Einrisse in der feinen Haut und der Schleimhaut an der Mündung des Analkanals nennt man Analfissur. Der Betroffene empfindet ein Brennen beim oder nach dem Stuhlgang. Oft weist auch ein hellroter Blutfilm auf dem Toilettenpapier auf eine Analfissur hin.
Häufige Ursachen für eine Analfissur sind
Die Betroffenen scheuen oft aus falscher Scham den Weg zum Arzt. Sie riskieren damit, dass die Beschwerden chronisch werden.
Aufgrund der Schmerzen wird der Stuhlgang mitunter eingehalten. Verstopfung ist daher eine mögliche Folgebeschwerde einer Analfissur.

Analfissuren sind kleine Risse im Bereich des Anus, die zu Schmerzen führen können © bilderzwerg | AdobeStock
Zu den Symptomen einer Analfissur zählen Schmerzen beim Stuhlgang, ein brennendes oder stechendes Gefühl am After und ein hellroter Blutfilm auf dem Papier. Viele Patienten entwickeln durch die Fissur einen reflektorischen Krampf des Schließmuskels, was starke Schmerzen am After noch verstärken kann. Bei einer chronischen Analfissur können zusätzlich eine Vorpostenfalte, Analpapille oder Wundsekret auftreten. Wenn die Beschwerden länger als sechs Wochen anhalten, besteht häufig bereits eine chronische Form mit narbig verändertem Gewebe, die die Wundheilung erschwert.
Bevor eine Operation erfolgt, versucht man zuerst die Behandlung der Analfissur konservativ, beispielsweise mit Salben. Jedoch stellt die Operation die Therapie der Wahl bei chronischen Fissuren dar, insbesondere, wenn die Beschwerden die Lebensqualität einschränken.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören Medikamente zur Regulierung des Stuhlgangs, um hartem oder starkem Pressen vorzubeugen, sowie die Anwendung von Salben, v.a. in akuten Stadien der Analfissur. Wenn die Salbe nicht zur Heilung führt oder verschlechtern zusätzliche Faktoren den Verlauf, kann sich aus einer akuten Analfissur schnell eine chronische Analfissur entwickeln. Die Wunde heilt aufgrund einer eingeschränkten Durchblutung schlechter ab, was die Wundheilung zusätzlich verzögert.
Eine Analfissur-OP ist ein kleiner chirurgischer Eingriff aus der Proktochirurgie bzw. chirurgischen Proktologie und wird in der Regel ambulant erfolgen, eine Vollnarkose ist nicht nötig. Dabei entfernt der Chirurg die Fissur zusammen mit dem Narbengewebe im Rahmen einer Fissurektomie. Es verbleibt eine offene Wunde. Die Heilung nach dieser klassischen OP Methode dauert meist 4 bis 6 Wochen und verläuft bei konsequenter Nachsorge meist komplikationslos.
Alternativ kann die Operation bei Analfissuren auch in Form einer partiellen Durchtrennung des inneren Schließmuskels (Sphinkterotomie) erfolgen. Durch die Entlastung des Schließmuskels sinkt der Druck, was die Heilung der Fissur verbessert und bei chronischen Formen oft gute Ergebnisse erzielt. Allerdings besteht bei dieser Technik ein Risiko für spätere Stuhlinkontinenz, da der innere Schließmuskel im Alter an Spannung verlieren kann und die Beschwerden auch Jahrzehnte nach der OP einer Analfissur auftreten können.
In manchen Fällen kann die Operation auch mithilfe eines Laser Verfahrens erfolgen. Diese Methode ermöglicht dem Chirurgen ein besonders präzises Abtragen der veränderten Gewebestrukturen und kann so die Heilungsdauer verkürzen. Das Laserlicht reduziert Blutungen und der Einriss kann sehr gezielt behandelt werden.
Das Ziel dieser Operationen ist es, den Einriss vollständig zu entfernen, den Schließmuskel zu entlasten und so Bedingungen zu schaffen, unter denen die Heilung der Fissur zuverlässig einsetzen kann.
Wie bei fast jeder Operation können auch nach einer Analfissur-OP Blutungen und Nachblutungen auftreten. Diese werden von Patienten als belastend empfunden. Auch Wundheilungsstörungen, die die vollständige Wundheilung verzögern oder zusätzliche Schmerzen verursachen. Vereinzelt kann es auch zu ausgeprägter Narbenbildung kommen, v.a. wenn prä-operativ schon vernarbtes Gewebe oder eine chronische Form vorlagen.
Für die Diagnose und Behandlung von Analfissuren und anderen Erkrankungen des Enddarms sind
die richtigen Ansprechpartner.
Damit die Heilung der Wunde möglichst problemlos verläuft ist eine sorgfältige Analhygiene nach dem Eingriff entscheidend. Sitzbäder wirken desinfizierend, unterstützen die Pflege der Wunde und können die Heilung der Analfissur und Schmerzlinderung fördern. Auch weicher Stuhlgang durch ballaststoffreiche Ernährung kann helfen.
Die Wundheilung kann, je nach Ausmaß der Fissur, dem eingesetzten operativen Verfahren und der individuellen Kooperation, mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Bei der klassischen Operation beträgt die Heilungsdauert 4 bis 6 Wochen, wobei eine konsequent durchgeführte Nachsorge den Verlauf deutlich verbessert.
In dieser Phase kann die Einnahme von Schmerzmitteln, die fortlaufende Anwendung einer ärztlich verordneten Salbe sowie regelmäßige Kontrollen dazu beitragen, dass der Verlauf komplikationsarm vonstatten geht und die Beschwerden rasch nachlassen.
Wie erkenne ich eine Analfissur?
Typisch sind stechende Schmerzen beim Stuhlgang, ein Brennen nach dem Toilettengang und hellrotes Blut auf dem Papier. Bei länger anhaltenden Beschwerden kann eine chronische Form vorliegen.
Wann ist eine Operation bei Analfissuren notwendig?
Eine Operation wird empfohlen, wenn die konservative Behandlung über mehrere Wochen keine Heilung bringt, die Fissur chronisch wird oder starke Schmerzen und narbiges Gewebe bestehen.
Wie lange dauert die Heilung nach einer Analfissur-OP?
In den meisten Fällen dauert die Wundheilung ca. 4-6 Wochen. Gute Analhygiene, Sitzbäder und weicher Stuhlgang unterstützen den Heilungsverlauf.
Ist eine Analfissur-OP ambulant möglich?
Ja, die Operation wird in der Regel ambulant durchgeführt. Nach dem Eingriff können die meisten Patienten noch am selben Tag wieder nach Hause gehen.