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Erkrankung · Allgemeine Augenheilkunde

Pterygium, Flügelfell und Pinguecula – Symptome und Behandlung im Auge

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Pterygium conjunctivae. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Sabine_Schneider.pngChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: H11.0

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Ein Pterygium ist eine gutartige Gewebewucherung der Bindehaut, die auf die Hornhaut übergreifen kann. Es entsteht häufig durch UV-Strahlung und äußere Reize im Auge. Symptome sind Fremdkörpergefühl, Rötung und Sehbeeinträchtigung. Die Behandlung reicht von Augentropfen bis zur operativen Entfernung des Pterygiums.

Das Pterygium, auch als Flügelfell bezeichnet, ist eine gutartige Wucherung der Bindehaut im Auge. Diese Veränderung wächst meist von der Bindehaut auf die Hornhaut und kann das Sehvermögen beeinträchtigen. Häufig entsteht ein Pterygium durch langfristige Exposition gegenüber UV-Strahlen oder äußeren Reizen.

Erste Symptome sind ein Fremdkörpergefühl, Rötung oder eine sichtbare Veränderung im Auge. In vielen Fällen bleibt das Pterygium zunächst harmlos, kann jedoch mit der Zeit weiter in Richtung Hornhautmitte wachsen. Besonders bei stärkerer Ausprägung kann es zu Astigmatismus oder einer Hornhautverkrümmung kommen.

Ein Augenarzt kann das Pterygium diagnostizieren und die geeignete Behandlung einleiten. Frühzeitig erkannt, lässt sich das Fortschreiten oft verlangsamen.

Was für eine Erkrankung ist Pterygium conjunctivae?

Pterygium conjunctivae bezeichnet in der Augenmedizin eine Gewebewucherung der Bindehaut. Die Erkrankung ist auch als Flügelfell am Auge bekannt. Die Wucherung verfügt durch eigene Gefäße über eine eigene Blutversorgung.

Im fortgeschrittenen Stadium kann die Wucherung auf die Augenhornhaut übergehen. Pterygium conjunctivae tritt überwiegend auf der zur Nase gelegenen Augenseite auf. Von dort aus wächst sie Richtung Hornhautmitte.

Die dreieckige Form ähnelt einer flügelähnlichen Falte und scheint leicht durch. Es sind etwas mehr Männer als Frauen betroffen. Die Augenerkrankung ist im Allgemeinen gutartig und behandelbar.

Pterygium conjunctivae
Beim Pterygium conjunctivae wuchert Bindehaut über das Auge © Nisathon Studio | AdobeStock

Welche Symptome deuten auf ein Pterygium conjunctivae hin?

Das Pterygium conjunctivae verursacht Beschwerden wie

  • ein Fremdkörpergefühl im Auge,
  • Rötungen oder
  • Juckreiz.

Gelegentlich treten auch gar keine Symptome auf.

Hat sich das Pterygium conjunctivae auf die Hornhaut ausgedehnt, kommt es zum Nachlassen der Sehkraft bzw. Sehschärfe.

Verziehungen der Hornhaut können eine Hornhautverkrümmung auslösen, den Astigmatismus. Das führt zu unscharfem und verzerrtem Sehen. Eine Brillenkorrektur ist zwar möglich, doch müssen die Gläser ständig an den fortschreitenden Prozess angepasst werden, solange die Erkrankung nicht behandelt wird.

Außerdem kann Pterygium conjunctivae die Beweglichkeit des Augapfels beeinträchtigen. Dadurch kann der Betroffene Doppelbilder wahrnehmen.

Ein Pterygium conjunctivae kann mit gravierenden weiteren Augenerkrankungen einhergehen, insbesondere

  • Grauem Star, auch als Katarakt bekannt, sowie
  • einer Makuladegeneration und
  • Hautkrebs des Augenlides.

Die Ursache für diese Begleiterkrankungen ist aber nicht das Pterygium conjunctivae. Stattdessen gilt auch hier eine zu starke Sonnenlichtwirkung als Auslöser.

Was sind die Ursachen für ein Pterygium conjunctivae?

Häufiger Auslöser für ein Pterygium sind Augenverletzungen mit anschließender Narbenbildung. Auch Augeninfektionen, zum Beispiel mit Herpes simplex, sind möglich, sowie der Zustand nach anderen Hautveränderungen.

Als Hauptursache gilt allerdings eine zu intensive Sonneneinwirkung auf das Auge. Es hat sich gezeigt, dass bis zu 90 % der professionellen Surfer später ein Pterygium conjunctivae entwickeln. Bei ihnen sind die Augen besonders stark und obendrein schutzlos der UV-Strahlung ausgesetzt. Es ist bereits von einem sogenannten „Surfer-Auge“ die Rede.

Auch die australische Bevölkerung ist überdurchschnittlich oft betroffen. Durch die Nähe des Ozonlochs lassen sich in Australien verstärkte gesundheitsschädliche Effekte am Auge durch Sonnenlicht nachweisen. Forscher vermuten, dass eine starke UV-Einwirkung die Zellen des Bindegewebes zum Wuchern aktiviert.

In den meisten Fällen ist die der Nase zugewandte Seite des Auges von einem Pterygium conjunctivae betroffen. Die UV-Strahlen treffen hauptsächlich von der Außenseite des Auges ein. Dort werden sie von der gewölbten Hornhaut wie durch ein Brennglas gebündelt. Dadurch schädigen sie auf der gegenüberliegenden Seite des Auges das Bindehautgewebe.

Diagnose von Pterygium conjunctivae

Meistens genügt dem Augenarzt schon ein Blick auf das Beschwerdebild, um die Diagnose zu stellen. Zur Absicherung der Diagnose prüft er die Ausdehnung der membranartigen Wucherung. Daran schließt sich ein Sehtest an.

Therapie eines Pterygium conjunctivae

Die Therapie richtet sich nach dem Zustand der Erkrankung. Bei Symptomlosigkeit und erhaltener Sehkraft kann es genügen, zunächst noch abzuwarten und nur die Ausdehnung zu kontrollieren.

Bei leichteren Beschwerden bietet sich eine Behandlung mit Augentropfen an. Bei Bedarf helfen auch entzündungshemmende Medikamente.

Stellt sich keine Besserung ein oder wird das Sehvermögen beeinträchtigt, ist eine Operation anzuraten. Sie erfolgt meistens ambulant. Komplikationen sind selten. Eine Indikation zur OP ist zudem die ästhetische Beeinträchtigung.

Dem Augenarzt stehen mehrere Operationsmethoden zur Verfügung. Ein Ziel dabei ist auch, das Risiko für ein erneutes Auftreten – Rezidiv– möglichst gering zu halten. Das nachoperative Rezidiv des Flügelfells ist seltener durch UV-Strahlung bedingt, sondern ergibt sich als Reaktion auf den operativen Eingriff.

Im Anschluss an die Augenoperation muss der Patient für einen guten Heilungsverlauf noch eine Zeit lang Augentropfen mit Cortison verwenden.

Ist Vorbeugung gegen das Pterygium conjunctivae möglich?

Aufgrund des Hauptrisikos durch erhöhte Sonneneinstrahlung ist bereits das Meiden von UV-Strahlung eine gute Art der Vorbeugung. Dazu müssen Sie nicht auf den Aufenthalt im Freien verzichten, bringt dieser doch für sich gesehen viele gesundheitliche Vorteile. Aufenthalt im Schatten und insbesondere das Tragen einer Sonnenbrille mit UV-Schutz sind ideale Vorbeugungsmaßnahmen gegen Pterygium conjunctivae.

Dafür sollten Sie eine Sonnenbrille mit Schutz vor seitlicher Sonneneinstrahlung durch breite Seitenbügel wählen: Gerade die seitliche Einstrahlung ins Auge fördert die Entwicklung eines Pterygium conjunctivae.

Bei trockenen Augen sind außerdem Tränenersatzmittel eine empfehlenswerte Vorbeugungsmaßnahme.

Fazit

Das Pterygium ist eine gutartige Gewebewucherung auf der Bindehaut des Auges, die sich häufig nasal in Richtung Hornhautmitte und optische Achse entwickelt und das Sehvermögen beeinträchtigen kann. Im Vergleich zu Pinguecula und Pterygium zeigt sich beim Pterygium eine dreieckige Wucherung der Bindehaut, die weiter fortschreiten kann. Die Entstehung eines Pterygiums wird durch verschiedene Risikofaktoren wie UV-Strahlung, trockenes Klima, Reizung sowie möglicherweise genetisch bedingte Einflüsse und eine Schädigung der limbalen Stammzellen begünstigt.

Die genaue Ursache ist nicht immer eindeutig, doch die Veränderung der Bindehaut und das Wachstum eines Pterygiums können durch das Tragen von Sonnenbrillen und den Einsatz künstlicher Tränen positiv beeinflusst und verlangsamt werden. Besonders trockene Augen und äußere Einflüsse spielen hierbei eine wichtige Rolle. Wird ein Pterygium diagnostiziert und verursacht Beschwerden oder beginnt die Hornhaut wächst zu beeinflussen, stehen verschiedene Ansätze der Behandlung des Pterygiums zur Verfügung.

Die Behandlung eines Pterygiums reicht von konservativen Maßnahmen bis hin zur operativen Entfernung. Bei der chirurgischen Entfernung wird das Pterygium entfernt und häufig eine Bindehauttransplantation mit einem Transplantat durchgeführt, um ein Wiederauftreten zu reduzieren. Unterstützend kann Mitomycin eingesetzt werden, um das Risiko für erneutes Wachstum zu minimieren. Eine operative Entfernung oder ein Eingriff wird insbesondere dann empfohlen, wenn die Sehkraft beeinträchtigen oder funktionelle Probleme auftreten.

Insgesamt gilt: Pterygium ist eine gutartige, aber ernstzunehmende Veränderung, die durch frühzeitige Diagnose und passende Ursachen und Behandlung gut kontrolliert werden kann. Auch wenn ein Pterygium operativ oder chirurgisch entfernt wird, bleibt das Risiko für ein Wiederauftreten bestehen. Maßnahmen wie das Tragen von Sonnenbrillen helfen, das Fortschreiten eines Pterygiums zu verhindern und die Bindehaut des Auges zu schützen. 

FAQ

Was ist ein Pterygium?
Ein Pterygium ist eine gutartige Wucherung der Bindehaut im Auge, die auf die Hornhaut wachsen kann. Diese Gewebewucherung wird auch als Flügelfell bezeichnet und kann das Sehvermögen beeinträchtigen.

Welche Symptome verursacht ein Pterygium?
Typische Symptome eines Pterygiums sind Fremdkörpergefühl, Rötung, Reizung und ein sichtbares Gewebe im Auge. In fortgeschrittenen Fällen kann das Pterygium die Hornhaut erreichen und die Sehkraft beeinträchtigen.

Was ist der Unterschied zwischen Pinguecula und Pterygium?
Die Pinguecula ist eine harmlose Verdickung der Bindehaut, die nicht auf die Hornhaut übergreift. Beim Pterygium hingegen wächst das Gewebe auf die Hornhaut, was zu stärkeren Beschwerden führen kann.

Wie wird ein Pterygium behandelt?
Die Behandlung des Pterygiums erfolgt zunächst konservativ mit Augentropfen oder künstlichen Tränen. Bei stärkerem Wachstum kann eine operative Entfernung oder chirurgische Entfernung notwendig sein.

Kann ein Pterygium wieder auftreten?
Ja, nach der Entfernung eines Pterygiums kann es zu einem Wiederauftreten kommen. Moderne Verfahren wie Bindehauttransplantation können dieses Risiko jedoch reduzieren.

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Über den Fachautor

Sabine Schneider

Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.

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