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Mundssoor hinter den Veränderungen steckt häufig eine Pilzinfektion
Melanie Al Tikriti, BSc ·
Weiße Beläge auf der Zunge oder an der Mundschleimhaut wirken zunächst oft harmlos. Oft vermutet man zu Beginn Essensreste oder eine leichte Reizung. Lassen sich die Beläge jedoch abwischen und kommt es gleichzeitig zu Brennen, Schmerzen oder Geschmacksveränderungen, kann Mundsoor die Ursache sein. Dabei handelt es sich um eine Pilzinfektion der Mundschleimhaut, die überwiegend durch Hefepilze der Gattung Candida ausgelöst wird.
Mundsoor kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders häufig tritt die Erkrankung jedoch bei Säuglingen, älteren Menschen oder Personen mit einem geschwächten Immunsystem auf. Wird die Infektion früh erkannt, lässt sie sich in den meisten Fällen gut behandeln.

Bild KI generiert
Hefepilze gehören normalerweise zur Mundflora
Im Mund leben zahlreiche Bakterien und Pilze, die sich normalerweise gegenseitig im Gleichgewicht halten. Einer der häufigsten Hefepilze ist Candida albicans. Dieser Pilz verursacht keine Beschwerden, solange das Immunsystem intakt ist und die Mundflora nicht gestört wird. Sollte dieses Gleichgewicht jedoch aus der Balance geraten, kann sich der Pilz stark vermehren. Die Folge sind weißliche Beläge und eine Entzündung der Mundschleimhaut. Die Erkrankung entsteht also meist nicht durch eine Ansteckung, sondern durch eine übermäßige Vermehrung bereits vorhandener Hefepilze.
Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko
Mundsoor entwickelt sich häufig dann, wenn die körpereigene Abwehr geschwächt ist oder die Mundflora gestört wird.
Zu den häufigsten Risikofaktoren gehören:
- Antibiotikatherapie
- geschwächtes Immunsystem
- Diabetes mellitus
- schlechtsitzende Zahnprothesen
- Cortison-Sprays bei Asthma
- trockener Mund
- Chemotherapie
- Säuglingsalter
- höheres Lebensalter
Nach der Anwendung eines cortisonhaltigen Asthmasprays sollte der Mund gründlich ausgespült werden. Dadurch lässt sich das Risiko für Mundsoor deutlich senken.
Die Beschwerden gehen über weiße Beläge hinaus
Das auffälligste Merkmal sind weißliche Beläge auf der Zunge, den Wangeninnenseiten oder dem Gaumen. Sie lassen sich häufig abstreifen, wobei darunter eine gerötete, leicht blutende Schleimhaut sichtbar wird.
Typische Beschwerden sind:
- weiße Beläge im Mund
- gerötete Mundschleimhaut
- Brennen im Mund
- Schmerzen beim Essen
- Geschmacksstörungen
- Mundtrockenheit
- unangenehmer Geschmack
- Schluckbeschwerden
Bei Säuglingen fällt häufig auf, dass sie unruhig trinken oder das Trinken ganz verweigern.
Nicht jeder weiße Belag ist Mundsoor
Weiße Veränderungen im Mund können verschiedene Ursachen haben. Auch harmlose Beläge, Druckstellen durch Zahnprothesen oder andere Erkrankungen der Mundschleimhaut kommen infrage. Nur wenn die Veränderungen über mehrere Tage bestehen bleiben, oder zusätzlich Schmerzen auftreten, sollte eine zahnärztliche oder ärztliche Untersuchung erfolgen.
So wird die Diagnose gestellt
In vielen Fällen genügt bereits der typische Blick auf die Mundschleimhaut. Die Ärztin oder der Arzt beurteilt Aussehen und Ausbreitung der Beläge sowie mögliche Begleiterkrankungen. Ist die Diagnose unklar, kann zusätzlich ein Abstrich entnommen werden. Im Labor lässt sich feststellen, welcher Pilz die Infektion verursacht und welche Behandlung geeignet ist.
Welche Behandlungsmöglichkeiten helfen
Mundsoor wird meist mit pilzhemmenden Medikamenten behandelt. Diese stehen als Mundgel, Lösung oder Lutschtabletten zur Verfügung und wirken direkt auf der Mundschleimhaut. Wichtig ist außerdem, mögliche Ursachen mit zu behandeln. Zahnprothesen sollten gründlich gereinigt werden. Nach der Anwendung cortisonhaltiger Inhalationssprays empfiehlt sich das Ausspülen des Mundes.
Die Behandlung sollte konsequent bis zum Ende durchgeführt werden – auch dann, wenn die Beschwerden bereits früher nachlassen.
Was Betroffene selbst tun können
Eine sorgfältige Mundhygiene unterstützt die Heilung und hilft dabei, erneute Infektionen zu vermeiden. Einfache Maßnahmen helfen, die Mundflora zu stabilisieren, und das Risiko eines erneuten Mundsoors zu verringern.
Hilfreich sind unter anderem:
- Zähne regelmäßig putzen
- Zahnprothesen gründlich reinigen
- den Mund nach Cortison-Sprays ausspülen
- ausreichend trinken
- zuckerhaltige Lebensmittel nur in Maßen konsumieren
- Zahnbürste nach überstandener Infektion wechseln
Fazit: Eine früh erkannte Pilzinfektion lässt sich meist gut behandeln.
Mundsoor ist eine häufige Pilzinfektion der Mundschleimhaut, die sich meist durch weiße Beläge und ein unangenehmes Brennen bemerkbar macht. Mit der richtigen Behandlung heilt die Infektion in den meisten Fällen vollständig aus. Halten die Beschwerden an oder treten sie immer wieder auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
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Über den Fachautor
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