Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Ärzte für Analfisteln.
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Kurzübersicht:
Artikelübersicht
- Was ist eine Analfistel? Definition und Grundlagen
- Handelt es sich bei Analfisteln um eine seltene Erkrankung?
- Ursachen - wie entsteht eine Analfistel?
- Formen von Analfisteln - Verlauf einer Fistel im Überblick
- Symptome - Woran erkennt man eine Analfistel?
- Diagnose und Diagnostik einer Analfistel
- Therapie der Analfistel - Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
- Prognose, Verlauf und Vorbeugung
- Häufige Fragen
Was ist eine Analfistel? Definition und Grundlagen
Unter einer Fistel im Allgemeinen versteht man einen Verbindungsgang im Gewebe, der nicht zur normalen Entwicklung gehört. Fisteln können sich in verschiedenen Bereichen des Körpers bilden. Teilweise sind sie bereits bei Geburt vorhanden (z.B. bei der Analatresie), meistens entwickeln sie sich allerdings erst im Laufe des Lebens als Folge anderer Erkrankungen.
Analfisteln entstehen an den Proktodealdrüsen (Duftdrüsen) im Analkanal und führen nach außen an die Haut. Sie geben dauerhaft Sekret und bei entsprechender Größe auch Stuhlgang ab, weshalb sie häufig zu äußerst unangenehmen Beschwerden führen können.
Der Fistelgang verläuft individuell: er kann oberflächlich liegen oder tiefer durch Gewebe und den Schließmuskel ziehen. Die Erkrankung gilt als chronisch, da sie unbehandelt nur von selten ausheilt. Patienten bemerken ein wiederkehrendes Nässen, Juckreiz, Irritationen oder Schmerzen in der Analregion. Häufig wird eine Fistel zunächst als "Pickel" oder kleine Schwellung wahrgenommen. Eine Abgrenzung zur akuten Entzündung eines Analabszesses ist wichtig, da der Abszess meist eine Vorstufe darstellt, aber eine andere Behandlungsstrategie erfordert.
Handelt es sich bei Analfisteln um eine seltene Erkrankung?
Das Risiko, an einer Analfistel zu erkranken, beträgt 1 bis 3 Prozent, das bedeutet, dass 1-3 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens an einer Analfistel erkranken. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Es handelt sich um eine relativ häufige Erkrankung junger Männer im Alter zwischen 30 und 50 Jahren.
Ursachen - wie entsteht eine Analfistel?
Ursache für die Entstehung einer Analfistel ist oft ein Analabszess. Analfisteln und Analabszesse haben einige Gemeinsamkeiten. Ein Analabszess wird durch Bakterien ausgelöst. Hier sammelt sich eitriges Sekret in einer Kapsel am Analkanal an, der sich weiter im Gewebe ausbreiten kann. Wird diese Entzündung chronisch, können sich Gänge bilden und eine Analfistel entsteht.
Am häufigsten beginnt es mit einer Entzündung der Proktealdrüsen. Durch die entzündliche Reaktion und den Druckaufbau im Gewebe bildet sich ein Abszess. Wird dieser nicht rechtzeitig chirurgisch behandelt oder heilt nur unvollständig aus, entsteht eine Fistel.
Weitere Ursachen für eine Analfistel können sein:
- Analfissuren
- Hämorrhoiden
- chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- Tumore
- wiederkehrende Infektionen
- lokale Verletzungen
Analfissuren sind kleine Risse im Analbereich. Wenn sich hierdurch eine Entzündung bildet, kann sich diese im weiteren Verlauf zu einer Fistel entwickeln.
Bei Hämorrhoiden handelt es sich um Ausstülpungen der Schleimhaut im Bereich der Schleimhaut des Afters. Auch hier kann es zur Ausbildung von Fisteln kommen, insbesondere im Falle von Infektionen.
Auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie der Colitis ulcerosa oder dem Morbus Crohn kann es zur Ausbildung von Fisteln kommen. Häufiger kommt dies beim Morbus Crohn vor, hier bilden sich die Fisteln allerdings im gesamten Magen-Darmtrakt vom Mund bis zum After aus. Bei der Colitis ulcerosa ist das Risiko von Fistelbildungen geringer, aber auf den Enddarm beschränkt.
Bei bösartigen Erkrankungen des Enddarms (Rektumkarzinom und Analkarzinom) kann es ebenfalls zur Ausbildung von Analfisteln kommen, allerdings auch hier meist als Folge einer Begleitinfektion.
Formen von Analfisteln - Verlauf einer Fistel im Überblick
Analfisteln unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Lage, ihres Verlaufs und ihrer Beziehung zu den Schließmuskeln. Diese Faktoren beeinflussen sowohl die Symptome, als auch die Behandlungsstrategie. Entscheidend ist, wo sich die innere Fistelöffnung und die äußere Fistelöffnung befinden und die der Fistelverlauf durch das Gewebe und den Schließmuskel verläuft.
Grundsätzlich beginnt der Fistelgang meist im Bereich des Analkanals und kann sich nach außen zur Haut hin öffnen. Je nachdem, ob und wie stark der innere oder äußere Schließmuskel betroffen ist, spricht man von verschiedenen Formen der Analfisteln. Die tieferen Fistelverläufe bergen ein höheres Risiko für Eingriffe in den Schließmuskel, weshalb bei der Therapie besonders sorgfältig vorgegangen werden muss.

Darstellung verschiedener Analfisten-Formen und deren Verläufe © bilderzwerg | AdobeStock
Symptome - Woran erkennt man eine Analfistel?
Betroffene bemerken die Fistel zunächst entweder gar nicht oder als eine Art Pickel im Analbereich. Dieser vermeintliche Pickel kann anschwellen, jucken oder Schmerzen verursachen. Außerdem kann es zu eitrigen Ausflüssen kommen. Phasenweise treten Blutungen oder Schmerzen beim Stuhlgang auf.
Beim Abszess kann es ebenfalls zu diesen Symptomen kommen. Dazu können sich aber auch allgemeine Krankheitsgefühle wie Fieber oder generelles Unwohlsein einstellen. Wenn sich die Fistel gebildet hat, haben sich diese Beschwerden meist schon gebessert. Dies liegt daran, dass durch die Fistel Eiter abfließen kann und der Druck deutlich geringer wird.
Folgende Symptome können bei einer Analfistel auftreten:
- Rötung
- Schwellung
- Juckreiz
- Schmerzen
- eitrige Ausflüsse, teilweise vermischt mit Kot
Wer wiederholt nässende Stellen, schmerzhafte Schwellungen, eitrige Absonderungen oder Symptome wie Schmerzen im Analbereich bemerkt, sollte eine ärztliche Untersuchung veranlassen, um die Ursache frühzeitig abklären zu lassen.
Diagnose und Diagnostik einer Analfistel
Wenn bei Patienten der Verdacht auf eine Analfistel besteht, ist der Besuch bei einem Spezialisten für Enddarmerkrankungen, einem Proktologen, angezeigt.
Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch wird bei der Untersuchung zunächst der Analbereich abgetastet. Außerdem wird häufig ein starres Metallrohr mit einer Lichtquelle am Ende (medizinisch Proktoskop) eingeführt. Dies erlaubt die Beurteilung der Wände des Analkanals, so dass neben Analfisteln auch
- Abszesse
- Fissuren
- Hämorrhoiden und
- Tumore
identifiziert werden können.
Da einer Analfistel auch eine bösartige Tumorerkrankung zugrunde liegen kann, sollten unbedingt Gewebeproben aus verdächtigen Befunden entnommen und anschließend feingeweblich (histologisch) untersucht werden.
Zur Feststellung des Verlaufs einer Fistel kommt eine Fistelsonde zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um ein Metallröhrchen, welches vorsichtig von außen in den Fistelgang eingeführt und im Idealfall innen mit dem Proktoskop dargestellt werden kann.
Die meisten unkomplizierten Fisteln lassen sich hiermit diagnostizieren. Bei komplexen oder multiplen (mehreren) Fisteln und dem Verdacht auf Abszesse sind zusätzlich Ultraschalluntersuchungen und ein MRT ebenfalls hilfreiche Mittel, um eventuelle Schäden im Analbereich festzustellen.
In bestimmten Fällen empfiehlt sich eine Untersuchung in Narkose, um eine vollständige Diagnostik ohne Schmerzen mit optimalen Einblick zu ermöglichen.
Therapie der Analfistel - Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Eine Analfistel wird überwiegend operativ behandelt, da sie selten von selbst ausheilt. Ziel der Behandlung ist es, den Fistelgang vollständig zu entfernen oder auszuschalten, ohne die Funktion des Schließmuskels zu beeinträchtigen (um beispielsweise keine Folgeschäden wie Inkontinenz zu verursachen). Die operative Therapie richtet sich je nach dem Fistelverlauf, der Lage der Fistelöffnungen und dem Ausmaß der entzündlichen Veränderungen.
Zu den standardisierten Behandlungsverfahren gehören die Fistelspaltung, bei der der Fistelgang eröffnet und die Wunde offen ausheilen gelassen wird, sowie die Fistulektomie, bei der der Gang vollständig ausgeschnitten wird. Die Fistulektomie beschreibt eine operative Technik zur gezielten Eröffnung des Fistelganges. Bei tiefen oder komplexen Fisteln kann auch eine Fadendrainage eingesetzt werden, um die Fistel zunächst zu beruhigen und die Eiter kontrolliert abzuleiten. Moderne Verfahren wie Lasertherapie können in ausgewählten Fällen ebenfalls angewandt werden.
Bei allen Eingriffen gilt es, eine Schädigung des Schließmuskels zu vermeiden, um Komplikationen wie eine Inkontinenz der Blase oder Stuhlinkontinenz zu minimieren. Die operative Behandlung sollte daher von einem erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden.
Nach dem Eingriff sind Schonung, eine sorgfältige Analhygiene und die Unterstützung der Wundheilung wichtig. Die Heilungsrate ist insgesamt gut, variiert jedoch je nach Fisteltyp und eventuellen Begleiterkrankungen.
Bei Patienten mit einer Darmerkrankung wie Morbus Crohn wird die Therapie individuell angepasst. In diesen Fällen können vor oder neben der Operation entzündungshemmende Medikamente notwendig sein, um die Symptome zu lindern. Konservative Maßnahmen dienen v.a. dazu, die Beschwerden bis zur OP zu reduzieren und einen erneuten Abszess zu verhindern.
Prognose, Verlauf und Vorbeugung
Wenn die Analfisteln vollständig beseitigt werden, bestehen gute bis sehr gute Prognosen. Allerdings kann der Heilungsprozess oft mehrere Wochen andauern und mitunter auch sehr schmerzhaft sein. Besonders wichtig ist es, dass die Patienten für eine ausreichende Analhygiene sorgen – speziell nach operativen Eingriffen. Aber auch die vorbeugende Wirkung einer guten Analhygiene soll an dieser Stelle nochmals betont werden, insbesondere da hierdurch Analfisteln verhindert oder in ihrem Wachstum gehemmt werden können.
Können die Fisteln allerdings nicht vollständig entfernt werden, kann es auch weiterhin zu Problemen kommen. Wer an Morbus Crohn oder anderen Darmerkrankungen leidet, hat ein besonders hohes Risiko auf die Entwicklung von Analfisteln.
Häufige Fragen
Heilt eine Analfistel von selbst?
Eine Analfistel heilt nur selten ohne Behandlung aus. In den meisten Fällen ist eine operative Versorgung erforderlich.
Wie schmerzhaft ist eine Analfistel Operation?
Nach dem Eingriff können Schmerzen auftreten, die sich mit Schmerzmitteln gut behandeln lassen. Die Beschwerden nehmen im Verlauf der Wundheilung ab.
Wie lange dauert die Wundheilung?
Die Wundheilung dauert üblicherweise mehrere Wochen. Die Dauer hängt von der Größe der Wunde, der Fistelart und eventuellen Begleiterkrankungen ab.
Wann sollte man ein spezialisiertes Zentrum aufsuchen?
Bei wiederkehrenden Fisteln, chronischen Darmerkrankungen, komplexen Fisteln oder unklaren Beschwerden empfiehlt sich eine Behandlung in einem spezialisierten proktologischen Zentrum.















