Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit, deren häufigster Erreger Mycobacterium tuberculosis ist. Die Bakterien befallen meist die Lunge, können jedoch grundsätzlich auch andere Organe und Lymphknoten betreffen. Eine Infektion führt nicht zwangsläufig dazu, dass Menschen an Tuberkulose erkranken, da das Immunsystem die Erreger häufig kontrollieren kann.
Bei einer latenten Tuberkulose bestehen in der Regel keine Symptome einer aktiven Erkrankung. Entwickelt sich eine Lungentuberkulose, können anhaltender Husten, leichtes Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und in fortgeschrittenen Fällen blutiger Auswurf auftreten. Menschen mit geschwächtem Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko, nach einer Infektion eine aktive Tuberkulose zu entwickeln. Bei Verdacht auf Tuberkulose sind eine gezielte Diagnostik und eine frühzeitige Behandlung wichtig, um die Erkrankung zu behandeln und eine weitere Ansteckung zu verhindern.
Die Ursachen der Tuberkulose
Tuberkulose entsteht durch Bakterien aus der Familie der Mycobacteriaceae. Dazu gehören neben dem häufigsten Erreger Mycobacterium tuberculosis auch die Arten Mycobacterium bovis und Mycobacterium africanum. Die Übertragung findet in der Regel durch Menschen statt, die an einer offenen Lungentuberkulose leiden. Dabei hat der Tuberkuloseherd im Lungengewebe Anschluss an die Atemwege. Über die Ausatemluft gibt der Erkrankte die Erreger an die Umwelt ab.
Die Infektion erfolgt aerogen. Das bedeutet, die Infektion überträgt sich über feinste Tröpfchen, die beim Husten, Sprechen oder Niesen entstehen.
Ob es zu einer Ansteckung kommt, hängt ab von:
- Dauer des Kontakts mit der infizierten Person
- Häufigkeit des Kontakts mit der infizierten Person
- Enge des Kontakts mit der infizierten Person
- Menge der eingeatmeten Erreger
- Gesundheitszustand der exponierten Person
Eine Tuberkuloseinfektion ist prinzipiell auch durch den Konsum von nicht pasteurisierter Milch, die von infizierten Rindern stammt, möglich.
Der Rinderbestand ist in Deutschland und Mitteleuropa weitgehend tuberkulosefrei, sodass die Ansteckungsgefahr sehr gering ist.
Die Symptome der Tuberkulose
Im ersten Stadium der Tuberkuloseinfektion, dem Stadium der latenten Tuberkulose, treten keine Symptome auf. Die Tuberkuloseerreger werden von Zellen des Immunsystems, den sogenannten T-Lymphozyten, umschlossen. Dabei bilden sich entzündliche und knötchenförmige Veränderungen, die auch Tuberkel oder Granulome heißen. Diese Tuberkel befinden sich in mehr als 80 Prozent aller Krankheitsfälle in der Lunge. Bei Beteiligung der angrenzenden Lymphknoten sprechen Mediziner auch von einem Primärkomplex.
Die meisten Tuberkulose-Patienten zeigen in diesem zweiten Erkrankungsstadium immer noch keine Krankheitssymptome. Einige Betroffene leiden jedoch unter leichtem Fieber und trockenem Husten oder Husten mit wenig gelblich-grünem Auswurf.
Nicht selten zeigt sich zudem eine sogenannte B-Symptomatik mit nächtlich starkem Schwitzen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Schwere Krankheitsverläufe mit Bluthusten (Hämoptoe) und Schmerzen in der Brust treten nur bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem auf.
Bei Menschen mit einer gesunden Immunabwehr verkapseln sich die Entzündungsherde nach ein bis zwei Wochen. Dann liegt eine geschlossene Tuberkulose vor, bei der keine Ansteckungsgefahr besteht. Die Erreger sind jedoch nur eingeschlossen und nicht komplett verschwunden. Bei einer Immunschwäche können die Entzündungsherde aufbrechen, sodass die Krankheitserreger über die Atemwege in die Umgebung gelangen.
Diese ansteckende Form der Erkrankung heißt "offene Tuberkulose". Im Rahmen dieser Reaktivierung können sich die Mykobakterien im Körper ausbreiten und in anderen Organen manifestieren.
Neben der Lungentuberkulose gibt es weitere Formen der Erkrankung wie z.B.:
- Hauttuberkulose
- Tuberkulose der Brust- und Lendenwirbelsäule
- Tuberkulöse Meningitis mit Befall des Gehirns oder der Hirnhäute
- Urogenitaltuberkulose der Nieren, Harnwege, Nebennieren und des Genitaltrakts
- Darmtuberkulose
- Pyrazinamid
- Ethambutol
- Streptomycin
- Rifampicin

Die Tuberkulose-Patienten müssen diese Antibiotika in der Regel über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten einnehmen.
Auch wenn die Infektion zwischenzeitlich keine Beschwerden mehr verursacht, müssen Sie die Einnahme fortführen. Bei einem vorzeitigen Therapieabbruch droht zum einen eine Reaktivierung der Tbc und zum anderen eine Resistenzbildung. Zusätzlich zu der ursächlichen Therapie kann eine symptomatische Behandlung mit Medikamenten gegen den unangenehmen Hustenreiz erfolgen.
Auch wenn die Therapie komplikationsfrei verläuft, sollten sich Betroffene alle zwei Jahre ärztlich untersuchen lassen, um eine Re-Infektion auszuschließen.
Die Prognose der Tuberkulose
Verlauf und Prognose der Tuberkulose sind von mehreren Faktoren abhängig. Zum einen beeinflusst der Immunstatus der Patienten die Prognose. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können eine sogenannte Miliartuberkulose entwickeln. Dabei bilden sich in der Lunge und in verschiedenen anderen Organen kleine Krankheitsherde.
Typische Symptome sind neben einem schweren Krankheitsgefühl und hohem Fieber auch Kopfschmerzen und Atemnot. Unbehandelt sterben nahezu alle Patienten mit einer Miliartuberkulose. Bei einer adäquaten Therapie liegt die Letalität (Sterblichkeit) immer noch bei zehn Prozent.
Eine weitere gefürchtete Komplikation, die die Prognose deutlich verschlechtert, ist die tuberkulöse Meningitis. Diese ist mit weniger als einem Prozent der gemeldeten Tuberkulosefälle in Deutschland zwar äußerst selten, endet aber meistens tödlich.
Zum anderen beeinflusst der Zeitpunkt der Entdeckung den Verlauf der Erkrankung. Je früher Ärzte die Diagnose stellen, desto besser ist die Prognose.
FAQ
Was ist Tuberkulose und wodurch wird sie verursacht?
Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die überwiegend durch den Erreger Mycobacterium tuberculosis verursacht wird. Die Tuberkulose beim Menschen betrifft besonders häufig die Lunge, weshalb die Lungentuberkulose die bekannteste Form ist. Es können jedoch auch andere Organe befallen sein. Die Erkrankung wird häufig mit TB oder TBC abgekürzt.
Welche Symptome treten bei Tuberkulose auf?
Das Symptom einer aktiven Tuberkulose hängt unter anderem davon ab, welches Organ betroffen ist. Bei einer Lungentuberkulose können länger anhaltender Husten, leichtes Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. In fortgeschrittenen Fällen ist Husten mit blutigem Auswurf möglich. Eine extrapulmonale Tuberkulose kann je nach betroffenem Organ andere Beschwerden verursachen.
Wie erfolgt die Ansteckung mit Tuberkulose?
Eine ansteckende Lungentuberkulose kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Erkrankte mit einer offenen Tuberkulose können beim Husten, Sprechen oder Niesen erregerhaltige Aerosole freisetzen. Allerdings führt nicht jede Infektion zur Erkrankung. Besonders Menschen mit geschwächtem Immunsystem besitzen ein höheres Risiko, nach einer Infektion eine aktive Tuberkulose zu entwickeln.
Wie wird die Diagnose der Tuberkulose gestellt?
Bei Verdacht auf Tuberkulose umfasst die Diagnostik verschiedene Untersuchungen. Bei einer vermuteten Lungentuberkulose können bildgebende Untersuchungen und der direkte beziehungsweise mikrobiologische Nachweis der Erreger beispielsweise aus Sputum eine wichtige Rolle spielen. Weitere Tests können Hinweise auf eine Infektion mit Tuberkulosebakterien geben. Auch Kontaktpersonen können im Rahmen der Prävention und Bekämpfung der Tuberkulose untersucht werden.
Ist Tuberkulose heilbar?
Tuberkulose ist grundsätzlich heilbar, wenn eine geeignete Kombination wirksamer Medikamente konsequent und ausreichend lange eingenommen wird. Die Therapie der Tuberkulose umfasst üblicherweise mehrere Antibiotika, um die Erreger zuverlässig zu bekämpfen und Resistenzentwicklungen zu vermeiden. Eine multiresistente Tuberkulose ist schwieriger zu behandeln, weil die Erreger gegen wichtige Medikamente resistent sind. Unbehandelt kann eine aktive Tuberkulose hingegen schwerwiegend und lebensbedrohlich verlaufen.
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Über den Fachautor
Sabine Schneider
Chefredakteurin
Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.
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