Nikotinsucht - Spezialisten und Informationen
21.07.2024
In Deutschland sind rund 28 Prozent der über 15-Jährigen Raucher. Das entspricht etwa 20 Millionen Deutschen. Bei 70 bis 80 Prozent liegt eine Nikotinsucht vor.
Die Nikotinabhängigkeit führt zu einer erhöhten Sterblichkeit: Etwa 50 Prozent der Raucher sterben frühzeitig an Folgeerkrankungen des Tabakkonsums wie Lungenkrebs und Herzinfarkt/Schlaganfall. Jeder Raucher verliert im Schnitt acht Jahre seines Lebens.
Im Folgenden finden Sie weitere Informationen sowie ausgewählte Spezialisten für die Therapie der Nikotinsucht.
ICD-Codes für diese Krankheit: F17
Nach der ICD-10 liegt eine Nikotinsucht vor, wenn mindestens drei der folgenden Kriterien im Verlauf eines Jahres erfüllt sind:
- Zwanghafter Tabakkonsum
- Toleranzentwicklung, d.h. Steigerung der Zigarettenzahl im Laufe der Zeit
- Körperliche Entzugssymptomatik beim Beenden
- Fortgesetzter Tabakkonsum trotz Folgeschäden
- Veränderungen der Lebensgewohnheiten, um den Tabakkonsum aufrecht zu erhalten
- Eingeschränkte Kontrolle über das Rauchverhalten
Nikotin gehört zu den Substanzen, die am schnellsten süchtig machen @ www.freund-foto.de /AdobeStock
Anleitung: Bitte lesen Sie die folgenden Aussagen aufmerksam durch und kennzeichnen Sie die zutreffende Antwortmöglichkeit mit einem Kreuz. Die Angaben sollen Ihr Rauchverhalten während der letzten 3 Monate widerspiegeln.
- Wann rauchen Sie nach dem Aufwachen Ihre erste Zigarette?
- Innerhalb von 5 Minuten (3 Punkte)
- Innerhalb von 6 bis 30 Minuten (2 Punkte)
- Innerhalb von 31 bis 60 Minuten (1 Punkt)
- Nach 60 Minuten (0 Punkte)
- Finden Sie es schwierig, an Orten, wo das Rauchen verboten ist, das Rauchen sein zu lassen?
- nein (0 Punkte)
- ja (1 Punkt)
- Auf welche Zigarette würden Sie nicht verzichten wollen?
- die erste am Morgen (1 Punkt)
- andere (0 Punkte)
- Wie viele Zigaretten rauchen Sie im Allgemeinen pro Tag?
- bis 10 (0 Punkte)
- 11 bis 20 (1 Punkt)
- 21 bis 30 (2 Punkte)
- mehr als 30 (3 Punkte)
- Rauchen Sie am frühen Morgen im Allgemeinen mehr als am Rest des Tages?
- nein (0 Punkte)
- ja (1 Punkt)
- Kommt es vor, dass Sie rauchen, wenn Sie krank sind und tagsüber im Bett bleiben müssen?
- nein (0 Punkte)
- ja (1 Punkt)
Die Summenwerte ergeben folgende Ausprägungsgrade der Nikotinabhängigkeit:
- 0 – 2 geringe Abhängigkeit
- 3 – 5 mittlere Abhängigkeit
- 6 – 7 schwere Abhängigkeit
- 8 – 10 sehr schwere Abhängigkeit
Die besten Chancen haben Sie, wenn Sie professionelle Hilfe vom Facharzt suchen und psychotherapeutische und medikamentöse Verfahren gemeinsam anwenden. Trotzdem schaffen es im Schnitt nur 1 bis 3 von 10 Rauchern, ganz mit dem Rauchen aufzuhören.
Es gibt verhaltenstherapeutische Gruppen- und Einzeltherapieverfahren, die in der Regel 6 bis 10 Sitzungen dauern. Dabei erarbeiten Patienten Bewältigungsstrategien. Auch Selbsthilfemaßnahmen stehen zur Verfügung.
Das Nikotinpflaster geben das Nikotin langsam und kontinuierlich über die Haut in den Körper ab @ Halfpoint /AdobeStock
Medikamentöse Entwöhnungshilfen zur Raucherentwöhnung sind beispielsweise:
- Nikotin-Pflaster
- Kaugummi und
- Nasensprays sowie
- das Medikament Zyban®
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