Die Ösophagusmanometrie ist eine spezielle Untersuchung zur Druckmessung der Speiseröhre und gehört zur modernen Funktionsdiagnostik in der Gastroenterologie. Mithilfe einer dünnen Sonde wird der Druck im Ösophagus sowie im Schließmuskel der Speiseröhre gemessen. Die Untersuchung dient der Diagnostik von Achalasie, Reflux und weiteren Funktionsstörung der Speiseröhre. Auch bei Sodbrennen, Dysphagie oder unklaren Schluckstörungen liefert die Ösophagusmanometrie wichtige diagnostisch relevante Ergebnisse.
Die Sonde wird über die Nase in den Magen eingeführt und anschließend schrittweise zurückgezogen. So lassen sich die Bewegungsabläufe der gesamten Speiseröhre sowie der Ruhedruck zuverlässig erfassen. Die Untersuchung erfolgt meist ambulant und unterstützt eine gezielte Diagnose sowie Therapieplanung.
Wann ist eine Ösophagusmanometrie sinnvoll?
Die Ösophagusmanometrie untersucht den Schluckablauf im Bereich:
- oberen und unteren Speiseröhrenschließmuskel (Ösophagussphinker) und
- Speiseröhre (tubulärer Ösophagus)
Indikationen für die Ösophagusmanometrie sind:
- Schluckstörungen bei unauffälliger Magenspiegelung (Gastroskopie),
- Abklärung von Brustschmerzen, die nicht von einer anderen Erkrankung wie z.B. einer Herzerkrankung stammen
- Vor einer geplanten Operation bei Refluxerkrankung
- Unklares Globusgefühl
- Bei Verdacht auf eine Mitbeteiligung im Rahmen einer anderen Erkrankung z.B. Rheuma
Der Druck, der durch den Schluckakt in der Speiseröhre entsteht, überträgt sich auf die Druckmesspunkte. Ein Gerät (PC) speichert die Druckveränderungen und stellt sie als Computergrafik dar.
Vorgehen bei einer Ösophagusmanometrie
Bei der Ösophagusmanometrie handelt es sich um eine schmerzfreie, wenn auch manchmal etwas unangenehme Untersuchung. Dabei schieben Ärzte einen dünnen Katheter durch die Nase und die Speiseröhre in den Magen vor.
Die Untersuchung erfolgt im Sitzen. Nach einer Gewöhnungsphase erhält der Patient in kürzeren Abschnitten Wasser zu trinken. Die Dauer der Untersuchung beträgt 15 bis 20 Minuten. Nebenwirkungen kommen nur selten vor. Es können Verletzungen im Nasen-Rachen-Raum, der Speiseröhre und dem Magen auftreten.
Welche Verfahren gibt es?
Prinzipiell stehen zwei Verfahren zur Verfügung:
- Die konventionelle Perfusionsmanometrie und
- die Manometrie mittels elektronischer Drucktransducer
Bei der „High-Resolution-Manometrie“ stehen inzwischen Katheter mit 36 Messpunkten zur Verfügung. So bleibt die Sonde während des Schluckaktes statisch in der Speiseröhre. So ist kein Durchzugsverfahren mehr notwendig. Die Verfahren unterscheiden sich hauptsächlich durch ihren technischen Aufbau. Alle Verfahren erzielen valide Ergebnisse.
Ergebnisse einer Ösophagusmanometrie
Mögliche Diagnosen sind:
Speiseröhrenerkrankungen: Wie Ösophagusachalasie, diffuser Ösophagusspasmus, hypertensiver Ösophagus (Nussknackerösophagus)
Sekundäre Motilitätsstörungen: im Rahmen anderer Erkrankungen. Ein Ausschluss dieser Erkrankungen ist wichtig, bevor eine Anti-Reflux-Operation bei der Refluxkrankheit erfolgt.

Ergänzend kann die Indikation zur Röntgenuntersuchung der Speiseröhre mit Kontrastmittel ggfs. eine pH-Metrie zum Einsatz kommen.
FAQ
Was ist eine Ösophagusmanometrie?
Die Ösophagusmanometrie ist ein diagnostisches Verfahren zur Druckmessung der Speiseröhre. Bei dieser Speiseröhrendruckmessung wird eine dünne Sonde nasal über den Ösophagus in den Magen eingeführt. Während der Untersuchung werden der Ruhedruck, die Muskelaktivität sowie die Funktion der Schließmuskeln gemessen und diagnostisch ausgewertet.
Wann wird eine Ösophagusmanometrie durchgeführt?
Die Ösophagusmanometrie bei der Diagnostik wird zur Abklärung von Achalasie, Refluxkrankheit, Refluxerkrankung, Dysphagie, Sodbrennen, Brustschmerzen oder anderen Funktionsstörungen eingesetzt. Auch bei Verdacht auf eine Funktionsstörung der Speiseröhre, Speiseröhrenkrampf oder Sklerodermie unterstützt die Untersuchung die Diagnosestellung.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Vor der Untersuchung sollten je nach ärztlicher Empfehlung mehrere Stunden vor der Untersuchung keine Speisen aufgenommen und bestimmte Medikamente pausiert werden. Anschließend wird eine dünne Sonde durch die Nase bis in den Magen eingeführt. Während der Patient zehnmal schluckt, werden die Druckverhältnisse der gesamten Speiseröhre, des unteren Ösophagussphinkters sowie die peristaltischen Wellen und der Schluckakts in Echtzeit erfasst.
Welche Erkrankungen können erkannt werden?
Mit der Ösophagusmanometrie lassen sich Achalasie, Hiatushernie, Reflux, Refluxkrankheit, Speiseröhrenkrämpfe, Motilitätstörungen sowie eine fehlend oder gestörte Erschlaffung des unteren Schließmuskels diagnostizieren. Auch eine Funktionsstörung des oberen Schließmuskels, Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre oder ösophageale Bewegungsstörungen können erkannt werden.
Welche Vorteile bietet die Ösophagusmanometrie?
Die Untersuchungsmethode handelt sich um ein funktionell orientiertes Verfahren, das wichtige Informationen liefert, die durch Endoskopie oder endoskopische Untersuchungen allein oft nicht sichtbar sind. Sie eignet sich zur Verlaufskontrolle, vor chirurgisch geplanten Eingriffen sowie zur Auswahl einer geeigneten Therapie. Die Untersuchung erfolgt in der Regel ambulant, bei besonderen Fragestellungen auch stationär in einer spezialisierten Klinik.
Über den Fachautor
Sabine Schneider
Chefredakteurin
Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.
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