Myomdiagnostik: Gutartige Myome im Uterus sicher erkennen und beurteilen

02.12.2025
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Die Myomdiagnostik spielt eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Myome – die häufigsten gutartigen Tumoren der Gebärmutter - sicher zu erkennen und richtig einzuordnen. Myome sind gutartige Wucherungen der Muskelschicht der Gebärmutter (Myometrium) und treten bei einem hohen Prozentanteil aller Frauen im Laufe ihres Lebens auf. Je nach Lage der Myome, etwa submukös, intramural oder subserös, können sie unterschiedliche Beschwerden wie Blutungsstörungen, Schmerzen oder Probleme beim Kinderwunsch verursachen. Da Myome in seltenen Fällen schnell wachsen oder Komplikationen auslösen können, sollten Symptome früh gynäkologisch abgeklärt werden. Moderne Diagnostikmethoden wie transvaginale Ultraschalluntersuchungen, Gebärmutterspiegelungen oder radiologische Verfahren ermöglichen eine präzise Beurteilung von Uterusmyomen und unterstützen die Wahl der passenden Myomtherapie.

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Kurzübersicht:

Myome sind die häufigsten gutartigen Tumoren der Gebärmutter und entstehen als Wucherungen in der Muskelschicht der Gebärmutter. Die Myomdiagnostik umfasst verschiedene gynäkologische Untersuchungsmethoden wie Ultraschall, Hysteroskopie oder MRT, um Lage, Größe und Anzahl der Myome zu bestimmen. Je nach Art der Myomen – submuköse Myome, intramurale Myome oder subseröse Myome – können unterschiedliche Beschwerden auftreten, weshalb eine genaue Diagnostik entscheidend für die Wahl der passenden Behandlung ist. Viele Myome wachsen langsam und bleiben lange unbemerkt, andere verursachen deutliche Blutungsstörungen oder Druckbeschwerden und machen eine individuelle Therapie notwendig.

Artikelübersicht

Was ist Myomdiagnostik?

Die Myomdiagnostik umfasst verschiedene medizinische Verfahren zur Erkennung und Beurteilung von Myomen. Myome sind gutartige Tumore, die sich in der Gebärmutter entwickeln und häufig Frauen im gebärfähigen Alter betreffen. Diese Tumore können unterschiedliche Beschwerden verursachen, wie z. B.

  • starke Menstruationsblutungen,
  • Schmerzen im Unterleib oder auch
  • Schwierigkeiten bei einem Kinderwunsch.

Die Diagnostik von Myomen ist entscheidend, um die richtige Behandlung zu finden und eventuelle Komplikationen zu vermeiden.

Schematische Darstellung einer Gebärmutter mit Myomen – häufige gutartige Tumore, die im Rahmen einer Myomdiagnostik mithilfe von Ultraschall, Hysteroskopie oder MRT erkannt und beurteilt werden.

Wann wird eine Myomdiagnostik durchgeführt?

Die Myomdiagnostik wird bei Frauen durchgeführt, die Symptome wie unregelmäßige oder schmerzhafte Menstruationsblutungen, Druckgefühle im Bauch oder Probleme beim Urinieren und Stuhlgang aufweisen. Auch bei unerfülltem Kinderwunsch kann die Untersuchung auf Myome notwendig sein. Ziel der Diagnostik ist es, festzustellen, ob Myome die Ursache für die Beschwerden sind und in welchem Ausmaß diese vorhanden sind.

Methoden der Myomdiagnostik: Ultraschall, MRT, Hysteroskopie und Laparoskopie

Anamnese und körperliche Untersuchung

Der erste Schritt der Diagnostik ist ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt, bei dem die Krankengeschichte und Symptome der Patientin besprochen werden. Danach erfolgt eine Tastuntersuchung, bei der der Arzt die Gebärmutter abtastet, um vergrößerte Bereiche festzustellen, die auf Myome hinweisen könnten.

Ultraschalluntersuchung (Sonografie)

Die häufigste Methode zur Diagnose von Myomen ist der Ultraschall. Dabei handelt es sich um eine schmerzfreie Untersuchung, bei der Schallwellen verwendet werden, um ein Bild der Gebärmutter zu erzeugen. Der Ultraschall kann transabdominal (über den Bauch) oder transvaginal (über die Scheide) durchgeführt werden. Er ermöglicht eine genaue Beurteilung der Größe, Lage und Anzahl der Myome.

Magnetresonanztomografie (MRT)

In manchen Fällen, besonders wenn der Ultraschall keine eindeutigen Ergebnisse liefert, wird eine MRT durchgeführt. Diese Methode bietet detailliertere Bilder der Gebärmutter und hilft, die Myome präziser zu lokalisieren. Die MRT kann auch eingesetzt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen.

Hysteroskopie

Bei der Hysteroskopie führt der Arzt ein dünnes Instrument mit einer Kamera (Hysteroskop) durch die Scheide und den Gebärmutterhals in die Gebärmutter ein. So kann die Gebärmutterhöhle direkt inspiziert werden. Diese Methode eignet sich besonders gut, um Myome zu erkennen, die in die Gebärmutterhöhle hineinragen.

Blutuntersuchungen

Obwohl Blutuntersuchungen keine Myome direkt nachweisen können, werden sie oft zur Ergänzung der Diagnostik herangezogen. Sie helfen dabei, den allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin zu beurteilen und beispielsweise Anzeichen einer Blutarmut (Anämie) festzustellen, die durch starke Menstruationsblutungen verursacht sein kann.

Ablauf und Vorbereitung auf die Diagnostik

Für die meisten Diagnoseverfahren, wie den Ultraschall oder die Hysteroskopie, ist keine besondere Vorbereitung nötig. In manchen Fällen kann jedoch empfohlen werden, vor einer Untersuchung nicht zu essen oder zu trinken. Der Arzt wird Sie über notwendige Vorbereitungen informieren.

Während der Untersuchungen sollten Sie entspannt bleiben und dem Arzt von Ihren Symptomen und möglichen Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus berichten. Diese Informationen sind wichtig, um eine exakte Diagnose zu ermöglichen.

Nachsorge und Verhalten nach der Myomdiagnostik

Nach Abschluss der Untersuchungen erfolgt ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt, in dem die Ergebnisse besprochen werden. Sollten Myome gefunden werden, wird das weitere Vorgehen festgelegt. Nicht alle Myome müssen behandelt werden – bei kleinen, symptomlosen Myomen reicht oft eine regelmäßige Kontrolle. Wenn jedoch Beschwerden auftreten oder die Myome schnell wachsen, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die von medikamentösen Therapien bis hin zu operativen Eingriffen reichen.

Patientinnen sollten darauf achten, die vereinbarten Kontrolltermine wahrzunehmen, um ein Wachstum der Myome rechtzeitig zu erkennen. Es kann auch hilfreich sein, Symptome und Veränderungen im Zyklus zu notieren, um dem Arzt beim nächsten Besuch detaillierte Informationen liefern zu können.

Risiken und Komplikationen der Myomdiagnostik

Die Myomdiagnostik ist in der Regel risikofrei, insbesondere nicht-invasive Methoden wie der Ultraschall. Bei invasiveren Verfahren wie der Hysteroskopie oder der Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) können selten Komplikationen auftreten. Dazu gehören Infektionen oder Verletzungen der Gebärmutter. Diese Risiken sind jedoch gering und die meisten Patientinnen erholen sich schnell.

Sollten Sie nach einer Untersuchung ungewöhnliche Beschwerden wie starke Schmerzen, Blutungen oder Fieber verspüren, sollten Sie umgehend den Arzt informieren.

Prognose: Was passiert nach der Diagnostik?

Die Prognose nach einer Myomdiagnostik hängt von den Ergebnissen der Untersuchungen ab. Wenn die Myome klein und symptomlos sind, müssen sie häufig nicht behandelt werden. Bei größeren oder symptomatischen Myomen gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, darunter medikamentöse Therapien, minimalinvasive Verfahren wie die Myomembolisation oder operative Eingriffe wie die Myomektomie (Entfernung der Myome) oder die Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter).

Zusammenfassung

Die Myomdiagnostik ist ein wichtiger Schritt, um gutartige Tumore in der Gebärmutter zu erkennen und die richtige Therapie zu wählen. Dank moderner Diagnosemethoden wie Ultraschall, MRT und Hysteroskopie lassen sich Myome frühzeitig entdecken und genau beurteilen. Bei einem positiven Befund stehen je nach Größe und Beschwerden der Myome unterschiedliche Behandlungsoptionen zur Verfügung. Wenden Sie sich bei Fragen immer an einen Facharzt, der Sie individuell beraten kann.

FAQ zur Myomdiagnostik

Wie entstehen Myome und warum wachsen sie?
Die Entstehung von Myomen wird mit hormonellen Einflüssen, genetischen Faktoren und Veränderungen im Myometrium in Verbindung gebracht. Östrogen und Progesteron fördern das Wachstum von Myomen, weshalb sie besonders vor den Wechseljahren häufig auftreten. Viele Myome wachsen langsam, manche bleiben über Jahre stabil, während submuköse oder intramurale Myome schneller Beschwerden verursachen.

Welche Arten von Myomen gibt es?
Myome werden nach ihrer Lage eingeteilt: Submuköse Myome wachsen vollständig in die Gebärmutterhöhle hinein, intramurale Myome liegen in der Muskelschicht der Gebärmutter und subseröse Myome entwickeln sich an der Außenseite der Gebärmutter. Diese unterschiedlichen Formen können den Blutfluss, den Zyklus oder angrenzende Organe beeinflussen und gelten als unterschiedliche Krankheitsbilder innerhalb des Uterus myomatosus.

Welche Beschwerden verursachen Myome?
Myome können starke oder verlängerte Monatsblutungen, Blutungsstörungen, Druckgefühle im Unterbauch, Schmerzen, Rückenschmerzen oder Beschwerden beim Wasserlassen und Stuhlgang verursachen. Besonders submuköse Myome führen häufig zu starken Blutungen, während subseröse Myome eher Druck auf umliegende Organe ausüben. In seltenen Fällen treten Beschwerden auf, die einer Endometriose ähneln.

Wie wird eine Myomdiagnostik durchgeführt?
Die Diagnostik beginnt mit einem gynäkologischen Gespräch und einer Tastuntersuchung, gefolgt von einer transvaginalen Ultraschalluntersuchung. Je nach Lage der Myome können eine Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung), eine radiologische MRT-Diagnostik oder eine Bauchspiegelung (laparoskopisch) notwendig sein. Diese Verfahren ermöglichen eine genaue Darstellung der Myome sowie der Uteri und bieten die Grundlage für eine sichere Therapieplanung.

Wann ist eine Behandlung von Myomen notwendig?
Eine Behandlung wird empfohlen, wenn Myome Beschwerden verursachen, schnell wachsen oder Druck auf andere Organe ausüben. Myome sollten therapiert werden, wenn sie Blutungsstörungen oder Schmerzen hervorrufen, die Lebensqualität beeinträchtigen oder einen Kinderwunsch erschweren. Bei beschwerdefreien Patientinnen kann oft zunächst auf eine Therapie verzichtet werden.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Zur Myomtherapie gehören medikamentöse Therapien wie GnRH-Analoga oder Ulipristalacetat, minimalinvasive Verfahren wie die Myomembolisation oder die Ablation von Myomen durch fokussierten Ultraschall sowie operative Eingriffe wie die Myomentfernung (laparoskopisch oder hysteroskopisch) oder eine Gebärmutterentfernung. Welche Behandlung infrage kommt, hängt von der Größe und Lage der Myome sowie den Beschwerden ab.

Sind Myome gefährlich und wann drohen Komplikationen?
Myome sind in den allermeisten Fällen gutartig und stellen nur selten eine ernsthafte Gefahr dar. Komplikationen entstehen vor allem durch starke Blutungen, Druck auf die Blase oder den Darm oder Beschwerden, die durch submuköse Myome ausgelöst werden. In seltenen Fällen können Myome sehr groß werden, was eine operative Behandlung notwendig macht.

Wer ist Ansprechpartner für die Myomdiagnostik?
Zuständig sind gynäkologische Fachärzte, spezialisierte Myomzentren oder Kliniken mit einer Myomsprechstunde. Dort stehen moderne Diagnostikverfahren zur Verfügung, die eine präzise Beurteilung der Myome ermöglichen und eine bestmögliche Behandlung sicherstellen.

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF)
  • Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG)
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