Tag nach der Augenvermessung schonen. Dazu gehört, nicht übermäßig viel fernzusehen, zu viel Zeit am PC zu verbringen oder zu viel zu lesen.
Der Schutz der Augen vor übermäßiger Sonneneinstrahlung sollte sowieso immer gewährleistet sein. So erholen sich die Augen schnell von den eventuellen Belastungen durch die Vermessung.
Augenärzte empfehlen, den Termin zur Augenvermessung möglichst in den Feierabend zu legen oder auf einen freien Tag. Auch eine Begleitperson, die Sie unter Umständen auf dem Heimweg betreuen kann, kann hilfreich sein.
FAQ
1. Was wird bei einer Vermessung des Auges erfasst? Bei der biometrischen Messung werden unter anderem die Achsenlänge, die Hornhautdicke, die Refraktion und die Vorderkammertiefe erfasst – Messwerte, die für die Berechnung von Kunstlinsen unverzichtbar sind.
2. Welche Rolle spielt die Pentacam? Die Pentacam erstellt ein 3D-Bild des vorderen Augenabschnitts und eignet sich besonders für die Hornhauttopographie sowie zur Analyse der Linsendichte beim Grauen Star.
3. Wie unterscheiden sich die Verfahren in ihrer Genauigkeit? Die optische Biometrie liefert eine höhere Präzision als die Ultraschallvermessung, bei der ein Gerät direkt auf das Auge aufgesetzt wird. Dafür ist die Ultraschallmethode auch bei starker Linsentrübung einsetzbar.
4. Wie wird die individuelle Anatomie des Auges berücksichtigt? Die Ergebnisse ermöglichen eine exakte Anpassung von Kunstlinsen an die individuellen Dioptrien und anatomischen Gegebenheiten, um die Sehleistung nach dem Eingriff optimal zu verbessern.


