Sodbrennen ist ein weit verbreitetes Phänomen, das fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens mindestens einmal verspürt. Oft tritt das unangenehme Brennen hinter dem Brustbein nach einer üppigen Mahlzeit oder im Liegen auf. Doch wenn das saure Aufstoßen und die Schmerzen zur Regelmäßigkeit werden, steckt meist eine chronische gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) dahinter. Dabei gelangt aggressiver Magensaft in die Speiseröhre und reizt dort die empfindliche Schleimhaut. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Entstehung, die Behandlung und wie Sie durch eine gezielte Ernährung bei Sodbrennen Ihre Lebensqualität nachhaltig steigern können.
Kurzübersicht:
Artikelübersicht
- Wie entsteht Sodbrennen im Körper?
- Typische Symptome und wie sich Sodbrennen bemerkbar macht
- Mögliche Ursachen für Sodbrennen
- Ernährung bei Sodbrennen: Was wirklich hilft
- Symptome bei Sodbrennen
- Wann müssen Sie Sodbrennen behandeln lassen?
- Hausmittel und schnelle Hilfe gegen Sodbrennen
- Wie kann man Sodbrennen vorbeugen?
- Sodbrennen in der Schwangerschaft
- FAQ: Häufige Fragen zu Reflux und Sodbrennen
Wie entsteht Sodbrennen im Körper?
Die Entstehung von Sodbrennen ist eng mit der Funktion des unteren Ösophagussphinkters verbunden. Normalerweise dient dieser Schließmuskel am unteren Ende der Speiseröhre als Ventil, das Nahrung in den Magen lässt, aber den Rückfluss von Mageninhalt verhindert. Wenn dieser Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen geschwächt ist, kann Magensaft in die Speiseröhre gelangen. Ein Zwerchfellbruch ist eine häufige anatomische Ursache, die diesen Mechanismus stört. Zudem erhöht Übergewicht den physikalischen Druck auf den Magen, was die Säure nach oben presst. So entsteht Sodbrennen oft durch eine Kombination aus mechanischen Faktoren und individuellem Lebensstil.

Sodbrennen verursacht unangehme Schmerzen und Reizungen © Adiano / Fotolia
Typische Symptome und wie sich Sodbrennen bemerkbar macht
Wenn Betroffene unter Sodbrennen leiden, ist das Leitsymptom der gastroösophagealen Refluxkrankheit ein charakteristisches Brennen hinter dem Brustbein. Dieser Schmerz hinter dem Brustbein kann bis in den Rachen ausstrahlen und wird oft von einem sauren Geschmack im Mund begleitet. Das saure Aufstoßen tritt vermehrt nach dem Essen oder bei körperlicher Anstrengung auf. Auch Schluckbeschwerden, ein Druckgefühl im Oberbauch und Schmerzen beim Schlucken gehören zum Beschwerdebild. In manchen Fällen äußert sich die Refluxkrankheit weniger typisch durch chronischen Husten oder Heiserkeit, da die aufsteigende Säure die Atemwege reizt.
Risikofaktoren für eine Refluxerkrankung sind:
- Übergewicht
- Diabetes mellitus
- Stress
- Langes Sitzen in vorgebeugter Haltung (zum Beispiel am Computer)
- Falsche Ernährung
- Einnahme bestimmter Medikamente (Asthmamittel, Herz-Kreislauf-Mittel)
- Entzündungen der Speiseröhre
- Speiseröhrendivertikel
- Eine bösartige Erkrankung des Magens oder der Speiseröhre oder
- Eine Verkrampfung der Speiseröhrenmuskulatur (Speiseröhren- Bewegungsstörungen, Achalasie)
Mögliche Ursachen für Sodbrennen
Es gibt viele Faktoren, die Sodbrennen auslösen können. Neben der körperlichen Veranlagung spielen Genussmittel wie Alkohol, Nikotin und Koffein eine große Rolle, da sie den Schließmuskel entspannen. Auch bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung zu vermehrtem Reflux führen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Schwangerschaft, da das wachsende Kind den Druck auf den Magen erhöht. Sodbrennen kommt zudem häufig bei Menschen vor, die unter großem psychischen Stress stehen, da dieser die Säureproduktion im Magen ankurbeln kann.
Ernährung bei Sodbrennen: Was wirklich hilft
Eine Anpassung der Lebensgewohnheiten ist der erste Schritt zur Linderung. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind deutlich verträglicher als wenige große Portionen, da sie den Mageninhalt gering halten. Vermeiden Sie sehr fettige, scharfe oder stark zuckerhaltige Speisen, da diese die Produktion von Magensäure forcieren. Wer unter häufigem Sodbrennen leidet, sollte zudem darauf achten, die letzte Mahlzeit mindestens drei Stunden vor dem Schlafengehen einzunehmen, damit im Liegen kein Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließen kann.
Auslöser für Sodbrennen sind:
- Alkohol
- Kaffee
- Nikotin
- Cola
- Süßigkeiten (z.B. Gummibärchen, Schokolade) oder
- Größere Mengen an Zitrusfrüchten
Manche Menschen reagieren auch negativ auf scharfe Gewürze oder Pfefferminzöl, oder auf Tomaten und frisches Brot.
Ist die Ernährung nicht der Grund für Sodbrennen, kommen andere Ursachen infrage.
Bei vielen Menschen liegt am Übergang von Speiseröhre zum Magen eine Undichtigkeit vor. Das bedeutet, dass der Schließmuskel am Ende der Speiseröhre (Ösophagussphinkter) nicht richtig funktioniert.
Diese Undichtigkeit entsteht durch eine Hiatushernie oder Kardinainsuffizienz. Sie macht die Betroffenen besonders empfindlich für Sodbrennen.
Bei Druck im Bauch gibt der Schließmuskel nach und ein saurer Mageninhalt tritt nach oben in die Speiseröhre. Typisch sind diese Beschwerden daher insbesondere in der Schwangerschaft.

Bei der Refluxkrankheit kann Mageninhalt in die Speiseröhre eintreten © bilderzwerg / Fotolia
Meist legt sich Sodbrennen schnell wieder. Dann spricht man von einem physiologischen Reflux.
Tritt Sodbrennen allerdings mehr als zwei Mal pro Woche auf oder verschwindet nicht mehr, kann eine Refluxerkrankung vorliegen. Dann ist es nötig, einen Arzt aufzusuchen.
Symptome bei Sodbrennen
Sodbrennen verursacht häufig Schmerzen, die hinter dem Brustbein lokalisiert sind. Dazu kommt saures Aufstoßen und ein drückendes Völlegefühl im Oberbauch.
Durch die Reizung der Schleimhäute und die aufsteigende Magensäure können auch Husten und Heiserkeit auftreten.
Chronisches Sodbrennen bzw. die manifestierte Refluxkrankheit kann in schweren Fällen auch die Zähne angreifen.
Wann müssen Sie Sodbrennen behandeln lassen?
Anhaltendes Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre kann zu einer Entzündung der Speiseröhre führen.
Auf Dauer kann es zu folgenden Erkrankungen kommen:
- Blutverlust
- Vernarbungen
- Chronische Stimmbandentzündung
- Lungenentzündung oder
- Speiseröhrenkrebs
Verschwindet Sodbrennen nicht von allein oder tritt es häufiger auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Der Arzt untersucht Sie dann, um die Ursache für das häufige Sodbrennen herauszufinden.
Diese Abklärung erfolgt in der Regel durch eine Gastroskopie (Magenspiegelung).
Selten kommen zusätzliche Verfahren zum Einsatz, wie:
- pH-Metrie
- Druckmessung der Speiseröhre (Manometrie)
- Impedanzmessung oder
- Computertomographie
Eine Röntgenuntersuchung stellt eine weitere mögliche Untersuchungsmethode zur Abklärung von Sodbrennen dar.
Hausmittel und schnelle Hilfe gegen Sodbrennen
Wenn akute Beschwerden wie Sodbrennen auftreten, können einfache Hausmittel oft eine erste Linderung verschaffen. Das Trinken von stillem Wasser oder ungesüßtem Tee hilft dabei, die Säure zurück in die Speiseröhre zu spülen und zu verdünnen. Auch das Kauen von Mandeln oder das Essen von Haferflocken kann die überschüssige Magensäure im Magen binden und neutralisieren. Ein bewährtes Mittel zur kurzfristigen Unterstützung der Verdauung ist zudem das Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, um den nächtlichen Rückfluss von Magensäure zu verhindern.
Medizinische Behandlung von Sodbrennen und Refluxkrankheit
Bei chronischem Sodbrennen reicht eine Ernährungsumstellung oft nicht aus. Hier kommen verschiedene medikamente zum Einsatz. Antazida können leichte Beschwerden schnell lindern, indem sie die vorhandene Säure neutralisieren. Bei einer ausgeprägten gastroösophagealen Refluxkrankheit verschreibt der Arzt meist einen Protonenpumpenhemmer, der die Säureproduktion direkt an der Quelle hemmt. Dies ist besonders wichtig, um eine dauerhafte Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis) zu verhindern. In schweren Fällen der Refluxkrankheit (Gastroesophageal Reflux Disease) kann auch eine operative Behandlung der Refluxerkrankung in Betracht gezogen werden.

Sodbrennen lässt sich meistens durch eine Ernährungsanpassung und Medikamente behandeln © Lyudmyla V / Fotolia
Wenn keine anderen Mittel wirken, kann eine Operation notwendig sein. Man spricht dann von Antirefluxplastik.
Wie kann man Sodbrennen vorbeugen?
Leiden Sie häufig unter Sodbrennen, können Allgemeinmaßnahmen zu einer Besserung führen. Dazu gehört, mit leicht erhöhtem Oberkörper zu schlafen und auslösende Speisen und Getränke zu meiden.
Meist vertragen Menschen stilles Wasser besser als kohlensäurehaltiges. Langes Sitzen oder Tätigkeit in vorgebeugter Haltung sollten Sie vermeiden.
Es empfiehlt sich, einen Abstand von mindestens 2 Stunden von der letzten Mahlzeit bis zum Schlafengehen einzuhalten. Bei Übergewicht sollte eine Gewichtsreduktion erfolgen.
Sodbrennen in der Schwangerschaft
Besonders im letzten Trimester ist Sodbrennen in der Schwangerschaft ein ständiger Begleiter. Durch die hormonelle Umstellung wird das Gewebe weicher, was auch den Schließmuskel betrifft. Gleichzeitig schiebt die Gebärmutter den Magen nach oben. Hier ist besondere Vorsicht bei der Einnahme von Medikamenten geboten; natürliche Hausmittel und kleine Mahlzeiten stehen hier im Vordergrund der Therapie.
FAQ: Häufige Fragen zu Reflux und Sodbrennen
Was ist der Unterschied zwischen Sodbrennen und Refluxkrankheit?
Sodbrennen ist zunächst nur ein Symptom, nämlich das brennende Gefühl durch aufsteigende Säure. Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) hingegen ist das chronische Krankheitsbild, bei dem der Rückfluss regelmäßig auftritt und die Schleimhaut der Speiseröhre schädigen kann.
Welche Lebensmittel sollte ich bei Reflux meiden?
Besonders kritisch sind kohlensäurehaltige Getränke, Zitrusfrüchte, Tomaten, Zwiebeln, Schokolade und sehr fetthaltige Speisen. Diese können die Entstehung von Sodbrennen begünstigen, indem sie entweder die Säureproduktion anregen oder den Schließmuskel lockern.
Wie gefährlich ist chronisches Sodbrennen?
Unbehandelt kann der ständige Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre zu chronischen Entzündungen, Vernarbungen und im schlimmsten Fall zu Zellveränderungen (Barrett-Ösophagus) führen, die das Risiko für Speiseröhrenkrebs erhöhen.
Hilft Milch gegen Sodbrennen?
Milch wird oft als Hausmittel empfohlen, da sie die Säure kurzfristig puffert. Bei manchen Menschen regt das Milcheiweiß jedoch die Säureproduktion im Nachgang eher an. Stilles Wasser oder Kräutertees sind meist die sicherere Wahl.
Warum tritt Sodbrennen oft nachts auf?
Im Liegen fällt die natürliche Schwerkraft weg, die den Mageninhalt normalerweise unten hält. Wenn der Schließmuskel schwach ist, kann der Magensaft in die Speiseröhre fließen und dort brennende Schmerzen hinter dem Brustbein verursachen.
Wann sollte ich mit Sodbrennen zum Arzt gehen?
Wenn Sie öfter als zweimal pro Woche unter Sodbrennen leiden, Schluckbeschwerden auftreten oder Sie ungewollt an Gewicht verlieren, ist eine ärztliche Abklärung (meist durch eine Magenspiegelung) dringend ratsam.
Was bewirken Protonenpumpenhemmer genau?
Diese Medikamente blockieren ein Enzym in den Belegzellen des Magens, welches für die Ausschüttung von Wasserstoffionen verantwortlich ist. Dadurch sinkt die Konzentration der Salzsäure im Magensaft deutlich, was zur Heilung der entzündeten Schleimhaut führt.
8Kann Stress Sodbrennen auslösen?
Ja, das Nervensystem und der Magen-Darm-Trakt sind eng miteinander verbunden. Stress kann die Magenbewegungen verlangsamen und die Säureproduktion erhöhen, was Reflux und Sodbrennen in Verbindung gebracht hat.

















