Krebs durch eine Impfung verhindern? Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, ist aber Realität. Die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Krebsvorsorge, die wir haben. Dennoch ranken sich Mythen um sie, und die Impfquoten sind noch immer verbesserungswürdig. Es ist Zeit, über einen Schutz zu sprechen, der Mädchen und Jungen gleichermaßen betrifft.

HPV ist extrem weit verbreitet. Fast jeder sexuell aktive Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mindestens einmal mit diesen Viren. Meist heilt die Infektion unbemerkt aus. Doch bestimmte Hochrisiko-Typen der Viren können sich dauerhaft im Gewebe festsetzen und über Jahre hinweg Zellveränderungen verursachen, die sich zu Krebs entwickeln können.
Nicht nur ein Frauenthema
Lange Zeit war die Impfung vor allem als Schutz vor Gebärmutterhalskrebs bekannt. Das ist richtig und enorm wichtig, aber nur die halbe Wahrheit. HPV kann auch andere Krebsarten auslösen, die beide Geschlechter betreffen:
- Krebs im Mund- und Rachenraum
- Analkrebs
- Peniskrebs
- Krebs an Vulva und Vagina
- Zudem verursachen harmlose, aber lästige Niedrigrisiko-Typen Genitalwarzen.
Deshalb lautet die klare Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO): Die HPV-Impfung ist für alle Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen.
Warum so früh?
Der ideale Zeitpunkt für die Impfung ist vor dem ersten sexuellen Kontakt, da die Impfung nur präventiv wirkt. Sie kann eine bereits bestehende Infektion nicht heilen. Zudem reagiert das Immunsystem in jungen Jahren am besten auf den Impfstoff, sodass meist zwei Dosen für einen langfristigen Schutz ausreichen. Aber auch bis zum Alter von 17 Jahren (und teilweise darüber hinaus) ist eine Nachholimpfung sinnvoll und wird von den Kassen übernommen.
Sicher und gut verträglich
Die HPV-Impfstoffe gehören zu den am besten untersuchten Impfstoffen weltweit. Ihre Sicherheit wurde in zahlreichen Studien bestätigt. Schwere Nebenwirkungen sind extrem selten. Die häufigsten Reaktionen sind harmlos und von kurzer Dauer, wie Rötungen oder Schmerzen an der Einstichstelle.
Sich für die Impfung zu entscheiden, bedeutet, Verantwortung für die eigene langfristige Gesundheit zu übernehmen. Es ist ein einfacher Schritt mit großer Wirkung.
Informieren Sie sich hier ausführlich über die Hintergründe, die Empfehlungen und Experten zur HPV-Impfung.