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Erkrankung · Allgemeine Augenheilkunde

Lederhauterkrankungen: Erkrankungen der Lederhaut erkennen und behandeln in der Augenheilkunde

Sabine SchneiderChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: H15

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Die Lederhaut umgibt einen großen Teil des Augapfels und sorgt dafür, dass das Auge seine Form behält. Entzündungen in diesem Bereich treten vor allem aus Episkleritis oder Skleritis auf. Die Episkleritis betrifft die oberflächliche gelegene Schicht zwischen Bindehaut und Lederhaut und verläuft in der Regel gutartig, kann aber wiederkehren. Die Skleritis greift tiefer und kann chronisch verlaufen, Schmerzen verursachen und in schweren Fällen die Struktur der Lederhaut schädigen. Für die Behandlung ist entscheidend, ob nur eine lokale Entzündung vorliegt oder ob eine Grunderkrankung beteiligt ist.

Die Lederhaut ist die feste Hülle des Augapfels und wird medizinisch auch als Sklera bezeichnet. Sie bildet den weißen sichtbaren Teil der äußeren Augenhaut, stabilisiert das Auge und schützt es vor äußeren Einflüssen.

Zu den wichtigsten Erkrankungen der Lederhaut zählen vor allem entzündliche Veränderungen, insbesondere die Skleritis und Episkleritis. Während die Episkleritis meist milder verläuft, ist die Skleritis eine ernstzunehmende Entzündung, die mit stärkeren Beschwerden und Komplikationen verbunden sein kann.

Häufig stehen beide Krankheitsbilder im Zusammenhang mit allgemeinen Entzündungsprozessen und systemischen Grunderkrankungen.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen sowie ausgewählte Spezialisten für Lederhauterkrankungen.

Definition

Die Lederhaut ist Bestandteil der äußeren Augenhaut und bedeckt etwa 80% des Augapfels. Sie besteht aus festem Bindegewebe und verleiht dem Auge seine Stabilität. Gleichzeitig schützt sie tiefere Strukturen vor mechanischen Einwirkungen. Die äußeren Augenmuskeln setzen an ihr an und ermöglichen so die Beweglichkeit des Auges in der Augenhöhle.

Die Dicke der Lederhaut variiert je nach Abschnitt zwischen 0,4 und 1,2 Millimetern. Besonders ausgeprägt ist sie im hinteren Bereich des Augapfels. Dort wo der Sehnerv austritt. An der Vorderseite geht die Sklera in die Hornhaut über, die für die Lichtbrechung eine zentrale Rolle spielt. Diese anatomische Nähe erklärt auch, warum entzündliche Prozesse der äußeren Augenhaut sorgfältig beurteilt werden müssen.

Die Anatomie des Auges
Die Lederhaut ist die äußere Hülle des Auges. Sie kann von Verletzungen und Entzündungen betroffen sein © bilderzwerg | AdobeStock

Ursachen und Risikofaktoren

Bei den Erkrankungen der Lederhaut dominieren Entzündungen. Dazu zählen vor allem die Skleritis als tiefere Entzündung und die Episkleritis als oberflächliche Form. Selten entstehen diese Veränderungen ausschließlich lokal. Häufig entwickeln sie sich im Zusammenhang mit systemischen Erkrankungen die im weiteren Verlauf auch die Lederhaut betreffen.

Zu den wichtigsten Ursachen gehören Autoimmunerkrankungen und chronische Entzündungsprozesse. Dazu zählen zum Beispiel Rheuma, Gicht, Kollagenosen oder Gefäßentzündungen. Auch Infektionen können beteiligt sein, z.B. Syphilis, Herpes Zoster oder Borreliose.

Vor allem bei der Skleritis spielt die Suche nach der zugrundeliegenden Ursache eine wichtige Rolle, weil die Therapie davon wesentlich abhängt.

Bei der Episkleritis bleibt die konkrete Ursache oft unklar. Sie tritt zwar ebenfalls zum Teil zusammen mit Grunderkrankungen auf, wird aber häufig ohne eindeutig fassbaren Auslöser beobachtet. Typisch ist, dass sie in den größeren zeitlichen Abständen erneut auftreten kann.

Neben entzündlichen Ursachen kann die Lederhaut auch durch Verletzungen, etwa noch Unfällen, betroffen sein. Eine gelbliche Verfärbung der Sklera kann außerdem im Rahmen einer Gelbsucht (Ikterus) auftreten, ohne dass dabei eine primäre Entzündung vorliegen muss.

Symptome

Die Beschwerden unterscheiden sich deutlich zwischen Episkleritis und Skleritis.

Skleritis

Die Skleritis kann sich in der Lederhaut abgegrenzt, das heißt, lokal ausgeprägt, oder diffus, also verteilt, zeigen. Häufig zieht diese Entzündung Komplikationen nach sich und verläuft chronisch. Das durchschnittliche Alter der Betroffenen beträgt 52 Jahre. 

Die konkrete Ursache ist meist schwer zu ermitteln. Eine Skleritis tritt jedoch im Zusammenhang mit chronischen Entzündungen im Rahmen bestimmter Erkrankungen oder Infektionen auf.

Am häufigsten befindet sich der Entzündungsherd im vorderen Bereich der äußeren Augenhaut. Nur fünf Prozent der Fälle weisen auf eine hintere Lokalisation in der Lederhaut.

Als Therapie für diese Erkrankung hilft in erster Linie die Behandlung der Grunderkrankung, meist mit entzündungshemmenden Medikamenten.

Komplikationen können sich ergeben durch

  • das erneute Auftreten der Erkrankung (hohe Rezidivneigung) und
  • die Zerstörung der Lederhaut (Nekrose).

Episkleritis

Die Episkleritis ist eine Entzündung der Episklera, einer Struktur zwischen der Lederhaut und der Bindehaut. Sie kann

  • diffus,
  • innerhalb bestimmter Sektoren oder
  • knötchenförmig (nodulär)

in der Lederhaut des Auges auftreten.

Die Ursachen sind auch bei dieser Erkrankung der äußeren Augenhaut meist unklar. Meistens tritt sie in Verbindung mit anderen Grunderkrankungen oder Entzündungsgeschehen auf. Die Patienten haben meist ein Alter von 40 bis 60 Jahren.

Die Episkleritis befällt die Lederhaut immer wieder in periodischen Abständen, wobei die Zeiträume sehr lang sein können. Im Unterschied zur Skleritis treten nur selten Komplikationen auf.

Diagnostik

Die Diagnostik beginnt mit einer genauen augenärztlichen Untersuchung. Innerhalb der Augenheilkunde ist vor allem entscheidend, ob eine oberflächliche Episkleritis oder eine tiefer reichende Skleritis vorliegt.

Bereits die Beschreibung der Beschwerden liefert wichtige Hinweise. Milde Reizung und begrenzte Rötung sprechen eher für eine Episkleritis. Starke Schmerzen und tief sitzende Entzündungszeichen eher für eine Skleritis.

Bei der Untersuchung werden Ausmaß und Lokalisation der Rötung, sowie mögliche Begleitveränderungen beurteilt. Zusätzlich ist wichtig zu klären, ob eine Grunderkrankung vorliegt. Deshalb kann je nach Verdacht eine weiterführende internistische oder rheumatologische Erklärung notwendig sein.

Gerade bei wiederkehrenden oder ausgeprägten Entzündungen reicht die rein lokale Beurteilung nicht aus. Entscheidend ist die sichere Abgrenzung zu anderen Ursachen eines roten Auges. Nicht jede Rötung ist harmlos wenn starke Schmerzen, Lichtempfindlichkeit oder eine Sehverschlechterung hinzukommen sollte immer an eine ernste Entzündung der Lederhaut gedacht werden.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach Art, Ausmaß und Ursache der Entzündung. Bei der Episkleritis reicht häufig eine symptomatische Therapie aus, da sie meist selbstlimitierend verläuft. Ziel ist vor allem die Beschwerden zu lindern und den Verlauf zu beobachten. Da die Erkrankungn wiederkehren kann, sollte bei häufigen Episoden geprüft werden ob ein Zusammenhang mit entzündlichen Grunderkrankungen besteht.

Die Skleritis erfordert meist eine intensivere Behandlung. Im Vordergrund steht die Therapie der zugrundeliegenden Erkrankung, sofern eine solche nachgewiesen wird. Ergänzend kommen entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Bei infektiösen ursachen ist eine gezielte Behandlung des Erregers erforderlich.

Gerade bei chronischen und schweren Verläufen ist eine interdisziplinäre Betreuung sinnvoll, damit sowohl die lokale Entzündung als auch die systematische Ursache angemessen behandelt werden.

Verlauf

Die Episkleritis verläuft meist günstig, sie klingt häufig innerhalb einer begrenzten Zeit wieder ab und verursachen selten Komplikationen. Allerdings kann sie in periodischen Abständen erneut auftreten. Die beschwerdefreien Intervalle können dabei lang sein.

Die Skleritis nimmt dem gegenüber oft einen schwereren Verlauf. Sie kann chronisch werden, wiederholt auftreten und den schweren Fällen Zerstörung von Gewebe führen. Vor allem chronische Formen sind problematisch. 

Auch deshalb ist eine frühe Diagnose wichtig, je schneller eine zugrundeliegende Ursache erkannt und behandelt wird, desto besser lässt sich der Verlauf beeinflussen.

 Zusammengefasst gilt die Episkleritis ist meist die mildere Form. Die Skleritis die deutlich ernstere. Wiederkehrende Beschwerden, starke Schmerzen oder eine Sehverschlechterung sollten immer zeitnah abgeklärt werden.

Spezialisten

Ansprechpartner für Erkrankungen in diesem Bereich sind vor allem Ärzte der Augenheilkunde mit Erfahrungen entzündlichen Veränderungen der äußeren Augen haut. Bei Verdacht auf Skleritis oder auf eine zugrundeliegende Systemerkrankung ist häufig eine Zusammenarbeit mit weiteren Fachrichtungen sinnvoll; zum Beispiel Rheumatologie, Innerer Medizin oder Infektologie.

Für Betroffene ist es besonders wichtig einen Spezialisten aufzusuchen, wenn die Beschwerden stark sind, wiederkehren oder das Sehen beeinträchtigt ist. So kann frühzeitig unterschieden werden ob eine vergleichsweise harmloses Episkleritis oder eine behandlungsbedürftige Entzündung der Sklera vorliegt.

Häufige Fragen

Was ist die Lederhaut des Auges?

Die Lederhaut ist die feste äußere Hülle des Augapfels. Sie bildet den weißen sichtbaren Teil des Auges und sorgt für Stabilität.

Was ist der Unterschied zwischen Episklearitis und Skleritis?

Die Episkleritis betrifft die oberflächliche Schicht zwischen Bindehaut und Lederhaut und verläuft meist milde. Skleritis ist eine tiefere Entzündung mit stärkeren Schmerzen und höheren Komplikationsrisiko.

Welche Ursachen haben Entzündungen der Lederhaut?

Mögliche Ursachen sind Autoimmunkerkrankungen, rheumatische Erkrankungen, Infektionen oder andere entzündliche Grunderkrankungen. Bei der Episkleritis bleibt die Ursache oft unklar.

Welche Symptome sind typisch?

Typisch sind Rötungen, Reiz- und Druckgefühl und Tränenfluss. Bei der Skleritis kommen oft starke Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und mitunter Sehverschlechterungen hinzu.

Wann sollte ein rotes Auge untersucht werden?

Ein rotes Auge sollte besonders dann ärztlich Untersuchung werden, wenn starke Schmerzen, wiederkehrende Entzündungen oder eine Sehverschlechterung auftreten.

Wie werden Lederhauterkrankungen behandelt?

Die Behandlung hängt von Ursache und Schweregrad ab. Eine Episkleritis wird meist symptomatisch behandelt, während bei einer Skleritis häufig auch die zugrundeliegende Erkrankung gezielt therapiert werden muss.

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Sabine Schneider

Über den Fachautor

Sabine Schneider

Chefredakteurin

Sabine Schneider ist ausgebildete Medizinische Praxisassistentin und verfügt über langjährige praktische Erfahrung im medizinischen Umfeld.

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