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Behandlung · Kardiologie

PFO- und ASD-Verschluss - Medizinische Experten

Sabine SchneiderChefredakteurinSabine SchneiderStand:

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Behandlung
Ein Okkluder, umgangssprachlich Schirmchen, wird über die Leistenvene bis zur Öffnung im Herzen vorgeschoben und dort freigesetzt.
Geeignete Patientinnen und Patienten
Bei seltenen Patientinnen und Patienten mit lageabhängigem Sauerstoffmangel und PFO wird ein Verschluss erwogen.
Aufenthalt
Nach einem PFO-Katheterverschluss ist eine Entlassung am selben Tag möglich; bei später Entlassenen lag der Aufenthalt in einer Mehrzentrenstudie im Median bei einer Nacht.
Kosten
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt eine medizinisch notwendige Krankenhausbehandlung; einen belastbaren üblichen Selbstzahlerpreis gibt es nicht.
Ärztliche Qualifikation
Der Eingriff gehört zur interventionellen Kardiologie; eine entsprechende DGK-Zusatzqualifikation kann bei der Arztwahl als Qualitätsmerkmal dienen.

Beim kathetergestützten PFO- und ASD-Verschluss wird eine Verbindung zwischen den Herzvorhöfen mit einem Implantat verschlossen. Der Eingriff kommt infrage, wenn der Herzbefund und die Krankengeschichte dafürsprechen.

PFO und ASD sind unterschiedliche Befunde. Deshalb unterscheiden sich die Gründe für die Behandlung, die Voruntersuchungen und mögliche Alternativen.

Was unterscheidet PFO und Vorhofseptumdefekt?

Das persistierende Foramen ovale (Patent Foramen Ovale, PFO) ist eine nach der Geburt fortbestehende Verbindung zwischen rechtem und linkem Vorhof. Im Mutterleib gehört das Foramen ovale zum fetalen Blutkreislauf. Mit den ersten Atemzügen ändern sich die Druckverhältnisse im rechten Vorhof, sodass es sich normalerweise funktionell verschließt.

Ein Vorhofseptumdefekt (ASD) ist dagegen ein angeborener Herzfehler. In der Vorhofscheidewand, medizinisch Septum, fehlt Gewebe oder es besteht eine echte Öffnung. Diese anatomische Fehlbildung ist anders zu beurteilen als ein PFO.

Durch die Verbindung kann Blut zwischen den Vorhöfen fließen. Dieser Blutfluss heißt Shunt. Beim PFO kann ein venöses Blutgerinnsel in den arteriellen Blutkreislauf und weiter ins Gehirn gelangen. Eine solche paradoxe Embolie kann zu einem Schlaganfall beitragen.

Etwa 25 % der gesunden Bevölkerung haben ein PFO. Der Nachweis einer kleinen Öffnung allein ist deshalb noch keine Indikation für einen Verschluss.

PFO- und ASD-Verschluss
Bild KI generiert

Für wen kommt der Verschluss infrage?

Für die kardiologische Beurteilung sind folgende Punkte relevant:

  • ASD: Je nach Befund ist ein Verschluss per Katheter oder chirurgisch möglich. Nach der Behandlung können Beschwerden sowie die Vergrößerung und Belastung der rechten Herzkammer zurückgehen.
  • Lageabhängiger Sauerstoffmangel: Bei seltenen Patientinnen und Patienten wird ein PFO-Verschluss erwogen; in einer Fallserie war der Eingriff bei 76 Personen erfolgreich.

Ein zufällig gefundenes PFO ohne früheren Schlaganfall rechtfertigt für sich genommen keine Behandlung. Ein PFO-Verschluss allein zur Vorbeugung von Migräne verringerte in einer Auswertung randomisierter Studien deren Stärke und Schwere nicht signifikant.

Die technischen Erfolgsaussichten sind hoch, ersetzen aber keine persönliche Nutzen-Risiko-Abwägung. Bei einer Nachkontrolle waren in einer Beobachtungsstudie 98,5 % der behandelten PFO verschlossen. Auch für den kathetergestützten ASD-Verschluss bei Erwachsenen fand eine Metaanalyse eine hohe Erfolgsrate.

Welche Untersuchungen sind vorher nötig?

Vor dem Eingriff wird geprüft, wie die Verbindung aufgebaut ist und ob sie sich per Katheter verschließen lässt.

Vor einem ASD-Katheterverschluss kann eine transösophageale Echokardiographie nötig sein. Dabei wird das Herz von der Speiseröhre aus untersucht. So entstehen genauere Bilder als beim Ultraschall von außen.

Die Bildgebung zeigt Lage und Form der Öffnung sowie die umgebende Herzscheidewand. Ist der Defekt für das minimalinvasive Katheterverfahren zu komplex, kann eine Operation geeigneter sein.

Wie läuft der Katheterverschluss ab?

Der interventionelle Verschluss erfolgt über ein Blutgefäß in der Leiste. Der Okkluder ist ein Implantat, das die Verbindung von beiden Seiten abdeckt. Für einen PFO-Verschluss kann eine örtliche Betäubung genügen; eine Vollnarkose ist nicht bei jedem Eingriff nötig.

Der typische Ablauf:

  1. Die Ärztin oder der Arzt punktiert die Leistenvene.
  2. Ein Katheter wird durch das Gefäß bis zum Herzen vorgeschoben.
  3. Das zusammengefaltete Schirmchen gelangt durch den Katheter zur Öffnung.
  4. Der Okkluder wird im Defekt freigesetzt.
  5. Nach dem Entfernen des Katheters wird die Punktionsstelle versorgt.

Der PFO-Verschluss kann unter Röntgendurchleuchtung erfolgen. Die Dauer des eigentlichen Eingriffs hängt vom Befund ab. Nach einem unkomplizierten Verlauf ist eine Entlassung am selben Tag möglich; bei den später entlassenen Personen einer Mehrzentrenstudie dauerte der Aufenthalt im Median eine Nacht.

Welche Risiken und Nebenwirkungen sind möglich?

Schwere Komplikationen sind selten, aber möglich. In einer Metaanalyse traten sie nach einem kathetergestützten ASD-Verschluss bei 1,9 % der Eingriffe auf, nach einem operativen Verschluss bei 6,8 %. Diese Ergebnisse lassen sich nicht unmittelbar auf jeden einzelnen Befund übertragen.

Zu den relevanten Risiken gehören:

  • Vorhofflimmern: Diese Herzrhythmusstörung tritt nach einem PFO-Verschluss häufiger neu auf als bei ausschließlich medikamentöser Behandlung.
  • Gelöster Okkluder: Das Implantat kann in den Blutkreislauf gelangen und muss gegebenenfalls operativ entfernt werden. Eine internationale Erhebung dokumentierte diese Komplikation nach ASD-Katheterverschlüssen.

Das persönliche Risiko hängt unter anderem vom Aufbau der Verbindung und von Begleiterkrankungen ab. Vor der Einwilligung sollte die Ärztin oder der Arzt erklären, wie häufig Komplikationen im jeweiligen Zentrum auftreten und wie dort mit einem verrutschten Implantat umgegangen wird.

Was geschieht nach dem Eingriff?

Nach der Behandlung werden die Lage des Implantats und die Punktionsstelle kontrolliert. In einer Studie untersuchten die Ärztinnen und Ärzte vor der Entlassung das Herz per Ultraschall und die Leiste.

Nach dem Eingriff werden Medikamente wie Aspirin und Clopidogrel eingesetzt. In einer PFO-Studie nahmen die Behandelten drei Monate Aspirin und Clopidogrel, danach Aspirin allein. Nach einem ASD-Verschluss erhielten Studienteilnehmende nach ärztlicher Entscheidung sechs Monate Aspirin oder eine Kombination beider Medikamente.

Der persönliche Medikamentenplan muss vor der Entlassung feststehen. Setzen Sie diese Mittel nicht eigenständig ab. Bei einer ambulanten Nachkontrolle sechs Monate nach dem PFO-Verschluss können eine klinische Untersuchung und eine transösophageale Kontrast-Echokardiographie zeigen, ob weiterhin Blut durch die Verbindung fließt.

Welche Alternativen gibt es?

Für einen ASD vom Sekundumtyp stehen je nach Anatomie und Befund der Katheterverschluss und die chirurgische Behandlung zur Wahl. Entscheidend ist, ob der Okkluder sicher in der Vorhofscheidewand verankert werden kann.

VerfahrenFür wenDauer und AufenthaltVor- und Nachteile
Kathetergestützter ASD-VerschlussFür geeignete Defekte vom SekundumtypDie konkrete Dauer richtet sich nach dem Befund.Kein offener Herzeingriff; der Okkluder kann sich lösen und muss dann gegebenenfalls operativ entfernt werden.
Chirurgischer ASD-VerschlussFür komplexe oder für den Katheter ungeeignete DefekteOperations- und Aufenthaltsdauer hängen vom Befund ab.Chirurgischer Eingriff; ermöglicht auch den Verschluss komplexer Defekte.

Was kostet die Behandlung?

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt eine medizinisch notwendige Krankenhausbehandlung. Bei einem stationären PFO- oder ASD-Verschluss muss das Krankenhaus einen Vertrag mit gesetzlichen Krankenkassen haben. Die medizinische Notwendigkeit wird vor dem Eingriff geklärt.

Gesetzlich Versicherte über 18 Jahre zahlen in der Regel 10 Euro pro Krankenhaustag, höchstens für 28 Tage im Jahr. Freiwillig vereinbarte Wahlleistungen müssen ohne passende Zusatzversicherung selbst bezahlt werden.

Ein belastbarer üblicher Selbstzahlerpreis lässt sich weder als Eurobetrag noch als Preisspanne angeben. Wer den Eingriff privat bezahlen muss, erhält vor der Behandlung eine schriftliche Information über die voraussichtlichen Kosten.

Privatversicherte sollten einen Kostenvoranschlag vorab bei ihrer Versicherung einreichen. Für die Krankenhausbehandlung erhalten sie eine Rechnung; die Zahlungsbelege können sie anschließend bei ihrer privaten Krankenversicherung einreichen.

Welche Ärztinnen und Ärzte führen den Verschluss durch?

Eine Zusatzqualifikation der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in interventioneller Kardiologie geht über die allgemeine Facharztweiterbildung hinaus. Sie kann bei der Suche nach einer geeigneten Ärztin oder einem geeigneten Arzt als Qualitätsmerkmal dienen.

Diese Fragen können Sie im Erstgespräch stellen:

  • Warum ist der Eingriff bei meinem Befund sinnvoll, und eignet sich mein Defekt für den Verschluss per Katheter?
  • Welche Medikamente und Nachkontrollen sind anschließend vorgesehen?

Spezialistinnen und Spezialisten für PFO- und ASD-Verschlüsse in einer Klinik oder einem Herzzentrum finden Sie im Anschluss an diesen Text.

Häufige Fragen zum PFO- und ASD-Verschluss

Was bedeutet ein offenes Foramen ovale?

Ein offenes oder persistierendes Foramen ovale ist eine Verbindung zwischen den Herzvorhöfen, die sich nach der Geburt nicht vollständig geschlossen hat. Der häufige Befund muss nicht automatisch behandelt werden.

Wie kann ein PFO zu einem Schlaganfall beitragen?

Ein venöses Blutgerinnsel kann durch die Verbindung in den arteriellen Blutkreislauf gelangen. Erreicht es das Gehirn, kann es dort ein Gefäß verschließen und einen Schlaganfall auslösen.

Ist für den Eingriff immer eine Vollnarkose nötig?

Nein, eine Vollnarkose ist nicht bei jedem Eingriff erforderlich. Ein PFO-Katheterverschluss kann unter örtlicher Betäubung und Röntgendurchleuchtung erfolgen. Das Vorgehen richtet sich nach dem Befund und der geplanten Bildgebung.

Wie kommt das Schirmchen ins Herz?

Die Ärztin oder der Arzt führt einen Katheter über die Leistenvene bis zum Herzen. Darin wird das zusammengefaltete Schirmchen vorgeschoben und an der Öffnung freigesetzt.

Kann ich nach dem Verschluss am selben Tag nach Hause?

Nach einem PFO-Katheterverschluss ist eine Entlassung am selben Tag möglich. Bei später entlassenen Personen einer Mehrzentrenstudie betrug der Aufenthalt im Median eine Nacht. Maßgeblich sind der Verlauf und die Ergebnisse der Kontrollen.

Welche Medikamente sind danach nötig?

Nach der Behandlung werden Aspirin beziehungsweise Acetylsalicylsäure und gegebenenfalls Clopidogrel verordnet. Wie lange und in welcher Kombination Sie diese Mittel einnehmen, legt die Ärztin oder der Arzt persönlich fest.

Sabine Schneider

Über den Fachautor

Sabine Schneider

Chefredakteurin

Sabine Schneider ist ausgebildete Medizinische Praxisassistentin und verfügt über langjährige praktische Erfahrung im medizinischen Umfeld.

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