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Hämorrhoiden-OP: Wann der kleine Eingriff die große Erleichterung bringt
Sabine Schneider · 6. Februar 2026
Es ist eines der letzten großen Tabuthemen unserer Gesellschaft: Beschwerden am After. Dabei leiden Millionen Menschen unter vergrößerten Hämorrhoiden. Brennen, Jucken, Nässen und Blutungen machen den Alltag zur Qual. Viele Betroffene zögern aus Scham den Arztbesuch hinaus – oft jahrelang. Doch wenn Salben und Sitzbäder keine Linderung mehr verschaffen, ist eine Hämorrhoiden-OP oft der einzige Weg, um dauerhaft Beschwerdefreiheit zu erlangen.

Jeder hat sie – aber wann werden sie zum Problem?
Hämorrhoiden sind per se keine Krankheit, sondern wichtige Gefäßpolster, die zusammen mit dem Schließmuskel den Darm abdichten. Erst wenn sich das Blut in ihnen staut und sie sich vergrößern, spricht man von einem Hämorrhoidalleiden. Mediziner unterteilen dies in vier Stadien:
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Grad 1 & 2: Leichte Vergrößerungen, die oft noch gut mit Ernährungsumstellung, Verödung oder Gummibandligatur behandelt werden können.
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Grad 3: Die Hämorrhoiden treten beim Stuhlgang nach außen, ziehen sich aber (teilweise manuell) wieder zurück.
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Grad 4: Die Gefäßpolster liegen dauerhaft vor dem After und lassen sich nicht mehr zurückschieben.
Spätestens ab Stadium 3 raten Proktologen oft zu einem operativen Eingriff, da die konservativen Methoden hier an ihre Grenzen stoßen und die Lebensqualität massiv eingeschränkt ist.
Klassisch oder Modern: Die Operationsmethoden
Die moderne Proktologie bietet verschiedene Verfahren an, die individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Das Ziel ist immer dasselbe: Das überschüssige Gewebe zu entfernen oder zu raffen und die natürliche Anatomie wiederherzustellen.
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Klassische Hämorrhoidektomie (z. B. nach Milligan-Morgan): Hierbei werden die vergrößerten Knoten operativ herausgeschnitten. Die Wunde bleibt meist offen, um besser abzuheilen (sekundäre Wundheilung). Dieses Verfahren gilt als sehr gründlich und hat eine geringe Rückfallquote, erfordert aber eine etwas längere Heilungsphase.
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Stapler-Methode (nach Longo): Ein modernes, oft schmerzärmeres Verfahren. Mit einem speziellen Klammernahtgerät (Stapler) wird ein Streifen Schleimhaut oberhalb der Hämorrhoiden entfernt und das vorgefallene Gewebe quasi „geliftet“, also wieder an seine ursprüngliche Position nach oben gezogen. Da im Operationsgebiet weniger Schmerznerven liegen, sind die postoperativen Schmerzen oft geringer.
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Minimal-invasive Verfahren (z. B. Laser oder HAL-RAR): Bei neueren Methoden werden die zuführenden Arterien mittels Ultraschall geortet und gezielt unterbunden (HAL) oder das Gewebe wird gerafft (RAR). Auch Laserverfahren kommen zum Einsatz, um die Hämorrhoiden von innen zu schrumpfen. Diese Methoden schonen die empfindliche Analschleimhaut besonders.
Nach der OP: Geduld zahlt sich aus
Die Angst vor Schmerzen nach der Operation ist meist größer als die Realität, dank moderner Schmerzmanagement-Konzepte. Dennoch braucht die Heilung in dieser empfindlichen Körperregion Zeit und Disziplin. Entscheidend für den Heilungserfolg ist ein weicher Stuhlgang. Ballaststoffreiche Ernährung (Flohsamenschalen, viel Gemüse) und ausreichendes Trinken sind Pflicht. Auch die Hygiene spielt eine Rolle: Nach dem Stuhlgang sollte der Bereich nur sanft mit lauwarmem Wasser abgeduscht werden – auf feuchtes Toilettenpapier oder aggressive Seifen sollte man verzichten.
Fazit: Ein Gewinn an Lebensqualität
Wer sich zur Operation durchringt, bereut oft nur eines: Es nicht schon früher getan zu haben. Die Erfolgsraten sind hoch, und das befreiende Gefühl, wieder schmerzfrei sitzen, Rad fahren oder Sport treiben zu können, wiegt die Unannehmlichkeiten der kurzen Heilungsphase bei Weitem auf. Ein offenes Gespräch mit einem Spezialisten (Proktologen) ist der erste Schritt aus dem stillen Leiden.
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Über den Fachautor
Sabine Schneider
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