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Daraxonrasib: Überlebenszeit in Studie fast verdoppelt
Sabine Schneider ·
Daraxonrasib verlängerte in einer Studie das mediane Gesamtüberleben vorbehandelter Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom gegenüber einer Chemotherapie. Für diese Zielgruppe könnte das Medikament damit eine zusätzliche Therapie ermöglichen und Hoffnung wecken.

Die Ergebnisse sagen jedoch nicht voraus, wie lange einzelne Patienten leben. Zudem war die Nachbeobachtung begrenzt, und kleine Untergruppen ohne RAS-G12-Mutation lassen sich noch nicht sicher beurteilen. Eine Zulassung in der Europäischen Union steht aus.
Das Wichtigste in Kürze
- Untersuchte Zielgruppe: Die Studie erfasste vorbehandelte Menschen mit metastasiertem duktalem Pankreaskarzinom.
- Längeres Gesamtüberleben: Unter Daraxonrasib lag das mediane Gesamtüberleben deutlich über dem Wert unter Chemotherapie.
- Gezielter Angriff: Der Wirkstoff bildet mit Cyclophilin A einen Komplex, der den RAS-Signalweg hemmt.
- Begrenzte Übertragbarkeit: Die Ergebnisse gelten nicht automatisch für frühere Behandlungssituationen oder andere Krebsarten.
- Zulassung noch offen: Die FDA hat das Medikament für bestimmte Erwachsene zugelassen, während die Entscheidung für die EU noch aussteht.
Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Bauchspeicheldrüsenkrebs, medizinisch Pankreaskarzinom genannt, ist eine bösartige Tumorerkrankung der Bauchspeicheldrüse. Bei einer metastasierten Erkrankung hat sich der Krebs über das Organ hinaus ausgebreitet.
Daraxonrasib wurde bei einer fortgeschrittenen Form untersucht. An der Studie nahmen 500 zuvor behandelte Menschen mit metastasiertem duktalem Pankreaskarzinom teil. Alle Patienten hatten bereits mindestens eine Behandlung erhalten.
Welche frühen Beschwerden sind möglich?
Frühe Beschwerden bei Bauchspeicheldrüsenkrebs können unspezifisch sein. Mögliche erste Anzeichen sind Schmerzen im Oberbauch oder Rücken, die jedoch auch andere Ursachen haben können. Einzelne Symptome reichen deshalb nicht aus, um die Erkrankung festzustellen.
Anhaltende oder zunehmende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden. Bei einem Verdacht können eine Computertomographie und eine Magnetresonanztomographie zeigen, wo der Krebs liegt und wie weit er sich ausgedehnt hat.
Welche Behandlung gab es bisher?
Die Therapie richtet sich vor allem danach, ob der Tumor vollständig entfernt werden kann. Ist die Operabilität zunächst unklar, kann eine Chemotherapie vor dem Eingriff darauf abzielen, den Tumor zu verkleinern.
Daraxonrasib wurde in der Studie mit einer Chemotherapie verglichen.
Patientinnen und Patienten sollten eine laufende Therapie nicht selbst verändern oder absetzen. Das gilt auch, wenn erste Ergebnisse Hoffnung auf eine weitere Behandlung geben.
Wie wirkt das Medikament Daraxonrasib?
Daraxonrasib richtet seinen Angriff gegen den RAS-Signalweg. Der Wirkstoff bindet an Cyclophilin A und bildet mit diesem Protein einen hemmenden Komplex.
Die Aussagekraft der Studie hat klare Grenzen:
- RAS-G12-Mutation: Sie lag bei 91,8 Prozent der Studienteilnehmer vor.
- Frühere Therapiephasen: Ob der Wirkstoff dort eingesetzt werden könnte, wird noch untersucht.
- Weitere Krebsarten: Aus der Untersuchung lässt sich für sie kein Nutzen ableiten.
Für die kleine Gruppe ohne RAS-G12-Mutation mahnt eine Fachübersicht zur vorsichtigen Interpretation. Die Ergebnisse zeigen daher nicht, dass Daraxonrasib bei allen Patienten oder bei anderen Krebsarten wirkt.
Welche Nebenwirkungen traten im Vergleich auf?
Die Studie zeigt für Daraxonrasib längere Medianwerte beim Gesamtüberleben und bei der Zeit ohne Fortschreiten der Erkrankung. Verglichen wurden vorbehandelte Patienten mit metastasiertem duktalem Pankreaskarzinom.
| Untersuchter Wert | Daraxonrasib | Chemotherapie |
|---|---|---|
| Medianes Gesamtüberleben | 13,2 Monate | 6,7 Monate |
| Mediane Zeit ohne Fortschreiten | 7,2 Monate | 3,6 Monate |
| Nebenwirkungen ab Schweregrad 3 | 61,8 Prozent | 69,6 Prozent |
Damit war das mediane Gesamtüberleben in der Daraxonrasib-Gruppe nahezu verdoppelt. Der Unterschied zwischen 13,2 Monaten und 6,7 Monaten beschreibt zwei Studiengruppen, nicht den möglichen Verlauf bei einem einzelnen Patienten.
Auch die mediane Zeit ohne Fortschreiten war unter Daraxonrasib verdoppelt. Ein Median teilt eine Gruppe in zwei Hälften: Eine Hälfte der Patienten lag über dem Wert, die andere darunter. Daraus ergibt sich keine individuelle Prognose.
Nebenwirkungen traten in beiden Gruppen auf. Medizinisch bedeutsame Nebenwirkungen ab Schweregrad 3 waren unter Daraxonrasib etwas seltener als unter Chemotherapie. Welche einzelnen Beschwerden dahinterstanden, geht aus diesen Angaben nicht hervor.
Die Autoren der Fachübersicht nennen die begrenzte Nachbeobachtung und die kleinen Untergruppen ohne RAS-G12-Mutation als Einschränkungen. Die Ergebnisse sind deshalb nicht auf sämtliche Patienten mit Pankreaskarzinom oder auf andere Krebsarten übertragbar. Ein Heilversprechen lässt sich daraus nicht ableiten.
Wie ist der Stand der Zulassung?
Die Zulassung unterscheidet sich derzeit zwischen den USA und der Europäischen Union. Nach einer 2026 veröffentlichten Fachübersicht erteilte die FDA Daraxonrasib am 26. August 2026 die Zulassung für bestimmte Erwachsene mit metastasiertem Pankreasadenokarzinom.
Für die EU empfiehlt die EMA den Wirkstoff für Erwachsene mit metastasiertem Pankreasadenokarzinom nach mindestens einer vorausgegangenen systemischen Therapie. Über die Zulassung muss noch die Europäische Kommission entscheiden.
In Deutschland ist Daraxonrasib damit noch nicht regulär zugelassen. Die Entscheidung der FDA gilt nicht automatisch für Deutschland oder andere EU-Staaten.
Wo setzen Untersuchungen und Operation an?
Bildgebende Untersuchungen klären, wo ein verdächtiger Tumor liegt und wie weit er sich ausgedehnt hat. Bei Verdacht auf ein Pankreaskarzinom können dafür eine Computertomographie und eine Magnetresonanztomographie eingesetzt werden. Die Ergebnisse helfen bei der Entscheidung über die weitere Behandlung.
Ist der Tumor operabel, umfasst die Pankreaschirurgie verschiedene Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse. Welche Operation bei Bauchspeicheldrüsenkrebs infrage kommt, richtet sich nach Lage und Ausdehnung des Tumors.
Daraxonrasib setzt an einer anderen Behandlungssituation an. Das Medikament wurde nach einer vorausgegangenen Behandlung bei metastasierter Erkrankung untersucht. Es ersetzt weder die Diagnostik noch die Prüfung, ob eine Operation möglich ist.
Häufige Fragen zu Daraxonrasib
Für wen wurde Daraxonrasib untersucht?
Untersucht wurden vorbehandelte Menschen mit metastasiertem duktalem Pankreaskarzinom. Für Patienten in früheren Krankheitsstadien lässt sich aus der Studie keine entsprechende Aussage ableiten.
Wie viel länger lebten die Patienten in der Studie?
Das mediane Gesamtüberleben lag unter Daraxonrasib bei 13,2 Monaten und unter Chemotherapie bei 6,7 Monaten. Diese Gruppenwerte sagen nicht voraus, wie lange einzelne Patientinnen und Patienten leben.
Wie häufig waren schwere Nebenwirkungen unter Daraxonrasib?
Nebenwirkungen ab Schweregrad 3 traten unter Daraxonrasib bei 61,8 Prozent der Behandelten auf. In der Chemotherapie-Gruppe betrafen solche Nebenwirkungen 69,6 Prozent der Behandelten. Die einzelnen Arten der Nebenwirkungen sind in diesen Angaben nicht aufgeführt.
Kann Daraxonrasib Bauchspeicheldrüsenkrebs heilen?
Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine Operation die einzige Behandlung mit Aussicht auf Heilung. Daraxonrasib wurde bei vorbehandeltem metastasiertem Pankreaskarzinom geprüft.
Ist Daraxonrasib in der EU bereits zugelassen?
Eine positive CHMP-Empfehlung ist noch keine EU-Zulassung für Daraxonrasib. Das Medikament ist deshalb auch in Deutschland noch nicht regulär zugelassen.
Ist Daraxonrasib in den USA zugelassen?
Nach einer 2026 veröffentlichten Fachübersicht ließ die FDA Daraxonrasib am 26. August 2026 für bestimmte Erwachsene mit metastasiertem Pankreasadenokarzinom zu. Ob der Wirkstoff für einen einzelnen Patienten geeignet ist, ergibt sich daraus nicht automatisch.
Soll ich wegen der Ergebnisse meine Therapie ändern?
Ändern oder beenden Sie eine Krebsbehandlung nicht ohne ärztliche Rücksprache. Ob Daraxonrasib als Therapie infrage kommen könnte, hängt von der bisherigen Behandlung, der Erkrankung und dem jeweiligen Zulassungsstatus ab.
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Über den Fachautor
Sabine Schneider
Chefredakteurin
Sabine Schneider ist ausgebildete Medizinische Praxisassistentin und verfügt über langjährige praktische Erfahrung im medizinischen Umfeld.
Mehr über den Fachautor →Quellen
- Daraxonrasib or Chemotherapy in Previously Treated Metastatic Pancreatic Cancer. The New England Journal of Medicine, 2026
- Daraxonrasib: The first-in-class RAS(ON) multi-selective inhibitor approved for treatment of metastatic pancreatic adenocarcinoma. Drug Discoveries & Therapeutics, 2026
- Rasonque. Europäische Arzneimittel-Agentur, 2026
- Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome, Diagnose und Therapie. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums, 2024
- Bauchspeicheldrüsenkrebs. Deutsche Krebshilfe
- Patientenleitlinie Krebs der Bauchspeicheldrüse. Leitlinienprogramm Onkologie, 2022
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