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Mundsoor: Informationen & Mundsoor-Ärzte

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14.11.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Als Mundsoor (orale Kandidose, Candidamycosis, Mundpilz) bezeichnet man eine Infektion des Mund-Rachenraumes. Sie wird durch Candidapilze hervorgerufen und ist durch gelb-weißliche Flecken in der Mundhöhle gekennzeichnet. Darüber hinaus können auch andere Organe wie der Magen-Darm-Trakt, der Genitalbereich oder die Speiseröhre vom Soor betroffen sein. Viele Babys leiden an Mundsoor, da ihr Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist.

Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Ärzte für die Behandlung von Mundsoor.

ICD-Codes für diese Krankheit: B37.0

Empfohlene Mundsoor-Ärzte

Mundsoor Fälle in Deutschland

1.064 Fälle im Jahr 2020
1.093 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

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Häufigkeit von Mundsoor

Vor allem bei Babys tritt Mundsoor sehr häufig auf. Säuglinge leiden außerdem oft an einer anderen Pilzinfektion. Sie manifestiert sich im Windelbereich und ist unter dem Begriff "Windelsoor" bekannt.

Bei 22 bis 24 Prozent aller Babys lassen sich in den ersten zwei Lebensmonaten Candidapilze im Mund nachweisen. 95 % dieser Fälle weisen gleichzeitig auch Mundsoor-Symptome auf.

Candida-Infektionen haben in den letzten zehn bis zwanzig Jahren zugenommen. Der Übergang von einer noch harmlosen bis hin zu einer symptomatischen Infektion ist allerdings oft fließend.

Symptome von Mundsoor

Ein akuter Mundsoor beginnt im Normalfall mit einer Schleimhautrötung. Die Schleimhaut nimmt danach im Laufe der Zeit ein trockenes, glänzendes und glattes Aussehen an.

Oft verschwinden bei einem Mundsoor auch die Zungenpapillen. Nach etwa drei bis vier Tagen entstehen dann stecknadelgroße, unregelmäßige, weißliche Stippchen (Ablagerungen). Sie ähneln einem Grießkorn und sehen cremeartig aus. Die weißen Beläge sind verschiebbar.

Darüber hinaus bildet sich eine gelbliche Schicht und es kann Mundgeruch auftreten.

Mundsoor
Baby mit weißlichem Belag auf der Zunge, der auch bei Mundsoor auftritt © Victoria М | AdobeStock

Sobald der Körper beginnt, die Erreger zu bekämpfen, schwellen die Lymphknoten an. Das ist ein Hinweis darauf, dass das Immunsystem verstärkt aktiv ist.

Die geschädigte Mundschleimhaut verursacht Schmerzen. Säuglinge reagieren naturgemäß sensibler darauf und verweigern deswegen oft auch das Trinken.

Wird der Mundsoor im Frühstadium nicht behandelt, können sich die Erreger ausbreiten. Mögliche Folgebeschwerden sind dann Erbrechen sowie Sodbrennen.

Ursachen von Mundsoor

Mundsoor wird hauptsächlich durch Candidapilze ausgelöst, die zu den opportunistischen Erregern zählen. Das heißt, sie lösen nur dann eine Infektion aus, wenn die Lebensbedingungen sehr günstig sind.

Viele gesunde Erwachsene weisen Candidapilze auf, ohne dass es zu Krankheitserscheinungen oder Symptomen kommt. Solange das Immunsystem intakt ist, kann es die Pilze in Schach halten.

Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Immunabwehr jedoch noch nicht vollständig ausgebildet. Deswegen sind die Bedingungen für Candidapilze sehr günstig.

Hefepilze sind bei vielen Schwangeren im Geburtstkanal zu finden. Deswegen kommen Neugeborene häufig bereits während der Geburt mit Pilzen in Berührung. Sie können aber auch über

  • die Hände des Krankenhauspersonals,
  • die Brust der Mutter oder
  • aus den Mundhöhlen der Eltern

übertragen werden.

Die aufgenommenen Candidapilze siedeln sich immer zuerst in der Mundschleimhaut an. Robuste Neugeborene scheiden die Hefepilze wieder aus, ohne an Mundsoor zu erkranken. Ausgehend von der Mundhöhle gelangen die Pilze dann

  • in den Rachen,
  • die Speiseröhre sowie
  • den Magen-Darm-Trakt.

Dort breiten sie sich weiter aus.

Risikofaktoren für Kandidose sind außerdem

  • ein höheres Lebensalter,
  • Immunschwäche, z.B. eine Aids-Erkrankung, Leukämie oder eine kürzliche Chemotherapie,
  • verschiedene Medikamente wie Zytostakika, Antibiotika, inhalative Glucocorticoide (Cortisonsprays gegen Bronchitis und Asthma), Immunsuppressiva
  • eine Karies-Erkrankung an den Zähnen,
  • Zahnprothesen,
  • Mundtrockenheit, die zum Beispiel durch das Einnehmen von Antidepressiva ausgelöst wird,
  • Virulenz des Erregers, sowie
  • eine kohlenhydratreiche Ernährung.

Kortison und Antibiotika töten auch gesunde Bakterien ab und führen oft zu seiner gestörten Mundflora.

Diagnose von Mundsoor

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Bei einer Mundsoor-Infektion bildet der Körper entsprechende Antigene. Diese können sich im Blut nachweisen lassen, so dass sich die Diagnose sichern lässt. Dazu entnimmt der Arzt einen Abstrich etwa aus den weißen Belägen oder aus Gewebe unter der Zahnprothese.

Anschließend wird das Material unter Zusatz einer Kochsalzlösung mikroskopiert.

Ein Antikörpernachweis bei Mundsoor ist allerdings bei immunsuprimierten Patienten oftmals unzuverlässig. Im Rahmen der Mundsoor-Diagnostik sollte daher auch immer das Risiko für invasive Formen sowie eine chronische Candidasis bewertet werden. Dazu zählt die Suche nach bestimmten Risikofaktoren für Mundsoor, wie zum Beispiel:

  • Tumore
  • hämatoonkologische Grunderkrankungen wie Lymphome oder Leukämie
  • Diabetes mellitus
  • Zustand nach Organ- oder Knochenmarkstransplantationen
  • HIV-Infektion
  • Immundefekte
  • langfristige Behandlung mit Antibiotika
  • langfristige Behandlung mit Glukokortikoiden
  • Zytostatikatherapien

Außerdem ist auch die Abklärung möglicher Eintrittspforten für die Erreger von Mundsoor sinnvoll. Dazu gehören:

  • schlecht sitzende Zahnprothesen,
  • erosive Erkrankungen der Schleimhäute
  • kontaminierter ZVK (zentraler Venenkatheter)

Darüber hinaus kann aus dem Material auf einem geeigneten Nährboden eine Pilzkultur angezüchtet werden. Damit lässt sich die genaue Erregerart feststellen.

Behandlung von Mundsoor

Medizinsche Behandlung mit Antimykotika

Mundsoor kann sich als recht hartnäckig darstellen. Deswegen erfolgt im Normalfall eine medikamentöse Behandlung mit Anti-Pilzmitteln (Antimykotika). Diese sind in Form von Suspensionen oder Salben erhältlich, die auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.

Üblicherweise werden bei Mundsoor

  • Nystatin,
  • Miconazol oder
  • Amphotericin B

in Form von Lutschtabletten oder Suspensionen verwendet.

Sehr wichtig ist auch die Einhaltung einer ausreichenden Behandlungsdauer. In der Regel wird sie auch noch fortgesetzt, wenn die Symptome bereits abgeklungen sind. Damit wird sichergestellt, dass die Erreger wirklich zerstört werden.

Nicht immer lässt sich Mundsoor erfolgreich topisch (lokal) behandeln. Wenn auch andere Organe oder der Darm von Soor betroffen sind, kommt ein stärkeres Antipilzmittel zum Einsatz. Es wirkt systemisch, also im ganzen Körper. Ein wirksames Medikament ist Fluconazol, das als

  • Trockensaft,
  • Saft oder
  • in Kapselform

erhältlich ist.

Bei immunkompetenten Säuglingen eignen sich zur Behandlung von Mundsoor die Polygene Amphotericin B bzw. Nystatin sehr gut.

Nehmen Sie nicht-verschreibungspflichtige Medikamente nur nach Absprache mit dem Arzt ein. Das gilt auch für die Verwendung von Hausmitteln.

Unterstützende Maßnahmen zur Behandlung von Mundsoor

Zur Unterstützung können die Betroffenen auch regelmäßig Mundspülungen mit Myrrhe durchführen. Myrrhetinkturen wirken ebenfalls antimykotisch. Bei dieser Form der Therapie sollte aber zumindest eine Stunde Abstand zum Antipilz-Mittel eingehalten werden. Ansonsten könnte es zu Irritationen kommen.

Einen vergleichbaren Effekt zur Therapie von Mundsoor haben auch Spülungen mit Salbei oder Arnika. Diese Mittel wirken darüber hinaus antiseptisch.

Pilze ernähren sich von Zucker. Daher sollten Betroffene auf zucker- und hefehaltige Nahrungsmittel verzichten. Fruchtsäfte und saure Lebensmittel verursachen bei Mundsoor außerdem Schmerzen in der Mundhöhle. Verzichten Sie auch auf Milchprodukte, da diese eine verschleimende Wirkung haben.

Candidapilze nutzen auch von Karies befallene Zähne als Reservoir. Daher ist während einer antimykotischen Therapie auf sorgfältige Zahnhygiene zu achten. Wechseln Sie dabei auch die Zahnbürste regelmäßig aus. Reinigen Sie Zahnprothesen mit geeigneten antimyzitisch wirkenden Substanzen.

Bei Säuglingen empfiehlt es sich, Schnuller und Sauger zu desinfizieren und auszukochen.

Vorbeugung von Mundsoor

Eine gute Vorbeugung gegen einen Mundpilz ist eine sorgfältige Mundhygiene.

Für stillende Mütter empfiehlt sich eine gründliche Hygiene bzw. Pflege der Brustwarzen. Leidet eine stillende Mutter selbst an Mundsoor, sollte sie nicht mit der Mundschleimhaut des Säuglings in Kontakt kommen. Desinfizieren Sie zudem häufig den Sauger und Schnuller!

Suchen Sie bei Verdacht auf Mundsoor schnellstmöglich einen Arzt auf. Eine schnelle Diagnose und Behandlung verhindert eine Ausbreitung des Pilzes.

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