Mikrokalk in der Brust bezeichnet winzige Kalkeinlagerungen im Brustgewebe, die meistens bei einer Mammographie entdeckt werden. Viele dieser Mikroverkalkungen sind gutartig und haben keinen Zusammenhang mit Brustkrebs. Entscheidend für die Beurteilung sind unter anderem Form, Größe und Anordnung der Kalkpartikel im Röntgenbild. Auffälliger Mikrokalk kann in bestimmten Fällen auf eine Vorstufe von Brustkrebs wie das DCIS, ein duktales Carcinoma in situ, hinweisen.
Dabei handelt es sich um eine Veränderung innerhalb der Milchgänge, die noch nicht in umliegendes Gewebe eingewachsen ist. Bei einem verdächtigen Befund kann eine Biopsie beziehungsweise Vakuumbiopsie notwendig sein, um eine Gewebeprobe zu untersuchen. Die weitere Diagnostik erfolgt durch einen Radiologen und gegebenenfalls in einem spezialisierten Brustzentrum.
Ursachen von Mikroverkalkungen
Meist sind diese Kalkablagerungen erst bei einer elektronischen Vergrößerung, der digitalen Mammographie wirklich sichtbar. Ursache sind oftmals hormonell bedingte Veränderungen des Brustgewebes, die nicht immer bösartiger Natur sein müssen.
Bei der fibrös-zystischen Mastopathie (Brustdrüsenveränderung) kommt es zu einem vermehrten Wachstum der Brustdrüsenzellen mit ebenfalls gesteigerter Flüssigkeitsproduktion. Es entstehen flüssigkeitsgefüllte Zysten (kleine Blasen bzw. Hohlräume), in denen sich Kalk ablagern kann.
Mikroverkalkungen können eine Krebsvorstufe in den Milchdrüsen anzeigen. Daher empfiehlt der Arzt weitere Untersuchungen. Die Entstehung solcher Ablagerungen können Sie leider weder verhindern noch vorbeugen.
Kalk in der Brust: Weitere Ursachen
Meist verschwinden die Kalkablagerungen nicht von allein. Bisher konnten Experten nicht nachweisen, ob eine vegetarische Ernährung (mit hohem Rohkostanteil) Mikroverkalkungen verhindern kann.
Was aber feststeht ist, dass sich ein hoher Konsum tierischer Fette ungünstig auf den Hormonstatus auswirkt. Dadurch steigt das Risiko für Mikroverkalkungen.
Daher empfehlen Experten oftmals, Hormonpräparate zu meiden, um das hormonelle (Un)Gleichgewicht nicht zusätzlich zu belasten.

Mikroverkalkungen treten häufig während der Wechseljahre auf @ timonina /AdobeStock
Begleitsymptome bei Kalk in der Brust
Mikroverkalkungen rufen keine Symptome hervor. Sie sind meist auch nicht tastbar. Sollten Sie Schmerzen in der Brust haben, dann sind harmlose Kalkablagerungen nicht dafür verantwortlich.
Andere Erkrankungen, die mit Kalk in der Brust einhergehen, können jedoch sehr wohl Symptome verursachen. Ziehende oder stechende Schmerzen sind Warnsignale.
Gewichtsverlust, wiederkehrendes Fieber und nächtliche Schweißausbrüche deuten eher auf eine ernstzunehmende Grunderkrankung hin, die nicht von der Kalkablagerung herrührt. Welche Art diese zugrunde liegende Erkrankung ist, lassen Sie am besten ärztlich abklären.
Diagnose einer Brustverkalkung
Eine gesicherte Diagnose, dass Kalkablagerungen in der Brust vorliegen, ist nur durch bildgebende Verfahren möglich. Kalk erkennen Experten auf Röntgenbildern deutlich als helle Struktur. Kalk grenzt sich optisch von anderem Gewebe deutlich ab. Im Rahmen einer Mammographie werden solche Verkalkungen recht früh entdeckt, sofern das Bild ausreichend groß ist.
Ein erfahrener Radiologe kann eine erste Beurteilung der Bös- oder Gutartigkeit basierend auf strukturellen Eigenschaften, Form und Streuung geben. Gutartige Verkalkungen treten meist unregelmäßig verteilt auf, weisen eine gewisse Ähnlichkeit auf und haben eine punktförmige bis grobe Struktur. Kalkablagerungen, die auf eine bösartige Ursache hinweisen, treten eher in Gruppen auf und ähneln sich nicht.
Äußert der Radiologe einen Verdacht, ist eine Biopsie (Gewebeentnahme) der nächste Schritt. Der anfängliche Verdacht muss sich nicht zwangsläufig bestätigen. Falls dich, dann ist eine frühzeitige Diagnose sehr positiv.

Bei einer Mammografie können Ärzte Kalkablagerungen in der Brust früh erkennen @ Peakstock /AdobeStock
Die Diagnosesicherung bei Mikroverkalkungen
Neben der manuellen Brustuntersuchung und Mammographie setzen Ärzte auch die Kernspintomographie zur Diagnosesicherung (gutartig oder bösartig) ein.
Ist eine Biopsie nötig, kommen folgende Methoden zum Einsatz:
- Konventionelle, offene Biopsie
- Stanzbiopsie
- Feinnadelbiopsie
- Stereotaktische (röntgengesteuerte) Vakuumsbiopsie
Heute können Ärzte sämtlich Verdachtsbefunde im Brustgewebe mit minimal-invasiven Diagnosemethoden abklären. Dadurch verringert sich die Gefahr einer „Zellverschleppung“, bei der es zur Bildung weiterer Tumorherde kommt.
Behandlung der Verkalkung in der Brust
Liegt keine bösartige Erkrankung als Ursache für die Verkalkungen vor, behandeln Ärzte diese Mikroverkalkungen nicht. Gehen Sie dennoch halbjährlich oder jährlich zu Kontrolluntersuchungen, um bösartige Veränderungen ausschließen zu können. Bei einer bösartigen Erkrankung kommen selbstverständlich unterschiedliche Behandlungsmethoden in Frage:
Bei einem frühzeitig entdeckten Mammakarzinom reicht oftmals eine Operation mit anschließende Bestrahlung aus. Welche Therapieform (Bestrahlung, Hormon-, Immun- oder Chemotherapie) sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Arzt.
Kalk in der Brust: Welcher Arzt ist der richtige?
Bemerken Sie Veränderungen an oder in Ihrer Brust, dann ist Ihr Frauenarzt der erste Ansprechpartner. Hält dieser eine weitere Abklärung für nötig, schickt er Sie zu einem niedergelassenen Radiologen. Nur im Falle einer bösartigen Krebsdiagnose werden Sie zu einem Onkologen geschickt. Dieser behandelt Sie dann (meist im Krankenhaus ambulant oder stationär) weiter.
Fazit
Kalkablagerungen in der Brust sind an sich keine Erkrankung und kommen während hormoneller Umstellungen (beispielsweise in den Wechseljahren) häufiger vor.
Sie können aber unter Umständen auf eine andere, ernstzunehmende Erkrankung hinweisen. Deshalb heißt es bei Kalk in der Brust: Lassen Sie mögliche Veränderungen in der Brust regelmäßig untersuchen, damit Sie eine auftretende Erkrankung möglichst früh entdecken.
FAQ
Ist Mikrokalk in der Brust immer Brustkrebs?
Nein, Mikrokalk in der Brust ist nicht automatisch Brustkrebs. Viele Verkalkungen und Kalkeinlagerungen sind gutartig und können durch harmlose Veränderungen im Brustgewebe entstehen. Auffällig können insbesondere bestimmte Muster, Formen und Anordnungen der Mikroverkalkungen sein. Ein verdächtiger Befund muss deshalb weiter diagnostisch abgeklärt werden, bevor beurteilt werden kann, ob eine gutartige Veränderung, eine Krebsvorstufe oder ein bösartiger Tumor vorliegt.
Wann ist Mikrokalk in der Mammographie auffällig?
Mikrokalk in der Mammografie wird unter anderem anhand der Form, Verteilung und Anordnung der Kalkpartikel beurteilt. Harmlose Verkalkungen zeigen häufig andere Muster als Veränderungen, die mit einem Karzinom verbunden sein können. Der Radiologe berücksichtigt außerdem frühere Aufnahmen und mögliche Veränderungen im zeitlichen Verlauf. Ist Mikrokalk abklärungsbedürftig, können zusätzliche Röntgenaufnahmen oder eine Gewebeprobe erforderlich sein.
Was bedeutet DCIS bei Mikrokalk in der Brust?
DCIS steht für duktales Carcinoma in situ und bezeichnet eine nicht invasive Krebsvorstufe beziehungsweise Frühform von Brustkrebs in den Milchgängen. Ein DCIS kann sich durch Mikrokalzifikationen beziehungsweise winzige Kalkeinlagerungen in der Mammographie bemerkbar machen. Die veränderten Zellen befinden sich dabei innerhalb der Milchgänge und sind noch nicht in das umliegende Brustgewebe eingedrungen. Ein unbehandeltes DCIS kann sich bei einem Teil der Betroffenen zu invasivem Brustkrebs entwickeln.
Wann wird bei Mikrokalk eine Vakuumbiopsie durchgeführt?
Eine Vakuumbiopsie kann empfohlen werden, wenn Mikroverkalkungen in der Mammographie verdächtig erscheinen und durch die bildgebende Diagnostik allein keine sichere Einordnung möglich ist. Dabei erfolgt eine gezielte Gewebeentnahme aus dem auffälligen Bereich. Ein Pathologe untersucht die Gewebeprobe anschließend histologisch. So lässt sich feststellen, ob harmlose Verkalkungen, eine Krebsvorstufe oder bösartige Läsionen vorliegen.
Kann man Mikrokalk in der Brust ertasten?
Mikrokalk selbst ist normalerweise nicht tastbar, da es sich um sehr kleine Kalkablagerungen handelt. Auch ein frühes DCIS kann vorhanden sein, ohne dass sich bei der Tastuntersuchung ein Knoten in der Brust feststellen lässt. Die Röntgenuntersuchung der Brust beziehungsweise Mammographie spielt deshalb beim Nachweis solcher Veränderungen eine wichtige Rolle. Werden verdächtige Mikroverkalkungen entdeckt, richtet sich die weitere Diagnostik nach dem jeweiligen Befund.
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Über den Fachautor
Sabine Schneider
Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.
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Brusterkrankungen: Kalk in der Brust (brustkrebs-info.de)
Brust-Biopsie / Biopsie der Brust » Diagnostik » (frauenaerzte-im-netz.de)
Brusterkrankungen (gutartig) » Kalk in der Brust » (frauenaerzte-im-netz.de)
China study" v. T. Colin Campbell und Thomas M. Campbell
