Was sind Altersflecken?
Die Hautstellen zählen zu den sogenannten Hyperpigmentierungen. An einer umschriebenen Stelle lagert die Haut mehr Pigment ein, als in der Umgebung. Die Bezeichnung Senil bedeutet, "das Alter betreffend". Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit, denn entscheidend ist nicht das Alter an sich, sondern die über das Leben gesammelte Lichtmenge. Man spricht deshalb auch von Sonnen- oder Lichtflecken. Typisch sind runde bis ovale flache Stellen von wenigen Millimetern bis über einen Zentimeter Durchmesser. Sie sind gleichmäßig hell- bis dunkelbraun, scharf begrenzt und nicht tastbar.
Mit der Zeit können sie größer, dunkler und zahlreicher werden. Schmerzen oder andere Beschwerden verursachen sie nicht.
Gesundheitlich sind sie unbedenklich. Viele Betroffene empfinden sie aber als ästhetisch störend. In Lateinamerika und Asien sind sie sogar einer der häufigsten Gründe für die Konsultation eines Hautarztes.
Wie die Stellen entstehen zeigt sich in der obersten Hautschicht, der Oberhaut (Epidermis). Dort sitzen die sogenannten Melanozyten. Diese Pigmentzellen bilden den Farbstoff Melanin, der tiefere Hautschichten vor UV-Licht schützt. Jede UV-Bestrahlung kurbelt die Produktion von Melanin an, sichtbar als Bräune. Wiederholt sich das über Jahre, entstehen dauerhafte Sonnenschäden. An einzelnen Stellen vermehren sich die Pigmentzellen und die gesteigerte Aktivität der Melanozyten hält auch ohne neue Sonne an. So können sich nach und nach Altersflecken entwickeln.
Entscheidend ist die gesamte UV-Belastung eines Lebens, also Sonne und Solarium zusammen. Ein höheres Risiko haben Menschen die beruflich oder in der Freizeit viel draußen sind, sowie alle mit häufigem Aufenthalt in der Sonne ohne ausreichenden Schutz. Die Stellen kommen grundsätzlich bei allen Hauttypen vor, am häufigsten jedoch bei Menschen mit heller Haut. Auch eine genetische Veranlagung spielt eine Rolle, spätestens ab dem 50. Geburtstag haben viele hellhäutige Menschen zumindest einige solcher Stellen.
Betroffen sind vor allem Körperstellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind. Dazu gehören Gesicht, Stirn und Schläfen, der Handrücken, die Außenseite von Unterarmen und Oberarm, Das Dekolleté und die Schultern. Bei lichtem Haar oder Glatze ist oft auch die Kopfhaut betroffen.
Am häufigsten sind die Pigmentierungen an Händen und im Gesicht. Gerade Altersflecken im Gesicht empfinden viele Menschen als belastend, weil sie sich kaum verbergen lassen.
Altersflecken sind harmlos - aber nicht alle Pigmentflecken
Die Stellen selbst werden nicht bösartig, sie zeigen aber, dass die Haut viel UV-Strahlung abgekommen hat, was das Risiko für bösartige Hauttumoren insgesamt erhöht. Hinzu kommt, dass einige andere Hautveränderungen ähnlich aussehen, darunter auch gefährliche. Deshalb sollte jeder neue oder veränderte Fleck ärztlich untersucht werden, bevor er entfernt wird.

Von den weit verbreiteten Altersflecken müssen unter anderem folgende Erkrankungen abgegrenzt werden:
Melasma (Chloasma)
Ein Melasma zeigt sich als unregelmäßig begrenzte, grau-braune Verfärbung, meist symmetrisch auf beiden Gesichtshälften. Typisch betroffen sind Wangen, Stirn, Nase, Kinn und Oberlippe. Überwiegend trifft es Frauen mit eher dunkler Haut (Phototyp IV bis VI). Als Hauptursachen gelten genetische Veranlagung und UV-Licht. Dazu kommen hormonelle Einflüsse wie Schwangerschaft, die Pille oder eine Hormonersatztherapie, außerdem Schilddrüsenfunktionsstörungen, bestimmte Kosmetika und lichtempfindlich machende (phototoxische) Substanzen. Unter dem Mikroskop sind die Melanozyten beim Melasma nicht vermehrt, sondern vergrößert und besonders aktiv.
Postinflammatorische Hyperpigmentierungen
Diese Verfärbungen können überall am Körper auftreten. Sie bleiben nach abgeheilten Entzündungen der Haut zurück, zum Beispiel nach Akne, Ekzemen, Verletzungen, Schuppenflechte (Psoriasis), Knötchenflechte (Lichen ruber planus) oder Hautausschlägen durch Medikamente. Je dunkler der Hauttyp, desto häufiger kommt es dazu. Der überschüssige Farbstoff ist unregelmäßig verteilt und kann sowohl in oberflächlichen als auch in tieferen Hautschichten liegen. Die Zahl der Pigmentzellen bleibt dabei gleich.
Muttermale: Naevuszellnaevi
Naevuszellnaevi sind gutartige Muttermale. Je nach Art liegen die Pigmentzellnester nur in der Oberhaut, nur in der darunterliegenden Lederhaut oder in beiden Schichten. Viele Muttermale sind leicht erhaben und bestehen oft schon seit der Kindheit oder Jugend.Schwarzer Hautkrebs und Lentigo maligna
Das maligne Melanom ist der gefährlichste Tumor der Pigmentzellen(Hautkrebs). Die Zellen entarten, wachsen unkontrolliert und können Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen bilden. Die Lentigo maligna ist eine Frühform, bei der die entarteten Zellen noch auf die Oberhaut beschränkt sind. Sie wächst langsam, tritt bevorzugt auf sonnengeschädigter Gesichtshaut älterer Menschen auf und kann einem harmlosen Pigmentfleck zum Verwechseln ähneln. Hinweise sind unregelmäßige Ränder, mehrere Farbtöne und langsames Größerwerden. Beide bösartigen Veränderungen müssen vor jeder Entfernung sicher ausgeschlossen werden.
Weitere Arten von Hyperpigmentierungen
Ferner kommen bei Hyperpigmentierungen differentialdiagnostisch in Betracht (seltener):
- Riehl-Melanose (Gesicht),
- Keratose
- Poikiloderm Civatte,
- Phototoxische Hyperpigmentierungen, Berloque-Dermatitis,
- Naevus fuscocoeruleus (Ito),
- Okulodermale Melanose (Ota),
- Mongolenflecke.
Altersflecken entfernen: Creme, Peeling, Laser oder Vereisung der Flecken auf der Haut
Medizinisch notwendig ist eine Entfernung nicht. Der Einriff ist rein kosmetisch und erfolgt auf eigenen Wunsch. Wer seine Altersflecken aus kosmetischen Gründen entfernen möchte, sollte sich vorher beim Dermatologen untersuchen lassen. Welches Verfahren sinnvoll ist, hängt von Größe, Anzahl und der Lage der Stellen sowie vom Hauttyp ab. Um Altersflecken zu behandeln stehen vor allem Bleichcremes oder chemische Peelings, Lasergeräte, Blitzlampen und die Vereisung zur Verfügung.
Behandlung von Altersflecken aufhellenden Präparaten
Depigmentierende Präparate (sog. Bleichmittel) werden in drei Gruppen kategorisiert:
- Phenolabkömmlinge,
- Nichtphenolische Substanzen,
- Kombinationspräparate.
Am effektivsten wird eine Dreifachkombination eingesetzt, bestehend aus Hydrochinon, einem Retinoid und einem Kortikosteroid:
- Hydrochinon ist eine phenolische Substanz, ein Tyrosinaseinhibitor, der die Melaninbildung hemmt. Der bleichende Effekt tritt bei täglicher topischer Anwendung nach mehreren Wochen ein.
- Tretinoin (Retinoid) beschleunigt den oberflächlichen Zellumsatz und erleichert damit das Eindringen von Hydrochinon in die Haut. Dadurch wirkt es der „Steroidatrophie“ entgegen.
- Das Kortikosteroid minimiert die Irritation der Haut, die durch Hydrochinon und Tretinoin hervorgerufen wird.
Es gibt hierfür Handelspräparate in Europa, aber auch von Hautärzten zusammengestellte „Eigenrezepturen“.
Die Anwendung des Hydrochinons muss auf zwei bis drei Monate beschränkt bleiben und mit Lichtschutz kombiniert werden! Bei längerer Anwendung kann eine graue Verfärbung der Haut und/oder der Nägel (Ochronose) entstehen. Die Verfärbung der Nägel wurde bisher insbesondere bei dunkelhäutigen Patienten beobachtet.
Als weitere potentielle Nebenwirkung wurden Kontaktallergien gegen Hydrochinon beschrieben.
Weitere Substanzen, die zur äußerlichen Behandlung von Altersflecken eingesetzt werden:
- Hydrochinonderivate Mequinol und Arbutin,
- Verschiedene Retinoide,
- Kojisäure (5-Hydroxy-2-Hydroxymethyl-4-H-Pyran-4-on),
- L-Ascorbinsäure (Vitamin C),
- Lakritze,
- Sojaextrakt,
- N-Acetyl-Glucosamin,
- Niacinamid.
Die meisten dieser Präparate führen zu einer vorübergehenden Aufhellung der unerwünschten Pigmentierung. Sie kehrt jedoch nach Absetzen des jeweiligen Präparates zurück.
Vielfach werden die Bleichmittel auch zur Vor- und Nachbehandlung anderer Behandlungsmethoden eingesetzt. Dadurch verstärken sie deren bleichenden Effekt.
Behandlung von Altersflecken mit chemischem Peeling
Mit Peeling-Methoden können in der Hornschicht der Haut gelegene Pigmente entfernt werden. Es gibt oberflächliche, mitteltiefe und tiefe Peelings. Zur Anwendung kommen dabei 70-prozentige Glycolsäure oder Trichloressigsäure in Konzentrationen von 10 bis 35 Prozent.
Die einzelnen Peelingvarianten unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich der Eindringtiefe. Daraus resultieren unterschiedliche Wirkungen auf die einzelnen Hautschichten.
Die sog. „leichten“ Peelings wirken durch eine Auflockerung und nachfolgende Ablösung oberflächlicher verhornter Hautzellen der Oberhaut (Schälwirkung).
Mit mitteltiefen Peelings können auch tiefer liegende Pigmentstörungen behandelt und Sonnenschädigungen behoben werden.
Behandlung von Altersflecken mit Laser- und Lichtsystemen
Zudem können zur Behandlung von Altersflecken Laser- und Lichtsysteme zum Einsatz kommen, deren Wellenlänge vom Melanin absorbiert wird. Ihre Impulszeiten liegen nach dem Prinzip der selektiven Photothermolyse im Nanosekundenbereich. Eine Laserbehandlung gilt als besonders wirksam, oft reichen ein bis zwei Sitzungen.
Kältetherapie (Kryotherapie)
Bei der Kryotherapie wird die Stelle kurz mit flüssigem Stickstoff von etwa -196 Grad Celsius vereist. Die geschädigten Zellen sterben ab, es bildet sich eine Kruste und darunter wächst neue Haut nach. Das Verfahren ist schnell und vergleichsweise günstig. Allerdings können helle, pigmentlose Stellen zurückbleiben, besonders bei dunklerer Haut.
Nachsorge und Sonnenschutz nach der Therapie
Paradoxerweise kann jedes Peeling und Lichttherapie selbst neue Verfärbungen auslösen. Eine sogenannte Post Inflamatorische Hyperpigmentierung. Laserbehandlungen und Peelings gehören deshalb in erfahrene Hände. Nutzen und mögliche Nebenwirkungen sollten im Einzelfall sorgfältig abgewogen werden.
Für ein dauerhaftes Ergebnis ist Lichtschutz entscheidend, besonders solange die Haut noch gerötet ist. Meiden Sie direkte Sonne und verwenden sie eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50). Die Rötung kann je nach Stärke des Eingriffs einige Tage bis mehrere Wochen anhalten. In dieser Zeit dürfen Sie die Haut mit getönter Kosmetik abdecken.
Hausmittel: was können sie leisten?
Zitronensaft, Apfelessig, Buttermilch oder Kartoffelscheiben sollen Pigmentstellen angeblich aufhellen. Wissenschaftliche Belege gibt es dafür nicht. Zitronensaft kann in Verbindung mit Sonnenlicht sogar eine phototoxische Hautreaktion auslösen und neue Verfärbungen verursachen. Kosmetische Seren mit Vitamin C oder Niacinamid können Pigmentierungen etwas abmildern, lassen ausgeprägte Stellen aber meist nicht verschwinden. Ratsam ist es, statt auf Hausrezepte, auf bewährten Lichtschutz zu setzen und bei Wunsch nach Entfernung fachlichen Rat bim Hautarzt einzuholen.
Vorbeugung: So lassen sich Altersflecken vorbeugen
Neue Pigmentstellen lassen sich am besten durch konsequenten Sonnenschutz verhindern. Die American Academy of Dermathology empfiehlt eine Sonnencreme mit UV-A und UV-B Filter und mindestens Lichtschutzfaktor 30. Sie sollte großzügig aufgetragen und etwa alle 2 Stunden sowie nach dem Schwimmen oder Schwitzen erneuert werden. Zusatzlich schützen Kleidung, Hut und Sonnenbrille, meiden sie die Mittagssonne zwischen etwa 11 Uhr und 15 Uhr und verzichten sie auf das Solarium. Denken Sie daran, dass Sonnenstrahlung auch an bewölkten Tagen wirkt und UV-A Licht durch das Fensterglas dringt. Wer frühzeitig mit dem Schutz beginnt, am besten schon im Kindesalter, schützt sich nicht nur vor Pigmentflecken, sondern auch vor vorzeitiger Hautalterung und bösartigen Hauttumoren.
Hautkrebsvorsorge: Ab wann zum Hautarzt?
Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung der Haut. Zwischen den Terminen hilft die ABCDE-Regel, auffällige Stellen zu erkennen:
- Asymmetrie (A),
- unscharfe oder unregelmäßige Begrenzung (B),
- mehrere Farbtöne (C für Colour),
- ein Durchmesser über fünf Millimeter (D) und
- eine Entwicklung, also Veränderung von Größe, Form, Farbe oder Höhe (E).
Trifft ein Punkt zu oder blutet, nässt oder juckt eine Stelle, sollte sie dermatologisch abgeklärt werden. Suchen Sie in diesem Fall zeitnah einen Hautarzt oder eine Hautärztin auf.
Häufige Fragen (FAQ)
Können Altersflecken zu Krebs werden?
Nein, die Stellen selbst sind gutartig und entarten nicht. Sie weisen aber auf eine hohe lebenlange UV-Dosis hin. Zudem können bösartige Hauttumoren ähnlich aussehen. Neue oder veränderte Stellen sollten Sie ärztlich prüfen lassen.
Können Altersflecken verschwinden?
Von allein bilden sie sich in der Regel nicht zurück. Mit konsequentem Lichtschutz werden sie allenfalls etwas heller. Dauerhaft beseitigen lassen sie sich mit Lasertherapie, Vereisung oder Peeling. Neue Stellen können sich aber jederzeit bilden, wenn die Haut weiterhin viel UV-Licht abbekommt.
Zahlt die Krankenkasse die Entfernung von Altersflecken?
In der Regel nicht. Da es sich um einen rein ästhetischen Eingriff handelt, gilt die Entfernung von einem Altersfleck als Selbstzahlerleistung. Wer Pigmentstellen aus ästhetischen Gründen entfernen lassen möchte, trägt die Kosten selbst. Anders ist es, wenn der Verdacht auf eine bösartige Veränderung besteht. Dann werden Untersuchung und ggf. Entfernung übernommen.
Was bedeutet Juckreiz an einem Pigmentfleck?
Lichtflecken verursachen normalerweise keine Beschwerden. Wenn eine Stelle anfängt zu jucken, zu bluten oder sich zu verändern, ist das ein Warnzeichen. Lassen Sie zeitnah untersuchen.
Was unterscheidet einen Altersfleck von einer Sommersprosse?
Sommersprossen treten schon im Kindesalter auf, sind kleiner und hellbraun. Sie werden im Sommer dunkler und können im Winter verblassen. Im Gegensatz zu Sommersprossen bleiben Lichtflecken ganzjährig bestehen und entstehen erst nach jahrelanger Sonnenexposition.
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Über den Fachautor
Dr. med. Sylvia Proske
Medizinische Fachautorin
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- Lentigines, laser, and melanoma: a case series and discussion. Stankiewicz, Chuang und Avram, 2012
- Solar lentigines are strongly related to sun exposure in contrast to ephelides. Bastiaens et al., 2004
- Efficacy and safety of cryotherapy vs. trichloroacetic acid in the treatment of solar lentigo. Raziee et al., 2008
