Experteninterviews
Moderne Bildgebung für das Herz: CT, MRT und Interventionelle Radiologie im Vergleich - Experteninterview mit Prof. Ralf Bauer
Alexandra Pfitzmann · 20. Februar 2025
In der renommierten RNS-Gemeinschaftspraxis Wiesbaden bringt Prof. Dr. med. Ralf Bauer seine herausragende Expertise als Facharzt für Radiologie in die nicht-invasive bildgebende Diagnostik des Herzens ein. Mit jahrelanger Erfahrung und Spezialisierung auf Herz-CT und Herz-MRT hat er maßgeblich dazu beigetragen, die Diagnosemöglichkeiten von Herzerkrankungen zu revolutionieren. Schon während seiner Zeit an der Medical University of South Carolina in Charleston fokussierte sich Prof. Dr. Bauer auf die moderne Herzbildgebung und entwickelte ein tiefgehendes Verständnis für deren komplexe Technologien.
Unter seiner Leitung nutzt die RNS-Gemeinschaftspraxis modernste Geräte wie das Dual-Source CT und ein hochentwickeltes 1,5-Tesla-MRT, um präzise und nicht-invasive Herzdiagnosen zu stellen. Diese Technologien ermöglichen es, Herzerkrankungen zu diagnostizieren, ohne dass ein invasiver Herzkatheter erforderlich ist, was für viele Patienten eine bedeutende Erleichterung darstellt. Prof. Dr. Bauer und sein Team bieten damit eine umfassende und innovative Lösung zur frühzeitigen Erkennung von Herzkrankheiten und zur Durchführung differenzierter Diagnosen.
Prof. Dr. Bauer hat in den letzten Jahren nicht nur zahlreiche internationale Fachpublikationen veröffentlicht, sondern auch Fachvorträge gehalten, die seine Expertise und sein Engagement für die medizinische Forschung unterstreichen. Unter seiner Leitung hat die RNS-Gemeinschaftspraxis das DRG-Zertifikat als Zentrum für kardiovaskuläre Bildgebung erhalten – eine Auszeichnung, die das hohe Niveau der medizinischen Leistungen und die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Partnern aus der Kardiologie und Herzchirurgie bestätigt.
Dank dieser außergewöhnlichen Expertise und der erstklassigen technischen Ausstattung ist die RNS-Gemeinschaftspraxis ein führender Anbieter in der Herzbilddiagnostik im Rhein-Main-Gebiet und bietet ihren Patienten eine hochmoderne, präzise und vor allem schonende Diagnostik, die ihnen zu einer optimalen Therapie verhilft. Die Redaktion des Leading Medicine Guide konnte in einem Gespräch mit Prof. Dr. Bauer mehr zu den unterschiedlichen Bildgebungsmöglichkeiten erfahren.

Die Herzdiagnostik hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, und moderne bildgebende Verfahren spielen dabei eine entscheidende Rolle. Moderne Technologien wie CT und MRT ermöglichen präzise und frühe Diagnosen – oft ohne invasive Eingriffe. Diese Verfahren bieten nicht nur wertvolle Einblicke in die Struktur und Funktion des Herzens, sondern eröffnen auch neue Therapieansätze und Behandlungsoptionen. Im Vergleich dieser Technologien zeigen sich die unterschiedlichen Anwendungsgebiete und Vorteile, die für die optimale Behandlung von Herzpatienten genutzt werden können.
Die Bildgebung spielt eine entscheidende Rolle in der Diagnostik von Herz- und Gefäßerkrankungen und ermöglicht eine präzise Beurteilung von potenziellen Gesundheitsrisiken.
Insbesondere bei Verdacht auf kardiovaskuläre Erkrankungen wird die moderne Bildgebung, wie das Herz-CT, zunehmend unverzichtbar. Ein Herz-CT wird besonders dann eingesetzt, wenn es darum geht, koronare Herzkrankheiten zu diagnostizieren. Diese Erkrankung, bei der die Herzkranzgefäße durch Ablagerungen oder Verkalkungen verengt sind, stellt ein signifikantes Risiko für Herzinfarkte dar.
„Wenn Patienten Symptome aufweisen, aber keine klare Diagnose durch eine klinische Untersuchung vorliegt, kann das Herz-CT eine detaillierte und nicht-invasive Beurteilung der Koronararterien ermöglichen. Bei Symptomen wie Brustenge oder auch Luftnot bei körperlicher oder emotionaler Belastung empfiehlt sich ein Herz-CT, um Risikofaktoren wie Ablagerungen in den Schlagadern (Arteriosklerose) zu überprüfen, vor allem bei Patienten, die rauchen, hohen Blutdruck und/oder einen hohen Cholesterinspiegel haben oder in deren Familie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes vorkommen. Patienten mit diesen klassischen Risikofaktoren in Kombination und den genannten Beschwerden sind die klassische Zielgruppe. Falls ein Patient eindeutige Symptome und Anzeichen eines Herzinfarktes zeigt, dann hilft ein Herz-CT nicht, da in einer solchen Notfallsituation schnell eine Herzkatheteruntersuchung gemacht werden muss. Glücklicherweise ist es heute mittlerweile so, dass wir kaum noch Patienten haben, die `zu spät´ kommen. Die Aufklärung heute ist gut, sodass die Allgemeinsensibilisierung ausgeprägter ist, und die Scheu vor dem Gang zum Hausarzt oder behandelnden Internisten hat deutlich abgenommen“, so Prof. Dr. Bauer zu Beginn unseres Gesprächs.
Ein Herz-CT ist eine äußerst präzise Methode zur Beurteilung des Risikos für Herzkrankheiten und zukünftige Herzinfarkte. Besonders bei Patienten mit erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, wie etwa Bluthochdruck, Diabetes oder familiärer Vorbelastung, hilft ein Herz-CT, frühzeitig strukturelle Veränderungen im Herz-Kreislaufsystem zu erkennen, noch bevor Symptome auftreten.
Eine der Hauptanwendungen des Herz-CT ist die Beurteilung der Koronararterien, die für die Blutversorgung des Herzens verantwortlich sind. „Wir können im Herz-CT das gesamte Ausmaß an Ablagerungen in den Herzkranzarterien erkennen. Diese Plaques können die Gefäße verengen und den Blutfluss behindern, was eben zu einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte führen kann. Erkennen wir keine Ablagerungen, ist das sehr gut, und der Patient hat in den nächsten zehn Jahren ein Risiko von annähernd 0%, einen Herzinfarkt zu bekommen. Finden wir Ablagerungen, können wir diese zusätzlich unterteilen, wie schwerwiegend sie ausgeprägt sind. Sehen wir sehr starke Ablagerungen, die Verengungen zur Folge haben, können weitere Untersuchungen wie ein Durchblutungscheck oder ein Herzkatheter mit entsprechender Stentversorgung gemacht werden. Aufgrund von groß angelegten nationalen und internationalen Studien wissen wir, dass bei Patienten, die wegen stärkerer Ablagerungen eine medikamentöse Therapie machen, eine höhere Tablettentreue zur Prophylaxe gesehen wird. Erste Studien haben gezeigt, dass Patienten ohne hochgradige Einengung, aber aufgrund eines schlechteren Zustands ihrer Herzkranzgefäße die Empfehlung einer medikamentösen Vorsorgetherapie erhalten, dieser gewissenhafter nachgehen, wenn sie anhand eines Herz-CTs mit ihren eigenen Augen den Zustand ihrer Gefäße gesehen haben. Das ist ein sekundärer prophylaktischer Effekt“, erklärt Prof. Dr. Bauer und ergänzt:
„Die Präzision der Ergebnisse hängt stark von der verwendeten Technik ab. In unserer Praxis arbeiten wir mit den besten Geräten und setzen ein Dual-Source-CT-System ein, das derzeit zu den fortschrittlichsten Geräten auf dem Markt gehört. Ein Dual-Source-CT verwendet zwei Röntgenstrahler und zwei Detektoren, um Bilder in sehr kurzer Zeit (66 Millisekunden) aufzunehmen, was kein anderes CT bisher leisten kann. Diese Technologie ermöglicht es, hochauflösende Bilder des Herzens zu erstellen, selbst bei Patienten mit schnellen oder unregelmäßigen Herzschlägen. Durch die hohe Bildrate des Dual-Source-CTs können wir selbst bei diesen Patienten klare und präzise Aufnahmen der Koronararterien und anderer Herzstrukturen erhalten. Ein weiteres herausragendes Merkmal des Dual-Source-CTs ist die sogenannte `Röntgenkontrastmittelreduzierung´, die eine präzise Darstellung der Arterien bei gleichzeitig niedriger Strahlenexposition ermöglicht. Dies ist nicht nur für die Sicherheit der Patienten von Bedeutung, sondern auch für eine wiederholte Anwendung bei der Überwachung von Veränderungen im Herz-Kreislaufsystem über längere Zeiträume hinweg. Im Mai 2025 werden wir dann die allerneueste Generation dieser CT-Geräte einsetzen, ein sogenanntes Photon Counting CT, mit dem nochmal erheblich dünnere und noch präzisere Bilder (bis zu 0,2 mm dünn) mit weiteren technischen Verbesserungen aufgenommen werden können.
Um ein Herz-CT machen zu lassen, müssen gewisse Bedingungen erfüllt sein. Eine der wichtigsten ist, dass der Patient, der untersucht wird, auch Symptome hat und Risikofaktoren wie die zuvor genannten (hoher Blutdruck, hoher Cholesterinspiegel etc.) mitbringt. Entschieden wird nach dem sogenannten Marburger Herz Score, ein klinisches Entscheidungsinstrument, das Ärzten hilft, die Wahrscheinlichkeit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) bei Patienten mit Brustschmerzen abzuschätzen. Neben der entsprechenden Geräteausstattung sind eine persönliche Zertifizierung und nachgewiesene Qualifikationen erforderlich, um eine hohe Qualitätssicherung zu gewährleisten“, macht Prof. Dr. Bauer deutlich.
Der Marburger Herz-Score ist ein klinisches Tool zur Abschätzung der Wahrscheinlichkeit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) bei Brustschmerzen. Er bewertet fünf Kriterien: Alter (Männer ≥ 55, Frauen ≥ 65), bekannte vaskuläre Erkrankungen, Schmerzen bei Belastung, die Vermutung einer kardialen Ursache und ob die Schmerzen nicht durch Palpation auslösbar sind. Die Punktzahl (0–5) teilt Patienten in drei Risikogruppen ein: niedrige (0–2 Punkte), mittlere (3 Punkte) oder hohe Wahrscheinlichkeit (4–5 Punkte) für KHK. Der Score erleichtert die Entscheidungsfindung in der Primärversorgung, ersetzt jedoch keine weiterführende Diagnostik bei unklaren Fällen.
Ein Herz-MRT kommt vor allem zum Einsatz, wenn der Verdacht auf bestimmte Erkrankungen des Herzens besteht, bei denen detaillierte Bilder des Herzgewebes, der Herzklappen oder der Blutgefäße benötigt werden.
„Während ein Herz-CT in der Frühdiagnose von coronaren Erkrankungen eingesetzt wird, dient das Herz-MRT der weiterführenden Diagnostik, wenn bereits Ablagerungen da sind. So kann mit einem Herz-MRT überprüft werden, ob Ablagerungen bereits eine Durchblutungsstörung verursachen, was bei einem CT nicht immer klar ist. Das MRT zeigt unter Belastungsbedingungen die Durchblutung des Herzmuskels sehr gut, und kann somit ein entscheidender Faktor sein, ob eine Stent- oder Bypass Behandlung notwendig ist. Mit dem MRT können alle Erkrankungen des Herzmuskels selbst diagnostiziert werden, während das CT die Schlagadern, also die Benzinleitungen des Herzens, unserem Motor, anschaut. Das MRT zeigt auf, wie gut die Funktion und Leistung des Herzens ist und damit gut die Myokarditis, die Entzündung des Herzmuskels, ausmachen kann. Das MRT ermöglicht eine präzise Beurteilung des entzündeten Gewebes und hilft zum Beispiel, zwischen einer akuten und chronischen Form der Myokarditis zu unterscheiden. Denn es gibt eine Vielzahl an Viren, die eine Myokarditis auslösen können, und genauso gibt es genetische Ursachen für die Erkrankung des Herzmuskels, bei der das Herz verdickt oder zu groß wird – die Kardiomyopathie. Diese Erkrankungen sind recht häufig, und an diese muss auch immer gedacht werden, wenn eine erste Herzinsuffizienz diagnostiziert wird, sodass das MRT hier zunehmend an Bedeutung gewinnt, um die Ursache einzuordnen“, erläutert Prof. Dr. Bauer.
Ein Herz-MRT ist auch nützlich bei der Beurteilung von Herzklappenfehlern und Herzklappenerkrankungen. Durch die genaue Visualisierung der Klappenstrukturen und der Funktion kann der Schweregrad von Klappenveränderungen oder -defekten besser eingeschätzt werden, was bei der Planung einer Behandlung oder einer möglichen Operation entscheidend ist. Außerdem wird das Herz-MRT häufig zur Beurteilung von angeborenen Herzfehlern eingesetzt, um anatomische Anomalien, wie etwa eine missgebildete Herzklappe oder ein Loch in der Herzwand, darzustellen und die Auswirkungen auf die Herzfunktion zu prüfen. Nicht zuletzt wird das Herz-MRT auch zur Nachverfolgung und Beurteilung von Patienten nach einem Herzinfarkt verwendet, um die Ausdehnung des geschädigten Herzgewebes und mögliche Narbenbildung zu überwachen. Dies ist entscheidend für die Planung weiterer therapeutischer Maßnahmen und zur Einschätzung des Risikos für zukünftige Komplikationen.
Hochqualifizierte Radiologie und moderne Diagnostik auf höchstem Niveau
Die RNS bietet seit über 32 Jahren hochwertige Diagnostik und Therapie, basierend auf einer breiten akademischen Grundlage und langjähriger Berufserfahrung. Insbesondere die vier Partner stehen für die medizinische Leistungsfähigkeit der Praxis, ergänzt durch Mitgliedschaften in Fachverbänden, Gremien und diverse Lehraufträge. Das Team aus hochqualifizierten Radiologen bildet sich kontinuierlich weiter, um stets den neuesten Stand der Technik und Forschung zu gewährleisten. Modernste Bildgebungstechnologien werden eingesetzt, um präzise Diagnosen zu stellen und höchste Standards in der Patientenbetreuung sowie Bildqualität sicherzustellen. Die Spezialdiagnostik steht für interessierte Patientinnen und Patienten an den Standorten Wiesbaden, Bad Soden am Taunus und Frankfurt am Main zur Verfügung und ermöglicht eine umfassende radiologische und strahlentherapeutische Versorgung auf höchstem Niveau.
„In unserer RNS-Gemeinschaftspraxis bieten wir mit der neuesten Technik eine patientenzentrierte Exzellenzmedizin an. Das ist etwas, was wir uns leisten wollen. Wir wollen medizinisch etwas tun, was andere nicht tun und das eben nicht nur durchschnittlich. Das genau ist der Einstellung der Gesellschafter dieser Praxis. Und daher schaffen wir entsprechende Settings, um diesem Exzellenzanspruch auf Universitätsniveau in einer privat geführten Praxis auch gerecht zu werden“, betont Prof. Dr. Bauer mit Nachdruck, und damit schließen wir unser Gespräch.
Besten Dank, Professor Dr. Bauer, für diesen wichtigen und positiven Beitrag!
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Über den Fachautor
Alexandra Pfitzmann
Redakteurin
Alexandra Pfitzmann – Medizinische Fachautorin: Expertenwissen, Fachbeiträge und medizinische Inhalte im Leading Medicine Guide.
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