Aortenaneurysma – verständlich erklärt für Patienten, Laien und Ärzte

01.12.2025
Leading Medicine Guide Redaktion
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Ein Aortenaneurysma bezeichnet eine krankhafte, sackartige Erweiterung der Hauptschlagader (Aorta). Wird das Gefäß schwach und weitet sich ungebremst, kann es reißen – eine potenziell lebensbedrohliche Situation.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Hauptursachen für die Entstehung eines Aortenaneurysmas sind eine Arteriosklerose (Verkalkung und Verhärtung der Arterienwand) sowie dauerhaft erhöhter Blutdruck, die beide die Gefäßwand langfristig schädigen. Auch eine familiäre Veranlagung oder angeborene Bindegewebsschwächen spielen eine Rolle. Darüber hinaus erhöhen das Rauchen, erhöhtes Alter (über 65 Jahre), männliches Geschlecht und Stoffwechsel­erkrankungen (z. B. Fettstoffwechselstörungen) das Risiko.
Die Erweiterung kann sowohl im Brust- (thorakal) als auch im Bauchbereich (abdominal) der Aorta auftreten.

Aortenaneurysma: Ursachen, Symptome & moderne Behandlungsmöglichkeiten

Symptome

Häufig verläuft ein Aortenaneurysma lange beschwerdefrei und wird zufällig entdeckt.
Typische Beschwerden können sein:

  • Bei thorakalem Aneurysma: Brust- oder Rückenschmerzen, Schluck- oder Atemprobleme, Heiserkeit
  • Bei abdominalem Aneurysma: unerklärliche Bauch- oder Rückenschmerzen, manchmal tastbare pulsierende Struktur im Bauchraum
    Ein Riss (Ruptur) der Aorta äußert sich in plötzlichen, massiven Schmerzen, Kreislaufschock und ist ein medizinischer Notfall.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in mehreren Schritten:

  • Ultraschalluntersuchung als Screening oder Erstdiagnose
  • Bei auffälligem Befund: Kontrastmittel-Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zur exakten Größe, Lage und Gefäßwandanalyse
  • Ergänzend Untersuchungen zur Beurteilung der Herz- und Lungenfunktion sowie Kontrolle von Risikofaktoren

Therapie – wann ist eine Behandlung nötig?

Ob eine Behandlung erforderlich ist, hängt insbesondere vom Durchmesser der Aorta, dem Wachstum des Aneurysmas und der vorhandenen Risikosituation ab. Kleinere, stabile Aneurysmen werden oft regelmäßig kontrolliert („watch‐and‐wait“). Bei größeren Durchmessern (z. B. ab ca. 5 cm im Bauchbereich) oder bei raschem Wachstum bzw. Symptomen ist eine operative Therapie angezeigt.

Operative Verfahren

  • Offene Operation: Durch einen Bauchschnitt wird der Aneurysmaabschnitt entfernt und durch eine Gefäßprothese ersetzt.
  • Endovaskuläres Verfahren (z. B. Stent-Graft): Über einen Gefäßzugang in der Leiste wird eine Gefäßstütze (Stent-Prothese) eingebracht und das Aneurysma ausgeschaltet – minimalinvasiv.
    Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach Lage, Ausdehnung, Zustand des Patienten und Begleiterkrankungen.

Nachbehandlung & Rehabilitation

Nach der Operation ist eine intensive Nachsorge nötig:

  • Die Zugangsstelle wird überwacht, Mobilisierung erfolgt frühzeitig
  • Je nach Verfahren gilt eine Schonzeit, insbesondere bei offener Operation (z. B. 3 Monate kein schweres Heben)
  • Regelmäßige Kontrollen mittels Ultraschall oder CT je nach Verfahren einmal jährlich oder häufiger
  • Lebensstiländerungen sind zentral: Nikotinverzicht, gesunde Ernährung, gezielte körperliche Aktivität, konsequente Blutdruck- und Cholesterinkontrolle

Prognose und Komplikationen

Die Prognose ist bei frühzeitig erkannten und behandelten Aneurysmen gut. Entscheidend sind Diagnosestellung vor Komplikationen und optimierte Nachsorge. Mögliche Komplikationen sind infektiöse Prozesse, endovaskuläre Leckagen („Endoleaks“), Nieren- oder Organfunktionsstörungen sowie erhöhte operative Risiken bei der offenen Methode. Ein unbehandeltes Aneurysma mit Ruptur führt häufig zum Tod – daher ist eine frühzeitige Erkennung essenziell.

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