Eine Prostataentzündung, medizinisch Prostatitis, ist eine häufige Erkrankung der männlichen Geschlechtsorgane. Sie entsteht, wenn sich die Prostata – eine kleine Drüse unterhalb der Blase – entzündet. Betroffene leiden häufig unter Schmerzen beim Wasserlassen, Brennen im Unterbauch oder Ejakulationsbeschwerden.
Medizinisch wird zwischen einer akuten bakteriellen, chronisch bakteriellen und abakteriellen Prostataentzündung unterschieden. Die Ursachen reichen von Bakterieninfektionen über Harnrückfluss bis hin zu Stress oder Beckenbodenverspannungen. Da die Beschwerden ähnlich wie bei anderen urologischen Erkrankungen verlaufen können, ist eine urologische Abklärung wichtig. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt, sind die Heilungschancen in der Regel gut.
Kurzübersicht:
Artikelübersicht
- Definition – was ist eine Prostataentzündung?
- Arten der Prostatitis
- Akute und chronische Formen der Prostatitis
- Ursachen und Risikofaktoren
- Symptome und Beschwerden bei einer Prostataentzündung
- Diagnose der Prostatitis
- Behandlung der Prostataentzündung
- Leben mit einer Prostataentzündung
- Vorbeugung einer Prostataentzündung
- FAQ – Häufige Fragen zur Prostataentzündung
Definition – was ist eine Prostataentzündung?
Eine Prostataentzündung – medizinisch Prostatitis genannt – ist eine Entzündung der Prostata, die akut oder chronisch verlaufen kann. Die Erkrankung betrifft ausschließlich Männer und kann sich durch Schmerzen beim Wasserlassen, im Unterbauch oder im Dammbereich bemerkbar machen. Häufig klagen Betroffene auch über Brennen beim Urinieren, Harnwegsbeschwerden und Schmerzen beim Samenerguss.
Man unterscheidet verschiedene Formen der Prostataentzündung, die sich in Ursache, Verlauf und Behandlung unterscheiden. In vielen Fällen handelt es sich um eine bakterielle Entzündung, die mit Antibiotika behandelt werden kann. In anderen Fällen liegt eine abakterielle Prostataentzündung ohne Keimbefund vor.
Etwa die Hälfte aller Männer erkrankt im Laufe des Lebens an einer Prostataentzündung, häufig auch mehrfach. Die Erkrankung kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen, ist aber in der Regel gut behandelbar.
Arten der Prostatitis
Die Prostataentzündung wird nach der Klassifikation der National Institutes of Health (NIH) in vier Hauptformen unterteilt:
-
Akute Prostatitis (bakteriell) (NIH I)
Eine plötzlich auftretende bakterielle Infektion der Prostata. Typisch sind Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen beim Wasserlassen und starke Schmerzen im Unterbauch. -
Chronische bakterielle Prostatitis (NIH II)
Eine langanhaltende, wiederkehrende bakterielle Entzündung der Prostata. Sie entwickelt sich meist aus einer unvollständig ausgeheilten akuten Form. -
Chronische abakterielle Prostatitis bzw. chronisches Beckenschmerzsyndrom (NIH III)
Die häufigste Form der Prostatitis – hier finden sich keine Bakterien, aber typische Symptome wie Druckgefühl, Schmerzen und Harnprobleme. -
Asymptomatische Prostatitis (NIH IV)
Eine Entzündung der Prostata ohne Beschwerden, die meist zufällig entdeckt wird, etwa im Rahmen anderer Untersuchungen.
Diese verschiedenen Formen der Prostataentzündung können ähnliche Symptome verursachen, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Ursache und Therapie.
Eine Prostatitis bezeichnet somit eine Entzündung der Vorsteherdrüse, die akut oder chronisch verlaufen kann. Die verschiedenen Formen der Prostataentzündung unterscheiden sich nicht nur in ihrer Ursache, sondern auch in der Dauer und im Beschwerdebild. Während eine akute Entzündung der Prostata meist plötzlich auftritt und intensive Symptome verursacht, ist die chronische Form häufig langwierig und mit wechselnden Beschwerden verbunden. Eine Prostatitis ist in der Regel gut behandelbar, erfordert jedoch eine frühzeitige Diagnose und eine gezielte Therapie.
Akute und chronische Formen der Prostatitis
Die akute bakterielle Prostataentzündung entsteht, wenn Bakterien – häufig Escherichia coli oder Enterococcus faecalis – über die Harnröhre in die Prostata gelangen.
Sie beginnt plötzlich mit Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen beim Wasserlassen und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Wird sie nicht rechtzeitig behandelt, kann sich ein Abszess in der Prostata bilden.
Die chronische bakterielle Prostatitis ist seltener, entwickelt sich jedoch über längere Zeit. Typisch sind wiederkehrende Harnwegsinfektionen und diffuse Schmerzen im Beckenbereich.
Die chronische abakterielle Prostatitis (CPPS) ist die mit Abstand häufigste Form. Sie zeigt ähnliche Symptome, ohne dass Bakterien nachgewiesen werden können.
Hier spielen Faktoren wie Stress, Beckenbodenverspannungen, Durchblutungsstörungen oder Nervenreizungen eine Rolle.

Eine Prostatitis führt unter anderem zu einer Schwellung und damit zu einer Harnröhrenverengung sowie Schmerzen © Alila Medical Media | AdobeStock
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursache einer Prostataentzündung hängt von der jeweiligen Form ab:
- Bakterielle Prostatitis entsteht, wenn Bakterien – meist Escherichia coli oder Enterococcus faecalis – über die Harnröhre in die Prostata gelangen. Dort lösen sie eine akute oder chronische Infektion aus.
- Abakterielle Prostatitis hingegen hat verschiedene Ursachen:
Dazu zählen Blasenentleerungsstörungen, Verengungen der Harnröhre, Prostatasteine oder ein sogenannter prostatischer Reflux, bei dem Urin in die Prostatakanälchen zurückfließt. - Auch psychische Faktoren wie Stress, Anspannung oder psychische Symptome wie Ängste können eine Rolle spielen und das Prostataentzündung-Schmerzsyndrom verstärken.
Die akute bakterielle Prostatitis tritt meist plötzlich auf, während die chronische bakterielle Prostataentzündung oder die abakterielle chronische Prostatitis über längere Zeit anhält.
Die Ursache dieser Form der Prostataentzündung hängt häufig mit bakteriellen Infektionen wie einer Prostatitis zusammen. Dabei können Bakterien über die Harnröhre in die Prostata gelangen und dort eine akute Entzündungsreaktion auslösen. Vor allem bei einer akuten bakteriellen Prostatitis gelangen Erreger wie E. coli oder Klebsiella in das Gewebe der Drüse und verursachen dort starke Schmerzen und Fieber.
Symptome und Beschwerden bei einer Prostataentzündung
Die Symptome einer Prostatitis sind vielfältig und hängen vom Verlauf ab. Zu den typischen Symptomen einer akuten Prostataentzündung gehören:
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Brennen oder Druckgefühl in der Harnröhre
- Häufiger Harndrang mit abgeschwächtem Harnstrahl
- Starke Schmerzen im Damm, Unterbauch oder Rücken
- Fieber und Schüttelfrost
Bei einer chronischen Prostatitis oder chronischen Entzündung der Prostata können die Beschwerden milder, aber anhaltend sein:
- Dumpfer Schmerz im Becken- oder Lendenbereich
- Schmerzen bei Erektion oder Samenerguss
- Verminderte Libido
- Gefühl unvollständiger Blasenentleerung
- Erschöpfung und psychische Belastung
Asymptomatische Prostatitis: Manche Männer verspüren keine Beschwerden – hier zeigt sich die Entzündung nur im Laborbefund.
Anhand der typischen Symptome kann der Urologe meist rasch eine erste Einschätzung treffen.
Die Symptome einer Prostataentzündung können individuell stark variieren. Während die Symptome einer akuten Prostataentzündung meist plötzlich und heftig auftreten, zeigen sich die Symptome einer chronischen Prostatitis eher schleichend und dauerhaft. Typisch sind starke Schmerzen im Dammbereich, Brennen beim Wasserlassen und ein Druckgefühl im Unterbauch. Eine frühzeitige Abklärung ist entscheidend, um rechtzeitig mit der richtigen Behandlung zu beginnen und mögliche Komplikationen zu verhindern.
Moderne Therapiekonzepte kombinieren eine gezielte medikamentöse Therapie mit begleitenden Maßnahmen – so lassen sich Symptome und Behandlungen individuell anpassen.
Diagnose der Prostatitis
Die Diagnose einer Prostatitis erfolgt durch den Urologen. Anhand der Symptome und Befunde wird festgestellt, ob es sich um eine akute oder chronische Form handelt.
Zu den wichtigsten Untersuchungen gehören:
- Körperliche Untersuchung: Abtasten der Prostata über den Enddarm (rektale Untersuchung).
- Laboruntersuchungen: Urin- und Sekretproben zur Bestimmung von Bakterien und Entzündungszellen.
- Bildgebung: Ultraschall zur Beurteilung von Prostatasteinen, Abszessen oder Restharn.
Diese Diagnostik hilft, die Art der Prostataentzündung genau zu bestimmen und die passende Therapie einzuleiten.
Behandlung der Prostataentzündung
Behandlung der bakteriellen ProstatitisBei einer bakteriellen Entzündung erfolgt die Behandlung mit Antibiotika.
Das Medikament wird je nach Erreger über 10 bis 30 Tage eingenommen. Eine zu frühe Unterbrechung kann dazu führen, dass Bakterien in die Prostata zurückkehren und eine chronische bakterielle Prostataentzündung entsteht.
Zur Unterstützung kommen entzündungshemmende Schmerzmittel und Alpha-Blocker zum Einsatz, die die Muskulatur der Prostata entspannen und den Urinfluss verbessern.
Behandlung der abakteriellen ProstatitisDie abakterielle Prostataentzündung wird symptomatisch behandelt.
Hier helfen Wärmeanwendungen, Sitzbäder, Muskelentspannung und Physiotherapie. Auch autogenes Training kann Beschwerden lindern.
Eine medikamentöse Behandlung mit Alpha-Blockern, pflanzlichen Präparaten oder Antiphlogistika ist oft sinnvoll.
In besonders hartnäckigen Fällen kann eine Kombination aus Medikamenten, Physiotherapie und Stressbewältigung die Beschwerden langfristig lindern.
Die abakterielle Prostatitis bezeichnet eine Form der Entzündung, bei der keine Bakterien nachweisbar sind. Diese abakterielle Prostataentzündung kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und wird häufig durch Muskelverspannungen oder Stress begünstigt.Besonders bei einer abakteriellen chronischen Prostatitis ist eine Kombination aus medikamentöser Behandlung und physiotherapeutischen Verfahren sinnvoll. Da die Prostatitis chronisch verlaufen kann, erfordert sie eine langfristige und individuell abgestimmte Therapie.
Wenn sich die Entzündung trotz aller Maßnahmen nicht bessert, kann eine operative Behandlung der Prostataentzündung erforderlich sein – beispielsweise eine partielle Prostatektomie oder eine Laserablation entzündeten Gewebes.
Leben mit einer Prostataentzündung
Viele Männer leben mit einer chronischen Prostataentzündung über längere Zeit. Dabei können sich die Beschwerden wellenförmig verändern – Phasen mit nahezu beschwerdefreien Tagen wechseln sich mit Rückfällen ab.
Eine bewusste Lebensweise hilft, die Symptome zu lindern: ausreichend trinken, Blasenreizstoffe (z. B. Alkohol, Kaffee, scharfe Gewürze) vermeiden und regelmäßig Wärme anwenden.
Auch psychische Entlastung spielt eine wichtige Rolle, da Stress die Prostatitis chronisch verschlechtern kann.
Viele Männer, die im Leben an einer Prostataentzündung erkrankt sind, berichten über eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität. Eine chronische Prostataentzündung macht sich oft durch wiederkehrende Beschwerden bemerkbar, die die Psyche zusätzlich belasten können. Dennoch ist eine Prostatitis in der Regel nicht gefährlich und lässt sich mit der richtigen Therapie gut kontrollieren. Wichtig ist, Rückfälle zu vermeiden und gemeinsam mit dem Arzt eine langfristige Strategie zur Stabilisierung zu entwickeln.
Vorbeugung einer Prostataentzündung
Eine gezielte Vorbeugung ist möglich:
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Regelmäßige Blasenentleerung
- Schutz vor Unterkühlung
- Hygienische Sexualpraktiken
- Bewegung und ausgewogene Ernährung
Regelmäßige Ejakulationen können dazu beitragen, die Prostata zu entleeren und die Entstehung einer Prostataentzündung zu verhindern.
FAQ – Häufige Fragen zur Prostataentzündung
Was sind die häufigsten Ursachen einer Prostataentzündung?
Hauptsächlich sind bakterielle Infektionen verantwortlich, die über die Harnröhre in die Prostata gelangen. Daneben spielen auch Blasenfunktionsstörungen, Stress und hormonelle Einflüsse eine Rolle.
Welche Symptome einer Prostataentzündung treten am häufigsten auf?
Typisch sind Schmerzen beim Wasserlassen, Brennen, Druck im Becken, Ejakulationsschmerzen und häufiger Harndrang. Bei akuten Formen kommen Fieber und Schüttelfrost hinzu.
Wie wird eine akute bakterielle Prostatitis behandelt?
Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika, entzündungshemmenden Medikamenten und ausreichender Flüssigkeitszufuhr. Wärme und Ruhe unterstützen die Heilung.
Die Behandlung einer Prostataentzündung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei einer bakteriellen Form erfolgt die Behandlung mit Antibiotika, die gezielt die Erreger bekämpfen. Um die passende Therapie zu wählen, ist eine exakte Diagnose einer Prostatitis notwendig. So lässt sich die Ursache für eine Prostataentzündung genau bestimmen und die Heilungschancen verbessern.
Wie lange dauert eine chronische Prostataentzündung?
Die chronische Form kann sich über Monate oder Jahre ziehen. Mit einer konsequenten medikamentösen Behandlung, Physiotherapie und Stressabbau lassen sich die Beschwerden jedoch meist gut kontrollieren.
Welche Rolle spielt die Psyche bei einer Prostatitis?
Psychische Symptome wie Ängste, Stress oder Anspannung können Beschwerden verstärken. Daher ist eine ganzheitliche Therapie, die auch seelische Belastungen berücksichtigt, wichtig.








