Schlupflider gehören zu den häufigsten altersbedingten Veränderungen im Bereich der Augenlider und können sowohl das Erscheinungsbild als auch die Funktion des Auges beeinflussen. Viele Betroffene empfinden Schlupflider als kosmetisch störend, während ausgeprägte Schlupflider sogar das Sichtfeld einschränken können. Häufig entstehen Schlupflider durch den natürlichen Alterungsprozess, genetische Veranlagung oder eine nachlassende Elastizität der Haut.
Je nach Ausprägung kommen konservative Maßnahmen oder eine Oberlidstraffung infrage. Moderne Verfahren ermöglichen es, überschüssige Haut und Gewebe gezielt zu entfernen und die Augenpartie sichtbar zu straffen. Eine individuelle Beratung durch einen erfahrenen Chirurgen hilft dabei, die passende Behandlung zu finden.
Ziel ist ein natürliches Ergebnis mit einem wachen und frischen Erscheinungsbild.
Wie sind Schlupflider und wie entstehen sie?
Schlupflider haben verschiedene Ursachen. Sie entstehen beispielsweise ganz natürlich mit zunehmendem Alter. Beim Alterungsprozess lässt die Spannkraft der Haut allmählich nach, so auch in den Augenlidern. Diese folgen dann der Wirkung der Schwerkraft und beginnen zunehmend zu hängen. Medizinisch relevant wird das Schlupflid aber erst, wenn z. B. Wimpern Reizungen im Auge hervorrufen oder das Sehfeld der betroffenen Person durch das Schlupflid eingeschränkt ist.
Darüber hinaus können Schlupflider als Folge von entzündlichen Erkrankungen entstehen, ebenso durch zu wenig Schlaf, einen hohen Nikotin- und/oder Alkoholkonsum sowie durch Wassereinlagerungen in der Haut (Ödeme).

Schlupflider sind überschüssige Haut am Oberlid @ FotoHelin / AdobeStock
Achtung: Tritt ein Schlupflid sehr plötzlich neu auf, kann sich dahinter sogar ein Schlaganfall verbergen. Oft haben Betroffene dann zusätzlich Probleme beim Sprechen, Lähmungserscheinungen oder hängende Mundwinkel. Da es sich beim Schlaganfall um einen Notfall handelt, sollten Sie in einer solchen Situation umgehend den Rettungsdienst rufen.
Wann sind Schlupflider kosmetisch, wann medizinisch zu behandeln?
Medizinisch betrachtet, sind Schlupflider in der Mehrzahl der Diagnosen ein rein kosmetisches Problem. Hängende Augenlider werden jedoch häufig mit Müdigkeit und Erschöpfung assoziiert und können für die Betroffenen so zu einer wirklichen psychischen Belastung werden. Wen die Schlupflider stören, der kann sie beim Schönheitschirurgen auf eigene Kosten behandeln bzw. straffen lassen.
Anders sieht es aus, wenn die Schlupflider medizinisch relevante Folgeerkrankungen verursachen. Dazu zählen z.B. Entzündungen am Auge aufgrund der ins Auge herabhängenden Wimpern. Ebenfalls gehören Lidfehlstellungen sowie ein durch das Schlupflid eingeschränktes Sehfeld dazu.
Tipp: In jedem Fall empfiehlt es sich, vor einer Schlupflid-OP einen Antrag auf Kostenübernahme bei der zuständigen Krankenkasse zu stellen. Dabei wird geprüft, ob eine medizinische Indikation vorliegt und der Eingriff daher notwendig ist und übernommen werden soll. Es gibt nämlich auch noch weitere Therapieverfahren als Alternativen zu einer Operation, die ebenfalls infrage kommen könnten. Zu diesen Alternativen zur Schlupflid-OP gehören unter anderem:
- Unterspritzung mittels Botox,
- Laserbehandlung,
- Ultraschall-Therapie oder
- die Plasma-Pen-Therapie.
Was ist eine Blepharoplastik?
Die Blepharoplastik, die sogenannte Lidstraffungsoperation, kann prinzipiell am Ober- und Unterlid erfolgen. Am häufigsten ist davon allerdings das Oberlid betroffen. Da der Eingriff in vielen Fällen lediglich eine kosmetische Korrektur darstellt, wird die Lidstraffung bei Schlupflidern in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen. Eine Ausnahme gibt es, wenn nämlich die Schlupflider so stark ausgeprägt sind, dass die hängenden Oberlider das Sichtfeld einschränken. In einem solchen Fall liegt eine medizinische Notwendigkeit zur Operation vor und dann wird der Eingriff in der Regel auch übernommen.

Der Eingriff dauert ca. 20 Minuten pro Seite @ thomsond /AdobeStock
Wie läuft die operative Schlupflid-Straffung (Blepharoplastik) ab?
Die Operation wird vom Schlupflid-Spezialisten als ambulanter Eingriff unter lokaler Betäubung durchgeführt. Die Schnittlinien für die OP zeichnet der Arzt vorab an. Der Schnittverlauf folgt dabei möglichst dem natürlichen Faltenverlauf am Auge, damit mögliche Narben später weniger deutlich zu sehen sind.
Bei einer Schlupflid-Straffung (Blepharoplastik) wird überschüssige Lidhaut entfernt, Teile des Fettgewebes können entfernt oder umgelagert werden und am Ende verschließt der Operateur das Lid wieder. Die Schlupflid-Operation wird wahlweise und je nach Expertenerfahrung mittels Skalpells oder Laser durchgeführt.
Zwar mutet die Laser-OP fortschrittlicher an und Patienten würden diesem Eingriff vermutlich gern den Vorzug geben, jedoch scheint dabei die Wundheilung im Vergleich zur klassischen OP mit einem Skalpell verlängert zu sein. Bei der Laser-OP zur Schlupflid-Straffung entsteht Wärme, welche die Blutgefäße schneller verschließt, was sehr wahrscheinlich ein wichtiger Grund für die etwas langsamere Wundheilung nach Laser-OP ist. Gleichzeitig blutet die Operationswunde dadurch aber auch sehr viel weniger.
Welche Risiken bestehen bei einer Schlupflider-Operation?
Die Risiken des Eingriffes zur Korrektur von Schlupflidern sind unabhängig davon, ob es sich um einen kosmetischen oder einen medizinisch notwendigen Eingriff handelt. Wie bei allen Wundverfahren bestehen in der Hauptsache Blutungs- und Infektionsrisiken. Einige Beispiele für häufige Risiken und Folgen einer Schlupflider-Straffung:
- Blutungen,
- Weichteilschäden,
- Sensibilitätsstörungen,
- Doppelbilder,
- Sehstörungen, wie z. B. verschwommenes Sehfeld,
- Infektionen und Abszesse,
- Bindehautentzündung (Konjunktivitis),
- Narbenbildung, Keloide oder
- Störungen des Tränenflusses.
Was ist in der Nachsorge der Schlupflider-Operation zu beachten?
Die Wundheilung dauert im Fall der Schlupflider-Straffung in der Regel bis zu 14 Tage. In dieser Zeit sollte darauf geachtet werden, das Wundgebiet nicht zu sehr zu berühren. In den ersten drei Tagen nach dem Eingriff sollten Betroffene zudem die Wunde kühlen. Sport und schwere körperliche Arbeiten sind in den ersten Tagen nach dem Eingriff ebenfalls tabu.
Welche Schlupflider-Spezialisten führen Korrekturen durch?
Schlupflider und deren Korrektur gehören in die Hände erfahrener Spezialisten aus den Bereichen Augenheilkunde (Ophthalmologie), Augenchirurgie sowie ästhetischer bzw. Schönheitschirurgie – je nachdem, ob eine medizinische Indikation zur Schlupflider-Straffung vorliegt oder es sich lediglich um einen kosmetischen Eingriff handelt. Hier finden Sie einige Vorschläge für Schlupflider-Spezialisten sowie geeignete Operationszentren.
FAQ
Was sind Schlupflider und wie entstehen sie?
Schlupflider entstehen, wenn die Haut am Oberlid erschlafft und überschüssige Haut über das bewegliche Augenlid fällt. Häufig sind der natürliche Alterungsprozess, eine genetische Veranlagung oder eine nachlassende Elastizität der Haut verantwortlich. Auch Blepharochalasis oder Dermatochalasis können zu hängenden Augenlidern führen. In einigen Fällen treten Schlupflider bereits in jungen Jahren auf. Mit zunehmendem Alter verliert die Haut an Kollagen und Spannkraft, wodurch das Gewebe um die Augen nachgibt. Dadurch verändert sich das Erscheinungsbild von Schlupflidern deutlich.
Was kann man gegen Schlupflider tun?
Wer etwas gegen Schlupflider tun möchte, sollte zunächst die Ursache abklären lassen. Hausmittel oder Cremes können die Haut zwar pflegen, ausgeprägte Schlupflider lassen sich dadurch jedoch meist nicht dauerhaft beseitigen. Die beste Creme gegen Schlupflider kann den Alterungsprozess nicht rückgängig machen. Bei leichtem Hautüberschuss können spezielle Pflegeprodukte oder Augen-Make-up das Erscheinungsbild verbessern. Wenn Schlupflider das Sichtfeld beeinträchtigen oder als kosmetisches Problem empfunden werden, kann eine Behandlung von Schlupflidern sinnvoll sein.
Wie läuft eine Schlupflider-OP ab?
Eine Schlupflider-OP erfolgt meist als Oberlidstraffung beziehungsweise Blepharoplastik. Der Eingriff wird häufig unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Dabei entfernt der Chirurg überschüssige Haut, überschüssiges Fettgewebe und gegebenenfalls weiteres überschüssiges Gewebe. Anschließend wird das Oberlid gestrafft und die natürliche Lidfalte wiederhergestellt. Das Ziel besteht darin, hängende Augenlider dauerhaft zu korrigieren und ein harmonisches Ergebnis zu erzielen. Die Straffung verbessert sowohl die Funktion als auch die Ästhetik der Augenpartie.
Können Schlupflider das Sehen beeinträchtigen?
Ja, ausgeprägte Schlupflider können das Sichtfeld beeinträchtigen und in schweren Fällen sogar das Sichtfeld erheblich einschränken. Besonders herabhängende Lidhaut kann dazu führen, dass Menschen mit Schlupflidern unbewusst die Augenbraue anheben, um besser sehen zu können. Dadurch wird zusätzlich die Muskulatur belastet. In diesen Fällen ist eine operative Entfernung von Schlupflidern häufig medizinisch sinnvoll und nicht nur kosmetisch begründet.
Ist das Ergebnis einer Oberlidstraffung dauerhaft?
Eine Oberlidstraffung bietet in der Regel ein langanhaltendes Ergebnis. Zwar schreitet der natürliche Alterungsprozess weiter fort, dennoch bleibt der entfernte Hautüberschuss dauerhaft beseitigt. Die Ausprägung der Schlupflider kann sich im Laufe der Jahre erneut verändern, insbesondere bei genetischer Veranlagung oder einer weiteren Erschlaffung der Haut. Viele Patienten profitieren jedoch über viele Jahre von einem frischeren Erscheinungsbild und einer verbesserten Funktion der Augenlider.
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Über den Fachautor
Sabine Schneider
Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.
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