Hämorrhoiden-OP: Operativer Eingriff, Laser Operation & Behandlung von Hämorrhoiden

Wenn ein Hämorrhoidalleiden frühzeitig behandelt wird, lässt sich eine Operation in der Regel vermeiden. Viele Betroffene schämen sich und zögern den Gang zum Arzt lange hinaus. Deshalb sind oft chirurgische Maßnahmen notwendig, um die teils starken Beschwerden in den Griff zu bekommen. Jährlich werden in Deutschland etwa 50.000 Hämorrhoiden-OPs durchgeführt.

Hier finden Sie mehr Informationen und qualifizierte Ärzte für eine Hämorrhoiden-OP.

Empfohlene Ärzte für die Hämorrhoiden-OP

Kurzübersicht:

Bei einer Hämorrhoiden-OP werden vergrößerte Hämorrhoidalpolster entfernt, wenn konservative Verfahren nicht mehr helfen. Vor der Operation erfolgt in der Regel eine Untersuchung mit dem Proktoskop, um Lage und Ausmaß genau zu bestimmen. Der Eingriff wird häufig stationär durchgeführt, sodass ein kurzer stationärer Aufenthalt notwendig ist. Während der OP unterbinden Chirurgen die zuführende Arterie, um Blutungen zu stoppen und das Gewebe dauerhaft zu entfernen. Nach der Operation gelten klare Regeln bei Hämorrhoiden, etwa Schonung, ballaststoffreiche Ernährung und sorgfältige Hygiene zur Förderung der Heilung.

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Hämorrhoiden-OP - Weitere Informationen

Hämorrhoiden-OP - Häufig gestellte Fragen, Sklerosierung, Gummibandligatur, Laser

Mediziner teilen Hämorrhoidalleiden in vier Stadien ein.

Im ersten und zweiten Stadium des Hämorrhoidalleidens sind die vergrößerten Gefäßpolster um die Enddarmschleimhaut nicht von außen sichtbar. Wenn Hämorrhoidalgewebe beim Pressen durch den After nach außen tritt, zieht es sich in der Regel nach kurzer Zeit von alleine wieder zurück.

In den frühen Stadien helfen

  • Salben,
  • Zäpfchen und
  • Sitzbäder.

Bei leichteren Phasen können Hämorrhoiden zunächst durch Verfahren wie die Verödung (Sklerosierung), die Gummibandligatur oder moderne Lasertherapien behandelt werden. Der Laser verödet dabei die erweiterten Hämorrhoiden besonders präzise und schonend, wodurch Blutungen gestoppt und die Beschwerden gelindert werden. Reicht dies nicht aus, wird eine operative Hämorrhoidenentfernung notwendig.

Verödung (Sklerosierung): Dabei wird eine spezielle Lösung in das Hämorrhoidalgewebe gespritzt, um die Blutzufuhr zu drosseln. Die Hämorrhoiden schrumpfen dadurch und die Leiden lassen nach.

Gummibandligatur: Hierbei wird mit einem kleinen Gerät ein Gummiring über den Hämorrhoidalknoten gestülpt. Dadurch wird die Blutzufuhr abgeschnürt, das Gewebe stirbt ab und fällt nach einigen Tagen von selbst ab.

Lasermethode: Hier werden die vergrößerten Hämorrhoiden besonders präzise und schonend verödet, wodurch Blutungen gestoppt und die Leiden gelindert werden.

Hämorrhoiden im dritten Stadium treten

  • beim Stuhlgang,
  • beim Pressen oder
  • bei Anstrengungen

hervor und ziehen sich nicht mehr von alleine zurück.

Innere und äußere Hämorrhoiden
Hämorrhoiden können im Enddarm vor dem After lokalisiert sein oder außerhalb © Henrie | AdobeStock

Im vierten Stadium lassen sich die erweiterten Hämorrhoiden auch nicht mehr mit den Fingern in den Darm zurückschieben. In dieser Phase liegt ein sogenannter Analprolaps (Vorfall der Schleimhaut des Analkanals durch den After) vor.

Patienten im dritten und vierten Stadium leiden oft unter ausgeprägten Beschwerden wie

In den fortgeschrittenen Phasen ist eine Entfernung von Hämorrhoiden unvermeidbar und die einzige Möglichkeit der Heilung. Schmerzen können dadurch gemildert werden.

Welche Verfahren der Operation bei Hämorrhoiden gibt es?

Für die Entfernung der vergrößerten Hämorrhoiden stehen verschiedene schmerzlose Verfahren zur Verfügung. Der Eingriff findet unter Narkose oder lokaler Betäubung statt und wird in der Regel stationär erfolgen, ambulante Operationsverfahren sind eher selten.

Im Folgenden beschreiben wir die gängigsten Verfahren der Hämorrhoiden-OP.

Milligan-Morgan

Dieses klassische Verfahren wird besonders häufig eingesetzt. Dabei werden die einzelnen Hämorrhoidalknoten hervorgezogen und chirurgisch entfernt. Die Wunde im Analkanal bleibt offen, weshalb das Verfahren auch als „offene Hämorrhoidektomie“ bezeichnet wird.
Die Milligan-Morgan-Operation ist vor allem für vorgefallene Hämorrhoiden des dritten und vierten Stadiums geeignet.

Ferguson

Die Methode nach Ferguson ist eine Abwandlung des Milligan-Morgan Verfahrens. Sie wird vor allem in den USA bevorzugt angewendet. Der Eingriff läuft genauso ab wie bei der Milligan-Morgan-Methode. Am Ende der OP verschließt der Chirurg die Operationswunde jedoch mit einer Längsnaht.

Das Verfahren wird daher auch als geschlossene Hämorrhoidektomie bezeichnet. Der Vorteil des verschlossenen Schnittes liegt darin, dass die Schmerzen nach der Operation schneller abklingen. Allerdings besteht die Gefahr der Vernarbung im Analkanal.

Parks

Die Parks-Methode kommt bei ausgedehnten Hämorrhoiden vierten Grades zum Einsatz. Dabei erfolgt eine Y-förmige Schnittführung in der Analschleimhaut. Das darunterliegende Gewebe wird abgetragen, Blutzuführende Gefäße werden unterbunden und die Wundränder werden T-förmig vernäht.

Die Hämorrhoiden-OP nach Parks hat einige Vorteile:

  • Die postoperativen Schmerzen sind gering,
  • die Wundheilung verläuft schnell und
  • die Analschleimhaut bleibt erhalten.

Fansler-Arnold

Dieses aufwendige, plastisch-rekonstruktive Verfahren wird bei schwerster Hämorrhoide im vierten Stadium durchgeführt. Nach einem U-förmigen Schnitt klappt der Operateur ein Hautlappen zur Seite, das Hämorrhoidalgewebe entfernt und die zu- und abführenden Blutgefäße werden unterbunden. Anschließend wird das Schleimhautläppchen zurückgeklappt und vernäht. Das Ergebnis: schnelle Heilung, geringe Schmerzen und Erhalt der empfindlichen Haut in der Analregion.

Auch bei diesem Verfahren spürt der Patient kaum Schmerzen nach dem Eingriff. Die Wunde heilt schnell und es geht keine empfindliche Haut des Analkanals verloren.

Stapler (oder Longo)

Die Stapler-Methode ist ein relativ neues Verfahren, das vor allem bei Hämorrhoiden dritten Grades angewendet wird. Anders als bei klassischen Eingriffen wird hier nicht geschnitten, sondern die vorgefallenen Hämorrhoiden mit einem speziellen Instrument oberhalb der Hämorrhoiden wieder an ihre anatomisch normale Position im Afterkanal gebracht.
Da der Eingriff in einem Bereich ohne Schmerznerven erfolgt, sind nach der Operation kaum Schmerzen zu erwarten.Da die Operation in einem Schleimhautgebiet ohne Schmerznerven stattfindet, treten nach dem Eingriff keine oder kaum Schmerzen auf.

Welche Komplikationen können nach einem Eingriff auftreten?

Insgesamt ist das Risiko für Komplikationen nach einer Hämorrhoiden-Operation sehr gering. Bei allen Operationstechniken besteht ein Risiko auf mehr oder weniger starke Nachblutungen. Deshalb bleiben Patienten in der Regel für drei Tage im Krankenhaus.

Bei Männern können Beschwerden beim Wasserlassen (Harnverhalt) auftreten. In seltenen Fällen bilden sich

  • Entzündungen,
  • Abszesse oder
  • Fisteln.

Ebenfalls sehr selten können Stenosen auftreten. Stenosen sind Verengungen. In diesem Fall sind Einengungen des Afterkanals durch die Bildung von Narbengewebe gemeint. In den ersten Wochen nach dem Eingriff kommt es zudem häufig zu vermehrtem Stuhldrang.

Welche Maßnahmen müssen für die Zeit nach der Hämorrhoiden-Operation getroffen werden?

In der Zeit nach der Hämorrhoiden-OP helfen einige Maßnahmen bei der postoperativen Heilung und um Schmerzen zu lindern. Insbesondere bei offenen Wunden im Mastdarm und Analbereich ist eine intensive Nachsorge wichtig.

Eine gründliche und sanfte Hygiene unterstützt den Heilungsprozess. Der After sollte nach jedem Stuhlgang vorsichtig mit lauwarmem Wasser gereinigt werden. Danach empfiehlt es sich, die Wunde mit einem Lappen oder einer Kompresse abzudecken.

Zinksalbe schützt die Haut und fördert die Heilung. Damit ausreichend Luft an die Wunde gelangt, sollte keine synthetische Unterwäsche getragen werden. Am besten eignet sich Unterwäsche aus reiner Baumwolle, da sie atmungsaktiv ist und Feuchtigkeit aufsaugt.

Der Stuhl sollte nach der Operation mithilfe von ballaststoffreicher Nahrung und viel Flüssigkeit weich gehalten werden. Das vermeidet Schmerzen beim Toilettengang. Ein zu weicher Stuhlgang hingegen kann die Wunde verunreinigen und starke Schmerzen verursachen.

Patientinnen und Patienten sollten während der Heilungsphase auf keinen Fall Abführmittel einnehmen.

Nach einer Hämorrhoiden-OP beträgt die Arbeitsunfähigkeit je nach Operationsmethode und Tätigkeit meist 1–4 Wochen. Bei leichter, sitzender Arbeit oft kürzer, bei körperlich belastender Tätigkeit länger. Die genaue Dauer richtet sich nach Schmerzverlauf und Wundheilung, je nach ärztlicher Empfehlung.