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Aortenaneurysma: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

07.11.2025
Dr. med. Reza Ghotbi
Medizinischer Fachautor

Ein Aortenaneurysma ist eine krankhafte, sackförmige Erweiterung der Aorta, der größten Arterie im menschlichen Körper. Die Aussackung entsteht durch eine Schwächung der Gefäßwand und kann im Verlauf an Durchmesser zunehmen. Viele Patienten bemerken zunächst keine Symptome, doch ein Einreißen des Aneurysmas (Aortenruptur) kann akut lebensbedrohlich verlaufen. Besonders häufig tritt ein Bauchaortenaneurysma auf, seltener ein thorakales Aortenaneurysma im Brustraum. Arteriosklerose und Bluthochdruck gelten als wichtige Risikofaktoren, ebenso genetische Erkrankungen wie das Marfan-Syndrom. Die Diagnose erfolgt meist mittels Ultraschall oder CT-Untersuchung. Je nach Größe und Beschwerden reicht die Therapie von regelmäßigen Kontrollen bis hin zu einer Operation mit Gefäßprothese oder Stent.

ICD-Codes für diese Krankheit: I71

Kurzübersicht:

Ein Aortenaneurysma bezeichnet die krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader (Aorta). Kleine Aneurysmen verursachen oft keine Beschwerden und werden zufällig entdeckt. Ab einem kritischen Durchmesser steigt das Risiko eines Einrisses, was zu einer lebensbedrohlichen inneren Blutung führt. Die Therapie reicht von regelmäßiger Ultraschall-Kontrolle bis zu minimal-invasiven Stentverfahren oder einer offenen Operation. Eine frühzeitige Diagnose verbessert die Prognose deutlich.

Artikelübersicht

Was ist ein Aortenaneurysma?

Ein Aortenaneurysma ist eine krankhafte Aussackung der Hauptschlagader (Aorta). Dabei weitet sich ein Teil der Gefäßwand dauerhaft und verliert an Stabilität. Mediziner sprechen von einem Aneurysma, wenn der Durchmesser der Aorta an einer Stelle um mehr als 50 Prozent größer ist als normal. Ursache ist meist eine Schädigung oder Schwächung der Gefäßwand, etwa durch Arteriosklerose, Bluthochdruck oder Bindegewebserkrankungen wie das Marfan-Syndrom.
Je nach Lokalisation unterscheidet man zwischen einem thorakalen Aortenaneurysma im Brustbereich und einem abdominalen Aortenaneurysma im Bauchraum. Beide Formen können über Jahre hinweg unbemerkt bleiben, bis sie durch ihre Größe oder Komplikationen auffallen. Reißt die Gefäßwand ein (Aortenruptur), entsteht ein akuter Notfall, der ohne sofortige Operation lebensbedrohlich verläuft.

Ursachen und Entstehung eines Aortenaneurysmas

Männer erkranken deutlich öfter an einem Aortenaneurysma als Frauen. Bei familiärer Häufung der Erkrankung werden genetische Faktoren als eine weitere Ursache diskutiert.

Eine Hauptursache für die Bildung eines Aortenaneurysmas ist die Arteriosklerose, die „Verkalkung“ der Gefäße. Ebenso kann zu hoher Blutdruck auf Dauer die Arterienwand schwächen. 90 - 95 % aller Aortenaneurysmen entstehen durch diese Kreislauferkrankungen.

Aortenaneurysma

In der Gefäßwand befinden sich bei Patienten sogenannte Plaques (= Kalkeinlagerungen). Diese schädigen die Wandstruktur und bedingen, dass das Gefäß verhärtet (= sklerosiert). Dadurch sinkt die Dehnbarkeit der Aorta und eine Aussackung bildet sich.

Kommt zur Wandschädigung noch ein erhöhter Blutdruck hinzu, kann das Blutgefäß schließlich platzen. Reißt lediglich die Gefäßwand ein, ohne durchzubrechen, spricht der Arzt von einer Aorten-Dissektion. Dabei läuft Blut zwischen die Gewebeschichten der Aorta.

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Das Reißen des Aneurysmas ist eine schwerwiegende Komplikation. Große Mengen Blut fließen sofort in den Brust- oder Bauchraum. Der anschließende Volumenmangel im Kreislaufsystem führt schnell zu einem Schock.

Der Schock ist ein lebensbedrohender Zustand. Weniger als 10 % der Patienten mit Aortenruptur überleben diesen Notfall. Weitere 10 - 15 Prozent erreichen zwar lebend die Klinik, aber nur etwa die Hälfte davon wird in einer Notoperation noch gerettet. Die Gefahr einer Ruptur steigt mit dem zunehmenden Durchmesser des Aortenaneurysmas. Ab einem Durchmesser von mehr als 5 cm ist das Risiko besonders hoch.

Daneben gibt es auch Fälle von Patienten, die an einer angeborenen Bindegewebsschwäche leiden. Solche möglichen Bindegewebserkrankungen können sein:

  • Marfan-Syndrom
  • Ehlers-Danlos-Syndrom
  • Zystische Medianekrose Erdheim-Gsell

Allen gemeinsam ist der fehlerhafte Aufbau des Bindegewebes in der Blutgefäßwandung. Dies führt dazu, dass die Gefäßwand instabiler wird und nachgibt.

Auch entzündliche Erkrankungen können die Gefäße schwächen und zu einem Aortenaneurysma führen.

Ein erhöhtes Risiko besteht bei:

  • Syphilis im Spätstadium
  • Takayasu Arteriitis

Seltenere Ursachen für ein Aortenaneurysma sind:

  • angeborene Fehlbildungen
  • hormonelle Umstellungen, z.B. in der Schwangerschaft
  • Verletzungen im Brustbereich
  • Kontakt mit gesundheitsschädlichen Substanzen (z.B. Kokain)

Symptome bei einem Aortenaneurysma

Oft ist das Aortenaneurysma symptomlos. Daneben treten aber auch folgende Beschwerden auf:

  • Heiserkeit
  • Luftnot
  • Schulterschmerzen
  • Rückenprobleme
  • Bluthusten

Am häufigsten entdeckt der Arzt das Aortenaneurysma jedoch als Zufallsbefund während einer Röntgenuntersuchungen.

Thorakales Aortenaneurysma

Das Aortenaneurysma im Brustbereich geht meist auf eine bestehende Arteriosklerose, Bluthochdruck sowie Entzündungsprozesse der Gefäßwand zurück. Ebenso führen Verletzungen des Brustkorbes plötzlich (= akut) oder aber nach mehreren Jahren (= chronisch) zu einem Aortenaneurysma der Brustaorta.

Brustschmerzen

Eine besondere Form ist die Aortendissektion. Bei dieser kommt es zu einem Einriss in der Wand der Hauptschlagader. Dadurch fließt Blut zwischen die verschiedenen Schichten der Aortenwand. In einem frühen Stadium gibt es oft keine Beschwerden. Wächst das Aortenaneurysma jedoch weiter, können folgende Beschwerden auftreten:

  • Brustschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • Heiserkeit
  • Lähmungen der Beine
  • Nierenprobleme

Das Aneurysma der Bauchaorta (Abdominelles Aortenaneurysma)

Das Bauchaortenaneurysma äußert sich in der Regel in Bauchschmerzen. Ebenso wahrscheinlich sind diffuse Rückenschmerzen, die einem „Hexenschuss“ oder einer Nierenkolik ähneln. Sehr große Aneurysmen können als pulsierende Geschwulst am Bauch hervortreten.

Bauchschmerzen

Bauchschmerzen können ein Anzeichen für ein Bauchaortenaneurysma sein

Reißt das Bauchaneurysma, tritt schnell ein lebensbedrohlicher Schockzustand ein. Die Patienten beschreiben oft einen starken „Vernichtungsschmerz“ und Bauchschmerzen, die bis in den Rücken ausstrahlen. Ebenso treten Übelkeit und Brechreiz auf.

Aufgrund des hohen Blutverlusts nach einer Ruptur verblutet der Mensch innerhalb kürzester Zeit innerlich. Das Leben ist nur durch eine sofortige Operation zu retten.

Diagnose eines Aortenaneurysmas

Die Diagnose erfolgt mittels klinischer Untersuchung durch Abtastung des Bauches und mittels Ultraschall. Bei solchen routinemäßigen Ultraschalluntersuchungen des Bauchraumes wird das Aortenaneurysma meist zufällig gefunden. Größere Aneurysmen müssen mittels Computertomographie (CT) und Kontrastmittel untersucht werden.

Damit die Therapie besser geplant werden kann, müssen Gefäßchirurgen die CT-Bilder einsehen und beurteilen. Ein alleiniger Bericht durch den Röntgenarzt (Radiologen) reicht nicht aus.

Ultraschall

Der Arzt kann das Aortenaneurysma via Ultraschall diagnostizieren

Ein Aortenaneurysma vergrößert sich im Normalfall mit den Jahren. Die Gefahr eines Einreißens muss deshalb immer bedacht werden. Aus diesem Grund werden bereits kleine Aneurysmen regelmäßig im Ultraschall untersucht. Ein kleines Aortenaneurysma reißt zwar nicht häufig, aber es kann Schmerzen verursachen.

Vor der Operation eines Aortenaneurysmas werden die Blutwerte überprüft. Insbesondere die Schilddrüsenhormone und Nierenwerte sind hierbei von Interesse. Kurz vor CT oder Behandlung werden diese Werte nochmals kontrolliert.

Der Patient muss körperlich leistungsfähig sein, um die Operation gut zu überstehen. Das kann mithilfe des EKG und der Lungenfunktionsprüfung ermittelt werden. Leidet der Patient zudem unter Herzproblemen, beurteilt ein Kardiologe die Eignung des Patienten für den Eingriff.

Welche Prognose hat das Aortenaneurysma?

Das Aortenaneurysma kann je nach Ausprägung und Entstehungsort eine lebensbedrohliche Erkrankung sein. Nicht immer ist es operabel und mit dem weiteren Wachstum steigt auch das Risiko für eine Aneurysmenruptur.
Patienten haben meist Angst vor Blutungen. Dadurch ist die Lebensqualität erheblich eingeschränkt. Sie vermeiden häufig Sport und ruckartige Bewegungen, was Risikofaktoren wie Übergewicht und Arteriosklerose fördert.

In vielen Fällen werden die Betroffenen medikamentös behandelt. Das verringert das Risiko für ein Fortschreiten des Aortenaneurysmas und verlangsamt den Erkrankungsverlauf.

Schwere Fälle von Aortenaneurysmen werden in der Regel operativ behandelt. Dabei können auch Komplikationen auftreten. Nicht immer ist dies im Vorfeld vorhersagbar, sodass hier stets eine besondere Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgt.

In jedem Fall soll der Arzt den Patienten darüber aufklären, dass das Aortenaneurysma mit zunehmendem Alter die Lebenserwartung verringern kann.

Kann sich ein Aortenaneurysma zurückbilden?

Die Erkrankung schreitet über Jahre langsam fort und ist nicht reversibel.

Ist das Aortenaneurysma kleiner als 4 cm ist, wird in der Regel abgewartet. Der Patient muss dann jährlich mithilfe von Ultraschall untersucht werden. Oberhalb dieser Größe folgt eine halbjährliche Kontrolle.

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, welche das weitere Wachstum eines Aortenaneurysmas begünstigen:

  • Diabetes mellitus
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • hohe Cholesterin- und Blutfettwerte
  • Übergewicht
  • Nikotin und Alkohol

Betroffene sollen sich gesund und abwechslungsreich ernähren, um den Stoffwechsel und die Blutgefäße nicht zusätzlich zu belasten. Denn die Kombination aus Fehlernährung und Arteriosklerose ist eine wichtige Ursache für die Bildung und das weitere Wachstum des Aortenaneurysmas.

Muss ein Aortenaneurysma operiert werden?

Je größer das Aortenaneurysma im Laufe der Zeit wird, desto größer ist auch die Gefahr eines Einrisses der Hauptschlagader. Bei mehr als 5,5 cm Durchmesser im Bereich der Brustschlagader und ab 5 cm Durchmesser im Bereich der Bauchschlagader sollte operiert werden.

Bei geringeren Durchmessern entscheidet der behandelnde Arzt je nach Symptomatik und Form des Aortenaneurysmas. Wichtig für die Beurteilung des Aortenaneurysmas sind auch eventuell gebildete Thromben. Ein Blutstau kann nicht nur zur Minderdurchblutung von Geweben und Organen führen, sondern ebenfalls das Aneurysma weiter anschwellen lassen.

Verfahren der Aortenaneurysma-Operation

Seit vielen Jahren entwickelt sich die Technik der minimal-invasiven Behandlung immer weiter. Unter bestimmten Voraussetzungen bleibt dem Patienten ein Schnitt in Brust oder Bauch zur Freilegung der Aorta erspart. Stattdessen punktiert der Arzt die Oberschenkelarterien und schiebt einen Katheter bis in das Aortenaneurysma vor.

Dort implantiert der Arzt schließlich den Aortenstent. Der Stent ersetzt und entlastet das Blutgefäß. Diese minimal-invasive OP ist schonend für den Patienten. Allerdings sind Stents nicht unbegrenzt haltbar. Mehrere Folgeoperationen können daher notwendig sein. Eine minimal-invasive Betreuung ist besonders für ältere Patienten sinnvoll, die oft an Nebenerkrankungen leiden. Diese Faktoren erhöhen das Risiko bei einer offenen Operation.

Bei bestimmten Formen eines Aortenaneurysmas kann die minimal-invasive Methode nicht angewendet werden. Das ist bei Problemen mit der Stent-Prothese oder im akuten Notfall bei geplatztem Aortenaneurysma der Fall. In diesen Fällen kann häufig eine offene Operation notwendig werden.

Der Operateur legt die Bauchaorta mit einem Bauch- oder Flankenschnitt frei. Er ersetzt dann den Teil mit dem Aortenaneurysma durch ein Kunststoffrohr, die Aortenprothese.

Die offene Operation ist immer möglich und bietet eine langfristige Haltbarkeit. Die Entscheidung für eines der beiden Therapieverfahren erfolgt gemeinsam mit den Patienten. Dabei berücksichtigt der Arzt:

  • Begleiterkrankungen,
  • Lebensumstände und
  • die persönlichen Wünsche

der Patienten.

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Ablauf der Aortenaneurysmen-OP

Wie läuft die Operation zum Einsatz eines Stents bei einem Aortenaneurysma ab? Die folgenden Abschnitte erklären die Operation genau:

Vor dem operativen Eingriff

Vor der Operation werden einige Untersuchungen unternommen, um den Eingriff besser planen zu können. Der Arzt entscheidet daraufhin, welcher Stent sich am besten eignet. Er bespricht anschließend seine Pläne mit dem Patienten.

Operation eines Brustaortenaneurysmas

Vor Beginn der Operation wird die Leistengegend des Patienten gereinigt und desinfiziert. Danach wird die Stelle örtlich betäubt oder der Patient in Vollnarkose gelegt. Anschließend nimmt der Arzt einen kleinen Schnitt in der Leistengegend vor. Er führt Katheter und Stent in die Arterie in der Leistengegend ein.

Der Erfolg dieser Maßnahme wird mithilfe einer Röntgenkontrolle (Angiographie) überprüft. Im Röntgenbild kann der Chirurg die Lage des Aortenaneurysmas genau sehen und den Katheter bis dorthin vorschieben. Im Inneren des Aneurysmas wird nun der Stent platziert und an die Weite des Blutgefäßes angepasst.

Der Katheter wird abschließend aus der Arterie gezogen; der eingesetzte Stent verbleibt. Ist das Aortenaneurysma sehr groß, kann der Arzt mehrere Stents platzieren.

Aortenaneurysma Stent-OP

Mininmal-invasive Stent-OP bei einem Aortenaneurysma © bilderzwerg | AdobeStock

Operation eines Bauchaortenaneurysmas

Wie bei der Brustaorta stehen auch zur Behandlung eines Aortenaneurysmas im Bauchraum verschiedene Verfahren zur Verfügung. Die offene Operation erfolgt nach der Öffnung des Bauchraumes an der freigelegten Bauchaorta.

Die Schlagader wird oberhalb und unterhalb des Aortenaneurysmas geklammert, um den Blutfluss kurzzeitig zu stoppen. Anschließend wird der Aneurysmasack geöffnet und ein Gefäßersatz als Prothese eingesetzt. Je nach Größe des Aortenaneurysmas wird dabei entweder eine Rohr- oder eine Bifurkationsprothese implantiert.

Die offene Operation ist uneingeschränkt für alle Patienten möglich.

Das Stentverfahren hingegen ist aufgrund unterschiedlicher anatomischer Voraussetzungen nicht bei jedem möglich. Ältere Patienten und Hochrisikopatienten profitieren allerdings aufgrund des geringeren Risikos vom Stentverfahren.

Die Zeit nach der OP

Nach dem Eingriff müssen Sie noch einige Tage zur Überwachung in der Klinik bleiben. Patienten müssen anfangs vier bis sechs Stunden ruhig liegen, um die Heilung in der Leistengegend zu unterstützen. Nachwirkungen der Operation können sein:

  • Anschwellen des Oberschenkels
  • Taubheit in den Beinen
  • Unwohlsein, Übelkeit und Erbrechen
  • pulsierende Schmerzen in den Beinen
  • Appetitlosigkeit mit/ohne Fieber

Im Durchschnitt verlassen Patienten nach einer minimal-invasiven Aortenaneurysma-OP nach 5 Tagen das Krankenhaus. Nach weiteren 1-2 Wochen können Patienten wieder am täglichen Arbeitsprozess teilnehmen.

Um nach der offenen Operation keinen Narbenbruch zu riskieren, sollen Patienten bis zu 3 Monate keine schweren Gewichte heben. Um eine Thrombenbildung zu vermeiden, bekommen Sie sogenannte Thrombozytenaggregationshemmer. Diese setzen die Blutgerinnung herab.

Wer mit der endovaskulären Methode operiert wurde, muss zu einer jährlichen CT-Kontrolle. Beim offenen Verfahren ersetzen Ultraschallverfahren die CT.

Risiken und Komplikationen der Aortenaneurysma-OP

Das Reißen eines Bauchaortenaneurysmas ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Im Vergleich dazu ist die Operation beim Aortenaneurysma mittels Stent oder in offener Operation ein viel geringeres Risiko. Dennoch kommt die Aortenoperation nicht ohne Risiken aus. Diese sind jedoch oft kalkulierbar und basieren meistens auf Komplikationen infolge von Entzündungen:

  • Infektionen
  • Lungenentzündung
  • Herz-Kreislauf-Probleme

Beim Einsetzen eines Stents kann es zudem zur sogenannten Leckage von Blut kommen. Das heißt, dass Blut in den Aneurysma-Sack läuft (= „endoleak“). Verschließt sich das Leck nicht von selbst, muss es mittels Katheter-Behandlung wieder geschlossen werden. Der Eingriff an einem Aortenaneurysma führt möglicherweise zu vorübergehenden Durchblutungsstörungen in den Nieren, im Darm sowie in den Beinen.

Eine offene Operation birgt immer auch die Gefahr, dass andere Bauchorgane verletzt werden. Die operierenden Ärzte können im geöffneten Bauchraum andere Krankheiten entdecken, die sie gleich operieren müssen.

Die erfolgreiche Behandlung schließt regelmäßige Kontrollen der Durchblutung sowie eine Ultraschalluntersuchung mit ein.

Wie schnell bildet sich ein Aneurysma?

Ein Aneurysma kann angeboren sein oder entwickelt sich im Laufe des Lebens. Ein erworbenes Anyeurysma benötigt oft Jahre und kann in dieser Zeit deutlich an Größe zunehmen.

Häufig treten Aneurysmen im Bauch, im Gehirn, am Herzen sowie im Brustraum auf. Aufgrund der langen Entwicklungszeit bis zu einem sichtbaren Aneurysma, fällt die Erkrankung überwiegend oberhalb des 50. Lebensjahres auf.

Metaanalysen zum Hirnaneurysma ergaben, dass sich etwa 9 % der Aneurysmen in einem Zeitraum von etwa 3 Jahren vergrößerten. Das Langzeitrisiko für eine Vergrößerung innerhalb der kommenden 19 Jahre lag darüber hinaus bei circa 45 %. Mithilfe des ELAPPS-Scores schätzen Fachleute das Risiko für das Wachstums innerhalb der nächsten 3–5 Jahre anhand von 6 Risikofaktoren ab:

  • Vorherige Aneurysmaruptur
  • Entstehungsort des Aneurysmas
  • Lebensalter - besonders ab 65 Jahren
  • geografische Herkunft des Patienten
  • Aneurysmagröße
  • Form des Aneurysmas

Vorbeugung eines Aortenaneurysmas

Das Risiko für ein Aortenaneurysma lässt sich in einem Teil der Fälle durch eine angepasste Lebensweise deutlich verringern. Dazu gehören viel Bewegung und eine gesunde, fett- sowie zuckerarme Ernährung. Dadurch können Sie die Hauptrisikofaktoren des Aneurysmas – die Arteriosklerose und den Bluthochdruck – minimieren.

Gesundes Essen

Gesunde Ernährung und Sport minimieren das Risiko eines Aortenaneurysmas

Menschen mit einer angeborenen Bindegewebsschwäche entwickeln oft ein Aortenaneurysma. Sie sollen deshalb besonders auf die Symptome achten und gegebenenfalls ärztlichen Rat sowie eine Ultraschalluntersuchung hinzuziehen.

FAQ zum Aortenaneurysma

Woran erkennt man ein Aortenaneurysma frühzeitig?

Ein Aortenaneurysma verursacht oft lange Zeit keine Beschwerden. Ein Verdacht auf ein Aortenaneurysma ergibt sich häufig zufällig im Rahmen einer Ultraschall- oder CT-Diagnostik. Fachärzte empfehlen ein Screening, insbesondere bei Männern über 65 Jahren, da diese häufiger an einem Aortenaneurysma erkranken. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um das Risiko einer Aortenruptur zu vermeiden und rechtzeitig die richtige Therapie einzuleiten.

Was verursacht ein Aortenaneurysma?

Ein Aortenaneurysma ist eine sackförmige Erweiterung eines Teils der Aorta. Hauptursachen sind Arteriosklerose, Bluthochdruck und Bindegewebserkrankungen wie das Marfan-Syndrom oder das Ehlers-Danlos-Syndrom. Auch angeborene Erkrankungen wie das Marfan-Syndrom, Fettstoffwechselstörungen oder Verletzungen der Aorta ascendens können die Gefäßwand schwächen. Mit zunehmendem Durchmesser in Zentimetern steigt das Risiko eines Einrisses deutlich.

Welche Risikofaktoren begünstigen ein Aortenaneurysma?

Zu den wichtigsten Risikofaktoren für ein Aortenaneurysma zählen Rauchen, Hypertonie (Bluthochdruck), Fettstoffwechselstörungen, männliches Geschlecht und fortgeschrittenes Alter. Auch eine familiäre Vorbelastung und bestimmte angeborene Erkrankungen erhöhen das Risiko. Laut aktueller Leitlinien soll bei Risikopatienten regelmäßig eine Diagnostik per Ultraschall erfolgen, um die Ausdehnung des Aneurysmas im Verlauf zu überwachen.

Wann spricht man von einem Aortenaneurysma und wann ist eine Operation notwendig?

Mediziner sprechen von einem Aortenaneurysma, wenn sich die Aorta um mehr als 50 Prozent ihres normalen Durchmessers erweitert hat. Eine Indikation zur Operation besteht in der Regel, wenn das Aneurysma einen Durchmesser von etwa fünf bis fünfeinhalb Zentimetern erreicht oder schnell wächst. Die Entscheidung trifft der Spezialist für Gefäßchirurgie, häufig in Absprache mit Kardiologen und Radiologen. Ziel ist, die Aortenklappe und angrenzende Strukturen – etwa bei einem abdominalen oder thorakalen Aortenaneurysma – bestmöglich zu schützen.

Wie wird ein Aortenaneurysma behandelt?

Wie Ärztinnen und Ärzte ein Aortenaneurysma behandeln, hängt von Lokalisation, Ausdehnung und Allgemeinzustand des Patienten ab. Kleine Aneurysmen werden regelmäßig kontrolliert, während bei größeren eine Operation mit Gefäßprothese oder Stent notwendig ist. Handelt es sich um ein abdominales Aortenaneurysma, erfolgt der Eingriff meist minimal-invasiv über die Leistengefäße. Bei einem Aneurysma der Aorta ascendens im Brustkorb kann dagegen eine offene Operation nötig werden. Beide Verfahren werden von Spezialisten der Gefäßchirurgie durchgeführt.

Lässt sich einem Aortenaneurysma vorbeugen?

Ja, durch eine gesunde Lebensweise lässt sich einem Aortenaneurysma vorbeugen. Verzichten Sie auf Nikotin, achten Sie auf einen stabilen Blutdruck und normalisieren Sie erhöhte Blutfettwerte. Eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen senken das Risiko deutlich. Da etwa 2 % der Männer über 65 Jahre jährlich an einem Aortenaneurysma erkranken, ist eine regelmäßige Kontrolle besonders wichtig.

Bleibt ein Aortenaneurysma nach der Behandlung bestehen?

Nach einer erfolgreichen Operation oder Stentimplantation wird das betroffene Gefäß dauerhaft stabilisiert. Dennoch bleibt ein Aortenaneurysma eine Erkrankung, die regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen erfordert. Diese erfolgen gemäß den aktuellen Leitlinien per Ultraschall oder CT-Screening, um ein erneutes Wachstum oder Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

Quellen

Quellen

  • http://chi.charite.de/behandlung/gefaesschirurgie/aortenaneurysma/
  • http://www.htchirurgie.uniklinikum-jena.de/Herzchirurgie/Aortenaneurysma.html
  • http://www.klinikum-esslingen.de/kliniken/klinik-fuer-gefaess-und-thoraxchirurgie/schwerpunkte-gefaesschirurgie/aortenaneurysmen/
  • http://www.medtronic.de/erkrankungen/bauchaortenaneurysma/eingriff/vorbereitung-ablauf/index.htm
  • Etminan N et al., Unrupturierte intrakranielle Aneurysmen – Pathogenese und individualisierte Behandlung. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 235-42; DOI: 10.3238/arztebl.2020.0235
  • https://medlexi.de/Aneurysma
  • https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/herz-kreislauf-erkrankungen/aneurysma-wenn-gefaesswaende-nachgeben-2015804

Aortenaneurysma-Spezialisten