Die Glaskörperabhebung ist eine häufige Veränderung im Auge, die vor allem mit zunehmendem Alter auftritt. Dabei löst sich der Glaskörper teilweise von der Netzhaut, was verschiedene Symptome verursachen kann.
Typische Anzeichen sind Lichtblitze, Mouches volantes oder fliegende Mücken, die im Gesichtsfeld erscheinen. Diese Erscheinungen entstehen durch Veränderungen des Glaskörpers und der Netzhaut.
Besonders die hintere Glaskörperabhebung ist weit verbreitet und betrifft viele Menschen im Laufe des Lebens. In den meisten Fällen ist die Glaskörperabhebung harmlos, kann jedoch auch zu einer Netzhautablösung führen. Deshalb sollte bei neuen Symptomen immer ein Augenarzt aufgesucht werden. Eine frühzeitige Diagnose hilft, mögliche Komplikationen zu vermeiden.
Glaskörperabhebung, Glaskörpertrübungen und Lichtblitze
Glaskörpertrübungen, Lichtblitze oder Trübungen der Sicht sind meist nicht dramatisch. Bei einer Glaskörperabhebung trennt sich der Glaskörper von der Netzhaut. Entstehen dadurch Risse in der Netzhaut, kann sich diese ablösen. Das ist aus augenmedizinischer Sicht ein Notfall.

Eine Glaskörperabhebung ist meist altersbedingt und tritt häufig ab dem 65. Lebensjahr ein @ Syda Productions / AdobeStock
Symptome einer Glaskörperabhebung
Verstärktes Auftreten von Glaskörpertrübungen
In Form von kleinen, halbtransparenten stäubchen- oder spinnwebenartige Erscheinungen (Mouches Volantes). Auch größere „Klumpen" im Gesichtsfeld sind möglich.
Da sie alle Bewegungen des Auges mitmachen, sind sie beweglich.Versucht man, sie zu fixieren, scheinen sie davonzuhuschen. Richtet man den Blick auf etwas anderes, nähern sie sich wieder an.
Trübungen, die direkt in der optischen Achse liegen, sind besonders lästig, weil sie in der Mitte des Gesichtsfelds erscheinen. Je nach Größe beeinflussen sie die Sicht mehr oder weniger stark.
Lichtblitze
Meist hat der abgelöste Glaskörper teilweise noch Verbindung zur Netzhaut. Dann können Augenbewegungen, Lageänderungen des Kopfes oder die Beschleunigung/Abbremsung des Kopfes Lichtblitze auslösen.
Trübungen durch Blutungen
Reißt die Verbindung zwischen Glaskörper und Netzhaut, können kleine Blutgefäße platzen. Diese kleinen Blutungen trüben die Sicht, weil winzige dunkle Punkte („Rußregen") entstehen.
Größere Blutungen führen zu größeren Ausfällen im Gesichtsfeld. Diese Trübungen verschwinden gewöhnlich nach einigen Tagen. Daher sind sie meistens nicht schlimm.
Dennoch sollten Sie bei Auftreten solcher Symptome rasch zu einem niedergelassenen Arzt gehen. Um Netzhautrisse, Netzhautlöcher oder Netzhautablösungen auszuschließen.
Ursachen der Glaskörperabhebung
Der Grund für eine Glaskörperabhebung ist meist die altersbedingte Schrumpfung des Glaskörpers. Ein weiterer Grund für eine Glaskörperabhebung ist die pathologische Myopie (seltene und schwere Form der Kurzsichtigkeit).
Verlauf der Glaskörperabhebung
Als gelartige Substanz füllt der Glaskörper (Corpus vitreum) den größten Teil des Augapfels aus. Er besteht zu 98 Prozent aus Wasser. Für die gallertige Konsistenz ist Hyaluronsäure verantwortlich, ein Stoff, der ähnlich wie Gelatine extrem viel Wasser binden kann. Außerdem enthält der Glaskörper fein verteilte Bindegewebsfasern.

Das menschliche Auge im Querschnitt @ Henrie / AdobeStock
Die äußere Begrenzung des Glaskörpers bildet eine dünne Bindegewebsschicht, die Glaskörper-Grenzmembran. An mehreren Stellen mit dem Augapfel verbunden, haftet sie an einigen Punkten der Netzhaut mehr oder weniger fest.
Dass der Glaskörper mit der Zeit schrumpft, liegt an einer stellenweisen Verflüssigung des Hyaluronsäure-Wasser-Gels. Eine ähnliche Schrumpfung ist beispielsweise bei gelatinehaltigen Speisen zu beobachten. Nach dem Abfließen der Flüssigkeit verkleinert sich das Glaskörpervolumen. Dadurch können verklumpte Bindegewebsfasern bei hellem Licht Schatten auf die Netzhaut werfen (Mouches volantes).
Risikofaktor Kurzsichtigkeit
Bei einer Kurzsichtigkeit ist der Augapfel meist zu lang. Ein zu langer Augapfel verstärkt den Effekt der Glaskörperschrumpfung. Ab etwa -6 Dioptrien und bei fortschreitender Kurzsichtigkeit kann es auch in jüngeren Jahren zu einer Glaskörperabhebung kommen. Weltweit nimmt die Kurzsichtigkeit in alarmierendem Maße zu.
Diagnose der Glaskörperabhebung
Besteht der Verdacht auf eine Glaskörperabhebung, muss zunächst eine Untersuchung des Augenhintergrundes erfolgen, um Netzhautschäden auszuschließen. Dabei erhalten Sie spezielle Augentropfen, die die Pupille erweitern. Der Augenarzt betrachtet dann den Glaskörper und die Netzhaut mit einem Spaltlampenmikroskop. Dabei diagnostiziert der Spezialist Trübungen, Blutungen und Netzhautrisse.
Bei der Glaskörperabhebung bedarf es meist keiner akuten Behandlung. Sie sollten sie aber auf jeden Fall beobachten. Wir empfehlen Ihnen, dass Sie nach etwa 6 Wochen einen neuerlichen Termin bei Ihrem niedergelassenen Augenarzt vereinbaren.
Behandlungvon Netzhautrissen und Netzhautablösung
Bei einer Netzhautablösung oder Netzhautrissen sollten Sie rasch handeln:
Laserbehandlung
Der Laser repariert den Riss durch punktuelles Verschweißen der Netzhaut mit der darunterliegenden Aderhaut. Heutzutage ist das kein aufwändiger Eingriff.

Eine Augenlaser-Operation @ comicsans/ AdobeStock
Operativer Eingriff
Eine Operation benötigen Sie bei einer Netzhautablösung. Dabei legen Spezialisten die abgelöste Netzhaut mit Hilfe aufgenähter Silikonplomben oder -bänder wieder an.
Entfernung des Glaskörpers
In schwereren Fällen ist die Entfernung des Glaskörpers (Vitrektomie) nötig. Spezialisten drücken dabei die Netzhaut wieder an ihren Platz. Später füllt sich der Augapfel mit dem vom Auge selbst produzierten Kammerwasser, das fortan den Glaskörper ersetzt.
Behandlung von starken Glaskörpertrübungen
Mit Glaskörpertrübungen müssen Betroffene in den meisten Fällen einfach leben, weil das Behandlungsrisiko größer als der Nutzen ist. Größere Trübungen sinken manchmal im Glaskörper nach unten und sind dann weniger störend.
Für starke, extrem hinderliche Trübungen gibt es zwei Behandlungsoptionen:
Laserbehandlung
Eine Laserbehandlung beseitigt Glaskörpertrübungen und löst Mouches Volantes auf. Die Behandlung eignet sich allerdings nur für Trübungen, die sich in sicherem Abstand zur Netzhaut befinden. Nur wenige Spezialisten führen Laserbehandlungen von Mouches Volantes durch.
Entfernung des Glaskörpers
Bei starken Trübungen, Einblutungen oder großen „Verklumpungen" ist die Entfernung des Glaskörpers eine Option. Allerdings ist diese Operation riskant. Linsentrübung, Infektionen und Netzhautprobleme können folgen.
Regelmäßig zum Arzt gehen
Für die Diagnose und Behandlung von Glaskörpertrübungen, Lichtblitze oder Glaskörperabhebungen sind Spezialisten der Augenheilkunde zuständig.
Fazit
Das Fazit zeigt, dass die Glaskörperabhebung ein natürlicher Teil des Alterungsprozesses ist, bei dem sich der Glaskörper von der Netzhaut löst. Dabei ist der Glaskörper eine gelartige Substanz, die sich im Laufe des Alterungsprozesses durch Verflüssigung des Glaskörpers verändert und schließlich verflüssigt. Diese Veränderungen führen dazu, dass sich der Glaskörper von der Netzhaut ablösen kann. Typische Symptome sind „fliegende Mücken“ oder „Mouches volantes“, die oft als kleine Trübungen oder schlangenförmige Linien im Gesichtsfeldes wahrgenommen werden. Diese optisch wahrnehmbaren Erscheinungen entstehen, weil Schatten auf die Netzhaut fallen.
Die Ablösung des Glaskörpers kann in den meisten Fällen harmlos sein, dennoch sollten Betroffene Symptome bemerken und ernst nehmen. In seltenen Fällen können Netzhautrisse oder ein Riss in der Netzhaut entstehen, wodurch eine Ablösung der Netzhaut droht. Solche Veränderungen können unbehandelt zur Erblindung führen, weshalb eine sofortig durchgeführte augenärztliche Untersuchung entscheidend ist. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung hilft, Komplikationen zu vermeiden und das Sehvermögen zu schützen.
Die Diagnose einer Glaskörperabhebung erfolgt durch eine genaue Diagnose mittels Augenuntersuchung, bei der der Glaskörperraum sowie die Verbindung von Glaskörpers und der Netzhaut beurteilt werden. Der Glaskörper und die Netzhaut sind normalerweise eng miteinander verbunden, können sich jedoch mit zunehmendem Alter trennen. Dabei können auch Risse in der Netzhaut entstehen, wenn Zugkräfte wirken.
In den meisten Fällen ist keine Behandlung erforderlich, da die Beschwerden mit der Zeit weniger störend empfunden werden. Nur wenn eine Glaskörpertrübung stark beeinträchtigt oder Komplikationen auftreten, kann eine Entfernung des Glaskörpers notwendig werden. Insgesamt gilt die Glaskörperabhebung als häufige, meist harmlose Veränderung eines wichtigen Teils des Auges, die jedoch aufmerksam beobachtet werden sollte.
FAQ
Was ist eine Glaskörperabhebung?
Die Glaskörperabhebung bezeichnet die Ablösung des Glaskörpers von der Netzhaut im Auge. Diese Veränderung ist meist altersbedingt und betrifft den gelartigen Glaskörper, der sich mit der Zeit verflüssigt und schrumpft.
Welche Symptome treten bei einer Glaskörperabhebung auf?
Typische Symptome sind Lichtblitze, Mouches volantes und kleine Trübungen im Gesichtsfeld. Diese werden oft als fliegende Mücken oder schlangenförmige Linien wahrgenommen und können als störend empfunden werden.
Ist eine Glaskörperabhebung gefährlich?
In vielen Fällen ist die Glaskörperabhebung harmlos. Es kann jedoch zu Komplikationen wie einem Netzhautriss oder einer Netzhautablösung kommen, weshalb eine augenärztliche Untersuchung wichtig ist.
Wann sollte man zum Augenarzt gehen?
Bei plötzlich auftretenden Lichtblitzen, einer Zunahme von Trübungen oder Einschränkungen im Gesichtsfeld sollte sofort ein Augenarzt aufgesucht werden, um Schäden an der Netzhaut frühzeitig zu erkennen.
Wie wird eine Glaskörperabhebung behandelt?
Eine Behandlung ist meist nicht notwendig. Bei Komplikationen wie einer Netzhautablösung kann jedoch ein Eingriff oder eine Vitrektomie erforderlich sein, um das Sehvermögen zu erhalten.
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Über den Fachautor
Sabine Schneider
Chefredakteurin
Sabine Schneider ist ausgebildete Medizinische Praxisassistentin und verfügt über langjährige praktische Erfahrung im medizinischen Umfeld.
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