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Erkrankung · Ästhetische Chirurgie

Tränensäcke erkennen und passend behandeln lassen

Sabine SchneiderChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: H04.5

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Anatomische Veränderung
Tränensäcke enthalten keine Tränen, sondern entstehen meist durch vorgewölbtes Fettgewebe und erschlaffte Unterlidhaut.
Nicht nur im Alter
Vorgewölbte Fettpolster können bereits bei jüngeren Erwachsenen sichtbar sein.
Unterschiedliche Behandlung
Welche Methode infrage kommt, hängt von den Fettpolstern und der Haut ab. Auch Tränenrinne und mögliche Schwellungen werden berücksichtigt.
Meist ambulanter Eingriff
Eine Lidstraffung erfolgt meist ambulant in örtlicher Betäubung und dauert durchschnittlich eine bis anderthalb Stunden.
Warnzeichen beachten
Fieber zusammen mit einer Schwellung erfordert eine zeitnahe ärztliche Beurteilung. Bei Sehverschlechterung oder Lichtempfindlichkeit ist rascher ärztlicher Rat wichtig.

Tränensäcke sind sichtbare Vorwölbungen unter den Augen, bei denen Fettgewebe erschlaffte Unterlidhaut nach außen drückt. Typisch sind hervortretende Fettpolster und eine vertiefte Tränenrinne. Mitunter kommt überschüssige Haut hinzu.

Die Behandlung richtet sich nach der anatomischen Ursache. Möglich ist eine ursachenbezogene Therapie. Je nach Befund kommen auch Hyaluronsäure als Füllstoff oder eine operative Unterlidstraffung infrage. Plötzlich geschwollene Lider müssen von altersbedingten Tränensäcken unterschieden werden.

Was sind Tränensäcke?

Als Tränensäcke werden Vorwölbungen am Unterlid bezeichnet. Sie entstehen, wenn Fettpolster gegen erschlafftes Gewebe drücken und dadurch sichtbar hervortreten. Bindegewebe kann die einzelnen Fettpolster voneinander trennen. Eine anatomische Untersuchung deutet zudem darauf hin, dass die Lidscheidewand, eine Gewebeschicht im Lid, im Verlauf dünner wird. Die Bezeichnung hat nichts mit angesammelter Tränenflüssigkeit zu tun.

Die Entstehung von Tränensäcken beruht häufig auf mehreren Veränderungen. Vorgewölbtes Fett kann die Tränenrinne betonen. Auch der Übergang vom Unterlid zur Wange tritt dadurch deutlicher hervor. Weil die Haut um die Augen dünn ist, sind Falten und Konturen besonders gut sichtbar. Veränderungen über dem Jochbein können dagegen besondere Formen von Wangenschwellungen sein.

Tränensäcke sind nicht auf ein bestimmtes Lebensalter begrenzt. In einer Untersuchung ostasiatischer Erwachsener kamen hervortretende Fettpolster schon in jungen Jahren vor. Mit zunehmendem Alter können die Vorwölbungen ausgeprägter werden. Bei über 50-Jährigen waren vertiefte Tränenrinnen und schlaffe Haut häufiger. Auch Veränderungen der Wangenregion traten vermehrt auf.

Eine bildgebende Untersuchung zeigte, dass die Vorwölbung des Unterlidfetts über die Jahre zunahm. Ungefähr ab einem Alter von 70 Jahren verlangsamte sich diese Entwicklung. Die Untersuchung beschreibt damit einen altersabhängigen Verlauf, erlaubt aber keine Aussage dazu, wie häufig Tränensäcke insgesamt vorkommen.

Welche Symptome haben Tränensäcke?

Typisch ist eine dauerhaft oder zunehmend erkennbare Vorwölbung unter einem oder beiden Augen. Bei ausgeprägten Tränensäcken kann die Kontur zwischen Unterlid und Wange unregelmäßig sein. Das lässt die Augen müde wirken. Die Haut kann erschlaffen, während sich die darunterliegenden Fettpolster abzeichnen.

  • Vorwölbung: einzelne oder zusammenhängende Fettpolster treten hervor
  • Tränenrinne: die Furche unterhalb des inneren Augenwinkels wirkt tiefer
  • Hautüberschuss: die Unterlidhaut liegt faltig oder locker an
  • Wangenkontur: Schwellungen über dem Jochbein verändern den Übergang zum Unterlid
  • Seitenunterschied: eine Augenpartie ist stärker betroffen

Tränensäcke und Augenringe sind unterschiedliche Veränderungen. Eine Lidstraffung hellt dunkle, dünne Unterlidhaut daher nicht zwangsläufig auf. Ein erschlafftes Oberlid ist ebenfalls kein Tränensack. Es handelt sich um eine Veränderung an einer anderen Stelle des Auges.

Der Ausdruck „geschwollene Tränensäcke“ kann missverständlich sein. Eine neu aufgetretene Schwellung unter den Augen spricht nicht automatisch für eine altersbedingte Fettvorwölbung. Juckreiz zusammen mit geröteten Augen passt eher zu einer allergischen Augenentzündung.

Wie entstehen Tränensäcke?

Die häufigste anatomische Ursache für Tränensäcke ist ein Zusammenspiel mehrerer Veränderungen. Fett tritt hervor, die Haut erschlafft und die Tränenrinne wird sichtbarer. Eine genetische Veranlagung beeinflusst, wie schnell der Alterungsprozess rund um die Augen abläuft. Deshalb können Tränensäcke entstehen, obwohl die betroffene Person noch jung ist.

Einige Faktoren beeinflussen die Hautalterung der Augenpartie. Andere lösen eine ähnlich aussehende Schwellung aus:

  • Familiäre Veranlagung: frühere Alterung der Augenpartie
  • UV-Belastung: beschleunigte Hautalterung durch starke Sonneneinstrahlung
  • Rauchen: kann altersbedingte Veränderungen begünstigen
  • Allergie: mögliches Kontaktekzem durch Kosmetika oder Augenpräparate
  • Entzündung oder Infektion: mögliche Ursache plötzlich geschwollener Lider
  • Verletzung, Medikament oder Tumor: weitere Auslöser einer Lidschwellung

Eine besonders morgens auffällige Schwellung rund um die Augen kann auch bei einem nephrotischen Syndrom auftreten. Das ist eine Nierenerkrankung mit starkem Eiweißverlust über den Urin. Als medizinische Ursachen kommen außerdem Infektionen und Entzündungen infrage. Auch Medikamente, Verletzungen oder Tumoren können Schwellungen auslösen.

Tränensäcke
Tränensäcke unter den Augen sind auf schlaffere Haut, Schwellungen oder Fettpolster zurückzuführen © ZayNyi | AdobeStock

Müde wirkende Augen lassen nicht zuverlässig auf Schlafmangel schließen. In einem Experiment unterschieden sich die untersuchten Gesichtsmerkmale nach Schlafentzug nicht entsprechend. Schlechter Schlaf erklärt daher nicht automatisch die Ursache für Tränensäcke.

Wie wird die Ursache festgestellt?

Die Diagnose beginnt mit der Unterscheidung zwischen einer anatomischen Fettvorwölbung und einer krankheitsbedingten Lidschwellung. Ärztinnen und Ärzte untersuchen das Lid und fragen nach Beginn sowie Verlauf. Auch Beschwerden, Medikamente, verwendete Kosmetika und mögliche Auslöser werden erfasst.

Bei der Beurteilung werden die Unterlidhaut und die Fettpolster gemeinsam betrachtet. Die Tränenrinne und die Wangenregion gehören ebenfalls zur Untersuchung. Tränensäcke haben häufig nicht nur eine einzige anatomische Ursache. Die genaue Zuordnung ist die Grundlage für die Auswahl der Behandlung. Weitere Möglichkeiten sind eine Unterspritzung oder ein operativer Eingriff.

Vor einer Operation zum Tränensäcke entfernen kann eine augenärztliche Untersuchung des Sehvermögens und der Tränenproduktion ratsam sein. Bekannte Erkrankungen müssen dem operierenden Facharzt mitgeteilt werden. Vor einer Unterspritzung sind die Anatomie und mögliche Gegenanzeigen ebenfalls sorgfältig zu prüfen.

Wie kann man Tränensäcke entfernen?

Die Behandlung muss zu den tatsächlich vorhandenen Veränderungen passen. Eine Creme oder Hausmittel gegen Tränensäcke ersetzen diese anatomische Beurteilung nicht. Bei einer entzündlichen oder allergischen Ursache steht die zugrunde liegende Erkrankung im Vordergrund. Das gilt ebenso für andere medizinisch bedingte Schwellungen.

VerfahrenFür wenDauerVor- und Nachteile
Ursachenbezogene BehandlungBei allergischer, entzündlicher oder anderweitig medizinisch verursachter SchwellungAbhängig von Ursache und VerlaufSetzt am Auslöser an; die notwendige Therapie muss ärztlich festgelegt werden
HyaluronunterspritzungFür ausgewählte Veränderungen der Tränenrinne nach anatomischer PrüfungIndividuell im Behandlungsgespräch zu klärenKann bei bereits bestehender Schwellung unter den Augen ungeeignet sein; ein fillerbedingter Sehverlust kann dauerhaft sein und erfordert eine sofortige medizinische Abklärung
Operative UnterlidstraffungBei hervortretendem Fett und gegebenenfalls erschlaffter HautDurchschnittlich eine bis anderthalb StundenFett kann entfernt oder umverteilt und Haut gestrafft werden; Operations- und Heilungsrisiken müssen berücksichtigt werden

Für eine Hyaluronsäure-Behandlung der Tränenrinne fasste eine Metaanalyse, also eine statistische Auswertung mehrerer Studien, Schwellungen bei 19,2 Prozent zusammen. Blutergüsse traten bei 18,4 Prozent auf. Diese Werte betreffen Unterspritzungen und dürfen nicht auf operative Tränensackkorrekturen übertragen werden.

Wer Hausmittel ausprobiert oder Augenpads einige Minuten einwirken lässt, sollte nicht davon ausgehen, damit Tränensäcke zu reduzieren. Ob eine Creme bei gereizter oder trockener Haut geeignet ist, sollte bei Beschwerden ärztlich geklärt werden. Ausgeprägte Fettvorwölbungen erfordern eine andere Beurteilung als eine vorübergehende Schwellung.

Wie läuft eine Unterlidstraffung ab?

Eine Unterlidstraffung wird meist ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Eine Kurznarkose ist nicht grundsätzlich notwendig. Für die beschriebenen Verfahren nennt die Fachgesellschaft eine durchschnittliche Operationsdauer von einer bis anderthalb Stunden.

Je nach Befund wird Fettgewebe entfernt oder in eine andere Position verlagert. In geeigneten Fällen kann der Zugang über die Innenseite des Unterlids erfolgen. Dann entsteht keine von außen sichtbare Narbe. Bei überschüssiger Haut kann das Gewebe zusätzlich gestrafft werden.

Für einen geplanten Eingriff empfiehlt die Fachgesellschaft einen Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. Entscheidend sind Erfahrung mit der Unterlidregion und eine vollständige Untersuchung. Zur Aufklärung gehören die möglichen Alternativen und Risiken.

Nach der Operation empfiehlt die Fachgesellschaft, die Augen ein bis zwei Tage mit feuchten Kompressen oder Gelmasken sanft zu kühlen. Dadurch sollen die Lider schneller abschwellen. Ausreichend Schlaf unterstützt die frühe Erholung. In den ersten 14 Tagen sollen die Lider weder gerieben noch stark beansprucht werden.

Intrakutanfäden, die innerhalb der Haut verlaufen, werden ab dem fünften bis zehnten Tag gezogen. Sport sollte frühestens nach zwei Wochen wieder aufgenommen werden. Das Behandlungsteam legt die Pflege und notwendige Medikamente für Ihren Eingriff fest. Mit ihm stimmen Sie auch die Kontrolltermine ab.

Welche Risiken sind zu beachten?

Operation und Unterspritzung haben unterschiedliche Risiken. Nach einer Lidstraffung kann die geschwollene Augenpartie auffallen. Auch Blutergüsse sind zu erwarten. Die Schwellung klingt laut Fachgesellschaft meist nach ein bis zwei Tagen ab. Ein Bluterguss verschwindet normalerweise innerhalb gut einer Woche.

Nach einer Korrektur sind unter anderem folgende Beschwerden möglich:

  • Trockene Augen: mögliche Folge einer Lidoperation
  • Bindehautschwellung: Flüssigkeitseinlagerung in der Bindehaut
  • Bluterguss: kann sich im Unterlid absetzen
  • Augenschmerz oder Sehstörung: umgehend ärztlich beurteilen lassen

In einer rückblickenden Untersuchung verschiedener Lidstraffungen wurden trockene Augen bei 26,5 Prozent der Operierten dokumentiert. Bindehautschwellungen betrafen 26,3 Prozent. Die Zahlen gelten für die gesamte untersuchte Operationsgruppe und nicht speziell für alleinige Unterlidoperationen.

Bei Hyaluron-Fillern besteht das Risiko, dass Material in ein Blutgefäß gelangt und die Blutversorgung des Auges beeinträchtigt. Ein dadurch verursachter Sehverlust kann dauerhaft sein und verlangt eine sofortige medizinische Abklärung.

Kann man Tränensäcken vorbeugen?

Anatomisch bedingte Tränensäcke lassen sich nicht sicher vermeiden. Die genetische Veranlagung und Veränderungen des Bindegewebes können durch Hautpflege nicht aufgehoben werden. Starke UV-Belastung beschleunigt jedoch die Alterung im Bereich der Augen. Auch Rauchen fördert diesen Vorgang.

In einer Untersuchung war ein Sonnenschutzmittel mit höherem Lichtschutzfaktor mit weniger Faltenbildung rund um die Augen verbunden. Eine sichere Vorbeugung gegen hervortretende Fettpolster ist damit nicht nachgewiesen. Sonnenschutz betrifft vor allem die Hautalterung. Er wirkt nicht gegen sämtliche anatomischen Ursachen.

Wie lange das Ergebnis einer operativen Korrektur anhält, lässt sich anhand der verfügbaren Langzeitdaten nicht zuverlässig beziffern. Auch nach einem Eingriff altert die Augenpartie weiter.

Wann sind geschwollene Lider ein Warnzeichen?

Neu auftretende oder wachsende Lidschwellungen sollten ärztlich abgeklärt werden. Das gilt besonders bei Schmerzen. Sind die Augen gerötet oder jucken sie, ist ebenfalls eine Untersuchung ratsam. Weitere Beschwerden können auf verschiedene Ursachen hinweisen.

Bei folgenden Warnzeichen benötigen Sie rasch medizinische Hilfe:

  • Fieber mit Schwellung: möglicher medizinischer Notfall
  • Sehverschlechterung oder Lichtempfindlichkeit: rascher ärztlicher Rat erforderlich
  • Starke Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen: mit Augenbeschwerden dringend abklären
  • Plötzlich starke Schwellung nach einer Operation: sofort den behandelnden Arzt informieren
  • Starke Augenschmerzen oder Sehstörungen nach einem Eingriff: umgehend untersuchen lassen

Eine anhaltende Veränderung sollte augenärztlich untersucht werden, wenn Wimpern ausfallen oder die Schwellung wächst. Das gilt auch für eine Wunde, die nicht heilt und blutet. Eine solche Entwicklung passt nicht zu einem rein kosmetischen Standardbefund.

Häufige Fragen zu Tränensäcken

Sind in Tränensäcken wirklich Tränen enthalten?

Nein. Tränensäcke unter den Augen bestehen nicht aus angesammelter Tränenflüssigkeit. Gemeint sind sichtbare Vorwölbungen, bei denen Fett gegen erschlaffte Unterlidhaut drückt.

Können sich Tränensäcke von allein zurückbilden?

Eine plötzlich entstandene Lidschwellung kann einen anderen Verlauf haben. Bei anhaltenden Beschwerden sollte sie untersucht werden.

Ab welchem Alter ist eine Behandlung sinnvoll?

Entscheidend sind der konkrete Befund und der persönliche Leidensdruck. Auch mögliche Erkrankungen sowie die Eignung für das jeweilige Verfahren werden berücksichtigt. Fettvorwölbungen können bereits bei jüngeren Erwachsenen vorkommen.

Kann man Tränensäcke mit Hyaluron unterspritzen?

Eine Unterspritzung kann für ausgewählte Veränderungen der Tränenrinne infrage kommen. Zuvor müssen die Anatomie und mögliche Gegenanzeigen geprüft werden. Bei einer bereits bestehenden Schwellung der Augenregion kann Hyaluronsäure ungeeignet sein.

Verschwinden durch die Operation auch Augenringe?

Nicht zwangsläufig. Tränensäcke und Augenringe haben unterschiedliche Ursachen. Eine Unterlidoperation hellt dunkle, dünne Haut nicht automatisch auf.

Welcher Facharzt kann Tränensäcke operieren?

Wer Tränensäcke entfernen lassen möchte, sollte sich fachärztlich beraten lassen. Für eine geplante operative Korrektur empfiehlt die Fachgesellschaft einen Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. Bei einer ungeklärten oder entzündlich wirkenden Lidschwellung kann zunächst eine augenärztliche Untersuchung notwendig sein.

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Sabine Schneider

Über den Fachautor

Sabine Schneider

Chefredakteurin

Sabine Schneider ist ausgebildete Medizinische Praxisassistentin und verfügt über langjährige praktische Erfahrung im medizinischen Umfeld.

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