Eine Biopsie dient dazu, eine Gewebeprobe aus der Brust zu entnehmen und auffällige Veränderungen zuverlässig zu beurteilen. Besteht der Verdacht auf Brustkrebs, liefert die Untersuchung wichtige Informationen für die weitere Diagnostik und Therapieplanung. Je nach Befund kommen Verfahren wie die Stanzbiopsie oder die Vakuumbiopsie zum Einsatz.
Die Gewebeentnahme erfolgt meist unter Ultraschall, Mammographie oder MRT und ist in der Regel minimal-invasive. Anschließend wird das entnommene Gewebe im Labor untersucht, um festzustellen, ob die Veränderung gutartig oder bösartig ist. Die Biopsie der Brust gilt heute als Standardverfahren zur sicheren Diagnosestellung. Dank moderner Techniken kann der Eingriff meist ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden.
Verfahren der Brust-Biopsie
Für die Gewebeentnahme stehen Ihrem Arzt verschiedene Verfahren zur Verfügung. In aller Regel wendet er minimal-invasive Methoden wie die Stanz- oder Vakuumbiopsie an.
Sehr selten greift er auf eine operative bzw. offene Biopsie zurück. Welches Verfahren bei Ihnen zur Anwendung kommt, ist von folgenden Fragen abhängig:
- Ist der Knoten tastbar?
- Ist der Knoten im Ultraschallbild gut zu sehen?
- Erfordern in der Mammografie entdeckte Mikroverkalkungen eine genaue Untersuchung?
Je nachdem kommen folgende Verfahren zum Einsatz:
- Stanzbiopsie (Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie)
Ist der Knoten tastbar oder im Ultraschall gut sichtbar (solide erscheinender Befund), führt der Arzt standardmäßig eine Stanzbiopsie durch. Dabei schießt er eine 1,5 Millimeter dicke Hohlnadel ultraschallgesteuert und mit hoher Geschwindigkeit (Hochgeschwindigkeitsstanze) in das verdächtige Brustareal. Er entnimmt drei bis fünf kleine, zylinderförmige Stanzen an verschiedenen Stellen. Er durchsticht die Haut nur einmal. Das Verfahren ist schmerzlos und hinterlässt keine Narbe. Sie erhalten während des Eingriffs eine örtliche Betäubung.

Die Stanzbiopsie ist die Standardmethode um Gewebe aus Knoten und Herde zu entnehmen @ ST.art /AdobeStock
- Feinpunktnadelpunktion
Um die Lymphknoten zu untersuchen, entnimmt der Arzt mit einer hauchdünnen Hohlnadel (Feinnadelpunktion) Zellen aus dem Lymphknoten.
- Vakuumbiopsie
Die Vakuumbiopsie kommt zum Einsatz, um größere Gewebeproben zu entnehmen. Bei der Vakuumbiopsie verwendet der Arzt eine 3,5 Millimeter dicke Hohlnadel. Mithilfe von Mammografie-, Ultraschall- oder MRT-Kontrolle saugt er etwa 20 Gewebeproben ab. Diese trennt er mit einem winzigen rotierenden Messer ab.
Für eine sichere Gewebeentnahme berechnet ein Computer den genauen Weg der Nadel. Das Verfahren dauert länger als eine Stanzbiopsie. Da der Arzt eine vergleichsweise große Gewebeprobe entnimmt, ist die Diagnosesicherheit sehr hoch.
Anschließend kann er die Gewebeprobe röntgen, um Mikroverkalkungen in der Brust nachzuweisen. Mikroverkalkungen sind meist harmlos, können aber auf gutartige Erkrankungen oder Brustkrebs hinweisen.
- Operative bzw. offene Brust-Biopsie
Liefern minimal-invasive Verfahren keine klaren Ergebnisse, entnimmt der Arzt operativ Gewebe. Eine operative Brust-Biopsie ist heute nur sehr selten erforderlich.
Um das auffällige Gewebe zu finden, markiert der Operateur im Vorfeld die verdächtigen Stellen mit einem dünnen Draht. Für die Lokalisierung greift er auf Mammografie-, MRT- oder Ultraschallkontrolle zurück. Ist der Knoten tastbar, markiert der Arzt den verdächtigen Bereich mit einem Farbstift.
Bei der offenen Brust-Biopsie entfernt der Arzt die Gewebeveränderung teilweise (Inzisionsbiopsie) oder komplett (Exzisionsbiopsie). Meist schneidet der Arzt den verdächtigen Bereich komplett heraus. Die Patientin befindet sich währenddessen unter Vollnarkose.
Das passiert nach der Brust-Biopsie
Das entnommene Gewebe untersucht anschließend ein Pathologe unter einem Mikroskop und ordnet es dieser B-Klassifikation zu:
- B1: unauffällig
- B2: gutartig (u. a. Zyste)
- B3: gutartig, aber nicht sicher, wie Veränderung sich weiterentwickelt
- B4: Verdacht auf bösartige Veränderung (abklärungsbedürftig)
- Blutungen
- Blutergüsse
- Nervenschädigungen
- Eine überschießende Narbenbildung

Ein spezialisiertes Labor analysiert die entnommenen Gewebeproben @ luchschenF /AdobeStock
Daneben ist die Brust in den ersten Folgetagen druckempfindlich. Die leichten Schmerzen lassen nach, sobald die Wunde verheilt. Eine Verschleppung oder Aktivierung von Tumorzellen durch die Brust-Biopsie ist nicht zu befürchten.
Darauf sollten Sie nach der Brust-Biopsie achten
- Fahren Sie 24 Stunden nach der Gewebeentnahme nicht mit dem Auto
- Bedienen Sie keine gefährlichen Geräte
- Meiden Sie außerdem anstrengende Tätigkeiten wie Sport oder Hausputz
- Auch Duschen dürfen Sie erst am Folgetag.
- Verzichten Sie 10 Tage lang auf Baden, Schwimmen und Sauna
Fazit
Die Brust-Biopsie ist ein kleiner Eingriff mit einem geringen Komplikationsrisiko. Er verschafft Ihnen und Ihrem Arzt Klarheit darüber, ob die Veränderungen in Ihrer Brust gut- oder bösartig sind. Danach kann Ihr Arzt entscheiden, welche Behandlung erforderlich ist.
FAQ
Wann ist eine Biopsie der Brust notwendig?
Eine Biopsie der Brust wird durchgeführt, wenn Mammographie, Ultraschall oder MRT einen verdächtigen Befund zeigen. Das Diagnoseverfahren dient dazu, eine Gewebeprobe aus der Brust zu entnehmen und festzustellen, ob eine Veränderung gut- oder bösartig ist. Besonders bei Verdacht auf Brustkrebs liefert die Gewebeentnahme wichtige Informationen für die Therapieplanung.
Wie läuft eine Vakuumbiopsie ab?
Bei einer Vakuumbiopsie wird unter örtlicher Betäubung eine spezielle Biopsienadel über eine Führungskanüle in das auffällige Gewebe eingeführt. Mithilfe eines Vakuums werden mehrere Gewebeproben beziehungsweise Gewebezylinder entnommen. Die gesteuerte Vakuumbiopsie erfolgt je nach Befund sonographisch, MRT-gesteuert oder mithilfe der Mammographie und gilt als minimal-invasive Standardmethode für die Gewebeentnahme.
Was ist der Unterschied zwischen Stanzbiopsie und Vakuumbiopsie?
Die Stanzbiopsie ist heute die Standardmethode für viele auffällige Befunde und erfolgt mit einer Hohlnadel, um Gewebe zu entnehmen. Die Vakuumbiopsie ermöglicht dagegen die Entnahme größerer oder mehrerer Proben und eignet sich besonders bei Mikrokalk, Mikroverkalkungen oder schwer erreichbaren Veränderungen. Beide Verfahren gehören zur modernen Brustbiopsie.
Ist eine Brustbiopsie schmerzhaft?
Die Brustbiopsie erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung und wird von den meisten Patientinnen gut vertragen. Nach dem Eingriff können leichte Beschwerden oder ein kleiner Bluterguss auftreten. Am Ende der Biopsie wird bei Bedarf ein Clip in der Brust verbleiben, damit die untersuchte Stelle später leicht wiedergefunden werden kann. Eine kleine Narbe ist meist kaum sichtbar.
Was passiert nach dem Ergebnis der Biopsie?
Nach der Untersuchung wird die Gewebeprobe im Labor analysiert. Der Befund zeigt, ob das Gewebe gutartig oder bösartig ist und bildet die Grundlage für die weitere Therapieplanung. Falls sich der Verdacht auf Brustkrebs bestätigt, erfolgt die weitere Behandlung im Brustzentrum. Die Biopsie bei Brustkrebs ist außerdem ein wichtiger Bestandteil der Früherkennung von Brustkrebs und unterstützt die individuelle Behandlungsplanung.
Quellen
Duda./Köhler (2017): Vakuumbiopsie. In: Duda, V. F./Schulz-Wendtland, R. (Hrsg.): Mammadiagnostik. Komplementärer Einsatz aller Verfahren. Berlin: Springer, S. 150-153.
Duda/Köhler (2017): Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie. In: Duda, V. F./Schulz-Wendtland, R. (Hrsg.): Mammadiagnostik. Komplementärer Einsatz aller Verfahren. Berlin: Springer, S. 147-150.
Fallenberg/Gerber (2021): Diagnostik und Therapie früher und fortgeschrittener Mammakarzinome: Früherkennung und Diagnostik. (URL: https://www.ago-online.de/fileadmin/ago-online/downloads/_leitlinien/kommission_mamma/2021/Einzeldateien/2021D_03_Frueherkennung_und_Diagnostik_MASTER_final_20210302.pdf).
Fehm et al. (2017): Brustkrebs: Biopsie. (URL: https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs/diagnose/diagnoseverfahren-biopsie.html).
Kreipe/Maass (2021): Diagnostik und Therapie früher und fortgeschrittener Mammakarzinome: Läsionen mit unsicherem biologischen Potenzial (B3). (URL: https://www.ago-online.de/fileadmin/ago-online/downloads/_leitlinien/kommission_mamma/2021/Einzeldateien/2021D_06_Laesionen_unsicheres_Potential_MASTER_final_20210301.pdf).
Stiftung Deutsche Krebshilfe (2019): Die blauen Ratgeber: Brustkrebs – Antworten, Hilfen, Perspektiven. (URL: https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Brustkrebs_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf).
