Analfistel: Informationen & Ärzte für Analfisteln

22.12.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Eine Analfistel ist ein neu gebildeter Gang im Gewebe des Analbereichs. Ein solcher Gang beginnt im Analkanal und führt von dort weg. Manchmal endet er an der Haut, so dass eitriger Ausfluss oder Kot nach außen treten. Weitere Symptome sind Juckreiz, Schmerzen oder Entzündungen. Ursache für eine Analfistel ist oft ein Analabszess. Eine Analfistel bildet sich nur selten von selbst zurück. Suchen Sie daher schnell einen Arzt auf.

Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Ärzte für Analfisteln

ICD-Codes für diese Krankheit: K60.3

Empfohlene Ärzte für die Behandlung einer Analfistel

Analfistel Fälle in Deutschland

25.711 Fälle im Jahr 2020
25.587 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Kurzübersicht:

  • Was ist eine Analfistel? Eine chronische Entzündung der Proktodealdrüsen am Anus, durch die dauerhaft eitriges Sekret abgegeben wird.
  • Ursachen: Häufig geht einer Analfisten ein Analabszess oder eine Analfissur voraus. Ursächlich für diese Vorerkrankungen können bakterielle Infektionen, Tumoren oder eine Immunschwäche sein.
  • Symptome: Eine Analfistel wird zunächst häufig mit einem Analbereich verwechselt. Sie kann anschwellen, jucken oder Schmerzen verursachen. Häufig entstehen eitrige, mit Kot vermischte Ausflüsse. Auch Fieber oder Unwohlsein können auftreten.
  • Diagnose: Auf eine körperliche Untersuchung, u. a. mit einer Fistelsonde, kann der Arzt eine Ultraschalluntersuchung oder eine MRT anordnen, um andere Erkrankungen auszuschließen und eine sichere Diagnose zu stellen.
  • Behandlung: Häufig ist eine OP notwendig. Diese birgt einige Risiken, etwa die Gefahr von Stuhlinkontinenz sowie eine höhere Wahrscheinlichkeit auf Rezidive. Alternativen sind Medikamente und eine Fisteldrainage.
  • Prognose: Wird eine Analfistel vollständig entfernt, ist die Prognose gut. Der Heilungsprozess kann mehrere Wochen dauern.

Artikelübersicht

Was ist eine Analfistel?

Unter einer Fistel versteht man einen Verbindungsgang im Gewebe, der nicht zur normalen Entwicklung gehört. Fisteln können sich in verschiedenen Bereichen des Körpers bilden.

Analfisteln entstehen an den Proktodealdrüsen (Duftdrüsen) im Analkanal und führen nach außen an die Haut. Sie gibt dauerhaft Sekret ab und führt damit zu äußerst unangenehmen Beschwerden.

Ursache für die Entstehung einer Analfistel ist oft ein Analabszess.

Analfisteln und Analabszesse haben einige Gemeinsamkeiten. Ein Analabszess wird durch Bakterien ausgelöst. Hier sammelt sich eitriges Sekret in einer Kapsel am Analkanal an. Wird diese Entzündung chronisch, können sich Gänge bilden und eine Analfistel entsteht.

Weitere Ursachen für eine Analfistel können sein:

  • Analfissuren
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn,
  • bakterielle Infektionen,
  • Tumoren oder
  • Immunschwächen.

Analfissuren sind kleine Risse im Analbereich. Wenn sich hierdurch eine Entzündung bildet, kann sich diese im weiteren Verlauf zu einer Fistel entwickeln.

Man unterscheidet fünf verschiedene Arten der Analfistel:

  • intersphinktäre Analfisteln
  • transsphinktäre Analfisteln
  • suprasphinktäre Analfisteln
  • extrasphinktäre Analfisteln
  • submuköse Analfisteln

Die beiden ersten Typen kommen relativ häufig vor, die letzten drei Formen der Analfistel dagegen eher selten.

Analfisteln
Darstellung verschiedener Analfisten-Formen und deren Verläufe © bilderzwerg | AdobeStock

Wie macht sich eine Analfistel bemerkbar?

Der Betroffene bemerkt die Fistel zunächst entweder gar nicht oder er nimmt sie als eine Art Pickel im Analbereich wahr. Dieser vermeintliche Pickel kann anschwellen, jucken oder Schmerzen verursachen. Außerdem kann es zu eitrigen Ausflüssen kommen.

Beim Abszess kann es ebenfalls zu diesen Symptomen kommen. Dazu können sich aber auch allgemeine Krankheitsgefühle wie Fieber oder generelles Unwohlsein einstellen. Wenn sich die Fistel gebildet hat, haben sich diese Beschwerden meist schon gebessert.

Folgende Symptome können bei einer Analfistel auftreten:

  • Rötungen
  • Juckreiz
  • Schwellungen
  • Schmerzen
  • eitrige Ausflüsse, teilweise vermischt mit Kot

Wie wird eine Analfistel vom Arzt diagnostiziert?

Wenn beim Patienten der Verdacht auf eine Analfistel besteht, ist der Besuch bei einem Proktologen angezeigt.

Bei der Untersuchung wird der Arzt den Analbereich abtasten. Außerdem führt er ein Proktoskop ein, ein starres Metallrohr. Es erlaubt die Beurteilung der Wände des Analkanals, so dass der Arzt neben Analfisteln auch

identifizieren kann.

Zur Feststellung des Verlaufs einer Fisel kommt eine Fistelsonde zum Einsatz.

Ultraschalluntersuchungen und ein MRT sind ebenfalls probate Mittel, um eventuelle Schäden im Analbereich festzustellen.

Wie wird eine Analfistel behandelt?

In vielen Fällen muss eine Analfistel operativ versorgt werden, da sie meistens nicht von selbst abheilt.

Bei der operativen Therapie wird die Fistel gespalten. Hierbei ergibt sich aber auch ein Risiko für den Schließmuskel. Dieser kann bei der Entfernung mit eingeschnitten werden.

Im Extremfall kann es dadurch zu einer Funktionseinschränkung des Muskels kommen. Die Folge ist eine mögliche Inkontinenz. Um dies zu vermeiden, kann der Mediziner den Muskel aber auch wieder zusammennähen.

Alternativ kann die Fistel auch plastisch verschlossen werden. Bei dieser Methode ist aber das Risiko höher, dass erneut eine Analfistel auftritt.

Patienten, die an chronischen Darmerkrankungen leiden, können nicht immer operiert werden. Zudem besteht bei ihnen mitunter die Gefahr, häufiger oder erneut an Analfisteln zu erkranken. Sie müssen dann entweder mit diesen Fisteln leben oder sich durch die Gabe von anderen Medikamenten Linderung verschaffen. Eine Fisteldrainage kann hier ebenfalls angezeigt sein.

Prognose bei Analfisteln

Wenn die Analfisteln vollständig beseitigt werden, bestehen gute bis sehr gute Prognosen. Allerdings kann der Heilungsprozess oft mehrere Wochen andauern. Zudem muss der Patient auch selbst für eine ausreichende Analhygiene sorgen – speziell nach operativen Eingriffen.

Können die Fisteln nicht vollständig entfernt werden, kann es auch weiterhin zu Problemen kommen. Wer an Morbus Crohn oder anderen Darmerkrankungen leidet, hat ein besonders hohes Risiko auf die Entwicklung von Analfisteln.

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