Minimal-invasive Interventionelle Radiologie: Innovative Lösungen zur Behandlung von Gefäßerkrankungen und chronischen Durchblutungsstörungen

02.02.2026

Minimal-invasive interventionelle Radiologie eröffnet heute völlig neue Wege in der Behandlung von Gefäßerkrankungen und chronischen Durchblutungsstörungen. Statt großer Operationen kommen hochpräzise, bildgesteuerte Katheter-Verfahren zum Einsatz, die erkrankte Gefäße schonend erreichen und gezielt behandeln. Diese modernen Techniken ermöglichen es, die Durchblutung wiederherzustellen, Beschwerden deutlich zu lindern und Komplikationen vorzubeugen – ohne Vollnarkose und mit kurzer Erholungszeit. Damit verbindet die interventionelle Radiologie medizinische Präzision mit maximaler Schonung für die Patienten. Die Redaktion des Leading Medicine Guide wollte mehr dazu erfahren und sprach mit Dr. med. Arun Kumarasamy.

Dr. med. Arun Kumarasamy MBA

Das diabetische Fußsyndrom ist eine komplexe und potenziell gefährliche Folgeerkrankung des Diabetes, bei der mehrere krankhafte Prozesse zusammenwirken. Durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte werden die Nerven geschädigt – eine sogenannte diabetische Polyneuropathie. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine chronische Durchblutungsstörung der Beine, die durch Ablagerungen in den Arterien entsteht. Diese Ablagerungen – meist aus Fetten, Kalk und Entzündungszellen – verengen die Gefäße zunehmend.

Die Schaufensterkrankheit ist zum großen Teil erblich bedingt. Etwa siebzig Prozent der Betroffenen haben eine genetische Veranlagung. Typischerweise tritt sie bei älteren Menschen ab etwa sechzig Jahren auf, die dann mit einem langsam zunehmenden Leiden vorstellig werden. Der Begriff selbst stammt aus einer Zeit, in der sich ältere Patienten dafür schämten, dass sie nicht mehr weit laufen konnten. Um das Stehenbleiben zu kaschieren, blieben sie scheinbar interessiert vor Schaufenstern stehen – daher der Name. Im Kern handelt es sich um eine Erkrankung des Gefäßsystems: Die Gefäße verengen sich, ähnlich wie man es auch von der koronaren Herzerkrankung kennt. Viele Patienten, die am Herzen Engstellen haben, entwickeln solche Verengungen auch in den Becken- und Beingefäßen oder sogar an den Halsgefäßen, weil der gesamte Körper aus einem zusammenhängenden Gefäßbaum besteht. So wurde die Schaufensterkrankheit als Begriff für die pAVK weit verbreitet. Das diabetische Fußsyndrom unterscheidet sich grundlegend davon. Es ist in der Regel eine Folgeerkrankung des Diabetes, bei der sowohl Nervenschäden als auch Durchblutungsstörungen dazu führen, dass Fußverletzungen unbemerkt bleiben und Wunden schlecht heilen. Durch die Minderversorgung können sich Infektionen können leicht ausbreiten. Es handelt sich um eine typische Spätkomplikation des Diabetes, bei der der dauerhaft erhöhte Blutzucker der zentrale Auslöser ist. Ein gut eingestellter Diabetiker entwickelt solche Probleme meist erst sehr spät, weil er auf seinen Stoffwechsel achtet und dadurch lange stabil bleibt. Wer die Erkrankung jedoch ignoriert, hat ein deutlich höheres Risiko, schneller Komplikationen zu entwickeln. Faktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, dauerhaft schlecht eingestellter Blutzucker, Bewegungsmangel und hoher Stress verschärfen die Situation zusätzlich. Sie erhöhen die Risikofaktoren und führen dazu, dass die Gefäße – die beim diabetischen Fußsyndrom häufig ebenfalls betroffen sind – schneller altern und Schaden nehmen“, verdeutlicht Dr. Kumarasamy.

Schaufensterkrankheit._KI generiert

Die interventionelle Radiologie spielt heute eine zentrale Rolle in der modernen Gefäßmedizin, weil sie Diagnostik und Therapie auf besonders schonende und zugleich hochpräzise Weise miteinander verbindet. 

Die interventionelle Radiologie spielt bei beiden Erkrankungen eine zentrale Rolle, weil sie genau dort ansetzt, wo die Probleme entstehen: an den verengten oder verschlossenen Arterien. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwei Formen von Gefäßerkrankungen. Zum einen gibt es Engstellen, die weiter oben im Bereich des Beckens beginnen. Zum anderen – und das betrifft vor allem Diabetiker – entstehen die Verengungen weiter unten, in den Unterschenkel- und Fußarterien. Diese unteren Gefäße sind deutlich schwieriger zu behandeln, weil sie viel kleiner und anatomisch komplexer sind. Während die Arterien im Oberschenkel noch einen Durchmesser von vier bis sechs Millimetern haben, messen die Gefäße im Unterschenkel oft nur 3,5 bis 2 Millimeter. In den Fußarterien wird es noch enger: Hier sprechen wir von gerade einmal 1,5 bis 2 Millimetern. Besonders anspruchsvoll wird es, wenn die ganz feinen Endäste betroffen sind, die die Zehen versorgen. Die interventionelle Radiologie versucht deshalb, mit extrem feinen Kathetern und Drähten bis in diese kleinsten Arterien vorzudringen, um die Blutzufuhr so weit wie möglich zu verbessern. Das Ziel ist immer dasselbe: Das Gewebe soll wieder ausreichend mit Blut versorgt werden – und damit mit Sauerstoff, Nährstoffen und den Immunzellen, die Infektionen bekämpfen. Nur wenn die Durchblutung wiederhergestellt ist, können Entzündungen abklingen, Wunden heilen und Medikamente wie Antibiotika überhaupt an den richtigen Ort gelangen. Genau darin liegt die besondere Bedeutung der interventionellen Radiologie: Sie schafft die Voraussetzungen dafür, dass das Gewebe überlebt und sich erholen kann“, erläutert Dr. Kumarasamy.

Die interventionelle Radiologie hat in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung für die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms gewonnen. Während früher Patienten mit schweren Durchblutungsstörungen am Fuß oder Unterschenkel kaum Alternativen zur offenen Gefäßoperation oder sogar zur Amputation hatten, ermöglichen moderne endovaskuläre Verfahren heute deutlich schonendere und zugleich effektivere Therapien.

Die Behandlung beginnt in der Regel damit, dass man sich zunächst ein möglichst genaues Bild von den Gefäßen verschafft. Zwar lassen sich Engstellen oder Verschlüsse bereits im MRT, CT oder per Duplex-Ultraschall erkennen, doch der eigentliche Goldstandard ist die Angiografie. Dabei wird über eine feine Nadel ein Kontrastmittel in die Arterie gegeben, sodass sich der Blutfluss in Echtzeit darstellen lässt. Auf diesen Bildern erkennt man sofort, ob ein Gefäß verengt, verschlossen oder stark verkalkt ist – und ob diese Veränderung die Beschwerden des Patienten erklären kann, etwa schlecht heilende Wunden, nächtliche Ruheschmerzen oder Infektionen im Fußbereich. Die Angiografie wird in einem sogenannten interventionsbereiten Setting durchgeführt. Das bedeutet: Sobald die Diagnose gestellt ist und eine relevante Engstelle sichtbar wird, kann direkt im selben Eingriff behandelt werden. Mit sehr feinen Drähten und Kathetern versucht man dann, die verengten oder verschlossenen Arterien wieder zu eröffnen und die Durchblutung so weit zu verbessern, dass das Gewebe wieder ausreichend versorgt wird. Dabei muss nicht immer die ursprünglich zuständige Arterie geöffnet werden. Wenn ein Gefäß komplett verschlossen ist, kann man auch über eine andere Arterie indirekt die Blutversorgung des betroffenen Bereichs wiederherstellen. Entscheidend ist, dass am Ende genügend Blut – und damit Sauerstoff, Nährstoffe und Immunzellen – im Gewebe ankommt, damit Wunden heilen und Infektionen bekämpft werden können. Gerade im Unterschenkel- und Fußbereich ist diese Arbeit besonders anspruchsvoll, weil die Gefäße dort extrem klein sind. Bis in diese Bereiche vorzudringen erfordert viel Erfahrung, Fingerspitzengefühl und eine Spezialisierung, die nur wenige Kliniken anbieten“, erklärt Dr. Kumarasamy und führt weiter aus:

Wenn Gefäße erweitert werden müssen, stehen mehrere minimal-invasive Techniken zur Verfügung, die je nach Situation kombiniert werden. Am einfachsten vorstellbar sind Ballons, die im verengten Gefäß platziert und dort vorsichtig aufgedehnt werden. Es gibt auch medikamentenbeschichtete Ballons, die zusätzlich Wirkstoffe abgeben, um ein erneutes Zuwachsen der Engstelle zu verhindern. Reicht das nicht aus, kommt die Atherektomie zum Einsatz – ein Verfahren, das man sich tatsächlich wie eine winzige Bohrmaschine vorstellen kann. Wenn ein Gefäß so stark verkalkt ist, dass ein Ballon nicht durchkommt oder sich nicht entfalten lässt, wird mit einer rotierenden Fräse das harte Material abgetragen. Diese Instrumente drehen sich mit enormer Geschwindigkeit und schaffen Platz, sodass der Ballon anschließend problemlos passieren und das Gefäß weiten kann. Erst wenn all diese Methoden nicht ausreichen, setzt man Stents ein – kleine Gefäßstützen, die das Gefäß dauerhaft offenhalten. Moderne Konzepte folgen jedoch dem Prinzip ,Leave Nothing Behind´, also möglichst kein dauerhaftes Material im Körper zu belassen. Deshalb versucht man, Stents nur dann einzusetzen, wenn es wirklich notwendig ist. All diese Verfahren werden sowohl bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit als auch beim diabetischen Fußsyndrom angewendet. In beiden Fällen geht es darum, die Durchblutung so weit zu verbessern, dass das Gewebe wieder ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird und Wunden überhaupt eine Chance haben zu heilen“.

Angiografie_Bürgerhospital Frankfurt
Angiografie_Bürgerhospital Frankfurt


Komplexe Eingriffe an Unterschenkel- und Fußarterien erfordern langjährige Erfahrung, viele selbst durchgeführte Behandlungen und den Austausch mit spezialisierten Kolleginnen und Kollegen. Nur wenige Kliniken verfügen über diese Expertise, weshalb spezialisierte Zentren überregional bekannt sind. Patienten profitieren dort von einem hohen Erfahrungsniveau und sicheren, routinierten Abläufen, zum Beispiel auch von sehr hohen Revaskularisationsraten. 


Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Diabetes-Fußzentrum und der größten diabetologischen Abteilung in Frankfurt schafft eine Versorgung, die deutlich schneller, koordinierter und medizinisch präziser ist als eine Behandlung in getrennten Strukturen. 

Hierzu schildert Dr. Kumarasamy: „Die Zusammenarbeit mit dem Diabetes-Fußzentrum ist darauf ausgelegt, eine echte Einheit zu bilden, in der die gesamte Expertise rund um den diabetischen Fuß gebündelt wird. In Frankfurt steht dafür eine der größten und am höchsten zertifizierten diabetologischen Abteilungen, unter der Leitung von Christian-Dominik Müller, Deutschlands zur Verfügung – ein Bereich, der alle Kriterien erfüllt, die für eine Spitzenzertifizierung notwendig sind. Diese starke diabetologische Basis wird ergänzt durch die interventionelle Radiologie, die minimal-invasive Gefäßbehandlungen auf höchstem Niveau anbietet. Beide Bereiche arbeiten nicht nur nebeneinander, sondern tatsächlich Hand in Hand, sodass Patienten von einer eng verzahnten, interdisziplinären Versorgung profitieren. Hinzu kommt seit Januar ein neuer Chefarzt, PD Dr. med. Sebastian Fischer, aus der Fußchirurgie, der zuvor an der BGU Frankfurt tätig war und als ausgewiesener Experte gilt. Mit ihm wird das Profil des Zentrums weiter abgerundet, denn er bringt die chirurgische Kompetenz ein, die für komplexe Wunden, Fehlstellungen oder operative Eingriffe am diabetischen Fuß essenziell ist. So entsteht ein Team, das regional wie überregional eine besondere Stellung einnimmt und sich gemeinsam präsentieren kann. Neben Diabetologie, interventioneller Radiologie und Fußchirurgie spielen auch weitere Fachbereiche eine wichtige Rolle. Die internistische Abteilung unterstützt bei Begleiterkrankungen, und durch die starke Frauenklinik können beispielsweise Myom-Embolisationen angeboten werden – ein weiteres Beispiel dafür, wie kathetergestützte Verfahren in unterschiedlichen Disziplinen eingesetzt werden. Insgesamt entsteht so ein Netzwerk, in dem verschiedene Spezialgebiete eng miteinander arbeiten und eine Versorgung ermöglichen, die in dieser Form nur wenige Kliniken anbieten“.

Durch die direkte Kooperation können Patienten wesentlich früher identifiziert werden, die ein erhöhtes Risiko für schwer heilende Wunden oder Durchblutungsstörungen haben. Diabetologen erkennen Warnsignale wie Neuropathien, Infektionen oder beginnende Gefäßprobleme und überweisen ohne Zeitverlust an das Fußzentrum. Dort stehen spezialisierte Chirurgen, Wundexperten und Gefäßmediziner bereit, um Diagnostik und Therapie sofort einzuleiten. Gerade beim diabetischen Fuß zählt die zeitnahe Versorgung, weil sich Infektionen schnell ausbreiten und ein Gewebeverlust droht. 


Ein Exzellenzzentrum für das diabetische Fußsyndrom lebt davon, dass mehrere hochspezialisierte Fachrichtungen nicht nebeneinander, sondern wirklich miteinander arbeiten. Jede Disziplin bringt eine eigene, unverzichtbare Expertise ein – und erst das Zusammenspiel macht die Versorgung so wirksam. Für Patienten entsteht dadurch ein Behandlungspfad, der schneller, sicherer und deutlich zielgerichteter ist als in herkömmlichen Strukturen.


Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Diabetologie, interventioneller Radiologie und Fußchirurgie ist einer der entscheidenden Faktoren dafür, dass Patienten mit diabetischem Fußsyndrom und pAVK heute deutlich bessere Heilungschancen haben als noch vor einigen Jahren. 

Die Behandlung von Gefäßerkrankungen wie der Schaufensterkrankheit und dem diabetischen Fußsyndrom hat eine lange Entwicklung hinter sich. Verfahren wie die Ballondilatation und die Stentimplantation gibt es bereits seit vielen Jahrzehnten, doch früher wurden sie deutlich seltener angewendet. Erst mit der Zeit haben sich die Leitlinien verändert und die Bedeutung der minimal-invasiven Therapie gestärkt. Heute arbeiten nicht nur interventionelle Radiologen mit diesen Methoden, sondern ebenso Kardiologen, Angiologen und zunehmend auch Gefäßchirurgen, die früher ausschließlich operativ tätig waren. Entscheidend ist weniger die Fachrichtung als die Fähigkeit, das interventionelle Handwerk sicher zu beherrschen. Im Laufe der Jahre sind zahlreiche neue Techniken hinzugekommen, die die Behandlungsmöglichkeiten erheblich erweitert haben. Dazu gehören die Atherektomie, bei der Verkalkungen mechanisch abgetragen werden, medikamentenbeschichtete Ballons und Stents sowie moderne Verfahren wie die Lithotripsie, die mittels Ultraschall harte Kalkablagerungen aufbricht. Diese technischen Fortschritte haben die Eingriffe sicherer gemacht, die Komplikationsrate gesenkt und die Ergebnisse verbessert“, so Dr. Kumarasamy und ergänzt:

Gleichzeitig profitieren die Patienten von kürzeren Krankenhausaufenthalten, weniger Schmerzen und einem geringeren Risiko für Infektionen, da große Operationen immer seltener notwendig sind. Mit wachsender Erfahrung steigt auch die Qualität der Versorgung. Kliniken, die jedes Jahr mehrere hundert Patienten behandeln, entwickeln eine besondere Expertise, von der die Betroffenen unmittelbar profitieren. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Größere Häuser können ein breiteres Spektrum anbieten, und die enge Kooperation mit der Klinikleitung schafft gute Rahmenbedingungen für moderne, patientenorientierte Medizin. Wie lange ein Patient nach einem Eingriff bleibt, hängt heute stark vom individuellen Schweregrad ab. Ziel ist es, die Patienten so schnell wie möglich wieder in ihren Alltag zu entlassen, ohne die medizinische Sicherheit zu gefährden. Wenn es erforderlich ist, werden sie jederzeit erneut aufgenommen oder weiter stationär betreut – entscheidend ist immer die individuelle Situation und eine nahtlose Verzahnung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung“.

3D Medical Animation Vascular Bypass._Grafting
3D Medical Animation Vascular Bypass._Grafting

Nach einer interventionellen Gefäßbehandlung gibt es für die Patienten einige Punkte, die wichtig sind, damit der Erfolg des Eingriffs gesichert bleibt. 

In der Regel erfolgt innerhalb von zwei Wochen eine erste Nachkontrolle durch uns. Dabei wird überprüft, wie gut die Durchblutung wiederhergestellt ist und wie sich Beschwerden oder Wunden entwickeln. Während des stationären Aufenthalts werden die Patienten täglich gesehen, die Durchblutung wird regelmäßig gemessen und mögliche Veränderungen werden sofort erkannt. Falls etwas nicht optimal verläuft, kann direkt nachbehandelt werden – ein großer Vorteil dieser engmaschigen Betreuung. Viele Betroffene spüren die Verbesserung ihrer Gehstrecke relativ schnell. Zwar kann es in den ersten Tagen nach der Behandlung zu blauen Flecken, leichten Schmerzen an der Punktionsstelle oder einem Ziehen in der Wade kommen, doch die Belastbarkeit nimmt meist rasch zu. Auch Wunden, die zuvor nicht heilen wollten, zeigen oft innerhalb weniger Wochen deutliche Fortschritte. Die Erleichterung durch weniger Schmerzen oder die Möglichkeit, wieder längere Strecken zu gehen, ist für viele Patienten unmittelbar spürbar. Langfristig bleibt jedoch wichtig: Ein Gefäßpatient bleibt ein Gefäßpatient. Die Erkrankung verschwindet nicht vollständig, und die Gefäße altern weiter. Manche Patienten haben viele Jahre Ruhe, andere müssen nach zwei bis vier Jahren erneut behandelt werden – besonders dann, wenn die Engstellen in sehr kleinen Unterschenkel- oder Fußarterien liegen. Größere Gefäße im Beckenbereich halten meist deutlich länger offen. Entscheidend ist, dass die Patienten regelmäßig zu Kontrollen kommen, damit Veränderungen früh erkannt und rechtzeitig behandelt werden können. Die Behandlung lässt sich grundsätzlich beliebig oft wiederholen. Wie lange der Erfolg anhält, hängt von vielen Faktoren ab: vom Ort der Engstelle, vom allgemeinen Gesundheitszustand, aber auch vom Lebensstil. Rauchen, schlecht eingestellter Diabetes, Bewegungsmangel oder hoher Blutdruck beschleunigen das Fortschreiten der Erkrankung. Wer seine Risikofaktoren gut im Griff hat, profitiert meist deutlich länger von einem Eingriff“, erläutert Dr. Kumarasamy und hebt zum Abschluss unseres Gesprächs hervor:

In spezialisierten Zentren werden jedes Jahr mehrere hundert solcher Interventionen durchgeführt – ein Erfahrungsschatz, der die Qualität der Behandlung maßgeblich beeinflusst. Moderne Technologien wie intravaskulärer Ultraschall oder ultraschallbasierte Lithotripsie, die harte Verkalkungen aufsprengen, erweitern die Möglichkeiten zusätzlich. Das Ziel bleibt immer dasselbe: chronische oder akute Gefäßverschlüsse zu öffnen, die Durchblutung zu sichern und Amputationen zu vermeiden. Denn obwohl in Deutschland jährlich rund 50.000 größere Amputationen durchgeführt werden, zeigen Regionen mit spezialisierten Zentren deutlich niedrigere Raten. Dort gelingt es häufiger, größere Eingriffe zu verhindern und höchstens kleinere Amputationen wie den Verlust einer Zehe notwendig werden zu lassen“.

Herzlichen Dank, Dr. Kumarasamy, für diese ausführlichen Informationen zur Interventionellen Radiologie!


  • Spezialist für interventionelle Radiologie mit exzellentem Ruf und langjähriger Erfahrung in minimal-invasiven, bildgesteuerten Gefäßeingriffen
  • Chefarzt der Klinik für Interventionelle Radiologie am Bürgerhospital Frankfurt
  • Fokus auf kathetergestützte Gefäßtherapien zur Behandlung verengter oder verschlossener Arterien
  • Ausgewiesene Expertise in der Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Anwendung modernster endovaskulärer Techniken zur Wiederherstellung der Durchblutung und Vermeidung schwerer Komplikationen
  • Hohe Kompetenz in der Diagnostik komplexer Gefäßerkrankungen mittels CT-, MRT- und Angiographie-Verfahren
  • Behandlung chronischer Durchblutungsstörungen, insbesondere bei Diabetes, Hypertonie und Nikotinkonsum
  • Enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Angiologie, Diabetologie und Gefäß- und Fußchirurgie
  • Steht für präzise Medizin, moderne Technik und eine patientenzentrierte, empathische Betreuung