Lederhauterkrankungen: Spezialisten und Informationen

24.05.2023
Univ.-Prof. Dr. Dr. Ludwig Heindl
Medizinischer Fachautor

Die Lederhaut (Sklera) ist die äußere Hülle des Augapfels. Sie besteht aus festem Bindegewebe und bildet damit das „Weiße“ als sichtbaren Bereich der äußeren Augenhaut. Ihre Aufgabe ist, den Augapfel stabil zu halten und das Auge vor äußeren Einflüssen zu schützen. Erkrankungen der Lederhaut entstehen meist infolge von Entzündungen. Hierzu gehören etwa die Skleritis und die Episkleritis.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen sowie ausgewählte Spezialisten für Lederhauterkrankungen.

ICD-Codes für diese Krankheit: H15

Artikelübersicht

Was ist die Lederhaut des Auges?

Die Lederhaut (Sklera) ist Bestandteil der äußeren Augenhaut und sorgt für die Stabilität des Augapfels. Sie bedeckt als weiße, undurchsichtige Schicht etwa 80 Prozent des Auges und schützt es vor äußeren Einflüssen. Außerdem setzen die äußeren Augenmuskeln, die für die Bewegung des Auges in der Augenhöhle verantwortlich sind, an der Lederhaut an.

Die Dicke der Lederhaut, die aus festem Bindegewebe besteht, variiert zwischen 0,4 und 1,2 Millimetern. Die dickste Stelle der Lederhaut ist im hinteren Bereich des Auges lokalisiert, wo der Sehnerv aus dem Auge austritt. Die Lederhaut ist an dieser Stelle durchlöchert. Der Bereich wird Lamina cribrosa sclerae genannt.

An der vorderen Seite des Augapfels befindet sich die Hornhaut, die bei der Lichtbrechung eine wichtige Rolle spielt.

Die Anatomie des Auges
Die Lederhaut ist die äußere Hülle des Auges. Sie kann von Verletzungen und Entzündungen betroffen sein © bilderzwerg | AdobeStock

Erkrankungen der Lederhaut

Bei möglichen Erkrankungen der Lederhaut dominieren Entzündungen: Die tiefe Entzündung der Lederhaut (Skleritis) und die Episkleritis, die weniger schwer verläuft.

Selten entstehen die Entzündungen in der Lederhaut selbst: Meistens entwickeln sie sich als Folge systemischer Erkrankungen, die im späteren Verlauf auf die Lederhaut übergreifen. Dazu gehören

Neben Entzündungen kann die Lederhaut auch von Verletzungen, etwa durch Unfälle, betroffen sein.

Bei Gelbsucht (Ikterus) verfärbt sich die Lederhaut gelblich, analog zur Haut- und Schleimhautverfärbung.

Skleritis

Die Skleritis kann sich in der Lederhaut abgegrenzt, das heißt, lokal ausgeprägt, oder diffus, also verteilt, zeigen. Häufig zieht diese Entzündung Komplikationen nach sich und verläuft chronisch. Das durchschnittliche Alter der Betroffenen beträgt 52 Jahre. 

Die konkrete Ursache ist meist schwer zu ermitteln. Eine Skleritis tritt jedoch im Zusammenhang mit chronischen Entzündungen im Rahmen bestimmter Erkrankungen oder Infektionen auf.

Am häufigsten befindet sich der Entzündungsherd im vorderen Bereich der äußeren Augenhaut. Nur fünf Prozent der Fälle weisen auf eine hintere Lokalisation in der Lederhaut.

Als Therapie für diese Erkrankung hilft in erster Linie die Behandlung der Grunderkrankung, meist mit entzündungshemmenden Medikamenten.

Komplikationen können sich ergeben durch

  • das erneute Auftreten der Erkrankung (hohe Rezidivneigung) und
  • die Zerstörung der Lederhaut (Nekrose).

Episkleritis

Die Episkleritis ist eine Entzündung der Episklera, einer Struktur zwischen der Lederhaut und der Bindehaut. Sie kann

  • diffus,
  • innerhalb bestimmter Sektoren oder
  • knötchenförmig (nodulär)

in der Lederhaut des Auges auftreten.

Die Ursachen sind auch bei dieser Erkrankung der äußeren Augenhaut meist unklar. Meistens tritt sie in Verbindung mit anderen Grunderkrankungen oder Entzündungsgeschehen auf. Die Patienten haben meist ein Alter von 40 bis 60 Jahren.

Die Episkleritis befällt die Lederhaut immer wieder in periodischen Abständen, wobei die Zeiträume sehr lang sein können. Im Unterschied zur Skleritis treten nur selten Komplikationen auf.

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